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Jüdische Rundschau · 1904-03-30 · Heft 14 (30.3.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 14 (30.3.1904)
Date
1904-03-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 14. Seite 141. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Das ׳werden wir erringen, wenn wir es nur wollen, wenn seine Erreichung — das Ziel unseres Lebens* unsere Devise sein wird! *!©©©©©{©©£©©©©©£©©©©***** Aus der Bewegung. i 1888888888888888888888818888*8*888888888 Berlin. Im 1. Ouartal gingen bei der Nationalfond־ j zentrale in Berlin ein an Beiträgen für den Nationalfond , ca. 4800 Mk. Nationalfondmarken wurden für ca. 130 Mk. verkauft. Für die Palästina.kommission gingen ein 21,80 Mk., für die Expedition zur Erforschung von Ostairika ca.'60 Mk., für die Nationalbibliuthek in Jerusalem 21,40 Mk.. für die Waisen in Kischinew ca. 100 Mk. Auf den kürzlich erfolgten Vorschlag der Palästinakommission beirefiend Pflanzung von Oelbüumen in Palästina gingen hier sofort 246 Mk. ein. wovon ein grosser Teil aus Hambarg stammt. ___ Berlin. Du ״J ii d i s c h 11 ־ a t in 1t a l e Eraucnvcrcinigung“ schloss iltre Wiutersaison in der vorigen Woche, welche den Uutcrrichtsabendeii für Diskussion und jüdische Cieschichte und Littcratur ein linde machte. Ein arbeitsreiches halbes Jahr liegt hinter uns. und man freut sieh, sagen zu können, dass dieser Arbeit reges Interesse entgegengebracht j wurde und viele Mitglieder der Vereins kräftigen Anteil an der ' Tätigkeit nehmen. Es sei an dieser Stelle auch dankbar der i Herren Dr. Rc n z e r, Rabbiner E. L e w y und Jakob H. Wag- I!1 e r. gedacht, welche selbstlos ilire Dienste der guten Sache j wcilttcn. indem sie durch unentgeltlichen Unterricht in der hebnüschcn und in jüdischer Geschichte und Littcratur ihr Köni.en den Wissendurstigeu des Vereins zur Vcriiigung stellten, und wir glauben, dass manches dort Gelernte reiche brächte einstmals tragen wird.; Beuthen. Der Rückblick auf die Leistungen in der vcrilos- selten Winterkampagne kam! die hiesigen Ortsgruppen beim ■ Abschluss des Winterhalbjahres nur mit berechtigtem Stolz und I gerechter Freude hinsichtlich der materiellen und moralischen Entwickelung unserer jungen Gruppe erfüllen. Die glänzend! verlaufene Eröffnungssitzung im Oktober des verflossenen j Jahres mit der überzeugenden und zündenden Propagandarede * unseres verehrten Herrn Dr. Klee warb unserer Gruppe nicht! weniger als SO neue Mitgleder an dem Abend, gewiss ein eri ־treulicher Beweis für die Empfänglichkeit des hiesigen Kreises!. für die 'zionistische Idee. In der dftraiu folgenden Sitzung im 1 November erstattete der zweite Vorsitzende Herr Cresser in | übersichtlich interessanter Weise den Bericht 1'iir das Jahr 19:12, 1 worauf der erste Vorsitzende. Herr Koplowitz. die neu hinzut getretenen Mitglieder mit einem warmen Apell au die aktive Mithülfe derselben unserer Gruppe zuiuhrte. Nachdem unsere j Vereinigung einschliesslich des alten Bestandes innerhalb kurzer ‘ Zeit aut fast 180 Genössen angewachsen, konnte man bei dem zunehmenden Interesse für unsere Sache bei der im Dezember geplanten Maccabäerfeier aut eine rege Beteiligung seitens der Mitglieder sowie der hiesigen Gemeinde rechnen und man hatte sich nicht verrechnet. Die von echt jüdisch-zionistischem Geiste getragene Feier verlief bei einer Teilnahme von über 500 Personen in durchaus würdiger, anregender Weise, wozu die pocsicvolle Festrede des Chefredakteurs Herrn Dr. Werner in nicht geringem Masse beitrug. Im Januar fand alsdann die Generalversammlung und Neuwahl des Vorstandes statt, der sich demnach aus 5 Herren, dem 1. Vorsitzenden Herr H. Poplowitz. dem 2. Vorsitzenden Herrn H. Cesser und den Herren Dr. Nisse!, Herr Oberkantor de Beer und Herr Ph. Lewaiu doxvski zusammensetzt. Daran schloss sich im Februar der V’crtrag des Herrn Rabbiner Dr. Kurreiu aus Teplitz über das Thema: ״Jude sein, heisst Zionist sein!“ ln sachlich klarer und besonders mild versöhnender Art verstand es der verdienstvolle bewährte Kampier iür die zionistische Idee die Gegen- Sätze zu iiherhriieken und durch zwingende Logik von der Not- Wendigkeit der zionistischen Bewegung zu überzeugen, zum Schlüsse sich an das zart besaitete Gemüt der Frauen und Mädchen wendend und diese zur hilfreichen Mitarbeiterschaft anruiend. Der im März gehaltene Vortrag de,״ Ingenieur Herrn Dr. Khsmcr brachte eine weniger zionistisch gefärbte, aller immerhin interessante geographische und geologische Sclülderui'ß Palästinas. Den Reigen beschloss der am 2b. d. M. gehaltene Vortrag des 1. Vorsitzenden unserer Gruppe. 