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Jüdische Rundschau · 1904-02-05 · Heft 6 (5.2.1904) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 6 (5.2.1904)
Date
1904-02-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 6. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 51. statt am 23. und 24. Mai• schon am 22. und 23. stattfinden zu lassen. . .; Dlstriktsbureau Berlin: Das Protokoll des sechsten Kongresses ist erschienen und zum Preise von'85 Pf. exkl. ׳Porto durch die Expedition zu beziehen. Von der Broschüren Herzl, Eröffnungsrede zum fünften Kongress wird •der Rest zum Preise von 2 Pfg. abgegeben. B e rl In. Das grosse Purim fest der Berliner 210- *nistlschetv Vereinigung •findet Montag, den 7.-•Mä rz, ln den Festräumen der ״Ressource“ In der Oranlenburgerstrassc statt. 'Wir' bltteri unsere Mitglieder schon heute, sich diesen־ Abend, au! dessen Ausgestaltung besondere Sorgfalt gelegt werden wird, frei tu halten Berlin. Man' kann sich der Wahrheit der Tatsache nicht : verschlüsselt: ״Die Jiid.-nationale Frauenvereinigung“ feierte in ihrer Versammlung vöm 25. Januar (Dräsjjls Festsäle) einen kleinen Triumph!'’ Frau Regina׳ Holländer sprach über das Thema .,Die Juden in Polen“, und mit Stolz konnten •w ir dem. :tüchtig durchgearbeiteten Vortrage lauschen. Ist er doch das erste und zugleich erfreuliche Resultat aus den Diskussions־ Abenden der ״Jüd.-nationaien Frauenvereinigung**. Den redliehen Bemühungen und dem• vereinten Streben der Vorsitzenden und mehrerer Mitglieder ist cs aiso gelungen, die schon lange angeregte Sache durchzuführen und sic zu einem wirkliehen Ermißt* zu bringen. Die stark besuchte Versammlung, in welcher Fraulein Alifeld präsidierte, zollte der Redtterin reichen, wohlverdienten Beifaii. Möge das Beispiel der V ertragenden Nachahmung finden, und möge es den in unsern Diskussions-Abenden vorgeblldcten Rednerinnen vergönnt sein, durch ihre Rhetorik unsere gute Sache zu fördern und ihr — so weit es in den Kräften der Frauen steht — zum Siege zu verhelfen! , A. Berlin Am 29. Januar •hatte die Akademische U'n- tergruppe der Berliner Zionistischen Vere i n i g u n g die jüdische Studentenschaft der hiesigen Universität zu einer Diskussion über den Zionismus geladen, die sich denn auch recht interessant gestaltete. Sie •hielt die zahlreich erschienenen Gäste nach dem eingehenden Referat des Herrn Dr. Zlocisti (über die Judenfragc in Deutschland und den Zionismus) noch mehrere Stunden zusannnen und bot uns h! den Ausführungen unseter Gegner gewissermassen eine ..Vergleichende Entuicke’ungsgeschichte des Antizionismus“. Auf der untersten Stufe dieser Entwicklung stand ein Herr Ben ja mim. dessen geistreiche Ausführungen darin gipfelteiu dass die krumme» Nasen der Juden eilt Zeichen ihrer Degeneration seien - •er selbst hatte natürlich zufällig eine gerade “, und dass wir heut, i!rs Verhältnis zum Mittelalter, im Paradiese leben; sehr richtig bemerkte Dr. Grone mann dem ״Redner" gegenüber, dass er da doch die schöne Gelegenheit hätte bemerken sollen, um ein wenig vom Banne der Erkenntnis zu machen. Das allein Bemerkenswerte an diesem humoristischen Teil des Abends •war. dass Herr Benjamin von allen-gegnerischen Rednern der einzige blieb, der noch einmal die alt-ehrwürdige Formel sprach: ״Der Zionismus ist eine Utopie." — Die nächste Stufe der Entwickelung repräsentierte Herr Landsberger; er gab schon zu, dass die Sehnsucht der Juden nach Zion von ‘eher in ihnen wurzele, hielt aber trotzdem unsere Bewegung für nicht» weiter als efne Reaktion gegen den Antisemitismus und glaubte eine Gefahr darin zu erblicken, dass Juden sich in ihren Adoptiv-Vaterländern zu nadonaien Gemeinschaften zusa;1m1enschlösscn. ohne wirklich sämtlich die Absicht zu .hegen, gegebenenfalls selbst mit nacn Palästina