Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1904)
- Date
- 1904-02-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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sie durch ihre Darbietungen erhöhten Glanz einem Feste ver-; liehen, welches durch keinen Misston getrübt wurde und in j dem Heiterkeit und Frohsinn ihr Szepter bis zum grauenden | Morgen schwangen. •. A. \ Halberstadt. Wir beklagen tief betrübt den schmerzlichen Verlust eines teuren Qesmnungsjjenossen. Herr Zahnarzt Abraham Auerbach, der Sohn unsleres unvergesslichen Rabbiners Dr. Selig Auerbach, wurde uns Ende voriger Woche plötzlich infolge eines Schlaganfalls entrissen. Wer das warme; jüdisch-liebevolle Herz des Verstorbenen gekannt, wem cs vergönnt war, seine Lebenskunst, seine rege Arbeitsamkeit, seihe Geschicklichkeit in seinem Beruf, seinen unermüdlichen Fleiss zu bewundern, wer Gelegenheit hatte, zu sehen, mit welch regem Eifer er Anteil an allem nahm, was mit dem Judentum in Zusammenhang stand, mit welch glühender Liebe er an Juda hing, . mit welcher Innigkeit er seine religiöse Ueber- . zeugunv verteidigte, die »hm tief im Herzen wurzelte, und die ’ ihn dazu trieb, sich der zionistischen Bewegung anzuschliesseu, wird, unseren tiefen Schmerz über diesen unersetzlichen Verlust verstehen: der Dahingegangene zählte erst 26 Jahre. Wir glauben das Andenken des von uns geschiedenen Freundes , nicht würdiger ehren zu können, als durch seine Eintragung ins Goldene Buch, und hoffen, bald m den Stand gesetzt zu sein, diesen Wunsch zu verwirklichen. Zionistische Ortsgruppe Halberstadt ״Tikwath-Zion.“ Dresden. Am 12. er. sprach hier cand. ehern. Rosenberg aus Berlin über: ״Das Ostafrikaprojekt und die Charkower Konferenz“. Anschliessend an das Referat entstand eine lebhafte Debatte, an welcher sich Freunde und Gegner des Projektes beteiligten. Zuletzt nahm die Versammlung eine Resolution an, in welcher sie Dr. Herzl ihres vollsten Vertrauens versicherte. Bremen, den 21. Februar 1904. Nachdem am 10. Januar er. Herr Dr. Max Bodcnheimor liier einen Vortrag über ..Die diplomatische Tätigkeit des Zionismus und der VI. Kongress“ gehalten hatte, welcher den Anschluss von 21 Personen an die Zionistische Bewegung zur Folge hatte, sprach am 13. Febr. er. auf Einladung des hics״׳en provisorischen Komitees Herr Dr. Klee über .,Ziele und Zwecke des Zionismus“ vor einer zahlreich besuchten Versammlung. In etwa einstündigem, glänzenden Vortrage behandelte der Redner, welcher schon einmal in diesem Winter in der hiesigen Kaiscr-Friedrich-Loge über dasselbe Thema vorgetragen hatte, die Entwickelung des Zionismus, sein Verhältnis zu Religion, Patriotismus und Kosmopolitismus. Mit beredten Worten wies der Redner ferner bin auf die Sympathien, welche die zionistische Bewegung bei den Souveränen, nicht zuletzt bei unserm Kaiser, gefunden habe, und auf die hierdurch in nähere Aussicht gestellte Ausführbarkeit unserer Ziele. Begeistert lauschte die Versammhing den fesselnden Ausführungen des Redners und lohnte den Vortrag am Schlüsse mit lebhaftem Beifall, der durch Bildung einer Ortsgruppe von 50 Köpfen sofort In die Tat irmgesctzt wurde. Dem Vortrage folgte eine anregende Diskussion, an welcher sich von hüer die Herren Rabb. Dr. R o s e n a k und B. Zacharias beteiligten. Die Hamburger Ortsgruppe sandte uns durch die Person eines Vorstandsmitgliedes und telegraphisch warme Griisse. Hoffen wir. dass unsere Ortsgruppe, die, noch frisch, einen kleinen Tropfen Im rauschenden Strome [ der Bewegung bildet, wirksam Ihren Anteil zur Verwirklichung j unserer Ideale beitragen möge! i Filehne.TAm U.״d. Mts.