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Jüdische Rundschau · 1904-03-25 · Heft 13 (25.3.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 13 (25.3.1904)
Date
1904-03-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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No. 13. {m>’ Seite 126■ JÜDISCHE RUNDSCHAU. )!• Bureaus; er hatte ohnedies in demselben hauptsächlich die ■Angelegenheiten der bayerischen Ortsgruppen zu bearbeiten. Die Mannheimer Ortsgruppe verliert an Qg. Dr. Regensburger ihren Vorsitzenden. Dieselbe weiss ihm, der als einer der ersten in hiesiger Staöt sich der zionistischen Idee aitgeschlossen hat. Dank für seine allezeit bewiesene Gesinnungstreue und ihre besten Wünsche begleiten Herrn Dr. Regensburger an seine neue Wirkungsstätte. — Den Vorsitz in der Mannheimer Ortsgruppe wurde Herrn Ludwig Qoetzl übertragen. Mannheim. 14. März. Die diesjährige Generalversammlung der hiesigen zionistischen Ortsgruppe fand am 12. d. M. statt und zwar mit folgender Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vor- Standes. 2. Volkskalender. 3. Verschiedenes. Um neun Uhr abends wurde die Sitzung durch den ersten Vorsitzenden. Herrn Dr. Regensburger, eröifnet, der zunächst darauf hinwies, dass er heute zum letzten male der Versammlung präsidierte, da er in allernächster Zeit nach München fiberzusiedeln gedenke, welche Kunde angesichts der Leistungen des Scheidenden, mit allseitig lebhaftem Bedauern vernommen wurde. — Nun schritt man sofort zur Neuwahl des Vorstandes, die durch Akk'ama- .tion bewerkstelligt werden konnte. Er setzt sich folgendermassen zusammen: Herr Ludwig Götzl. 1. Vorsitzender. Dr. Mann. 2. Vorsitzender. Herr Leopold Simon. Kassierer. Abr. Levisohn, 1. 'Schriftführer, frl. Reinmann, 2. Schriftführer. Sodann erstattete Herr L. Simon Kassenbericht und nach allseitig befriedigendem Befunde wurde demselben Decharge erteilt. Hierauf referierte Herr Jul us Simon über das Projekt eines zionistischen Volkskalcndcrs und zwar soll derselbe in der Weise ausgestattet sein, wie eben hier •;!1 Südde.: sc! Lind auch andere Kalender ganz und cäbe sind. Der!itterarische Inhalt ist bereits von namhaften jüdischen Schrift- Stellern gesichert und auch für anderwe'tize Beiträge, wie solche, um den Kalender volkstümlich zu machet!, erforderlich sind, ist gesorgt. Derselbe wird durch billige Uerstcllungskosten voraussichtlich Jede jüdische Hausbibiicnhek um cn! bcliebtes Exemplar bereichern. Hierauf wurden zwei Anträge, die Gründung eines Agitationskomitees und eines Geselligkeitskomitees betreffend, cingebracht. wc’chc nach einigen lebhaften Debatten unter einstimmiger freudiger Bcgrüssung zur Annahme gelangten, so dass sofort zur Wahl der h'erfür geeigneten Personen geschritten wurde. Das Agitationskomitee besteht aus fünf Herren, das GcseUigkeitskomitee aus drei Herren und zwei Damen. Nach Erledigung dieser Fragen reicrierten de Herren Doktoren Moses und Regensburger über verschiedene zionistische Angelegenheiten, woran sich sehr Interessierte Erörterungen knüpften und dann beschloss man häufigere Versammlungen mit möglichst guten Vorträgen abzuhaltcn. Nachdem es nun ziemlich spät geworden war. erhob sich Herr Dr. Moses, um dem scheidenden, bisherigen