Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1904)
- Date
- 1904-02-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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^CBg, No. 6. JÜDISCH ß RUN |>$C HA U. Seite 55. merkwürdigen ״gerechten״ Zussuimfcnsetzung Kommiss״!״ f natürlich nicht anders zu erwarten. ‘ J ' Für den Ausschuss IU referiert prroj;״״rol.0Ä^ ־ den Vorverhandlungen der gcm!schten Vwto\1Qn\Kt\än* zusammenfassend, dass die Orgevon Keinem Redner als ״ז ״ionsgesetzlich unzulässig bezeichnet * und Punkt der Sache sei die Frage der Zwcckm4ssuk<U mnu , B'IHgkeit. Denn wenn sämtliche subvcntionit. tu» -11לJ“. eovienvercine des Nordens sich auflüsctt würden und hierduren - der Oeireindesückcl entlastet würde, so könnte eme honzess:.״! fitr die Ersnarnts darin bestehen; eine jrgcltretc bynagoKe wi f ־ Die Besucher der Syn^oacuvcreinc su.n als nicht zu berücksichtigen. Der Getne.i.dcvo.stand begründen überhaupt stehe auf dem Standpunkt, dass der Gottesdienst in!einer־ *o grossen ‘5vnagogc. wie der jetzt errichteten, ohne Orgel ..מזמם j dureb711 fiihraf set dass Trauungen dort nicht gehalten w׳,r-; den können. Von den musikalischen Sachvers u!n - י K«״ | ein gemischter Chor verlangt, der ja den konsersat.v Denken- . den noch anstossiger sei als die Orgel. Der Gememdcv orstand halte.die Einführung der Orgel für durchaus abe[ i um denjenigen zu genügen, die konservativ.* üts..mung he׳,«! und durch Svnagogenbesuch auch zum Ausdruck b. nkui. was in der hiesigen Ocmcinde nicht immer dasselbe sc,, einut Ritus dort einzuführen, welcher der Kaiserstrasseu-v.ynag0ge entspreche. Diese Vorlage des Gemeindevorstandes sei an Aus- ן schuss IH mit drei gegen zwei Stimmen angenommen worden. | Referent mit, dass .n der Sitzung als ««V1 י׳, die Konservativen ferngeblieben sc;'ihm auffällig Gutachten eme umgehe; er habt: dass Dr. Weisse gewesen, rebgiors .‘׳ daher im He den RyKestrasse auch den Ritus der Alten Synagdge. wie er in d m subventionierten Vereinen Brauch sei, einführeni Die Orgel set das Schiboleth der Orthodoxie geworden, tmd diejenigen, die auf konservativem Boden stehen und n’cht auf orthodoxem, werden auch die .Orgel akzeptieren. Der Ocmcindevors*’.nd hätte zweifellos von der Orgel Abstand genommen, wenn die Orgel als rclietonsgcsetzlich unzulässig bezeiclinct worden wäre. Nach den Gutachten der Musik verständigen sei es mit den grössten Schwierigkeiten verbunden, einet! geordneten Gottesdienst ohne Orgel diirchzuführcu. Die Zustände in der Kaiserstrasse seien sehr schlechte, sic würden 111 der Ryke- Strasseit-Synagogc. die 700 Plätze mehr fasse, also noch trüber werden״ Es sei dem Gcmeindevorstand vorgehalten worden, weshalb er nicht an die Vorstände der subventionierten Vereine herangetreten sei. Betreffs des Standpunkts der Billigkeit solie man doch daran denken, dass die .wenigen hundert Mensehen., die gegen. die Orgel• Bedenken hätten, auch Frauen. Söhne und Tochter hätten, für die in - gottesdienstlicher Be- Ziehung gesorgt werden müsse, dass die heutige Jugend in der Synagoge eine Orgel, einen Chor haben wolle, fLebhafter Bei* fall.) Gemeindevorsteher Jacoby appelliert drillend ah das Gerechtigkeitsgefühl der• Konservativen, etwa 10 pCt. der Synagimetthcsucher durch die Streichung der Orgel zufriedenzusteilen und 90 pCf. die Orgel, die sie wünschen, zu verweigern. Die Folgen. die daraus entständen, hatten nur die Repräset*- tauten zu träger.1 die sich gegen die Orgel erklären. Rechts- Herr Louis Sachs tc