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Jüdische Rundschau · 1904-03-30 · Heft 14 (30.3.1904) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 14 (30.3.1904)
Date
1904-03-30
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 14. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 143. sehen Kollegen ihr ungehöriges Vorgehen einsehen werden, und dass sich ein inodus vivendi zur endgiltigen Beseitigung dieser hässlichen Differenzen finden wird. Diejenigen aber, die nicht Disziplin halten wollen, werden die Zahl der zionistischen Marodeure und Deserteure vermehren, di?, als sie von den Charkower Dissonanzen erfuhren, von allen Seiten herbeige־ strömt kamen, da sic ihre Zeit gekommen glaubten, um ohne Arbeit das zu ernten, was andere gesäet hatten. Aber die Herren werden sieh irren. Der Zionismus wird aus dieser Krise nur stärker und mächtiger vorgehen. Sie aber, meine verehrten Freunde von der ״Hasmottaea“ bcgrässc ich uni so wärmer, jemehr ich die Disziplin und Ordnung sehe, die in Ihren Reihen herrscht. In diesem Zeichen werden Sie einst starke und angesehene Vorkämpfer des Zioni**nos sein und darauf erhebe :ch mein ölas.“- Stürmischer Beifall folgte den bedeutsamen Ausführungen des Vizepräsidenten unseres Aktionskomitees. Hierauf sprach i. a. B. stud. mcd. Rosenberg in kurzen begeisterten Worten auf unsere Führer und schloss mit einem jubelnd auigenommeuen Hcdad auf Dr. Herzl. 111 der ihm eigenen liebenswürdigen und lauftigeti Art sprach Direktor Wolfsohn •־» längerer von stürmisehen Beifall begleiteten Rede auf die ״Hasnionaea‘*. Den offizielten Teil beschloss die wirkungsvolle Rede des A. H. Dr. Klee, in welcher scheidenden Bb. Unna und seiner Verdienste um die Verbindung in herzlicher Weise gedacht wurde. Unter depn Präsidium des Herrn Architekten Marniorek fand nun eine Fidulität statt, die wie keine ihren Namen rechtfertigte. Dr. Qronemann. Unna. Dr. Juugmann und Jakobsotm entfcssclten mit ihren geist- und witzsprühendei! Reden wahre Lachstfrme. Nach allen! Scherz und aller Gemütlichkeit kam um 2 Uhr morgens der Emst. der uns Juden hie ganz verlässt, .wieder zu seinem Recht in der. gehaltvollen Schlussworten des stad. nied. Flias Auerbach. Mit herzlichen Worten des Dankes, für den genussreichen Abend schloss nun Architekt Marniorek 4ic Kneipe, die allen Anwesenden eine angenehme Erinnerung bleiben wird. Die Hasmonaca aber wird nach den Ferien mit alter Arbeitsfreude an *die neuen Aufgaben des Semesters gehe«. Alle für den Inhalt der Zeitung bestimmten Beiträge siacl ausschliesslich an die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin N.W. 40 14^15 Lehrterstrasse!4/15 zu richten. Redaktionsschluss für Nummer 15: Montag, de« 11. April, morgens 8 Uhr. Die nächste Nummer erscheint am 15. April. In der Pessachwoche wird keine Nummer ausgegeben. Alle geschäftlichen Angelegenheiten, Bestellungen auf Abonnements, Inseratenaufträge, Geldsendungen usw. sind ausschliesslich an die Expedition der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin N. 54 49a Auguststr. 49a zu adressieren. Rundschau. A so Der Kriegsminister v. Einem hat dem ״Zcntralvercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens” auf eine Anfrage, ob jüdische Unteroffiziere zur Kapitulation /!!gelassen werden, und einen Zivilversorgiuigssclidn erhalten können, folgenden Bescheid erteilt: ״Auf die Hingabe vom S. Januar 190-1 erwidere ich dem Zentral verein ergebenst, dass mir keine Bestimmung bekannt ist, nach welcher Angehörigen des jüdischen Glaubens wegen ihres religiösen Bekenntnisses der Eintritt• in die Unteroffizierlaufbaln! verwehrt werden kamt; auch ist bis jetzt kein Fall zu meiner Kenntnis gelangt, in welchem ein Unteroifizier seiner Glaubenszugchürigkcit wegen vu» weiteren KapUulationen ausgeschlossen worden ist. gez. v. K i n e 111." — Es ist merkwürdig, was alles den Ministem unbekannt bleibt. Uebrigens ist diese Frage unendlich viel wichtiger als die Eickhoffsehe Anfrage über das Niclit-Offizierwerden der Juden. Petersburg, 23. Mürz. Mit der Ausweisung der Juden aus der 50 Werft breiten Zone längs der Grenze wird jetzt, wie