״starbTplötzlich in* * BerlinT nach ' kurzem Leiden unsere Hebe Gesinnungsgenossin lda Lew in,! im blühenden Alter von 18 Jahren. Wir betrauern in der! Heimgegangenen eine eifrige Kämpferin für unsere zionistische Sache. Ueberall, wo es galt für unsere leidenden Stammes-; genossen einzutreten, war sie am Platze und betätigte sich! als eifrige Sammlerin für!den Nationalfond. Noch bei der j letzten Makkabäerfeier begeisterte sic uns und die Jugend; durch ihren grossartigen Vortrag ״Die Makkabäerkämpfe", i Sie starb zu früh für ihre Angehörigen, uns und unsere Sache, j Die Zionistische Ortsgruppe Fuehne, Alfred Salinger.! Protokoll der Versammlung des Distriktsbureaus lür Rheinj land und Westfalen, abgehalten am 27. Januar 1904 im Hotel | Kaiser Friedrich, Köln. Anwesend waren: Dr. Bodenheimer, Dav. W 01 f f - sohn, M. üo Id r c ich, A. Hof im an n, Rabbinowicz Referendar Weil, sämtlich aus Köln; Rechtsanwalt; Löwenstein. Aachen, Rechtsanwalt Orglcr, Barmen, : Rechtsanwalt Bc ms t ein, Elberfeld. Dr. Jonas, Dusseldori. Dr. Edelstein. Bonn. Reierendar Epstein. Duisbürg. S. Lev», Duisburg. Jonas, Mülheim an dir Ruhr. D. Treu. Hagen. Baumeister Kauimann, Essen. Dr. Bodenhdmcr begrüsst die Anwesenden und spricht die Hoffnung aus. dass die Beratung zu einem gedeihlichen Rcsultäte führen mn״c. Auf der Tagesordnung stehe 0 r g a n i - s a t i 0 n und Agitation unserer Bewegung. Hierzu glaube er mitteilen zu können, dass wir mit der Entwicklung unserer Bewegung recht zufrieden sein können, obwohl nicht zu verkennen sei. dass speziell wir in Rheinland und Westfalen gegenüber Berlin. Hannover, Mannheim und Strassburg ins Hintertreiien geraten sind. Es werde daher unsere Ehrenpflicht sein, zu zeigen, dass wir In Rheinland und Westfalen unsere Aufgäbe ebenso ernst nehmen, wie die Zionisten anderswo. Er schlosst, indem er den Herren für ihr Erscheinen dankt. Nach einer kleinen Debatte beschliesst die Versammlung auf Antrag T r e u, an unsem Fülirer Dr. H e r z 1, sowie an den Maler Israels (zu seinem 80. Geburtstage) keine Bcgrüssungsschreiben abzusenden und das Geld für ein Telegramm in den Nationalfond zu legen. Dr. Edelstein ergreift hierauf das Wort, um sich gegen den und giebt den gefundenen Zettel dem Zetar, dieser 'dem Abagtah, Abagtah dem Bigtah, Bigtah dem Charbonah, Charbonah dem Biztah, der dem Mehuman, Mehuman dem Fichol. F i c h o I liest den Brief und übergiebt ihn dem A b i m e 1 e c h. Der Präsident und der Vizepräsident bersten beinahe vor Lachen und alle übrigen lachen, indem sie auf sie gucken . . . nur der Sekretär hört nicht auf zu lesen. Ab i me lech (holt die Uhr heraus): Herr Sekretär! Machen Sie es kurz! Alle: Kurz, kurz! ״ Hega j (liesst): Das Ziel des Bureaus ist, den armen Auswanderern, die massenweise in fremde Länder übersiedeln, allerlei nützliche Auskünfte zu geben, wie sie fahren und wohin sie sich kehren und wenden sollen, damit sie nicht mehr wie Schafe herum zu irren brauchten. A b i m e I e c h (mit der Uhr in der Hand): Das haben wir schon gehört, sagen Sie uns nur den Schluss, die Pointe. Alle (mit den Uhren in den Händen): Die Pointe, die Pointe! H e g a j: Das Petersburger Komitee hat berechnet, dass-die Unterhaltung eines solchen Bureaus mit sämtlichen Korrespondenten in allen grösseren Städten, summa summanjm, ungefähr zwanzigtausend Franken jährlich erfordern würde und da wir eine Kolonisationsgesellschaft darstellen, so liegt uns ob, wenigstens auf diese Weise den armen Auswanderern, den russischen Juden, welche alljährlich aus Russland emigrieren, auszuhelfen, und da wir ... Abimelech (zu Fichol): Herr Baron, ich fürchte, dass wir zum Mittagessen zu spät kommen. (Zur Ver- Sammlung): Meine Herren! ich glaube dieses Projekt ist im Allgemeinen etwas ganz überflüssiges, wie alle Projekte der russischen Juden. Fichol: Die russischen Schnorrer! Alle: Die russischen Schnorrer! . . . Zionisten! . . . Zangwill! Abimelech (greift nach dem Zylinderhut): Also ablehnen! Alle (mit den Zylindern in den Händen): Ablehnen, ablehne־׳.! Charbonah: Pardon! Das Projekt ist noch nicht fertig vorgelesen . . . lassen Sie es wenigstens bis zum Schluss vortragen. , Abimelech: Nein, nein, Sie haben doch gehört, das Projekt ist mit Stimmenmehrheit abschlägig beschiedert worden. . . Meine Herren! ich erkläre die Sitzung für geschlossen. Im Namen der Gesellschaft lea beehre ich mich allen Mittgliedern des Komitees für ihr nützliches Mit•׳ wirken zum Besten unseres heiligen Zweckes und der hohen Prinzipien unserer Gesellschaft. Adieu! •׳ (Vorhang fällt.)