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Jüdische Rundschau · 1904-03-25 · Heft 13 (25.3.1904) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 13 (25.3.1904)
Date
1904-03-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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No. 13. Seite 28 נ. JÜDISC HJ RUNDSCHAU. Hntwurl. Haushalts-Etat der jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Zeit vom 1. April T904 bis 31. März 1907. Einnahme: 1904/05 19 )5 06 | 1906/07 Titel I. Zinsen. 30740 95 2854095 26 340 95 Titel ü. Einkünfte aus Grand- 1 » Stöcken. 199925 199925 199925 Titel III. üebersehuss aus f Trauungen. 30Ö0 3000 3000 Titel IV. Aas den UeberscbQssen 1 der Jahre 1901/1902 . . 110000 I10000 110000 Titel V. Gemeinde-Beiträge:!. aus der Ascher-Mendel Eschwe-Stiftung . . . 150 150 150 2 von den Gemeinde- Mitgliedern sind aufzubringen:. 1381 43194 1423 02885 147327177 1 1 725 250 89) 1764 644 80 1812690 72 Ausgabe: 1904 05 i 1905/06 1906 07 " Titel I Zinsen: | 1 1 a) auf unkündbare Schul- 1 l den •* 1792■ 1792 1792 b) auf Hypotheken und i Sonstige Schulden . . 287570 59 306 15984 344 694,84 Titel II. Amortisationen . . 37 >00 38 700 40 100 Tl:el III. Cehilter, Pensionen, 1 4! Remunerationen: a) Gehälter:. 268695 278082,50 279 370 b) Pensionen 36350' :15350 35350 c) Remunerationen . . 5805 5805 5805 Titel IV. CemeinJe-AnsUItcn: | 1. Gottesdienst .... 251863 267 861 267853 2. Schulen.1 227551 80 230 268 96 234 092 38 3. Armen-Anstalten . . 347577 50 350 077 50 :152 577 50 4, Kommission zur Be* j! i rchaf/ung des Koscher- i t fleisches ״ . . . . 18450. 18 450 18 450 5. Quellbad-Verwaltung . 2896' 2 896 2896 6. Kommission für die * Friedhofs - Angelegen- | heiten. — j _ 1 | — 7. Bibliothek-Kommission 14 200 14 200 14 200 Titel T. Dispjshlens-Fond. . 7 500, 7 500 7 500! Titel VI. Reserve-Fond . . . 16000 16 000 16000 Titel VII. Bau-Kommission 54 200 54 200 54 200 Titel VIII. Subvenlionen . . 93000 93 000 93000 Titel 11. Für Bureau-Zwecke 20500, 21 000, 21500 Titel I. Wahlkosten nur 1804 1 bis 190S. 10000 I 1 Titel XI Bureau - Diätare and -! . J lillsarbeiier. 5000; 4200 4 200 TUel XII. lustrale .... 3000, 3000' 3 000 Titel XIII. Bureau-Bibliothek. 6no; 600' 600 Titel XIV. Ausgaben für Grundi i : stOeke . 13030. 13000! 13000 Titel XV. Bekleidung der laten 2503; 2 500’ 2500 . 1 725 250 89)1764 64480)1 812 690 72 An den Entwurf knüpft Professor Senator den Antrag, dass die Gemeinde bei Anstellungen in den Kontrakt eine Klausel aufnehmen möge, wonach er hinfäll'g würde, sobald der Gegenkontrahent aus dem Judentumc ausschcdik. Der für die Zustünde des Berliner Judentums bezeichnende Antrag wurde angenommen. Weinberg polemisiert gegen das geplante Krankenhaus» gegen die dreijährige Etatsperiode, gegen de Aufsammlung von Fonds und vieles andere. Er gerät dabei mit dem Vorsitzenden Jakobi scharf an einander. Rechtsanwalt Cohn setzt eine Resolution durch, dass mögliehst alle Jüdischen Steuerzahler auch zu jüdischen Steuern lierangezogen werden mögen., Sachs befürchtet in diesem Falle den Austritt v'eler liberaler Juden aus der Gemeinde. Cohn regt feirner die statutemniissige Regelung der Pcnsionsfra$e an. Bei der Spez'aldebattc