russische Blätter melden, in verstärktem Masse vorgegaugen. Die Vertreter der Juden von Kischincw habet! beim Gouvcrneur nachgesucht, diese Ausweisungen wenigstens bis über das Pcssachfest hinaus zu verschieben. Wer kann noch zwei* fein, dass Russland im Kampf gegen Japan Humanität und christliche Gesittung verfügt? Dieser neue Beweis russischer Kulturordnung wird ihn überzeugen müssen. Odessa. Die ״freiwilligen Spenden“. Vor einigen Tagen hatte der hiesige Stadtgouverneur die jüdischen Repräsentanteil der Handels- und FinanzwMt eingeladen und machte sie darauf aufmerksam, dass, falls sie verharren, sich so ״herausfordernd** zu verhalten, e!r l eine Ruhe und Sicherheit für d!e jüdische Bevölkerung zu Ostern garantieren könne. Was der Gouverneur unter dem Worte ״herausfordernd“ versteht, hat er freilich nicht erklärt, es lässt sich aber vermuten, dass der Regierungsvortreter mit der Stellung der jüdischen Kapitaliston zu der Frage der sogenannten ״freiwilligen Spenden“ nicht ganz zufrieden ist. Die jüdische Geldaristokratie hat nämlich bis jetzt noch kenc übergrossen Zeichnungen für den Fond des Roten Kreuzes oder zum Zwecke der Erbauung neuer Kriegsschiffe gemacht. Nun will man sie dazu durch das Gespenst einer Judenhetze ermuntern. Wie die ״freiwilligen Spenden“ zustande kommen, kann man an dem Benspiel der hiesigen Eiscnbaluiarbeitcr sehen. Es wird ohne we'teres ein Prozent vom Arbeitslohn für das Rote Kreuz abgezogen, wobei es stark empfohlen wird, den Prozentsatz zu erhöhen. Es wurden schon einige Arbeiter, die keine bcsondere Lust zur Zahlung hatten, mit Entlassung bedroht und — mussten sich fügen! Ausser dieser ״freiwilligen“ Zwangs• spende fordert man von ihnen jetzt neue Abgaben für ein Feldlazarett von zweihundert Betten. Dabc: ist zu bemerken, dass die Stadt augenblicklich stark an einer Industriekrise als Folge des Krieges leidet. lieber das Aufenthaltsrecht der Juden wurden vom Senat folgende Verfügungen getroffen: 1. Die geschiedene jüdische Frau geniesst alle Rechte ihres ehemaligen Gatten, wenn, der Heiratsakt nicht als gesetzwidrig aufgehoben worden ist. 2. Ein Jude, der infolge äusserer Umstände seinen Wohnort j5u verlassen genötigt wurde, kann späterhin in die Gcmoinde, wo er Wohnrecht genoss, zurückkehren. 3. Der Aufenthalt eines von der Gemeinde auch nur zeitweise augestelltcn Rabbiners kann nicht als zeitweilig betrachtet werden. 4. Die Handwerker, die dem Gesetze gemäss, das Aufenthaltsrecht ausserhalb des Territoriums gemessen, dürfen einer Beschäftigun׳* obliegen, die mit ihrem Beruf nicht direkt zusanmienhäiigt. 5. Ein jfiuisclicr Handwerker, der aus einer Ortschaft vertrieben wurde, weil er nicht in seinem Gewerbe tätig war. kann auf Grund des Versprechens, sich demselben zu widmen dahin zurückkehren. 6. Ein getaufter Jude muss, auf seinem Pass sein früheres Glaubensbekenntnis anmeideu. Die Gesellschaft zur Förderung von Ackerbau und Handwerk ln Palästina und Syrien unter .der Leitung d e s 0״ d e s - s a e r Komitees‘* C h o w e w e Zion hat ihre General- Versammlung veranstaltet. Von allen Seiten sind trotz der Notlage, die der Kr'eg in! Gefolge hat, dazu Gäste herbeigeströmt. Für die Dauer sämtlicher Sitzungen wurde: Ingenieur M. U s s i s c h k i n zum Vorsitzenden gewählt. Auf der Tagesordnuug stellt ein Antrag des Verbandskomitces auf StatutenäiKlcrung. Der Vorsitzende bringt zuerst den Teil des bereits ausgearbeiteteu Projekts, der d e Zielci der Cliowewe Zion bchandelt, zur Verlesung. Die Hauptreformeu bestehen zum hauptsächlichsten darin, dass die Hi'fc auch Nciizuwtiiidcrnden und nicht nur au Geld und Werkzeugen, sondern auch an Land zuteil w׳erüen soll. Die einzelnen Punkte werden in lebhafter Debatte diskutiert. Audi die Kultnrfragcn wurden neben der Landfragc und den Koloiiisut'onsangelegenhciten, die den Hauptvcrhandlungsgegenständ bildete, berührt. Von grosser Wichtigkeit erw ies sich die seit üer letzten Generalversammlung erfolgte Gründüng der Handels- und.Laudgcscllschaft ..Gcii!ah“, die sojhen mit cinefn Aufrufe au die OcffemFchkcit tritt. Bemerkenswert

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