ersten Vorstand einen, in wannen, erhebenden Worten gehaltenen Abschicdsgruss zuzurufen. Er hob hervor, unter welch* schwierigen Uinständen (war derselbe doch Mitbegründer der hiesigen Ortsgruppe), er sich stets an ..leitender Stelle" zu bewähren wusste, wie er nie vergass. seine-ganze Persönlichkeit für den Zionismus einzusetzen und ihn zu :►einer ..eigensten Sache" zu machen. Nach o'nem herz'ichen Lebewohl und nachdem sich alle Anwesenden in ehrender Weise von ihren Sitzen erhoben und Dr. Regensburger in bewegten Worten seinen Dank ausgesprochen hatte, wurde die Versammlung um die Mittemachtstunde geschlossen. G. Stuttgart Am 12. März hielt de Ortsgruppe Stuttgart eine ausserordentliche Generalversammlung, die durch den Fortgang der Herren: L. Bielsky, stud. arch.. Schriftführer. J. Saslawsky. stud. mech., Kassierer, notwendig wurde. Der , Vorstand wird gebildet von den Herren: E. Kaufmann. 1. ‘ Vorsitzender. L. Ehrlich. 2. Vorsitzender und Kassierer. 'S. Margul'S. stud. clectr. I. Schriftführer. O. Weinsehet 2. Schriftführer und Bibliothekar, B. Spira. Nationalfondkommissür, J. Wolf und J. Bodcnheimer Rcvisoren. Ferner konstituierte sich definitiv e'n Shareclub mit 25 Teilnehmern, dessen Ausschuss aus folgenden Herren besteht: E. Kaufmann. 1. Vorsitzender. O. Weinschel. 2. Vorsitzender und Schriftführer. G. K a t z. Kassierer. Die in d’esem Winter gegründete Lesehalle im Charlottenhof. Chartottenstr.. ist jeden Samstag abend von 9 Uhr ab geöffnet und erfreute sich eines guten Besuches. Für den Nationatfond wird regelmässig bei Jeder Zusammenkunft gesammelt. Auswärtige Gesinnungsgenossen sind herzlich willkommen. Bei d.cscr Gelegenheit sprechen wir den Herren Bie’sky und Saslawskv für Ihre Tätigkeit den besten Dank aus . Wir erwarten Dr. Klee in nächster Zeit, um eine grosse Propaaandaversanmüung abhalten zu können. S. M. Stuttgart Am 6. März veranstaltete d:c Zionistische Ortsgruppe Stuttgart die 2. Propagandaversammlung in Hei Ibronn, div Y9P etwa 180 Personen besucht war. Der Referent Dr. F rledemann aus Wiesbaden hatte glanzrcich sein Thema: ״Müssen die deutschen Juden Zionisten werdm‘־. durchgeführt. Die Gegner: Rechtsanwalt Gum bei und Herr Max Rosenthal glaubten mit eitrigen Phrasen den zionistisehen Juden abtun zu können und hatten natürlich schlecht abgeschnitten. Der Rabbiner Kahn hielt eine sehr unklare Rede, glaubt sich seines Rufes als Zionist ent'cdigcn zu müssen, erkannte aber die Wunderkraft der russischen Juden an. Rabb. Kahn meinte jedoch, dass das Kmd noch zu jung sei. Es werde allgemein der Wunsch geäussert, durch Broschüren über den Zionismus weiter aufgeklärt zu werden. Von Herzen kommender Beifall lohnte die glänzende Widerlegung des Referenten, dessen Rede die Anwesenden sehr begeisterte. Der Verein hat sich auf 18 Mitglieder erhöht und verspricht be' der nachsten Gelegenheit zu einer selbständigen Gruppe sich auszugestaltcn. Eine weitere Propagandaversammlung muss baldigst stattfinden. Unter Hochrufen auf Dr. Hcrzl schloss der Vorsitzende Kaufmann die Versammlung. Konstanz. Die zionistische Ortsgruppe in Konstanz veranstaitctc am 28. Febr. einen Vortragsabend über die ״Dcgencration der jüdischen Rasse". Der Referent Dr. Meinrath entledigte sich mit ausscrgewöhnlicher Gründlichkeit und Sachlichkeit seiner Aufgabe־. Er führte In dem mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag ungefähr folgendes aus: Die Entartung der jüdischen Rasse zeigt sich;n der schwächlicher. Konstitution der Einzclindividucn. sowie an der hohen Beteiiigung der Juden an Geistes- und Nervenkrankheiten. Auf der anderen Seite bestehe e'nc grosse Lebenszä!