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Jüdische Rundschau · 1904-03-11 · Heft 11 (11.3.1904) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 11 (11.3.1904)
Date
1904-03-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 11. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 101. Djie:'Aniagekosten' des ersten Jahres werden sich־ also auf 3500 Frcs. für 10 ha 1000 Bäume belaufen. Die weitere Unterhaltung der Pflanzung wird in Pflügen, Unkrautvertilgung und Bekämpfung etwaiger auftretender Krankheiten bestehen; sie dürfte mit ca. 500 Francs jährlich zu berechnen sein. Dazu käme noch die fachmännische Aufsicht mit jährlich 200 Frcs. Da die betreffende Kraft auch bei den jährlich zu erfolgenden Neuanlagen zu verwenden sein wird, alos mit noch 500 Frcs. füf jede 10 ha zu honorieren ist, so genügt der angesetzte Betrag für die Aufsicht. Da wir 3jährige gepfropfte Bäumchen erwerben, so kann füglich angenommen werden, dass sie nach fünf Jahren, von dem Tage der Verpflanzung am definitiven Standort an gerechnet, sehen imstande sein werden, vorerst soviel Ertrag abzuwerfen, um die Unterhaltungskosten, d. i. 700 Frcs. jährlich, zu decken. Rekapitulation der Angaben für 10 ha OI i v en b ä u ni c. Anlagekcsten und Unterhaltung im c־ste!1 Jahre. 3500 Frcs. Unterhaltung während weiterer vier Jahre, 700 Frcs. pro Jahr. 2800 Frcs. 6300 Frcs. Wir gelangen aut diese Weise zu einer Ziffer vor. 6300 Frcs. für 1000 Bäume, eder 6.30 Frcs. per Baun! gleich 5 Mark. Um aber den möglicherweise in unserer Berechnung unterlaufenen Fehlern und dem Ausfall an nicht angegangenen Bäumen zu begegnen, berechnen wir den Baum mit 6 Mark 7,50 Frcs. ’= 3 Rubel 6 Shilling etc. Was die Rentabilität der Anlage betrifft, so kann nach den verschiedenen Angaben und Erfahrungen in Palästina selbst mit ca. 300 Frcs. per Hektar Reinertrag im zehnten Jahre der Anlage gerechnet werden, d. i. 3 Frcs. durchschnittlich per Baum. Später könnte man auch, immcF rationelle Kultur vorausgesetzt, auch einen Ertrag von 500 Frcs. per Hektar, d. i. 5 Frcs. per Baum, erreichen. Wir lassen liier die verschiedenen Angaben über höhere Erträge, etwa 8, 10, ja sogar 15 und 20 Frcs. per Baum, unberücksichtigt, da es eben Angaben über einzelne besonders reich tragende Bäume sind, nicht aber Durchbchnittserträge für viele Hcntare und verschieden günstige Ernten. Bleiben wir auch nur bei einem Durchsclmittscrtrage ven 3 Frcs. per Baum, so berechnen wir, irn Falle der Bepflanzung der gesamten Flächen, die momentan mit dem Oelde des Nationalfonds erworben werden können, d. i. ca. 3000 ha, einen Ertrag von 3000 ha ä 100 Bäume ä 3 Frcs. 900 000 Frcs., dies natürlich, nachdem die Pflanzlingen ihr 15. Jahr erreicht haben werden. Welch grosses, dauernd ver• tilgbares Vermögen erwirbt auf diese Weise das Volk! Nachbemerkung der Redaktion. Mit Freuden geben wir der sympathischen und m!ssich:srcicl1c.1 Anregung unserer rührigen Palästinakominissmn aus ״Altnculand“ Raum. Es kann kdn Zweifel bestehen, dass diese Art der Spende für den N'atkmaliorKl, die ein gutes und gesundes Stück Gcgenwartsarbeit in sich schliesst und doch in eminenter Weise für die Zukunft vorarbeite!‘, in allen zionistischen Kreisen Anklmg fmd>:n wird. Naturgemiiss können wir aus diesem ersten Entwurf Einzelheiten der Bewirtschaftung der Volksdoniänen noch nicht entnehmen; ebensowenig kann schon jetzt endgültig über de Verwendung künftiger Uebcrschüsse beschlossen werden, die wir lieber Volksschulen als Hochschulen zuweisen möchten. Aber die Orundidec. dass wir auf diesem Wege lebendiges Kapital für unser lebendiges Volk aufspeichern, verdient von uns; allen aufs eifrigste verbreitet zu werden. | Aus der Bewegung. g ® **®® *€ ® 5««®*®©®®® 14 8*© I «©© B1®i®*® *® ®®* © Berlin. Architekt Marmorek, Mitglied des engern Aktionskomitees aus Wien, spricht Sonntag, den 13., vormittags 11 Uhr, in den Germania-Festsälen, Chaussee- Strasse 103. Vollzähliges Erscheinen unserer Freunde und wirksame Propaganda für die Versammlung wird erwartet. Sollte