des Ausschusses 1,. welc. . . ... ..... , ,, seien, einstimmig beschlossen worden sei, die Vorlage des venk-indevorstandes dem Plenum zur Annahme zu empiehleii. Ls lass Rabi)incr Dr. Weisse em seinem .setzbeh.' Auseinandersetzung völlig das (iefiihl nicht unterdrücken können, rgen nichts gegen die Orgel ein/.uw.rihalte. Er verweise fermer auf das xt u s g e z c 1 c 1111 e t e Gutachter, des Rabhhie:s’ Dr. Rosenzweig, weicher lebhaft für die־ Or״el eimrete.' Besonders bestimmend habe aber auf ihn dir Mitteilung des Gemeinde Vorstandes gewirkt, dass in der bekannten Sitzung des ..Zentralvereins" ein grosser Teil der Zuhörer nicht zu den Steuerzahlern gehört hätte, ein anderer ,Teil garmchi' in dem Bezirk wohne, der iiir die nCud Synagoge tu Betracht komme. ״A m E n d e waren c s n 1 c 111 e i ־״ ni at J u d e ft!“ Jedenfalls sei von keiner Seite bisher behauotet worden, dass der Errichtung der Orgel reügionsgesetzh'cH etwas emgeaenstelie. Aron Hirsch spricht sich emschieden gegen die Vorlage des Gemeindevorstandes aus. Er woile aus* der Frage keine Parteifrage machen. Er wolle sich nur vom Standpunkt der Billigkeit gegen die Vorlage wenden.^Man wisse noch nicht, wer die zukünftigen Besucher der Rykestrasscn-Synagoge sein werden, aber auf Grund einer Statistik Könne man hiutmaSs:ic!r annehmen, dass ein grosser Teil der Mitglieder' der subventionierten Synagogenvercine die Sy nagoge frequentieren werden. Denn während die Synagoge Rykestrasse nur 2090 Plätze fasse, stellen die subventionierten und ni’chtsubventiomerten Synagogenvereine allein 2S1X Plätze. Für die ־vom ״Zentraivcreih“ veranstaltete Versammlung nehme er das gleiche Recht i!1 Anspruch wie für die vom ..Liberalen Verein“ in der Orgelfrage errichtete Enquete. Uebcr das Reliciunsgesetzliche der Orgel wol’e er .garnicht sprechen. Diese Frage sei bereits genügend geklärt. Trotzdem sei die Orgel dem Reiigion$g׳\setz nicht entsprechend und. wenn man nach anderen Seite höre, werde man es erfahren, wenn auch die Rabbiner sich dagegen ausgesprochen hätten. Er würde in irgend , einem anderen Stadtteil Berlins ohne weiteres für Ce Einführung einer Orgel stimmen. Ein geordneter Gottesdienst werde sich auch in einer grossen Synagoge durchführen lassen. Vor allem*müsse aber ein Rabbiner beschafft werden, welcher das Publikum zu fesseln vermöge. Die Konservativen wollten durchaus k e i n e h Gottesdienst e i n f ü 11 r e n, wie er vor £0 Jahren bestanden hätte, sie wollten mir einen Gottesdienst, wo dem Prinzin Rechnung getragen würde: Gleiches Recht für alle! Gemeindevorsteher Martin Simon ist der Ansicht, dass im allgemeinen der Standpunkt der Billigkeit zu sehr in den Vordergrund gerückt, der Standpunkt des Religionsgesetzcs dagegen in den Hintergrund gedrängt worden sei. Dies möge zwar sehr geschickt von den Gegnern der Orgel gehandelt sein, aber cs sei doch von grösster Wichtigkeit, dass religions* gesetzlich kein Hindernis gegen die Orgel vorliege. Wenn alle sechs Rabbiner erklären, dass keine Bedenken gegen die Orgel bestehen, so müsse doch für diejenigen, welche sich konservativ nennen, heute eine Belehrung möglich sein. Die Gemeindevertretung könne doch nicht auf Forderungen bestehen, welchen sich die Rabbiner anschliesscn. Wenn die Konservativen den BiUigkeitsstandpunkt einnehmeh wollten, so müssten sie ln der ainval: Ignatz Cchn ist <kT Ansicht, dass man sich nach dvn Re Jen der l.heralci Repräsentanten und der Gemeindevorsteher wundern mi»«e.;.dass Uds •Judentum überhaupt habe bis. zur Entführung der Orgel bestehen können. Es sei der Orgeiir.tge ein Ansehen gegeben worden, das d־e >a >ache gar rächt י'* V/.Tlen brauchen, weil für de zu erörtern sei, ob von ׳ d teile. Die ganze;־ Vorlage hätte, überhaupt nicht in der vor liegenden Breite-äusgearbe!:et wer Konservativen ־ gar mein die Frag rcl g:;»asgeset/iicuci! S:a;1J0!:!:kt etwas gegen die Orgel eilig.