'Herrn Koplowitz, über die historische Entwickelung des Zionismus und fand die Ausführung durch die klare übersichtliche Dar- Stellung des zionistischen Werdegangs und der von innerer Wärme durchdrungene Vortrag ungeteilten Beifall. Eiir den Naünrahoiid wurde im Laufe des halben Jahres so fleissig gesammelt, dass 205 Mark zur Eintragung unseres allverelirten Herrn Dr. Klee in das Goldene Buch der Kasse zugeführt werden konnten, und ausserdem der Fond durch Sammlungen bei jeder passenden Gelegenheit w ieder beträchtlich angewachsen ist. Alles in allem können wir mit der Entwickelung unserer Gruppe und Urbarmachung des Ins vor kurzem noch unbeackerten Bodens durchaus zufrieden sein, sodass wir hofmungsfroh und schaiiensircudig uns in der kommenden Saison der Vertiefung und Verinnerlichung des zionistischen Gedankens durch eine Verstärkung der Inncnarbeit zu wenden können. Dessau. Endlich hat auch hier unsere Idee Eingang gefimden. etwas spät zwar, aber dafür wird sie, wenn wir uns nicht täuschen, desto stärker Wurzel fassen. Es kommt hier wie überall daraui an. die grossen Massen aufzukläreii. ilmen zu sagen, was wir wollen und was w ir nicht wollen. Von dieser Erkenntnis erfüllt, machen wir. wo immer trotz starker Gegenströmungen Propaganda für unsre Idee und haben bereits an einem unsrer ersten litterarischen Abende einen Verhältnismassig starken Besuch zu verzeichnen gehabt. — Es ist uns gelungen, iür Sonntag, d. 27. 3. Herrn Dr. Klee zu einem Vortrag über das Thema .;Weshalb sind noch picht alle scheuen Tagen, nach Licht und FTeihcit. Und während die :Meister so schön von vergangenen Tagen zu erzählen wussten, während aus dem Munde Rabbi Akibas der Eeuermut eines Bar-K״el1ba sprach, waren die Jünger von der Erzähltmgskirnst de*r Meister so hingerissen, dass sic sich bereits in jene schere', erträumte, bessere Welt versetzt wähnten, /und also begannen sie: Meister, es ist bereits die Morgenröte am Hirnnid. der Anbruch dos sonnigen Tages . . . Trotz Hadrian träumten sie weiter den schönen Traum des Lehens und der Freiheit und blickten fröhlich in eine bessere Zukunft. Sie sahen den Sonnenaufgang, jüdische Selbstständigkeit, denn ihr (Mir lauschte den meisterlichen Pessaelierzüitlern. Nun wollen wir ebenfalls versuchen, die Pessacliereignissc zu erzählen. Mag das finstere Golus noch immer seine düsteren Schatten über uns werfen, de Hoffnung auf Erlösung darf nimmer aus iiuscrm Herzen weichen. Immer wieder müssen wir auf die Mizrajimereignisse Zurückgaben. Mögen wir sic auch kennen, diese Geschichte, das tut nichts zur Sache. Erzählen wollen w ir, auch wem! wir alle Weise wären, auf dass das jüdische Gefühl wach werde und neues Lehen liervorspriesse. Erzählen wollen wir die Mizrajimereignisse mit allem Feuer jüdischer Begeisterung, als sprächen wir von Ereignissen, die sich in unseren lagen /!!getragen. Erzählen wollen wir über den Auszug aus Mizrajim mit allem Aufgebot unseres jüdischen Gefiihls, als w’ähnteu wir uns in jene Zeit versetzt. Wir werden manches Unangenehme uz verspüren haben. Das Geklirr von Sklavenketten, Peitsche und Rute würde au unser Ohr schlagen. Ein Seufzen und Stöhnen, der Notschrei eines ganzen Volkes würde unser Herz erheben machen. Aber dafür werden wir ,auch Verständnis für die Befreiungsworte eines Moses he- ׳ sitzen. Mir werden den Befreiungsakt unserer Almen mit anschcn. und von neuen Freiheitsgefühlen beseelt sein. Eine Sehnsucht iihcrkonmit uns. nach besseren Tagen. Und Jünger ei stehen uns. die diese Sehnsucht weiter tragen, hinaus in den breiten Strom des jüdischen Volkes. Und den Elügelschktg einer neuen Zeit hören wir an unser Ohr rauschen, eine frühliehe Botschaft.durchzittert die Nacht des Golus: Die Morgenrote steht am Himmel. Sonnenaufgang, jüdische Freiheit! B ין* v!n Wissenschaft und Kunst. A ה׳ A » ך.*?) I Von der Luxusausgabe des Prachtwerkes E. M. Lilien I ״Sein Werk" (Verlag Schuster »Sc Loeffler Berlin) sind nur noch (drei Exemplare, und zwar die Nummern: Ul.. .Will., XIX. xoihandcn, die zu dem erhöhten Preise von 25. Mark pro I Exemplar abgegeben werden. Die Exemplare der gewöhnlichen | Ausgabe kosten nach x\ ie vor bis auf weiteres Mk. 10.— Der vor kurzem begründete Verein für hebräische Musik > in Berlin wird demnächst mit einem historischen Konzert an j die Oeffentliclikeit treten, das anlässlich des aui den 30. März 1 fallenden 100. Geburtstages Salonum Sulzers, des Reorganisators des jüdischen Tempelgesanges, veranstaltet w'ru. In diesem Konzert, zu dem der Wiener Kammermusiker Professor Joseph Sulzer, ein Enkel Salomon Sulzers. cingeladen worden ist, werden im Anschluss an einen musikliistorisclicn Vortrag über Salonum Sul/.er ausschliesslich Komposifoucn des letztereu zu Gehör gebracht.

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