sich die Vomiittagsstundc als geeignet erweisen, werden wir häufiger Sonntags-Versammlungen veranstalten. B. Z. V. Berlin. ln der Marmorek - Versammlung am Sonntag, den 13. d. Mts., vormittags 11 Uhr, wird auch der Präsident der Jüdischen Kolonialbank, Herr D. Woltisohn, liier anwesend sein, und über den Stand der Bank und der Anglo-Palestinc-Co. sprechen. Berlin. In den Königssälen. Neue KcnigsUasse 26, (Saaleingang Wadzeckstr.), findet am Dienstag, dem 15. d. Mts., eine Versammlung statt, in der Herr Dr. A. Kahn, der lauge Zeit in New-York Arzt war, über das Thema sprechen wird: ״Was lehren uns die Verhältnissc im New-'Vorker Ghetto?“ Das Erscheinen von Gästen ist sehr erwünscht. Zur Deckung der U11kosten werden 10 Pig. Entree erhoben. mh. Berlin. Durch d־.»s Scheiden des Herrn E u g e 11 B1 ״ c 11 ven Berlin hat die Akademische Gruppe der Berliner Zmrsbsthvn Vereinigung eiren treuen!Mitarbeiter verloren, der sei: der Ne1׳״;r;־!n:seti!;n der Grupp.־ mit hingehendem Eifer 1׳!»d ausserordentlicher Gewissenhaftigkeit die Kassengeschäfte geführt hat. Für sc'ne st IL*. selbstlose Arbeit sei ihm an dieser Stelle der herzliche Dank der Gruppe ausgesprochen. Berlin. Am Donnerstag, dem 3. März, sprach in einer Mitgliedcrvers.nnpluig cn!׳d. mcd. Elias Auerbach über ..Dir Charknwcr Konferenz‘־. Der Referent führte etwa i״lgtndcs aus: Um die Sachlage richtig zu verstehen, muss man die weiter zurückliegenden Gründe, die eine Charkowcr Konfererz möglich machten, erkennen. Die Ostafrikafragc war nur eine allerdings mit ins Gewicht fallende. GrJegenheilsursachc zur Entladung des Zündstoffs. Die eigentlichen Gründe finden in den sachlichen Beschwerden der Konferenz gegen die Leitung des Zionismus ihre!! Ausdruck. Es ist zunächst die Unzuiriedenbeit mit der Funktionslosigkeit des A.-C. im allgemeinen und sc rer Uebergchung bei al'en wichtigeren Anlassen, ierner Klagen über Schäden in der Verwaltung der Bank, die zu sehr der Kontrolle entzogen ist. Endlich besteht in weiteren Kreisei! der russischen Zionisten ernste Besorgnis über die zukünft'ge Stellung Palästinas im Zionismus: man befürchtet, vor allem seit der Vorlegung des Ostafrikaprojektes, dnss die Leitung und mit ihr der westeuropäische umd amerikanische Zionismus 'tien palästinens'schen Gedanken als leiuvit'en aufgegeben habe und eine rein territoriale Lösung im Sinne von Herzl's ״Judenstaat** erstrebe. Hinzu kommt allerdings, dass vle'en der Konferenzteilnehmer der ..praktische Zionismus** noch von früher her zu sehr im Blute licet. Mag man also das formelle Vorgehen der Charkowcr Konferenz noch so scharf verurteilen * * und man muss es unbedingt verurteilen so ist dmü: für die Lesung des Konfliktes nichts geschehen. Darum bczexlmct der Ref. die Proteste, wenigstens aus den westliehen Ländern, als töricht und verfehlt, weil sie die Spannung nur vergrößert haben. Will man den Konflikt beseitigen, so muss man die Beschwerden aus der Welt schaffen. Referent gibt unumwunden zu. dass sie zum guten Te l berechtigt sind. Es ist daher unsere Pi licht, wenn wir die Einheit der Partei wollen, diese Forderungen zu den unsern zu machen, nur dass wir sie auf gesetzmassigem Wege durchsetze,n wollen. Ganz besonders müssen wir dahin arbeiten, dass bei uns in Deutschle.rd ein wahrhait nationaler und palästinensischer Zionismus verbreitet werde: dagegen ist oft gesündigt w o r - den. Das allem Ist der Weg. auf dem das tiefe Misstrauen der russischen Zionisten gegen die westeuropäischen beseitigt werden kann, eine andere Beilegung des Charkower ׳Konflikts wäre nur eine formelle and augenblickliche. * An das Referat schloss sich eine recht lebhatte Debatte. Dr. S. Bernfeld bemühte sich, das Vorgehen der Charkowcr Konferenz zu rechtfertigen. Er tadelte das Vorgehen der Parteileitung in dieser ganzen Sache und brachte mehrere Anklagen gegen sie vor. Dr. Albert Goldbe. rg und Herr Este rin an 11 wiesen die Angriffe Dr. Berufeids aufs schärfste zurück und machten

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