Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1904)
- Date
- 1904-02-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. Seite 54. JÜDISCHE RUNDSCHAU. reu Davilla unä Felix. (letzterer jüdischer Herkunft)). Meiner Ansicht nach, rwar es .ein fehler, die Kinder des Fremden aus den rumänischen Schulen zu vertreiben. Die Kinder der Frem- den müssen genau so, wie: die rumänischen Kinder erzogen und aasgebildet werden, damit sie zu guten Bürgern werden. Man muss das Jetzige System den Fremden gegenüber ändern, m Rumänien gibt es 600 000«Fremde. Wir müssen diejenigen unter ihnen an uns heranzidien, die gerne uud treuherzig zu uns kommen. Diesbezüglich erscheint unter dem Titel: ״Widerruf eines Antisemiten“ in der Zeitung Lumen ortodoxa (29. Nov./ 12. Dez.) «in Artikel, dem wir folgendes entnehmen: ״Herr Isirati behauptet, dass zwei Fremde ilm die Vaterlandsliebe lehrten. Der Ex-Minister des Unterrichtes, der z. Zt. den all. gemeinen antisemitischen Verein gründete, spricht heute den Wunsch aus, dass die fremden Kinder neben den einheimischen erzogen werden. Eine solche Erklärung muss hervorgehoben werden, denn sie erweist sich als wirklicher Widerruf. Herr Istrati •gehörte nämlich dem Kabinett an. welches die Aus- Schliessung der jüdischen Kinder aus den rumänischen Schulen beschloss." Wirtschaftliche Bedeutung der jüdischen Frage ln Rumä• •nlen. Es leben in Rumänien nach den letzten statistischen Angaben 2C9000 Juden, bei einer Üesanucin\v0bucrzah! von 6 Millionen; nach der Berechnung des ietgigen Kultusministers Haret, soll aie Bevölkerung Rumäniens über /ehr! M!!!innen betragen. Das Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zur rumanischen erscheint 1!ech kleiner, v er.n man bedenkt, dass seit!$91 eine beständige Auswanderung stattfindet, sodass allein mit Hilfe der Jcwlsh Colon'sation Association 136-1«) Juden das Land verlassen haben, ausser jenen, die mit eigenen Mitteln oder zum Teil sogar mit ausreichendem Kapital aus* gewandert sind. Die Zahi der letzteren ist allerdings üusserst־ gering. Zieht man noch in Betracht, dass man nach den An* gaben des Chefs der allgemeinen Statistik L. Coiescu, der in seinem Bericht an den Minister konstatiert, dass ״das Verhältnis der mosaischen Geburten eine absteigende Linie dar* stellt, da deren Anzahl sowohl absolut als auch relativ seit einiget» Jahren sich in beständiger Abnahme befindet“. — sc darf man getrost anncbmeu, dass die Zahl der jüdischen. Einwolmer 250 000 nicht übersteigt. Zieht man die ausgedehnte Fläche Rumäniens in Betracht, die .verhältnismässig geringe Bevölkerungsdichtigkeit, sowie seinen Mangel .an Arbeitskräfv tviu so erscheint das Verhältnis ganz anders, als inan cs dar* ., stellen möchte, zumal trotz aller antisemitischen Aneignungen , und eifriger Anstrengungen’ von LiuiscIHr Seite die Assim:- lation durch Mischehen und Taufen besonders in den Städten | schritte gemacht, hat. . 1 י. Unter grosser Beteiligung des Tribünenpublikums und unter Fortbleiben von vier Repräsentanten konservativer Partei fand die grosse Repräsentantcnversammlung über die Frage des Ritus in der ueuerbauten Beniner Synagoge in der Ry.kestrasse statt.