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Jüdische Rundschau · 1904-06-17 · Heft 24 (17.6.1904) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 24 (17.6.1904)
Date
1904-06-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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'?T?״sr!?f־*׳'*׳!!׳w»m5.«׳«»8»»%'*m»«?3?n,T', ׳ימו1;י<י-׳יי Seite 258. JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 24• ׳ Komitees seines Wohlwollens persönlich versichert habe, habe erst jetzt wiede r das Huldigungs- und Treue-Gelöbnis mit seinem kaiserlichen Danke entgcgcngcitommcn. Unverständlich sei es daher, wenn noch immer selbst bei der loyalen und unabhängigen Presse bedenkliche Missverstände Eingang fänden. Das sei höchstens daraus zu erklären, dass Blätter, wie das ״Berliner Tageblatt“, welche das Judentum auf das Empfindlichste schädigten, noch immer für offizielle Vertreter der dcutsehen! Juden angesehen würden. ' Freiburg I. B. (Raummangels halber zurückgeblieben.) Am 24. und 25. v. Mt. hatten die Mitglieder unserer Ortsgruppe die erfreuliche Gelegenheit, Herrn Ingenieur Ussischkin, der sich einer persönlichen Angelegenheit hier aufhiclt, über wichtige Fragen unserer Bewegung sich auszusprechen hören. In Basel kommt man selten dazu, mit den russischen Delegierten im nähern Verkehr zu treten. Umso angenehmer war es für uns mit einem so hervorragenden Gesinnungsgenossen in nähere Fühlung getreten zu sein; und wir geben Uns der Hoffnung hin. dass die, wenn auch kurzen Beziehungen mit uns für Herrn Ussischkin von einigem Wert sein werden, da ihm Gelegenheit geboten war, Anschauungen und Meinungen unserer ״westliehen" Zionisten kennen zu lernen. Doch zur Sache. Unser Gast gab uns sehr wertvolle Auskünfte. Sie bezogen sich am ersten Abend auf die Ugandatrage, die Charkowcr Konferenz und die Sitzung des Aktionskomitees. Ohne näher darauf ein* zugehen, da über diese Dinge eine genügende Aussprache vorliegt, können wir nur sagen, dass auch nach unserm Eindrücke eine Verständigung über die strittigen Fragen erzielt ist. und dass eine Spaltung in der zionistischen Bewegung nicht zu hefürchten ist. Am zweiten Abend iiihrte uns Herr Ussischkin!״׳:ich Palästina’, und entrollte utt sein ausserordentlich intcr* cssantes und durch Deiaiisciiilderungcn belebtes Bild der öko-!»wischen und kulturccllen Verhältnisse der palästinensischen Juden, insbesondere der .indischen Kolonien. An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion. Eine Sammlung zu Gunsten der in Palästina untergebraehten Waisen, beschloss von Kiseltinew den anregenden Abend. In Krems (Nicdcrösterrcch) hat d'-eser Tage eine Versammlung stattgefuudcn. die die gemeinsamen Iitercssen und auch die Differenzen zwischen dem Zionismus und der Oessterrcich. Israelitischen Union klar hat österreichische Gegenbild des ״Zentralvcrcin deutscher Staats- Bürger jüdischen Glaubens‘ ist. Der offizielle Redner de Union. Hess dem Zionismus volle Gerechtigkeit widerfahr:»■ betonte aber, dass er die Rechtsschutzarbeit seines Vereins für gleich ־nötig halte. Die zionistischen Redner gaben dem gegenüber gern dio Notwendigkeit der Rechtsschutzarbeit zt׳ für derer* Erledigung sie der Union Dank wüssten, wiesen aber energisch darauf hin, dass sie durch die frühere Tätigkeit de Union für die deutsch-liberale Partei misstrauisch geworde׳ seien und dass die Union ihre Tätigkeit viel zu hoch cinschätz und dementsprechend Ihren Mitgliedern da Erfolge vortäusch? wo es sielt allein um die Wahrung der Ehre gehandelt habe Der Redner der ״Union“ gab die politischen Fehler seiner Vcr einigune zu und kei'iizcichrtet deren Tätigkeit als Gegenwartsarbeit im Gegensatz zu der Zukunftsarbeit des Zionismus Natürlich erwidert mau ihm, dass der Zionismus auch t'> Gegenwartsarbeit umfasse. So hat der Abend die Differenzen zwischen dem Zionismus und der Union klar und deutlich hervorgehoben, ebenso klar aber fcstgcstcllt, dass der Zionismus derartigen Bestrebungen, die ja im gründe genommen nur eine seiner Teilbestrebungen, wenn auch unter anderer Flagge darstellcn, soweit sie seine Kreise nicht zu stören versuchen, Wohlwollend gegeniiberstelit. H. Krakau. Ende Mai tagte hier der Parteitag der jüdischen Arbeiter und Handelsangestelltcn Oesterreichs. Anwcsem waren 40 Delegierte. Dem Verbände gehören bisher 10 Vcr eine und 4 Sektionen mit 1535 Mitgliedern an. Der Verband dessen Organ der ״Jüdische Arbeiter” ist, entfaltet eine reg Tätigkeit. Vielleicht wird durch ihn die etwas schleppend Agitation in Galizien wieder belebt werden. * Auf unser Konkursatisschreiben betreffend einer Zeichnung für die Mitglieder der ״Gesellschaft zur Unterstützung der jüdischen Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" zurückkomniend, erlaubest wir uns hiermit den Künstlern folgendes kund zu geben; Die Zeichnungen müssen im Besitz des Komitees bis zum I. Juli d. J. (alten Stils) sein. 2. Das Muss des Diploms soll annähernd 70 :50 Zcntimeter sein. 3. Die Zeichnung muss ausschliesslich in zwei Tönen und nicht in Farben gehalten werden. 