Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 25 (24.6.1904)
- Date
- 1904-06-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU. Sette 2(9.. No. *25, ״ .י• - . . i .־ / , . . reis, dass alle unwahren und falschen Ausstreuungen, die auf falschem sehsationsbedürftigen Intonesse beruhen, aufs entschiedenste abgelehnt werden. Elias Auerbach. Werte Gesinnungsgenossen! Einem vielfach geäusserten Wunsche entsprechend, beabsichtigen die Unterzeichneten em ״Jüdisch-nationales Ltedbrbuch*4 in kürzester Zelt herauszugeben. Zum Unterschiede von seinen Vorgängern wird d'eses Liederbuch Jüdische . Lieder . (in deutscher, Jüdischer tfid hebräischer Sprache) mit Noten enthalten. Wir ersuchen daher auf d'esem Wege die P. T. Vereine, Verbindungen uiid ־ Einzelpersonen, Vereins-, Bundes- oder sonst'ge, in den Rahmen dieses Liederbuches passende Lieder samt Melodie an Herrin Musiker Rudolf Blann, W.'en IX. Sechsschimmelgasse 4, längstens bis zum 30. Juli d. Js, leinzusende'n. Hochachtungsvoll mit Zionsgruss für die Herausgeber Bernhard Grünhut, W i e n, II. B., Stephaniestr; 10. Golusbiüten. fr«» tn-äß-ö: Cohn contra Kohn hicss der etwas absonderliche Rechtsstreit, der kürzlich vom Amtsgericht und Landgericht zu Gunsten des Verklagten entschieden worden ist. Bei dem Verklagten Kohn hatte sich der Kläger unter dem Namen ״Cohrs“ um die Stelle eines Reisenden schriftlich beworben und war unter diesem Namen angestcllt worden. Erst als er zur Krankenkassc angcmeldet werden sollte, stellte cs sich heraus, dass er nicht Cohrs, sondern Cohn hiess. Er wurde infolgedessen entlassen, beanspruchte darauf Gehaltszahlung, wurde gegen den Prinzipal klagbar, ist aber ln beiden Instanzen mit seinem An- Spruch abgewiesen worden. In dem Urteile des Amtsgerichts heisst es u. a. nach dem Bi. f. Rechtspfl.: Wenn sich der Kläger dem Verklagten gegenüber bei Abschluss des Vertrages ״Cohrs" nannte, so setzte er diesen über eine Eigenschaft in Irrtum. Diese Eigenschaft muss als eine im Verkehr wesentliche angesehen werden. Der Kläger hat sich beim Besuche der Kundschaft dieser mit seinem Namen vorzustellen. Es ist aber eine durch die Erfahrung bestätigte Tatsache, dass ein den Kunden sympathischer Name diese eher zur Erteilung von Bestellungen veranlasst, als wenn der Reisende einen Massennamen führt. Es kann dem Verklagten ohne weiteres geglaubt werden, dass er den Kläger nicht engagiert haben würde, wenn er seinen wahren Namen gekannt hätte, zumal er mit Rücksicht auf seine Kundschaft einen christlichen Vertreter engaeieren wollte, und der Name Cohrs ihn! in der Annahme bestärken musste, einen solchen engagiert zu haben. Mit Recht weist ferner der Verklagte darauf hin...dass die Gleichheit seines eigenen Namens — Kohn — mit dem des Klägers leicht Verwechslungen hätte veranlassen können.“ Das Landgericht hatte sich diesen Gründen angeschlossen und den Verklagten zur sofortigen Entbts«ung für berechnet erachtet, da die Beilegung des Namens Cohrs seitens de« Klägers ein unzulässiger Vertraucnsmjssbrauch sei.. ״Gerade das Verhältnis des kaufmännischen Prinzinals 7u seinen Reisenden beruht, wie wenige andere Dienst- Verhältnisse, auf dem Vertrauen des ersteren und die ZuverlässieWeit de« letzteren, besonders deshalb, weil der Reisende bei seiner fortgesetzten räumlichen Trennung vom Handelsge'chäfte der unmittelbaren Kontrolle durch den Prinzipal en־tzogen, und seiner . eigenen Gewissenhaftigkeit unterstellt ist. Zu der hiernach vom Reisenden dom Prm*׳nale geschuldeten Onenneit seiner S״sser*m Persönlichkeit in einer Weise, die den Prinzioal jertem Zweifel hierüber enthebt. E« ver«teM sich ganz von selbst, dass hierfür obers^s Erfordernis die Nennung des wahren; dem Reisenden rechtlich zukommenden Namens Allerlei , D’e Arche Noahs und unsere Schlifsrtesen. Die ostasiatischen Scckämpfc, welche allen Problemen der Schiffsbautechnik eine besondere Aktualität verteilten, haben unter anderem die Aufmerksamkeit amcr'kanischer Fachmänner auf Transportschiffe gelenkt und die Untersuchung der biblischen /\rche vom Standpunkt der modernen Schifisbaukunst veraitlasst. Viele Schiffsbaumeistcr, schreibt. The America(,ו Shipping, sind zu der Uebcrzeugung gekommen, dass die Arche, wie Sijc die biblische UebcrBefcrung schildert, den Typus eines ausgezeichneten Seeschiffes und eines zuverlässigen Transportträgers repräsentiert. In den letzten zehn Jahren hat man sich sogar beim Bau von