־ Zur vollen Präsenz des Hauses fehlten die vier konservativen -Repräsentanten: Geheinirat Senator, Julius Oppenheim. Isidor Sachs uud Joseph F r a e n k e 1. Der Vorsitzende Geheinirat B i u m e 111 h a 1 eröffnete die Sitzung mit einem wannenipfundenea Nachruf auf den verstorbenen Repräsentanten Iniani'ei Sachs, er bringt ferner ein Dankschreiben des Herrn Julius Oppenheim zur Kenntnis sowie eine ‘ Beschwerde ׳ eines Gern e in J c m i t g 1 ied e s über die allzulange Schliessung der Synagoge Ka'serstrassc. Der Vorsitzende teilt im Anschluss daran mit. dass die Kaiserstrassen-Synagoge bereits am nächsten Sonnabend wieder er* öffnet werden wird. Der bisherige Stellvertreter Julius Bodenste'u ist definitiv als Repräsentant einberufen. Der in der vorigen 'Sitzung be reits verlesen e Antrag Blase hk .* 1; d <knossen betr. Abba! tung -von G ttesJIetis!' io de:' Rt 1 igiOl! Sschulen wurde mit einer kleinen Aen Jerung nach c: er.־: ktir/cn Begrün Jui'g des ge a;::1t,׳: Art:. ׳.gsteliers n:• ׳1 :,.gen;r.c: ־. i »er bisher rein ti; eure: :sch r.nsgeii!״ י. c l,׳׳terric Ofv.׳'.׳’.•: * * % ' IS S. י .sta :' u S<..! r m!:>mer, r praktisch. Cure! /;! ׳■':!! reu VerM:Ci!C werde;־. 7 :;1r Reparatur der Orgel i 1 der Neuen r :vnag>1ge :>!:d zur bi!:; Ichning eiektris che!! Bälge!) et rieb es Werd + ׳t\t M W־k. he, big .Der Rechn u•!gsahschiuss der Neue:! sy!';‘g.־ge wie der ie־n ge der Waise!!’ ־:onmyssiou. Wc! '״.Vf «en M!:!־.! ־;rverbra > * *״ « 1 v •:! 1« :9-4.93 Mk. ergebe;! hat , Weru.: ,•:charg*.־'״!; r t. Ab gt'.׳*1 f: die Vor läge über den l Cultus R ykeitrasse. Die 1׳ c f c its vor einigen Wochen sta;:gehabte Pie narversa:::: יי! f *]!׳!נ* •r gleichcn A igelegenhcit hatte;acn I״.!:•gerer De batte da s I Resultat gezeitigt, dass, eme vorberate• :,de gemischte Deputats•!!, bestehend aus zwei Aeltestcii ־(Julius■ Jacoby und Martin Sinn>11) und vier Repräsentanten (Dr.'Ignaz Cohn. Aron Hirsch. Joseph Fraer.kel und Louis Sachs) unter Zuziehung von zwei Mit* gliedern des Rabhinats (Pr<»f. Dr. •Ma 3־ ha 11m mul Dr. Esche:'- baeher).. eingesetzt wurde. Diesem Beschluss ist der Gemeindeverstand beigetreten. Die Sitzungen der gemischten Koni- 11'ission haben am 7. und 14. v. M. stattgefunJen und haben zu folgendem Abstimmungsergebnis geführt. Es wurden ufrgegehon: für die Einführung des Ritus der Alten Synagoge in die Synagoge Rvkestrase keine Stimme, für die Einführung des Ritus, :!er Svitagoge Kaiserstrasse ohne Orgel-drei St:m!1]e!1; für wie Einführung des-Ritus der Synagoge Kaiserstrass'e ,1r.lt Orgel drei Stimmen,, dagegen drei Stimue.n Das war bei der jüdische Kunst in schöner •form in weite jüdische Kreise getragen werden soll, das versuchte er Lm ersten Jahre innerhalb tmd ausserhalb der Subskriptionsbasis anzubahnen. Seine Bücher habe□ ihrer Form und ihrem Inhalte nach uuverglcichlieh weit mehr als andere jüdische Produktionen der letzten Zeit die Aufmerksamkeit und de Anerkennung Westeuropa-• :sch-L'tterarischer Kreise aui sich gelenkt. Manches ist ilim dadurch gelungen: Er hat — soweit Bücher wirken können — den Bestrebungen des jungen Judentums