ist das Interessanteste, dass Weinberg die Streichung eines Postens Von 110NX) Mk. beantragt. Der Antrag wird abgelehut. ln der Montagabend- Sitzung wurde die Spezialdebatte fortgesetzt, die am Sonntag zu Ende geführt werden soll. Wien. Wie die ,.Scwero-Sapadnoje Slowo“ berichtet hu das Militärkommando von Wlna den militärischen (Musikkapellen verboten, auf jüüisclien Hochzeiten zu spielen. Auf polnische, deutsche und iitthnuische Hochzeiten bezieht sich dieses Verbot ircht. Aus Russland. Petersburg. Die n den russischen Blättern publizierten Listen der aus allen Städten Russlands nach dem Kriegsschauplatz, im fernen Osten entsendeten Acrzte weisen eine erdrückende Majorität von Namen jüdischer Acrz.te auf. Das unter detn Protektorate der Zarinw'twe stehende Rote Kreuz versendet folgendes Zirkular an Acrz.te. weiche in den D'eust des Roten Kreuzes treten wollen: ״Das Rote Kreuz organisiert Sanitätsabteilungen behufs Entsendung derselben nach dem lernen Osten. Jede Abteilung besteht aus cätctii Primarius und vier Sekundärärztem Der Primarius erhält ein Gehalt von 500. der Sekundärarzt von 35u Rubeln monatlich. Der Primanus muss orthodoxen.‘ die Sektmdürärzte können römisch-katholischen und protestantischen Glaubens sein.‘• Juden erscheinen somit ausgeschlossen. Die antisemitische Presse! fährt fort, die Juden des Verrates au Russland, begangen durch Ankauf von Pferden für Japan zu beschuldigen. Trotzdem sogar d'c offiziellen ,.Tambowskiia Gubemskija Wjedomosti“ kategorisch erklärt hatten, dass im Gouvernement Tantbow absolut keine jüdischen Remonten- Käufer sich auflialten, beeilt sich der antisemitische ״Swet“, welcher in tausenden von Exemplaren «in den niedrigen Volksschichten Verbreitung findet, wiederum einen Artikel zu bringen, in welchem behauptet wird, dass jüdische Rcmotitenkäufer in vielen Ortschaften des Reiches ,Pferde ankaufen und es so zu machen verstehen, dass d'esc Pferde nach dem Auslände gebracht werden, wo sie von japanischen Agenten übernommen werden. Die anständigen Blätter von Petersburg weisen zwar diese Insinuation des ,.Swet“ zurück, aber das von dem ״Swet‘. verbreitere Gift der Verhetzung kann fiir unsere Volksgenossen verhängnisvoll werden. ln der uiilfmgst abgehobenen vereinigten Sitzung der Gc- Seilschaft der Verbreitung von B'ldung unter den Juden in Russland und der Kommission /.ur Errichtung eines jüdischen theologischen Institutes in Russland, wurde einstimmig bcschlossen, al'e Mitte! zu ergreifen, um die Errichtung des theologischen Insiitiitcs schnell zu beschaffen, weil dieses Institut ein unerlässliches Bedürfnis der russ'schen Juden sei. Krementschug. Die von den Petersburger Antisemitenblättern aus Anlass des Krieges in Ostasien eröffnete Hetze gegen die Juden hat viele Amtspersonen und Pollzechois in Südrussland veranlasst, öffentlich die Juden gegen böse, verhängnisvolle Verleumdungen ln Schutz zu nehmen. In Krementschug hat der Polizeimeister, wie die ״Juschnaia Rossija” meldet, während des Gottesdienstes In der grossen Synagoge, den die hervorragendsten Christen besuchten, eine Rede gehalten, in weicher er unter anderem sagte: ״Was, über die

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