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Jüdische Rundschau · 1904-02-12 · Heft 7 (12.2.1904) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 7 (12.2.1904)
Date
1904-02-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 7, '־jüDIS CHE RUN DSC H A L . _SwteNL Inhaber-Aktien und vermittelt den Bezug von Namens- Aktien ab London, die gegen portofreie F/nsendung von Mk. 21,05 dem Besteller zugesandt werden. Weitere Formalitäten sind nicht nötig. Alle Bestellungen und Geldsendungen, sowie Anfragen sind entweder an den Vorsitzenden de.i Berliner ״Share- Clubs“ Dr. Theodor Zlocisti. Berlin N. 37, Metzerstr. 34, ׳'.'w *4־,׳okt?.ח die Kassiererin F i 1. Hulda Thomaschewsky , Berlin NO. 43, Neue Königstr. 70. zu richten. Akademische Gruppe der Berliner Zionistischen Vercinigung. Alle Gesimumgsgeno>sen, die sich in den Ferien in Orten aufhalten werden, in denen noch keine 01 bgfuppen, wühl aber Litteraturvereine oder andere zur Veranstaltung von Vortrügen geeignete Organisationen bestellen, werden dringend gebeten, falls sie bereit sind, Vorträge zu übernehmen, ihre jetzige und ihre• Helma'.sadresse baldigst bei stud. Heilborn. Berlin V 24, Auguuststr. 26, an/.ugeben. Berlin. Die akademische Gruppe der Ber- I i n e r Zionistischen Vereinigung v e r - a ח s t a 11 e t Montag, den 1 5. d. M.. Alte Schönhauserstr. 23 24, ihren dritten Vortragsabend. Herr Dr. Franz Oppenheimer wird über Grosskolonisation und Kleinkolon i s a t i o n *‘ sprechen. Gäste herzlich willkommen. Diejenigen Abonnenten in Berlin und auswärts, welche unsere Äöonnementsquittung resp. Nachnahme nicht honoriert und auch den Betrag nicht eingesandt haben, erhalten von Nr. 7 an die Zeitung nicht mehr. Expedition der ..Jüdischen Rundschau“. Königsberg I. Fr. Die hiesige Ortsgruppe hat seit der letzten Generalversammlung das Institut der Büdungs- und Ifnterhaltunesafcomle eingeiührt. deren Zweck es ist. das zionistische Ideal im Schosse der Vereinigung immer mehr zu vertiefen. Die Abende werden allwöchentlich des Sonnabends in Epstein's Hotel abgehaiten und fattüen stets wachsendes In- | tcresse. Am 9. Januar snracb Herr Dr. Hop ne'über Hern- ]• nch Hv'nc. am 17. arrangierte unsere Festkommission mit wee-!. neu Kräften (Frau Rosa kr •nov-tz, Fr'. Frieda Moses, Herr j Arthur Cohn und Herr Zimeis) im Artushof einen Rczita- | tionsabend grösseren SUs. auf wde’mmi Dichtungen der I jung-jüdischen Renaissance in schöner Blutenlese auch weite- I ren Kreisen darzchoten wurden, nra 23. erörterte Rechtsanwalt S. Jacobi die r.!<>t.i$tischen. Reaiisaiionsgcdanken von Pinsker und ODncrhchner und am 30. diskutierter, wir über die 0 s t a f r 1 k a f r a g c. wobei wir festste{l-.-n konnten, dass die Stimmung auch im Lager der hiesigen Neinsager erosscnteils umgeschlagen ist. Agitationsvortragc sind im Januar nicht gehalten worden, d-agegea erwarten wir in nächster Zeit Dr. Zlocisti und zum 2. Mürz Oscar Marmorek. Schroda Auf Veranlassung der Akademischen Gruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung sprach am 31. 1. im hiesigen Litteraturverein Dr. Dobrzinsky vor den fast vollzählc erschienenen (l׳emciudetr:tzl'cJern über Wesen und Geschichte des Zionismus. Nach seinem .-nde einstüninfolge der in der uusserst an- Einwendungen durch!;innere lügen Vorträge. den der Redner geregten Diskussion erhobener Ausführungen aufs treffendste ergütme. meldeten sich 12 Herren zum Beitritt für die Posen er Ortsgruppe. Dieser Erfolg ist um so h.uiicr attzuschlagen. als dies uי ׳*׳,»,' •׳*׳'-־״• Zent:.!!verein 1 d. 5er erster Vor- .er eine grosse. p;;. n. Die 2. ordentliche Generaiversatninm-pe far.d am 2׳'. Januar statt. a:׳s über das ahggaufenc 2. Vcretnsfahr geht hervor, dass die Zahl der Mitgüedet und Schekelzahler sch tut Laufe des Jahres bedeute::.! vermehrt st׳!ss in Sehr«*da ist und. treue Gefolgschaft besitzt. .Mainz. 2. Februar, liau: der Mainzer Ortsc dem gedruckt vorliegenden in Mainz. Ol -יו., ar int. Grosse־:rau utti :1 Nativ.׳;:’’.־' r.d vrurj; Mk. zur Eiturattttr. זי... Oodc c *nrn . 