in ihren geistigen Acussertmgett viel Beachtung und ein tieferes Verständnis in bisher fanz abseits stehenden jüdischen und nichttjftdischen Kr««t5.n verschafft; or hat die jüdischen Bibliotheken in einer neuen und würdigen Weise bereichert und konnte durch die Art pnd den Stil seiner Ausgaben auch anderen jüdischen Unternehmungen Utterarischen Charakters eine gewisse ästhetische und künstlerische Richtung geben. Noch wertvoller erscheint es, dass es ihm geglückt ist, eine Reihe hervorragender Kräfte Ücs Judentums zu jüdischetn Schaffen heraimjziehen, und das Sqbafien anderer, die längst im Osten zur Qeltune gekommen waren, .den westlichen Juden wenigstens im Kleinen• vermitteln zu können. Freilich ha! er auch Lublins- •kis Entstehung des Judentums in die Welt gesetzt. Zwei Bücher vor :allem waren es. deren aussergewöhnlieber Erfolg bewiesen hat, dass sich der Verlag aui keinem unrichtigen Wege befinde: der ״Jüdische Alma nach“ und das Buch ״J üdische Künstler“, die in den grossteit europäischen Blättern und-bei bedeutenden Kritikern eine uneingeschränkt beifällige, manchmal sogar begeisterte Aufnähme ״*fanden haben. Mit anderen Ausgaben, wie z. B. ״Eine jüdische Hochschule“, ״Pa I ä s tina“ usw׳., suchte er nationalen, kulturellen und sozialen Interessen ׳Publizität.zu.. verschaffen,•während er in der Broschüre ״Die J odenmassacres in Kisch i ny w“ dafür sorgte, in .1 einem tragischen Moment des jüdischen Volkslebens nach seiner Kraft und in schier Form helfend vinzugreifen. Den ersten noch schwachen Versuch der •Grundlage .für eine grösser angelegte jüdisch-statistische Arbeit lieferte er in den! Summe!- werke ..jüdische Statist! k־ \־ Eire Studie auf juuischanthropologischem Gebiete. Dr. Jndt's Buch ״Die Juden als Rasse", hat für eine der interessantesten Fragen Anre.gune und nicht unwesentliches Material •geboten. -־- Für das neue Subskriptionsjahr sin•! folgende Werke gcp'ant; Jüdisches NovcUenbuch (aus dem Hebräischen. Jüdischen und den cu.ropfuschen Spracht::). Jüdischer Aimanaeh?<•'5•'׳. Jüdische Künstler II, herausgegeben von Martin Bub er, er. ׳.:iahend Re- Produktionen und kritische Würdigung der (ostuiropä;scher.) Künstler Antokolski. Gottlieb, Lewitan. GUcensten. Hirszenborg. Pasternak und Püichowski. tAendertmgen Vorbehalten. Ein dritter Band ist für 19*1*3 ׳geplant». Ferner ist für dic’Subskription des Jahres 190-4 eine Auswahl aus folgenden Publi- Kationen vorgesehen: Berthold Feiwel --־ ü tickei von Hameln. Leo Motzkin — Zur wirtschaftlichen Lage der Juden in Russland. Achad Ha’am — Am Scheideweg, übersetzt von Prof. Friedfaender. J. L. Perez - Erzählungen, übersetzt von Mathias Achcr. CI1. D. Nomberg — Skizzen tmd Erzählungen. David Pinski * Eisig Scheitel. Prof. 5. Scliecbter - - Das Kind in der jüdischen Lnteraun. Aden Gelber Moses. Ausser der Subskription sind geplant: Ein Sammelwerk: Dokumente der Jüdischen Bewegung. 70 -1S0<>; fortlaufende Sammlung aUer bedeutsamen Schriftstücke. Akten. Urkunden. Chronikstehen etc. Ein Palüstlea-Sammelhitch. Ein indisches Jugendbuch. Ferner ■eine Anzahl kleinerer Schritten namhafter jüdischer Auto rer•. •*C r יד