Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1904)
- Date
- 1904-06-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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י ן > No, 24«• f ' * JÜDISCHE RUNDSCHAU. י•—-־••* *״****-.*<*$ך-2; .2$7 Sette י‘ Zionistische Veranstaltung In Badenweller. Am Sonntag, dem 19. Juni 1904 findet In Badenweiler wie Im letzten und vorletzten Jahre eine gesellige Zusammenkunft der oberbadischen, der benachbartem clsässischen und schweizerischen Zionisten statt, zu welcher wir unsere Qesinnungsgenossen und deren Familienangehörigen hiermit höflichst einladen. Für diejenigen, welche sich an einer Fusswanderung auf den Blauen beteiligen wollen, ist eine gemeinsame Wänderung in Aussicht genommen, ab Badenweiler halb 7 Uhr früh. Gemeinschaftliches Essen präzis 1 Uhr im ״Elsässer Hof“ (Preis des Gedeckes 2 Mk.) Nachmittags: zwanglose Unterhaltung, Spaziergänge, event. Tanzunterhaltung. Anlässlich der Zusammenkunft in Badcnweilcr am 19. ds. Mts. werden die Vorstände und Vertrauensmänner der benachbarten zionistlsehen Ortsgruppen zu einer Bcsprcclmg über Fragen der zionistischcn Arbeit «ungeladen. Dieselbe wird um 11 Uhr vormittags im ״Elsässer Hof“ stättfinden. Hamburg. Bei Herrn M. Goldschmidt, Stadthausbrücke 12—14 (Commerzhof) sind auch Gruppenbilder vom Delcglcrtcntagc zu haben. Der Preis betrugt bei Vorciti- Sendung Mk. 3,30 und bei einer Zusendung unter Nachnahme Mk. 3,50. Der Photograph hat sich verpflichtet von jeder Be- Stellung 50 Picnnigc dem Jüdischen Nationalfond zuzuwenden. Breslau. In der am 8. Juni abgehaltcncn Gcucral-Vcr- Sammlung der Breslauer Zionistischen Vereinigung wurde zunächst beschlossen, das G e s c 1! ü f t s j a h r der B. Z. V., gemuss dem der zionistischen Gesamtorganisation für 1. Juli bis 30. Juli icstzulegcn. ferner in Zukunft den Schekel zusammen mit dem Mitgliedsbcitrage cinzuzichcn. Der Antrag, den Mitgliedsbeitrag um 3 Mark zu erhöhen, und dafür allen Mitgliedern die ״Jüdische Rundsciiau“ zuzustellcn. wurde abgelehnt. Der Vorsitzende, Zahnarzt S c h a c h t e 1, erstattete den Rechenschaftsbericht. Paul Theodor den Kassenbericht und Max Walk den spezial'slcrten Bericht über Bücher- und Broschüren-Vertrieb. Die Mitglicderzahl beträgt zur Zeit 210. Sehr erfreulich waren der Bücher- und Broschüren- Absatz unter Leitung von Max Walk, und vor allem die Ergebnisse der letztjährigen Nationalf o n d - -Sammlungen. 20 N.-F. Bücher sind im Gebrauch, von denen besonders die im Joseph Kobcr’schen Comptoir und in der Mahn’schcn Konditorei — letzterer unter spezieller Fürsorge unseres Freundes H. Oottschalk — gute Erträgnisse aufwiesen. Auch zur Oelbaumsoendc konnten schon mehrf3ch Betrage abgeführt werden. Wenig erfreulich ist dagegen der unzulängliche Eingang der Schekel, viele Mitglieder scheinen trotz aller Belehrungen und Informationen nicht zu wissen, dass die Schekelzahlung ihre erste Pflicht sei, falls sic Nichtalsnmteriaiisten der Politik mit Wage und Elle in der Hand die grobsinnlichen Leistungen dringlich heischen. Wir können Ihnen heule nach sieben Jahren — im Leben eines Volkes ein kuizcs Zcitclcnicnt — einen so starken Encrgiceinstrom aufweisen, dass dessen Arbcitsumsetzung im ganzen öffentlich• jüdischen Leben dem blödesten Auge sichtbar werden muss. Littcratcn und Metazionisten mögen darüber streiten, ob für die jüdische Kunst unserer Tave Renaissance ein adäquater Ausdruck sei. Ein! jüdisches Wiederaufleben sehen wir in der wachsenden Gemeinsamkeit der Geistes- und Scelenlntcress.cn. In der Integration über alle Kräfte des Judentums, in der sieg• reichen Einheit, vor der alle Individuellen ManniefaPigkcitc׳• zurilcktrclcn. Der Zionismus, der die psvchischcn Bedingungen indischen Lebens schafft, kann sich ohne Ueberhebung da׳•- Verdienst vindizicrcn. den bedeutensten Faktor der Umgestal fung Im Judentum zu bilden; Ob der Münchener Vorgang für alle deutschen Gemeind«!