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Jüdische Rundschau · 1904-03-11 · Heft 11 (11.3.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 11 (11.3.1904)
Date
1904-03-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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. i JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 105. Man muss von einem Körnchen ״Rlschass" absehen, wen!: man folgende Korrespondenz des Waischuucr Kurrespuuuenier. des polnischen ״K a r y c r“ liest. . ״Nur prozentual zur Teilnahme an den Schulen (10 Proz.) und zu anderen Gerechtsamen zugclasscn werden die Juden ohne irgendwelche Einschränkungen zur Teilnahme an der Wohltat, des — Krieges aufgefordert Niemals und nirgends staatlich ausgebildet flüchten, sie feige aus Reih und Glied be* dem blossen Gedanken an Rauch und Pulver, selbst wenn die Vorgänge in Asien sich abspielen. Es haben also solche Juden zu desertieren begonnen, welche das Los für den fernen Oster, gezogen haben. Sie desertierten, doch die Behörden erwisch• ten die Deserteure und drei von ihnen wurden Kriegsgericht• lieh zum Tode verurteilt. Man hat sie am Sonnabend an einer ftir unser Gedächtnis ehren vollen Stelle -- im Glacis der Zitadellc gehängt Warschau.* das grosse, bewegte Warschau, wusste nichts von ihnen; es hörte bei Tagesbeginn nicht der. Seufzer, der sich drei jüdischen Brüsten entrang, es sah nicht die letzten, krampfhaften Zuckungen der ihres Verbrechens sich nicht bewussten Söhne Israels, welche unter dem regierungsseitigen Zwange, für das Vaterland in den Tod zu gehen, das nicht das ihrige war, kämpften; es zählte nicht ihre letzten Atemzüge auf dem für sie seit Jahrhunderten gastlichen p״lnischen Boden, dem einzigen, der in seinen warmen Schoss jet/t die am Galgen erstarrten drei jüdischen Leiber aufnehmen sollte.“ — Man muss dabei verstehen, dass die Polen ihre eigenen nationalen Wünsche ln der Form aussprechen, dass sie von der. Juden reden. Freilich muss man auch wissen, dass Russland so wenig Vertrauen zu seinen griechisch-orthodoxen Soldaten hat, dass mindestens 30 Proz. der in Ostasien kämpfenden Soldaten Polen und mehr als 10 Proz. Juden sind. Rumänien Ist ela liberal regiertes Land. Aus einem Berieht des Unterrichtsministers Haret an den König ergibt sich, dass in Zukunft konfessionelle Asyle (lies Chcdarim, jüdische Schulen aKen Schlages) nur von solchen Personen eröffnet werden dürfen, die gewisse Bedingungen hinsichtlich der Befählgung und des Charakters erfüllen. Auch soll durch ein fcesonderes Gesetz über den Privat-Unterricht verhindert werden, dass der für alle Rumänen obligatorische EIcmentar-Unterricht in den Privatschulen zu gunsten ״fremder“ Lehrstofic verdrängt wird. Eine Reihe von Lehrbüchern, die für den Patriotismus gefährlich schienen, sind verboten worden. (Aus uciu Jan.-Ber. der A. I. U.) { Nachrichten aus Palästina. I (Aus ״Altneuland“ No. 3.) Rlschon-le-Zlon. Die 38 von J. Belkind aus K'schinew hierhergebrachten Waisen wurden hier in einem Schulraume untergebracht. Die Kinder werden unterrichtet und in Gartenarbert unterwiesen. Wie wir aus Palästina erfahren, wurde bis fetzt noch nicht einmal der für die Schule notwendige Boden erworben. Vom Ankauf des in der Nähe von Tiberias in vielen Beziehungen günstig gelegenen Hattin wurde aus unbekannten Ursachen Abstand genommen. Die Bezlehtmgen zwischen den Arbeitern und der Admini• stration wurden hier in der Weise geregelt, dass eine dreimonatliche Kündigungsfrist beiderseits cingeführt wurde. Bei Entlassung nach zweijähriger Arbeitszeit erhält der Arbeiter ausser seinem Lohr« noch 10 Proz. det Summe, die von ihm im Laufoder 2 Jahre verdient wurde, als Entschädigung. Ebenso gelangen bei seiner