amerikanischen Ozean- und Binnenseedampfern dem Typus der Arche sehr eng angeschlossdn. Nach der Bibel war die Arche 480 Fuss lang, 80 Fuss breit und 48 Fuss tief; ihr Raumgchait betrug 11413 Tons (ein Ton 1016 Kilogramm). Bei diesen Raumverhältnissen konnte sie allerdings Paare der verschiedensten Terarten — 244 nach Buffons Klassifizierung — ausser den 1000 Personen und einen relchVchen Lebensmittclvorrat tragekt. Im 17. Jahrhundert baute Peter Jansen, ein Holländer, ein Fahrzeug von genau den Grössenverhältnissen der Arche; dieses Fahrzeug erwies sich als sehr einträgl ch für seine Besitzer. Heute sind Schiffe von über 10000 Tons keine Seltenhc' mehr; die Hamburg- Amer'ka-Linic allein besitzt zehn solcher .,Archen“, von denen die älteste allerdings erst im Jahre 1896 gebaut wurde. In einer Beziehung hält die Arche heute noch den Rekord: kein Fahrzeug kommt ihr in der Breite gleich. Ihr Zweck war also offenbar s'chercs Schwimmen, nicht Schnellschwimmen. Selbst das Jüngste und grösste Riesenkind der Wclthandelsflottc. der englische Dampfer ״Baltic“, hat noch iiinf Fuss weniger in der Breite als das Schiff Noahs. Der Schnc’ldampfer .,Deutschland". der die Arche mit 16500 Tons!m Raumgehalt ein gutes Teil übertrint. ist zwar 563 Fuss lang, doch nur 67 Fuss breit. Seine Tiefe kommt mit 44 Fuss dem Noah-Schiff schon eher nahe. Der Schnelldampfer ״Deutschland" :st. absolut genommen. das breiteste Schiff der Hamburg-Amerika-Llmc. im Verhältnis zu seinen übrigen Abmessungen aber eines der schlanksten. Aber auch die 1חז Verhältnis Ihrer Teile breiteren Ries^.ischiffe der Gesellschaft, die Dampfer der P.-Klasse sind äusserst schlank gegen die Arche des biblischen Patriarchen. So kommen beispielsweise auf den Dampfer ״Pennsylvania" 560 Fuss in der Länge. 41 Fuss in der Tiefe und nur 62 Fuss in der Breite. Kleine Mitteilungen. J- -I — I i-j-ij II - u — - ■ J 1 ■ ■־־ 1־ ■ , ■ - > Der ״Verein Jüdischer Studenten“ (Ira BJ.C.) zu Berlin feiort am 5. JuV d. Js. sein IX. Stiftungsfest durch einen Dampterausflug nach Friedrichshagen. Versammhingsort: Jannowitzbrückc, Stern-Dampfer-Anlegestelle. Zeit 1% h. s. t. Teilnehmerkarte ä 1,25 Mark. Gäste sind herzlich willkommen. Im Krankenhause der Jüdischen Gemeinde In Berlin ist eine gynäkologische Poliklinik mit dem heutigen Tage eröffnet worden, deren Leitung dem Frauenarzt Herr Dr. Bruno Woin übertragen wurde. Sie ist in der Zeit von 8% bis 972 Uhr vormittags geöffnet. Am 13. d. Mts. fand im Genesungsheim zu Lehnitz die ordentliche Versammlung des Vereins ״Jüdisches Gencsungshoim" unter Le-’tung des Herrn Martin Simon statt. Aus dem erstatteten Geschäftsbericht pro 1893 geht hervor, dass 358 weibliche Ptleging? für durchschnittlich 4 Wochen Aufnähme in dem Heim gefunden hatten und dass die erziehen Erfolge durchweg gute waren. Die aus dem Vorstände ansschekicndcn Herren Dr'Feilchcnfold. Hugo Hc'lmann. Prof. Dr. Lazarus. M. Metzenberg, Emil Pincus, sowie die Dar”״י׳ Frau Dr. Frankl. Frau Franzska GmsHare Frau Rosa Sachs wurde einstimmig w׳icder״<nvähit. Zu Revisoren wurden die Herren Kommorzlenra♦ HeTnrrch BuchMz, Oscar Rathenau, Gustav Sachs durch Zuruf wiedergewählt. In der s«'ch ab die Ordentliche Miteiicder-V•*•־*'*—m|1wg satzungsgemäss anschliessenden konstituierenden Vorstands- Snznng wurden zum Vorsitzenden Herr Martin Slmo»r. zu dessen Stellvertreter Herr I ouis Sachs, zur SchnftHibrerrt Frau Dr. Frankl, zu der׳«׳' s*r>1v*rtroterin Frau Hermine Rathenau, zum Schatzmeister Herr Emil Pneus, zu dessen Stellvertreter Herr H. WiH׳׳«vski wicdorgcwählt. Auser den' Mitglieder»! nahmen an 4׳,׳m durch schönstes Wetter he״fmst'״tcn Au$flu״c nach Lchnhz. v:ele Freunde und Gönner fVs Vcrcms tei*. welche nach Erledi״4״’״ der «4׳»«״höftliehen Oblegcnbpiten. c:nc P^steM•״»•»״ des Hauses Vornahmen. Die Verwalte!!״ hatte für Rewirtun״ d״r Gäste gesorgt, wiclcbe bis zum späten Abend bcisammcnblieben. \V0M alle Tc'hiehmer kehrten in dem Oe Hihi e nach Berlin zurück, dass durch die Schöpfung an -den Utern des s׳a'Ä״c!1 Lcbnitzsccs eine segensreich? Institution ins Lebeb gerufen worden ist. die einer grossen Amnh! von Flauen und Mädchen Ocle״enhcvt gibt, ihre Gesundheit zu kräftteen. und ihre Erw'crbsfähigky't zu erhalten bezw\ wicderzucrlangen. Berlin. Am Montag den 20. Juni hielt auf Veranlassung der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Fräulein American aus Amerika einen Vortrag über den ״Verband IfldischcT Praucn