4. Dem Komitee muss die ganze Zeichnung und nicht der Entwurf ciugcsandt werden. 5. Der Text (hebräisch); Das Komitee so und so erkennt Person so und so als Mitglied der Gesellschaft an. Unterschrift des Vorsitzenden. Monat und Datum. Stempel des Komitees. Einen passenden Vers zu wählen, bleibt den Künstlern freigestellt. Für die beste Zeichnung gibt das Komitee nicht über 200 Rubel, während die zweitbeste 25 Rubel erhält. Adresse: ״Komitee der Gesellschaft zur Unterstützung der jüdischen Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina. Odessa. Vorsitzender der Finanzkonunlssion Dr. J. Sapir Eine eigentümliche Kunde kommt aus Kcnitz. Fast scheint cs, als sollte es doch noch einmal gelingen, aus dem ganzen Wust von Unwahrheiten und dem Wirrsal von Tcndcnzliigcn Rundschau es verständnisvolle Leser findet und dass es dazu beiträgt׳ uns freudige und tatkräftige Mitarbeiter zu gewinnen. Der Mainzer ״Israelit“ hat natürlich die Gelegenheit nicht vorubergehen lassen, den Oberrabbiner wegen seiner nationaten und zionistischen Gesinnung in der unqualifiziertesten Weise zu beschimpfen. Aber derartige Artikel des .Israelit“ dienen bekanntlich dazu, auch in orthodoxen Kreisen Reklame für den Angegriffenen zu machen.. b. Litterarisches *) Die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg schildert M. Ürunwald in einem demnächst erscheinenden Buche mit dem Titel: ״Hamburgs deutsche Juden bis zur Auflösung der Drcigcmcinden 1811." Die einzelnen Kapitel behandeln u. a. das Zeitalter der Glilckcl von Hameln, den sogenannten ״Judentumult von 1730", und was ihm voraufging, das Leben in der Gemeinde, den Hamburger Amulettenstrcit. Hamburgs Juden in Bild und Karikatur und die Hamburger auf oder von Juden geprägten Medaillen, endlich die Friedhöfe an der Königsstr. in Altona, auf dem Grindel und in Ottensen. Das Werk soll 25 Bogen mit 39 Abbildungen umfassen und zum Subskription«:- preise von 10 M. noch dieses Jahr itn Verlag von Alfred Janssen hier erscheinen. Der Autor ist durch seine mancher־ lei Interessanten und bedeutungsvollen Publikationen auch den *) Ohne Veranwortlichkeit der Redaktion. Lesern des ״Hänib. Coss.“ wohlbekannt. Seine neue grosse kulturhistorische Arbeit wird gewiss vielseitiges Interesse der literarischen Kreise erregen. Das Junihcit der illustrierten Monatsschrift t ii r m o d e r 11 e s J 11 d c n t u in ״Ost und West“ mit der die Zeitschrift ihr 7. Halbjahr abschliesst, bringt neben vortreffliehen Illustrationen wiederum eine Reihe bedeutsamer Auf- Sätze. Ausser den Arbeiten von Georg Hermann über Max Fabian. Mathias Achen, zum westindischen Kulturproblctn, Ben* jamin Segel, Glück und Schicksal Leben und Tod in jüdischen Sprichwörtern, A. Behrendt, Das Ghetto in Venedig. Proi. Dr. Aug. Ui'msche. Aureas Osiaudcrs Schrift über die Blutbcschuldiguitg, Dr. S. Bernfeld, Chajim Selig Slonimski, 11. Pruschaiiski, Chaim der Schneiden. J. Giskala, das jüdische Philantropin zu Frankfurt a. M., verdient besonders hervorgehoben zu werden, das Essay vo!! Dr. Felix Pcrlcs, Rabbiner in Königsberg, der auf Grund eingehender Quellenstudien, mit Offenheit und erquiekender Schärfe auf die grossen Gefahren hinweist, welche die im tiefsten Kerne antijiidische liberale christliche Theoiogie für uns birgt. Hatte man sich doch in jüdischen Kreisen sehr zu unserem Schaden daran gewöhnt, die christliche liberale Theologie!»־sonders hcraus/.ustrcichen. Auch für die nächsten Hefte, die fortan flieht mehr im Verläge von S, Calvary!5; C״., sondc-1 n in der G. m. b. H. ״Ost und West“. Berlin NW. 23, Alttonacrstr. 36 erscheinen werden, verspricht die Redaktion, in der keine Aenderung ein tritt, eine Reihe künstlerisch und wissenschaftlich wertvoller Beiträge. ""«|יי V *

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