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Jüdische Rundschau · 1904-05-13 · Heft 19 (13.5.1904) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 19 (13.5.1904)
Date
1904-05-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Stil• 198. No. 19. ״ i J ü DISCHE RUNDSCHAU. Programm Zionismus, echten Zionismus mit Palästina vor» uns verlangt. Das Ostafrikaprojekt war es, das den Keil in unsere Partei hincingctrielcn hat, und in dessen Natur es liegt, dass jeden Augenblick der Riss von neuem sich zeigen ־könnte, wenn unsere Parteileitung, nicht Mittel und Wege findet, einen Bruch für die Dauer unmöglich zu machen. Und doch gibt es kein grösseres Unglück für den Zionismus und für unser jüdisches Volk, als wenn׳ wir um eines noch so grossen äusseren Er־ folgcs willen, die Einheit der Partei, der Einheitspartei im jüdischen Volke gefährden wollten. Das war offenbar auch die Meinung unserer Führer, als sie in Wien auf der Sitzung des grossen Aktionskomitees ausdrücklich einen Beschluss fassten, der cs jedem Parteigenossen möglich macht, auf die schweren Gefahren hinzu weisen, die das Ostafrikaprojekt in sich birgt. Es wird daher vielleicht gerade ein grosses Verdienst sein, das sich die deutschen Zionisten in ihrer Landsmannschaftstagung um die Grösse der Bewegung erwürben-, wenn sie einen klaren imd unzweideutigen Beschluss fassen würden, der der Parteileitung den heissen Dank ausspricht, der ihr in der Führung dieser ganzen Sache zukommt, und ihr zugleich den Wunsch ausspricht, ein Projekt fallen zu lassen, dessen Annahme vielleicht einem Teile unserer Unglücklichsten zu einer immerhin noch nicht gesicherten Heimat verliehen könnte, aber viel eher das grosse Gesamtziel des Volkes aufs ärgste gefährden kann. Und wie die Dinge heute liegen, handelt es sich nicht mehr darum, gegen die Parteileitung zu kämpfen, wenn wir einen solchen Be- Schluss fassen würden, sondern vielleicht sogar um einen Wunsch, der nicht ausgesprochen, aber dämm nicht minder lebhaft vorhanden ist. Wie die russischen Aktionskomiteemitglieder in Wien den westeuropäischen Zionisten ein gutes Stück Weges gern und willig entgegengekommen sind, wie sie sich unter die Hand des verehrten Führers freiwillig und gern gebeugt haben, so wollen wir anderseits auch ihnen entgegenkommen und das Vertrauen und die Liebe zwischen den Brüdern diesseits und jenseits der Weichsel stärken, und wo sie noch nicht vorhanden, wecken. Wie das grosse Aktionskomitee, so werden auch wir am ehesten den Weg zu einer Verständigung mit ihnen Briefe die ihn noch nicht erreichten. * Von Harry Epstein. Herrn S. B i m s k i, Vorstandsmitglied des jüdischdeutschöstereichischen Schriftstellcrbundes Berlin. Ihr leider so stark beschittener Artikel über unser!! grossen Iwri onauchi in der Zeitschrift ״Die zweiunddreissig Richtungen der Windrose“ hat mir dennoch ausnehmend gut gefallen. Wenn unser gewaltiger Ben ami stolz sein darf auf einen solchen Verbreiter seines Ruhmes, wie es unser grossen Iwri onauchi ist, so kann letzterer sich zu sich selbst wendend getrost ausrufen: ״O beatc adulcsccns, qui tuae virtutis praeconem S. Bimski inveneris!