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Jüdische Rundschau · 1904-05-13 · Heft 19 (13.5.1904) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 19 (13.5.1904)
Date
1904-05-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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No. 19. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 199. Staaten, wo Juden wohnen, verbreiten können. Denn au allen Gegenden des Reiches werden unsere Volksbotcn kommen, um zu beraten und die Beschlüsse zu find die für die gedeihliche Fortentwicklung des Zionismus i• Deutschland notwendig sind. Sie werden aber alle v: dem einen Gefühl durchdrungen sein, dass sic nicht <׳. deutschen Zionismus, sondern den Zionismus überhau« den jüdischen Zionismus zu vertreten haben, und das« der jüdisch-nationale Geist der Grundgedanke ist. mi• dem wir beginnen und mit dem wir enden. Heinrich Lpewc. Der Zionismus als Lösung der Judenfrage. Bei Beurteilung des Zionismus seitens seiner Gegner, von seiner Entstehung bis heute, ist immer das Hauptmoment, das ihn geschaffen, aus dem Auge gelassen worden. Diese Ausserachtlassung des Hauptfaktors und die daraus resultierende Unterschiebung anderer Beweggründe sind es, die die falsche Beurteiliing. die der Zionismus vieliach erfahren, im Gefolge 11aben. Indem wir nun die äusseren Beweggründe betonen, die die Judenfrage bei den Juden ins Rollen gebracht, erzielen wir eine wahrheitsgemüsse und darum auch gerechtere Beurteilung des Zionismus und zeigen ihn gleichzeitig in seiner emi* nenten Bedeutung für die zukünftige Lage der Juden. Zu den der Entstehung des Zionismus von gegnerischer Seite unterschobenen Motiven gehört in nicht letzter Reihe die verletzte Eitelkeit. Die ganze, in ihrer Art bisher einz'g dastehende Bewegung wird auf den Ehrgeiz und auf das gekrankte Ehrgefühl e'niger aus Vereinen und Verbindungen hinausballotierten Männer zurückgefiihrt. Und man glaubt, den Nagel auf den Kopf zu treffen, wenn man sagt, der Antisemitisnms sei die Durchgangsluit gewesen, über welche der Zioiiismus seinen Weg en die Welt genommen hat. Und es ist nur die selbstverständliche Konsequenz, wenn man heute auf den vorübergehenden Charakter der zionistischen Bewegung himveist, wie man ehedem und noch heute auf die Vergänglichkeit des Antisemitismus gerechnet hat und noch rechnet. Und doch, wie die Ableitung des Zionismus Vom Antisemitismus im oben erwähnten Sinne unrichtig ist, so falsch Ist auch die Konsequenz, die man aus dieser Herleitung ziehen zu können glaubt,. . . . . i . Es ist wohl in gewissem Sinne richtig, den Zionismus auf den Antisemitismus zurückzuführen, aber nicht, wie cs gegnerischerseits geschieht, aut den sogenannten Salonantisemitismas. Dieser mag wohl für. den Zionismus insofern C11 betracht kommen, dass er der Bewegung manchen Freund und Gesinnungs- .genossen zugcfiihrt hat. Aber eine ganz andere Form des Antisemitismus war es, die. indem sie die Judenfrage in ihrer gänzen Verwickcltheit wieder aufrollte, den Zionismus geschaffen hat. ־ I i ז I >ir. Mit der bürgerlichen Gleichstellung der Juden hat ihre Lage mit einem Male eine vollständige Umgestaltung erfahren. In der hellen Begeisterung für uic neue Lage der Dinge glaubte man nicht zu weit zu gehen, wenn man in der Emanzpation die cndgiltige Lösung der Judenfrage sah. Und doch so’ltcn die Emanzipations-Enthusiasten bald erfahren, dass es falsche Prämissen waren, von denen sic ausgegangen und die in ihnen den Enthusiasmus erregt haben. Man glaubte nämlich an die Aufrichtigkeit der Staatsmänner, die da feierlich erklärten, dass sic die Gleichstellung der Juden nur als die Entrichtung einer Jahrhunderte alten Schuld betrachteten. Ohne die Aufrichtigkeit mancher dieser Staatsmänner bezweifeln zu wollen, müssen wir es doch hingcstellt sein lassen, ob diese Auffassung de allgemein vorherrschende gewesen ist. Demi die Zeit nach der Emanzipation hat uns eines anderen belehrt. Sie bewies uns, dass man die Gleichstellung wohl als Schuld betrachtete, aber, nicht als eine alte Schuld, die man an die Juden abzutragen hatte, sondern als eine Schuld, d