־igkeit der Rasse, die in der geringen Zahl der KmäersterbesfüUe. in dom hohen Lebensalter und in der Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskraiikheiten zum Ausdruck komme. Für die hohe Beteiiigung an den Oeisteskranklicten weist Referent auf die angestrengte Tätigkeit der Juden, verbunden mit den seelischen Schmerzen, das Streben nach Reichtum usw. hin. Die Lebens• fähigkeit sucht er durch eine Rasseneigentümüchkü't zu erklären und bei der Gelegenheit beleuchtet er den Alkohol vom Standpunkt des RassenhygierJkers. namentlich den von Prof. Bunge fcstgesteliten Zusammenhang zwischen Alkoholismus und der Unfähigkeit der Frauen, ihre Knder selbst zu stillen und warnt im Interesse der Erhaltung der Rasse vor dem Aufgeben der Nüchternheit als spezifisch jüdischer Tugend. Um die Lebenskraft der Rasse wieder zu heben, verlangt er Vernunftehen, bei denen der •Faktor der Gesundheit in erster Reihe ins Geweht falle, ferner körperliche Muskelarbeit. Landarbeit und Sport in jeglicher Form. Gleichzeitig sei aber noch eine wichtige Aufgabe zu lösen, um die Regencration der jücVschen Rasse zu erreichen, die wirtschaftliche Hebung des jüdischen Volkes. Er fordert die Anwesenden, speziell die Damen auf. wobei er an die Wiederkehr des Estherfestes erinnert, uns in diesem Kampfe zu unterstützen und hofft, dass von einer gemeinsamen regen Arbeit, namentlieh der kommenden Gencrat/on. eine Wiedergeburt des iiidisehen Volkes in körperlicher und geistiger Hinsicht bestimmt zu־ erwarten sei. — Der Besuch des Vortrags war ein aussergewöhnlich zahlreicher und haben sich an diesem Abend weitere 12 M'tgliedcr in die Vereinigung aufnehmen lassen, so dass die erst vor einigen Wochen hier gegründete Ortsgruppe bereits 60 Mitglieder zählt. Bei dieser Gelegenheit ging für den Nationalfond 70 Mk. ein. l Nachrichten aus Palästina. ״ Aus ״Alt neuland“ No. 3. In Wadt-cl-Chanln und seiner Umgebung entwickeln sich die Orangengärten gut, und ihre Produkte erfreuen sich auf dem Markte e:nes schlanken Absatzes. Die Besitzer von Orangengärten in dieser Kolonie (J. C. A. mit inbegriffen) verbanden sich mit den viel zahlreicheren Orangcngartenbcsitzern von Pethach-Tikwah und den wenigen der unmittelbaren Umgebung von Jaffa, wie auch m't der Ackcrbauschule ״Mikweh Israel", um eine Produzentengenossenschaft unter dem Namen ״Pardess" zu gründen. Die Genossenschaft entsendete zwei ihrer Mitglieder nach Liverpool, damit sie den Verkauf ihrer Erzeugnisse überwachen können. Sie gewannen die Ueberzeugung, dass de Beschuldigungen, die gegen die Zuverlässigkeit der englischen ״Brokers“ erhoben wurden, unbegründet sind. Die Genossenschaft hat auch schon einige 1. Verkäufe in Hamburg gemacht, wo sie solche Preise erzielt I haben soll, dass nach Abzug der Unkosten (Kiste, Verpackung, *t י 4* f

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