־- wende! werden könne. •Ausserhalb des Saales habe man gern I die'Gelegenheit ergriffen, um die Wähler insofern irre zu fuhj .reu, als inan den Konservative« in reichlichen Ergüsse;! unter- geschoben habe, prinzipielle Gegner der Orgel zu sein, indem I man die Konservativen , verleumdet habe, dass sic alles rück-; warts' redigieren undkonservative, Liebhabereien einführea ־ ׳wollen. Dagegen 1 misse:er protestieren.; Es sei den Konscrvativeu gar nicht eingefallen, aus der Vorlage eine Prinzipien- . sache zu ׳machen. ־Die Konservativen hatten gar nicht dokii- ן menuere» ,wollen, auss sie Gegner der Orgel seien; er glaube, sogar das Gegenteil versichern zu können (!!) Wc!:!r....al!erdings 1 mit einem gewissen Pathos auf die Entführung der Orgel in anderen Gemeinden hingewiesen־ worden sei. so habe gerade in Beuthen die Einführung der Pr.2ul n1 einer Spaltung der Gemeinde geführt. Sie sagen, dass /DO Mitglieder ihr Votum abgegeben hätten, da genüge es dar- 3H1 .hinzuweisen, dass die kleinen Privatgemeinden im Norden 3L1.01״ schon21י H.K) Mitglieder zählen. Er kenne auf Grund einer lojührigen Erfahrung als Einwohner der dortigen Gegend d'e Stimmung der Gerne־;nfemitglieder und wisse, dass das Gros!ener heute keine Orgel haben wolle.־ Es müsse doch auf die regelmässigen Besucher der Synagogen. Rücksicht genommen werden und nicht am die nur zu den hohen Feiertagen die Svnagogc ireejueptierenden. Lancigerichtsratl.oewe weist das Argument zurück, dass das- Judentum auch ohne Orgel bestanden habe. Es habe im Judentum auch eine Zeit gegeben wo Oprer veranstaltet wordetnscien. und diese .wolle man doch wohl jetzt nicht Wiedereinfuhren. Er weist ferner darauf hin dass der (jettiemdcvorstand die Frage in grösster Ausführlich- Reit habe behandeln müssen und laut statutarischer Verpflichtupg die schriftlichen Gutachten oller Rabbiner habe einholen müssen. D.e erstatteten Outachtcj! .se-en eben ׳.nur den Kon• servativen unbequem. Nach der Schätzung des Gemeindevor- Standes kämen nur •etwa 500 Mitglieder der Syna gegen verei׳c als Besucher der Rykestrasse im Betracht. Prof. Blaschke hat den Eindruck gewonnen, dass die Ausführungen Cohns nur ekle Wahlrede gewesen seien; die Angriffe, desselben gegen dem ..Liberalen Verein“ seien nicht anders als ־.zum Fenster hinaus gesprochen. Die hei der vom Liberalen Verein veranstalteten Enquete abgegebenen Voten seien dem Gemeindevorstand eingeschickt und geprüft worden; ־;die Stimmzettel seien nur an die bei der Frage beteiligten Gemeindemifglieder gesandt werden. die Zahl sei deshalb nich so. aus der Luftt gegriffen wie die über die Frequenz der Versammlung des Zentralvereins, ln scharfen Worten wendet er sich gegen die Behauptung Cohns, dass die Mitteilungen des Liberalen Vereins Verleim!- düngen und Insinuationen gegen die Konservativen enthalten. Herr Hirsch habe in seinen Ausführungen schwere Rätsel aufgegeben, und man wisse in der Tat nicht, was dem Billigkeitsprinn'.o der Konservativen zugrunde liege. Die subventioniertön’Gemeinden hätten ihre Verpflichtungen den Wählern gegeni י! ' **» *■••*- ' ־ ״-'; •"***«« s . 0