“ Meine Wenigkeit wiederum wird, soweit es in ihren Kräften stellt, dafür sorgen, dass auch Sie in der doch heutzutage so notwendigen allgemeinen Achtung Ihrer Mitmenschen nicht zu kurz kommen, und dass Ihr Kampf gegen die Verrohung der Kritik, insbesondere der offiziellen, in dem Universalselbstanzeiger für die jüdischen Interessen nicht ohne Früchte bleibt. Lassen Sie uns alle, von meiner Wenigkeit an bis hinauf zu den Höhen unseres gewaltigen Ben ami auch weiterhin dem gesunden Gnindsatz folgen: Sobald eine jüdische Weltanschauung hundert Anhänger zählt, ist sie für uns und vor allem auch unter uns Im engeren deutschen Kreise finden, wenn wir. von den Theorien, die ja unendlich wichtig sind, uns hinweg zu der grossen nationalcn praktischen Arbeit in Palästina begeben, und im positiven Schaffen mit einander wetteifern. Dass die deutschen Zionisten darin die gegebenen Wegbahner sind, das wäre nicht erst zu erweisen. Wer etwa daran zweifeln sollte, den verweisen wir auf die sehr ernste und gewissenhafte Tätigkeit, die der neue in Berlin ständige Palästinaausschuss bereits begonnen hat, ob-, wohl seit seiner Konstituierung kaum viel mehr als ein halbes Jahr vergangen ist. Hier liegt das eigentliche Feld für die deutschen Juden, für die deutschen Zionisten. Sie werden immer mehr zu ihrem alten Ausgangspunkte zurückkehren müssen,' durch positive Kleinarbeit zur Grosskolonisation in Palästina. Eine besondere Aufgabe wird cs dabei für sie sein, die Oelbaumspende, die bisher allein gepflegt und angebaut zu haben, ihr dauernder Ruhmestitel sein wird, zu einer achtunggebietenden Institution zu machen. Vielleicht ist es ein gutes Vor- Zeichen, wenn wir uns dieses heidnischen, abergläubischen Geredes bedienen wollen, dass der erste Garten, der gespendet wurde, aus jenem Hamburg ausging, wo unser Delegiertentag tagen soll. Freilich dürfen wir nie in den Fehler verfallen, zu glauben, dass praktische Arbeit, und wäre sie sogar di«* grösste, jemals imstande wäre, die Grösse des nationalen Gedankens zu ersetzen. Denn er ist und bleibt unser Ausgangspunkt und der feste Stern am Himmel, nach dem wir uns richten, wenn Wind und Wetter uns vom Ziele abzutreiben scheinen. Das akademische Komitee zur Propagierung des jüdisch-nationalen Gedankens wird daher zum ersten Male auf dem Hamburger Tage Gelegenheit haben, von seiner Existenz zu zeugen und a»* der kräftigen Ausgestaltung mitzuarbeiten, die für die Innenarbeit in den Ortsgruppen geschaffen werden muss. Im Monat Siwan. wenige Tage nach dem Schabuothfeste, werden wir in Hamburg zur Beratung unserer Parteiverhältnisse zusammentreten. Möge der jüdischnationale Geist, der aus dem Staatsgedapken eines Mose l hervorgeht, und in ihm am klarsten in die Erscheinung trat über der Versammlung ruhen: Dann wird er V״*׳ dort sich über alle Städte und Lande der deutschen ein überwundener Standpunkt. In dem Augenblick, in dem das Hundert voll ist, fangen wir an, die Haltung derjenigen, die wir vordem bekämpft haben, durch gründlichcs Sezieren ihres Innen- und Aussenlebcns, wenn nötig unter Zuhilfenahme der stets brauchbaren materialistischen Geschichtsauffassung zu verstehen, und alles verstehen, heisst alles verzeihen. Mit ausgezeichneter Hochachtung Herrn Kommerzienrat Adolf Silberstein Berlin W. Hochzuverchrendcr Herr Gesinnungsgenosse! Für die dem Nationalfond giitigst zugewandte Spende von 100000 Mark sage ich Ihnen im Namen der N.-F.- Kommission den herzlichsten Dank! Sie fragen an. welcher zionistischen Institution Sic .die uns in hochherziger Weise für den nächsten Monat in Aussicht gestellte Summe in gleicher Höhe widmen sollen? Ich empfehle Ihnen, diesmal die Volksdomänen zu bedenken, über die Sie sich ja nach Ihrer vorjährigen Palästinareise so begeistert aussprechen. Schade nur, dass Sie von Ihrer mir erteilten, strengen Weisung, Ihren Namen geheim zu halten, nicht abgelien wollen. Wenn auch Ihre Verdienste als Vorsitzender der Ortsgruppe des x

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