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Jüdische Rundschau · 1904-02-26 · Heft 9 (26.2.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 9 (26.2.1904)
Date
1904-02-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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r ־•J" t •י־־* * r-.2 Seite 87. JÜDISCHE RUNDSCHAU. t V He. 9. Entwicklung fahrt er die ungehobenen Schätze an Phosphaten, Asphalt, Schwefel, Salz, Petroleum, Kali, Brom (vielleicht auch Metallen) an, sowie die ungeheuren •natürlichen Kraftquellen, die in dem steilen Absturz des Jordans und seiner Nebenflüsse Schlummern. Aüch das Klima des Landes ist kein Hindernis flir ausscdehnte Kolonisation. Es besitzt genug Feuchtigkeit, um selbst eine extensive Landwirtschaft möglich zu machen. —Nicht 5 י ganz unterschreiben möchten wir Warburgs Regeldctrirechnürig, mit der er findet, dass nach Hinzuziehung von Syrien, Kleinasien, Mesopotamien und Cypern 100 Millionen Menschen IHgesiedeft Werden körine«. Wir׳ sehe« vorläufig nicht auf dieses;,Grössere Palästina“; Wie weit wir uns ausdehnen werden, wenn uns einst Palästina zh erig sein wird, das mögen unsere Enkel sorgen. Warburgs Schlusssatz, dass vorderhand zu־ Einlei־ tung einer Qrosskoionisation Palästinas landwirtschaftliche und technische Versuchsstationen wichtiger sind als blinde Anlegung grosser Kolonien, mussein Leitsatzfördenpolitisehen Zionismus werden. In einer wunderhübschen Plauderei ״die Rosinenstadt Es- Salt“ führen uns Aronsohn and Soskin mitten hinein in ein Stück palästinischen Lebens. Während wir uns erfreuen an dem leichten Fluss ihrer Darstellung, lernen wir spielend eine Atenge interessanter Dinge und tuen einen Blick in Land lind Leute besser als durch eine grundgelehrte ausführliche Beschreibung. Plastisch schön ist die Darstellung des gewaltigelt Rundblickes, den man von Dschebel 'Osclla (d. I. Berg des Hosea) fast über das ganze Land hat, und unwillkürlich Sieht mäh den greise« Mosche vor sich, der von dem nahegelegenen Nebo das Land seiner Sehnsucht überschaute. Was wissen wir hier im trüben Nebelland von der überwältigenden Herrlichkeit eines orientalischen Panoramas! .Mit Bedauern kommen wir an das Ende des Artikels, denn man könnte so stundenlang lesen und lauschen. Sprechen wir auch gleich ein paar Worte von den grosseren Artikeln des zweiten Heftes. An der Spitze steht eine Arbeit von Dr. Franz Oppenh e I m e r Obere ״Hannonische und Disharmonische Genossen- Schäften:“ Es ist zunächst gar keine Frage, dass solche und ähnliche Aufsätze durchaus in den Rahmen unserer Zeitschrift gehören. Denn wenn wir Kulturträger für den Orient wcfde'n wollen, dann werden wir auch mit der Quodlibet-Methode der Kolonisation brechen müssen. Kein Fortschritt in Wissenschalt und Praxis darf von uns unbeachtet bleiben. Auf die! Ausführungen Oppenheimers Inhaltlich im Rahmen einer Besprechung einzugehen, ist unmöglich, aber es ist auch für den nicht fachmännischen Leser unnötig, denn Oppenheimers Darlegungen haben so wenig von der gelehrten Kathederweisheit an sich, sie sind so handgreiflich und klar, dass wohl Jeder, den nur der Gegenstand interessiert, ihnen folgen kann. In einem zweiten Aufsatz, der gedankjich eine Fortsetzung der einleitenden Uebersicht bildet, macht uns War bürg mit der nichtjüdischen Kolonisation Palästinas bekannt. Man hat die primitive Kolonisationsmcthode der eingeborenen Orlentaten zu unterscheiden von der Arbeitsart der eingewanderten Tscherkessen und der auf weit höherem Niveau stehenden deutSchbürtigcn Templer. Besonders eingehend wird die Templerkolonisation i« Ihrem Umfang und Ergebnis dargestellt, denft 91 e stellt zur Zeit das Bindeglied zwischen der orientalisghen Wirtschaftsform und