• symptomatisch ist, weiss Ich nicht. Ich glaube nur eine Extra• oolation aus vorliegenden Tatsachen zu geben, wie mir schien keine zu weitgehende. Wer da weiss. dass nach einem bekamt• teu talmudisciiei Wort, jeder exiüsclie Pronhezciungsversuch cüi Zeichen minderer Intelligenz sei, wird sieh hüten voran־׳ zu sagen, dass, was sich hier vollzog; nun schleunigst überall i׳ Erscheinung treten wird. Mancherlei spricht direkt dagegen Man darf auch die Organe der Hemmung nicht übersehen; v׳״ diesen wieder sind manche nur noch Rudimente. Aus de׳ Stadt des vortrefflichen Mainzer Handküsc und des ..Israelit“ duftet es nicht eben lieblich. Aber beiden — der Käse ist auch unkosclier — versagt die Orthodoxie längst die Befolg. Schaft, aus der wachsenden Zahl der Strcngreligiöscn, deren wirklich Zionisten sind Hervorzuheben ist dann noch die gute Verwaltung der ziemlich grossen Bibliothek durch Paul Walk. Sehr bedauerlich ist schliesslich das Scheiden zweien־ sehr tätiger Vorstndsmitgliedcr Paul Theodor und S a I o Translateur, die demnächst Breslau verlassen. ln der Diskussion kommt u. a. zur Sprache, dass häufig insbesondere von russischen Vereinen dem Vorsitzenden Leute — Männer und Frauen — zugesandt werdem dass er ihnen zur Weiterreise oder gar Existenz, zur Aufbringung von Kosten ärztlicher Behandlung oder sogar zu Badereisen die Mittel verschafft. Der Vorsitzende sieht sich dazu ausser Staude, weiss aber auch kein geignetes Mittel zur Verhütung dieser Schnorrorci. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: Schachtel 1. Vors., Dr. S a n d l e r 2. Vors., Paul Walk Kass. u. Bibi., Leo G r ü n. t h a I Schriftf. und Dr. Sachs. Dem Vorstand werden zur Assistenz beigegeben Max Walk und Hislicki I. Den Shareklub übernimmt cand. iur. Theodor Heilborn. Kassenrevisoren cand. med. Pe־ ritz und cand. med. Steinitz. Die Versammlung beschlicsst, mit Sammlungen zur Anlage eines Oolbaumgartens für die Breslauer Zionistische Vereinigung zu beginnen. Zunächst sollen zur Ehrung der beiden scheidenden Vorstandsmitglieder 2 Oclbäume gepflanzt werden. — . Vor Beginn der Generalversammlung hatte noch Otto Cohn seinen Bc!VI;t über die Teilnahme am Hamburger Pelegicrtentag erstattet. Zionistische Ortsgruppe Hannover. In einer Gruppenvcr- Sammlung, die am Donnerstag-Abend in der Börse stattfautl, berichtete Assessor Gronemann über die Verhandlungen des Hamburger Delegiertentagcs. Der Tag habe ein Bild der gewaltigcn Ausdehnung und Bedeutung der Bewegung gegeben. Insbesondere habe der Zionismus in politischer Beziehung bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Es sei gelungen, samtliehe Regierungen von der Loyalität der zionistischen Be- Strebungen zu überzeugen und durchdrungen von der kulturellen wie sozialen Bedeutung hätten viele Fürsten und Regierungen ihr Wohlwollen bekundet. Insbesondere hob der Referent das grossartige Anerbieten Englands, bezüglich einer autonomen Ansiedelung in Ostairika hervor. In diesen Tagen gehe die zionistische Forschungs-Expedition nach dorthin ab. — Sensationcll sei die Tatsache, dass vor wenigen Wochen die russische Regierung sich zu Gunsten des Ztoirsmus bei der Pforte verwandt habe. — In Palästina entfalteten die Zionisten in letzter Zeit eine überaus fruchtbare praktische Tätigkeit, insbesondere arbeiten in dieser Richtung Professor Warburg, Dr. Franz Oppenheimer und Dr. Soskin. — Der Referent wies mit besonderem Nachdruck darauf hin, dass der Zionismus nicht nur verträglich mit dem deutschen Patriotismus sei, sondern sogar cf et! Anfall an die radikalste Oppos'don wirksam Abbruch tue. Der deutsche Kaiser, der den Präsidenten des Aktions-. Ucberzeugiingstreuc unanzweifelbar ist, in unseren Reihen is* das leicht nachweisbar. Irgendwo las ich einmal, der jüdisch«, Volkskörper, über die ganze Erde ausgebreitet, habe sein Herz in Russland, seinen Kopf in Deutschland etc. Die Lage mag unbequem sein, aber ich kann mir den Wurmfortsatz nirgendwo anders denken als in der Mainzer Redaktion. Ucbcrlassen wir ihr die Rolle des schmerzlos aber sicher Dahinschwindenden Litteraturbericht (BQcher der einschlägigen Lhteratur, welche der Redaktion .... «gesandt «erden, finden eingehende Besprechung. M. A. Roth, Oberrabbiner von Pdpa (Ungarn). Der Zionismus vom Standpunkte der Orthodoxie, herausgegeben vom Verein Ahawat Zion in Najy-Tapolsky. Ein Versuch, die Massen der jüdischen Orthodoxie Ungarns dem Zionismus zuzuführen, muss mit Freuden bcgrösst werden, besonders wenn er von Seiten eines 80 einflussreichen Mannes gemacht wird, wie es der Verfasser ist. In sehr klarer Weise und mit echter Begeisterung für Zionis* mus und Judentum sind alle Grunde zusammengesteUt, die es dem orthodoxen Juden zur Pflicht machen, sich unsere Bewegung anzuschliessen. Wie wir hören, hat das Sehnlichen sich eines grossen Absatzes zu erfreuen. Wir hoffen, dass