4«. M •״* •«•-•י* *י ־:etm k> * 1׳den י Bi ur.a 23S.5■) Mk. zur hat und zistimm.-;: 2 der Ortsgruppe gesammelt:, tyrer von Kisch'.:;ew in das .. Eintragung des verewigten Vorstandsmitgliedes Herrn Flgntund Seiht in das c״'de־;e Buch. Ausserdan wurden von einzelnen Mitgliedern bei verschiedenen Anlässen den! Nationalfoad grossere Beträge uberwiesen. N'ato:;:a!fo;!Jntar’:cn wurden ebenfalls in grösseren Mengen bezogen. Au Schekelgehiern ul.d für die LaiiJesargardsatio:: wurden 21-6.30 Mk. abgetührt. Unsere Sammlung zu ׳/unstet: der unglücklichen Brüder In Kisch'tjow ergab die statt!'che Summe von 1719.35 Mk.. worüber in der ..Jüdische!! Rundschau*• öffentlich im.i einzeln mattiert wurde. Int Laute des Jahres fanden 16 grössere Ver- Sammlungen, eine Makkabäer- und csr.e Purrmfeier statt. In den Vorstand wurden die Herren Dr. R. Schauer. S. Lazarus. L. Friedmann. L. Lesen! und H. Bloch wiedergewählt und die Herren Dr. C. Lew. A. Koch tir.J 1L Schäfer ntugewählt. Im Anschuss an die Versammlung referierte Herr Dr. Schauer in eingehender Weise über: ״Russlands JudenverhäUnissc“ und erntete für seine Ausführungen den lebhaften Beifall der V'er- Sammlung. B. Massstab an die Kraft eines Volkes zu legen, das den Stürmer! von Jahrtausenden getrotzt hat? Wer kann die .,Seichtheit‘* desselben behaupten? seinen ״Tiefgang“ «nnessen? .... I ' Und'nun habe ich zum Schluss 1u;cl! einer kleinen Episode zu erwähnen, die sich im Kongresshause selbst begeben, klein und unbedeutend, wie sie ist.!iahe ich sit doch als ein zionistisches ..Erlebnis" genommen. So sehr es nämlich auf dem Kongresse infolge des unvorhergesehenen .Menscheuandranges an Plätzen mangelte, so schien doch ״der" zu meiner Linken nicht in festen Händen zu sein, denn er wechselte mehrere Male, oft an einem und demselben Tage, seinen Besitzer. Da — icli hatte es schon aufgegeben, mit den Dortsitzenden irgend welche ״Fühlung“ zu bekommen — merkte ich, ich glaube vom dritten Tage ab. dass ich einen ständigen Nachbar bekommen hatte. Es war ein älterer Herr von intelligentern, aber einfachem, ernstem Aussehen. An seinem offenen, freien Blick, den festen und doch eine gewisse Milde verratenden Zügen glaubte ich den Schweizer zu erkennen. Wie sich später herausstellte, hatte ich richtig vermutet. Zunächst fiel er mir dadurch auf. dass ich ihn einerseits durchaus für keinen Jude!; hielt, anderseits aber bekundete er ein so grosses Interesse an allen Ver- Handlungen, dass er sich nun ungern cm Wort, selbst von uer längsten Rede, entgehen liess. Die einschlägigen Be- | richte der Tagesblätter, die neueste Nummer der ״Welt“ | hielt er stets in der Hand, und als die ״Russen“, am I Morgen nach der grossen Sezession, sich wieder gefügt hatten, kam er freudestrahlend, cs zu verkünden. Er erzählte mir, dass er zwar ein geborener Baseler sei und jetzt auch dort privatisiere, früher aber viel im Ausland gelebt habe. Er hätte bei allen seinen grossen Geschäfts- Unternehmungen .!;!den zu Partnern gehabt und wäre stets sehr gut dabei weggekommen. In Italien sei er sogar lange Jahre mit einem Juden assoziert gewesen, der heute noch sein bester Freund sei, den er sogar stündlich hier erwarte. ״Ich habe ihm.“ sagte er. ״da er doch eben drüben in Frankreich reist, eindringlich ans Herz gelegt, ja den Kongress nicht zu versäumen, und ich will nun sehen-- Da. am Mittag desselben •Tages noch, kam er in den Waudelgängen auf mich zu — die tingeheuchelte Freude stand auf seinem Antlitz - und stellte mir einen strammen, dunkel ausseheuäen. ebenfalls älteren Herrn als seinen italienischen Freund vor. Um! was sich unsere Unterhaltung drehte, lässt sich leicht! denken. Ich merkte bald, dass der Freund nicht gerade Zionist, noch weniger Nationaljude war. ״Ja.“ sprach er. ״insoweit der Zionismus den unglücklichen östlichen Brüdern eine Heimat gründen will, ist er mir willkommen. Ich aber — nun ich bin Italiener. Ich denke und fühle als > *»**״.. *.־״< . ,,*ו־fl V: ,׳׳*•** ״ ־■<

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