der abendländischen Kultur her. Als besonders interessant heben wff die TatsactiS hervor, dass diese germanischen Elemente, uic zähe ihre Rassenreinheit Wahren, allem Anschein nach einer Akklimatisation nicht fähig sind, sondern dass bei allen In subtropische Gegenden versciilagenen nördlichen Völkern gesetzmässige Phänomen der Degeneration zeigen. Die Juden scheinen in Palästina diesem Gesetz nicht zu unterliegen — aus begreiflichen Ursachen — ein Grund mehr für uns, zuversichtlich nach vorn zu schauen. Endlich erhalten wir noch durch Dr. Max Jungmann eine interessante Zusamnienstellucng der Mittel, die unsere heutige Wissenschaft zur Bekämpfung der Malaria (Sumpfficber) liefert. Man muss wissen, dass die Malaria in diesen Gegenden des Orients, wo die beiden Würgengel des Abend- ן landes, Tuberkulose Ond Krebs, fast unbekannt sind, einen Haüpifaktör der Volksstcrblichkeit und eines der grössten Hinder.nissc der Kolonisation bildet Nur so kann man die Bedcutung des Kampfes gegen diesen fückischen Feind würdigen. Als Hauptmittel stellt Jungmann zusammen: Kampf gegen die Malariaparasiten (China), Kampf gegen die Anopheles- Mücke (Trockenlegen der Sümpfe), persönliche Schutzmittel (Chinin, Mosquitonetze usw.). Er zeigt, dass begründete Hoffnung vorhanden ist, diesen Kampi erfolgreich zu führen. Ais ein sehr glücklicher Gedanke der Herausgeber muss es bezeichnet *erden, dass sie 'das Tatsachenmaterial im Einzelncn von diesen allgemeiner gehaltenen Artikeln trennen. Es ist ferner sehr zweckentsprechend, dass wir nicht gleich mit munitiösen Einzelheiten überschwemmt werden, sondern dass auch die Angaben über das Land zunächst als einleitende Zusammenfassungen gedacht sind. So Ist die Darstellung der _»J_■!. 1_”g■ '1■!■■■1_.■■־nJ. .. Charbonah: Aber still doch, man versteht ja nicht, was vorgelesen wird. Bigtah (zuAbagtah) Was erzählt er da wiederum die Geschichte .von Hodu bis Kusch. Es wurde ja schon einmal bestimmt, 2l/t Millionen für die Expedition zu bewilligen, was hat er wieder damit vor? A b a g t a h 1. Was alteriert es dich, dass er es vorliest? Dafür ist er ja Sekretär und bezieht ein solches Gehalt .... Charbonah: Reden Sie doch nicht so laut. ' Zetar (au Karkas): Wie gefällt Ihnen der heutige *Figaro“? Karkas: Was schert mich Figaro, Schmigaro? Ich habe meinen Aufträgen! Kopf (schaut auf .den Sekretär). Was liesst er denn eigentlich da? Zetar; Ja, wenn ich das wüsste! Karkas: Drei Aufträge . . . dass ich nur ja nichts flavon vergesset . At>ime lech (klingelt): Also, meine HerrenI Es steht nun_bei uns die Ueberweisung der 27s Millionen für die’.Expedition in das Gebiet von Hodu bis Kusch zu bewilligen. Alle: Wir bewilligen, bewilligen! H e g a j (nimmt einen neuen Bogen heraus und liess wieder): Das Projekt über die Durchführung einer Eisen bahnlinie von Dotan nach Gosen, über Kadesch-Barnea. Die Bahn ist besonders wertvoll für die früher erwähnte Kolonisierung von Hodu bis Kusch, und obzwar die Durchführung des Projektes viele Millionen kosten dürfte, jedoch, in Erwägung dessen, dass unsere Gesellschaft Kolonisation zum Zwecke hat, können wir uns von der Durchführung dieses wichtigen Unternehmens nicht zurückziehen. Ein geringes Hindernis dabei bietet zwar gewissermassen der Fluss Sambation; es wäre aber dabei auch leicht einen Ausweg zu linden, nämlich־, es wäre lediglich über den Sambation eine Brücke zu errichten, dann ist das Übel beseitigt . .. ■ A b i m e 1 e c h (dem F i c h 01 ins Ohr): Baron, wohin gehen wir heute, in die Oper oder zum Ballet? F i c h o I: Meinetwegen erst in die Oper und danach zum Ballet. Me hu m an: Die da drüben haben schon wiedef Geheimnisse. ' BUtah: Wer?

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