e mit Annahme der‘ Emanzipation die Juden als Schu'dner der Völker hinstellt. Nicht das Gefühl, dass man ein altes Unrecht gut z» machen hat. war der Beweggrund, auch die Juden in die Menschenreclite cinzusettzen. YVclmelir wird heute die Emanzipation vielfach als ein in Güte gewährtes Darlehen eingestellt, dessen Abtragung der Gesamtheit des jüdischen Volkes anheim fällt. Sehen wir mm zu. in welcher Münze diese Abzahlung verlangt wrd. Die gerechte und natürliche Forderung, dass die Juden nunmehr, wie an den Rechten, so auch an den Pflichten, w'e ihre nichtjiidischen Mitbürger partizipieren sollen, kann hier nicht in Betracht kommen. Noch lange vor der Emanzipation, lange, bevor man ihnen die Anteilnahme an den Rechten des Bürgers einräumte, hatten die Juden die bürgediehen Pflichten in einer Weise erfüllt, die die diesfällige Betonung euer Schuld ganz überflüssig macht. Der gute Wille und die Fähigkeit der Juden, sich im Krieg und im Frieden als gute Bürger zu betätigen und die wie• die Interessen des Landes zu wahren, waren gemeaiiclich bekannt, um sic nicht erst a’s nachträglich zu erfüllende Bedingung der Gleichbcrechfgung erscheinen lassen zu müssen. Die Abtragung dor Schuld, wie sie gefordert wird, ist ganz anderer Art. Es wird betont dass man den Juden die bürgerliche Gleichstellung nur in der Voraussetzung gewährt hat. dass sic gewillt seien, nach jeder Richtung hin in dem Volkstum der Staaten auf zugehen, deren Bürger sie geworden sind. Aufgeben alles Jiidischeu, nach religiöser Seite sowohl, als auch nach vo’klichor. gewaltsames Zcrrclssen des alle Juden umschüessenden. geistigen Bandes und rastloses Aufgehen in den anderen Völkern sr.d die Momente, die als Bedingungen sine aua von jeder Gleichstellung hingcstellt werden. Von der Erfül'ung dieser Bedingungen wird abhängig gemacht, ob die schon einmal gewährte Glochbcrccbtigung weiter zu Recht bestehen soll und darnach auch das Verhalten den Juden gegenüber bemessen. Tut der Jude nicht ein Uebriges und bringt nicht sein ganzes Westens unter unsern Gesinnungsgenossen allgemein bekannt sind, so würde doch auch IhrNatne ir, dom Spenden- Verzeichnis der Jüdischen Rundschau von propagandistischer Wirkung sein. Aber wenn Sie in Ihrer — wirklich etwas zu weit gehenden ~־ Bescheidenheit nicht Wollen, dann müssen wir darauf verzichten. Mit ergebenem Zionsgruss Ihr Dr. Robert Hantke. Hern D r. R o s e 1! b e r g , Vorsitzender des Distriktsbüreaus . zu Xstadt. Sehr geehrter Herr Doktor! Beim Beginn des vergangenen Winters sandte ich Ihnen im Namen unserer Ortsgruppe in Schckolim und Landesbeitrfigen 350 Mark ein. Da ich mit Rücksicht auf meine zionistische Karriere gern auch einen Einblick ■in die höhere Organisationstechnik tun möchte, so bitte ich, mir kurz niitzuteilen, wozu alle diese aus den 27 Gruppen Ihres Distrikts fliessenden Gelder benutzt -•werden. Leider hatte ich bis jetzt nie Gelegenheit, weder persönlich, noch brieflich, noch gedruckt, noch hekto- -graphiert Ihre werte Bekanntschaft zu machen, während ich von dem Berliner Distriktsbureau, das sich in echt jüdisch-usurpatorischer Weise als praeceplor Germaniae auizttspielen scheint, täglich zum Morgenkaffee mehrere Briefe, Postkarten, Postpakete, Postaufträge, Rundschreiben und was weiss ich sonst noch zugeschickt erhalte. Indem ich hoffe, Sic an dem in 24 Jahren stattfindenden 25jährigen Stiftungsfest unserer Ortsgruppe kennen zu lernen (wenn auch nur durch eine Postkarte) bin ich mit Zionsgruss Ihr N. N״ Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe ״Verlassen bin i!" Litteraturbericht (Bücher der einschlägigen Lltteratur, welche der Redaktion .... *ugesandt werden, linden eingehende Besprechung. L. Löwenslelrt, Bezirksrabbmer in-Mosbach: Geschieht« der Juden von der babylonischen Gelangenschalt bis zur Gegenw׳art. Für Schule und Haus bearbeitet. Mainz: Joh. Wirth'schc Hofbuchdruckerei A.-O. 1904. (VIII, 271 S.) 8°. Die jüdische Jugend- und SchuIRtcratur Ist ein sehr wenig , angebautes Feld, und jede einzelne Gabe Ist deshalb doppelt וויי

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