Entlassung die monatlich während seine! Arbeitszeit entrechteten Kassenbeiträge 4 5 Mk. zur Auszahlt;ng. Wie verlautet, soll die Eisenbahn Jana—-Jerusalem von Ramie aus eine Abzweigung nach Rischon-Ie-Zion erhalten. Der Transport des Weines von Rtschon nach Jaffa würde sich bedeutend verbilligen, und die K/senbahngcsellschaft würde dahei kein schlechtes Geschält machen. Jedoch bedarf diese Mitteilung noch einer Bestätigung. Jessod-Hamaalüh. Der von uns in unserer No. 1 gemeldete Mord eines Juden in Jessod-Hamaalah wurde von der türkisehen Regierung :ln Safed streng geahndet. Der Mörder wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt Der Bruder des Dorfschechs, der dem Ermordeten im Gefecht eine Ohrfeige versttzt hatte, bekam! Jahr Gefängnis. Der Dorfschech selbst, der zugleich Wächter der Kolonie ist und dafür ein Jahresgelmlt vgn 3000 Frcs. bezog, w׳ar verdächtig, der Anstifter verschiedener Diebstähle gewesen zu sein, und wurde für se verantwortlich gemacht. Das Gehalt, eigentlich Tribut, von 300u Frcs. wurde ihm entzogen. Organisation der palästinischen Lehrerschaft. Das von dei, Lehrerkonferenz in Zichron-Jacob eingesetzte! Kom'tee veröffentlicht ein Zirkular, in dem die Zwecke des Komitees bekannt gegeben werden. Das Komitee bezweckt 1. die Verbesserung der Erziehung in Palästina und 2. die Verbesserung der Srviation der Lehrer. Als Mittel sind in Aussicht genommen: 1. Festlegung von Programmen.für städtische und Dorfschulen, 2. Einführung einer Prüfung für Lehrer, und zwar für Hauptlebrer, Hilfslehrer und Lehrer für Kindergärten, 3. An- Stellung von geeigneten und geprüften Lehrern, -I. Vcranstattung von allgemeinen Lehrqrkoiücrenzen, die die verschiedenen Erziehungsfragen behandeln sollen, 5. Schutz der Lehrer vot Ausbeutung, 6. Gründung einer Altersversorgungskasse für Lehrer. Rinderpest in den Kolonien von Judäa. Wir erhalten nocli vor Schluss der Redaktion von unserem A. A.-Bcrichterstattc» die. betrübende Mitteilung von dem Ausbruch der Rinderpest in den südlichen Kolonien. A r t ü i verlor den grössten Teil des Viehbestandes, ebenso M i k w e h Israel. — In ,Ekröu wurde auf Anordnung des Kulturiuspektors der Rothschildsehen Kolonien der Barbier mit der Impiung des Viehes nach Burenart (Injektion von Galle der erkrankten Tiere) betraut. Ueber die Ergebnisse dieses Verfahrens ist noch nichts näheres bekannt - . ־ Allerlei. Greater Palestlne im Talmud. א״ל איין צגי כתיב בה מה צגי זה אץ עורו מהדק את בשרו. אז ארץ ישראל בזק שיושבין עליה רווהא ובזק שאין יושב; עליה גמרא. Gittin 57a. Er erwiderte ihm (nämlich ChAmnA barChAnfl dem Judenchristen): ״Palästina wird (Daniel 11,41) Hirschland genannt. Wie beim Hirsch seine Haut dem Fleisch nicht fest anliegt, so ist auch das Land Israels zur Zeit, wo wir darin wohnen, geräumig, und wenn wir nicht darin wohnen, eng.“ Die Patrioten. Fürst Urussow. der Gouverneur von Kischinew, gab den Juden den Rat, dass es ihre patriotische Pflicht sei. sich mit Geldspenden an den Sammlungen für den Krieg zu beteiligen. Diese Anordnung hat im Kreise der Antisemiten grossen Unwillen erregt. Wenn die Juden ihr Geld In die Kriegskasse abführen. (so lamentieren sie), was bleibt dann für uns zum Plündern. (Ulk.) Aus unserer Asslmllanten-Eckc. 1. Szene: Ein Bierlokal im Westen: An einem runden Tische sitzen eine Anzahl jüdischer Aejzte, darunter ein getaufter, übrigens ein tüchtiger Mann, hervorragender Politiker. \r״Das Gespräch kommt auf einen Kollegen, ebenfalls getauften Juden, der lange Jahre im Zentrum der Stadt gewohnt und vor kurzem nach dem Westen verzogen ist. ״Der ist jetzt in einer eigentümlichen Patsche“, erzählt einer. ״Hier im Weste.׳! f J pW * ״

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