auszuwandern. Diese doch wenigstens schon sachliehe Kritik erfuhr eine weitere Vertiefung bei den Sprechern der nächst folgenden Gruppe, der sozialistischen Richtung. Sie haben sich so ziemlich mit dem Zionismus ai$ mit einem nun. einmal bestehenden Faktum ahgefunden. müssen auch seine ökonomische Bedeutung anerkennen, möchten ihn aber natürlieh lieber in ihrem Fahrwasser segeln sehen. Auf dieser Stufe zeigt sich schon der jetzt mehr und mehr um sich greifende Ucbcr״ang vom Antizum Nicht-Zionisten. Herr M a y c r, der die vierte Entwickelungs-Etappe vertrat, ist so weit, dass er in den Zionisten die leben wollende und leben werdende gesetzte ».!.w! *..... .- -־ , . durch Zusammenschluss in einer besonderen Organisation, die sich die tatsächliche Gleichstellung der deutschen Juden zur Aufgabe macken so!!, auch üusscrhch schar; sicntbar von uns geschieden wissen!rechte. — D:«i letzte Konsequenz und een Abschluss der Er.twicklungsreiche zeigte uns der durch «besr seine Anschauungen schon einmal bekannt gewordene Herr üombrowsky. Fr!st davon überzeugt, dass der Ziemsn.us die Lösung der Juden:ragb bedeutet; aber für ihr. per- :•»!!lieh existiert eine solche garnieht. da er sich _nner.u!upt scho.: nicht mehr als Jude fühlt, als ein bewusster Egoist! hat er. um w engster s sich vor den Leiden ues \01kcs, ^.dem er durch einen ücbt׳rtsien’.cr nun einmal angeiiort, in Sicherheit zu bringen, nach Möglichkeü die Bande zu zerreissen gesucht, die ihn wider seinen Willen an» *udentun! ketteten: er bringt es so״ar fertig, unserer Bewegung 1!::t der Sympathie eines Aussenstehenden zu folgen, weil sie mit darauf binw.rkt, dass er in seinen radikalen Bestrebungen möglichst! vereinzelt bleibt, und dadurch indirekt seine Pläne iördert. D4־»a dm! verschiedenen Herren von zahlreichen zionistischen Rednern - - besonders glücklich von Dr. C i t r o n. Dr. A. G o l d b e r g. Dr. G r o n e 111 a!1 n. Herrn Baum und dem Referenten selbst - entgcgcn:’.etreten wurde, ist selbstverständlich und bedarf nicht der näheren Ausführung. - Wenn auch der Abend der Akademischen Untergruppe nur wenige neue Mitglieder zuführte, so hat er seinen Zweck doch!rieht verfehlt, da er zur Klärung der Anschauungen viel beigetragen hat. Hamburg, d.!. Febr. 0-1. Die von der Propagandakomn.ission der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona bereits seit Monaten veranstalteten zwanglosen wöchentlichen Zusanmienkünfte aller Zionisten, die grossen Anklang gefunden haben, finden an jedem Sonnabend abend von 9 Uhr ab in! Tücher haus (neben Streits Hotel. Jungfernstieg) im *igenen Lokal. I. Stock statt. An diesen Abcnden~w־ird stet» ein Referat über irgend ein zionistisches Thema gehalten und ausserdem eine Zcitungsschau gegeben. Vorgesehen sind die Reisenden schützten 41 nd denen sie mehrmals ihr Leben verdankten. Dl« Reise berührte aile Punkte des heiligen Landes; sie ging von Beirut über Tyrus, Haifa nach der Ebene Jesrecl, nach Nazareth an den Tiberiassee, über den Jordan nach Ha!:,'an, dem alten Basan.. Weiter wurden Nabulus, die Hauptsladt des alten Samarfa.-die Städte Dotban, Schiio, Bethel und Jerusalem besucht. Nach weiteren Fahrten kamen die Reisenden nach Jericho und in die Städte des alten Moab. - Das Phiiisterland wurde auJgcsucht, -die Städte Gaza, Jaffa und Cäsarea erreicht bis die Expedition Ende Augustin Haita •wieder •ankam. Ausser mit Ueberfällen in Galilaea hatten die Forscher mit •dem Fieber zu kämpfen, das viele Begleiter ergrifi.. An vortrefflichen Lichtbildern zeigte der Forscher die .׳gegenwärtigen Verhältnisse •der besuchten Gegenden, die Hochtälerdes Libanon, die getingen Reste der Zedcmpfianztm- gen,׳ die •Jordanfurten.-die eigentümliche Kultur •des Philister- landes, die durchaus an Aegypten erinnere, in alter wie ln neuer Zeit.־ Von •den alten Philisterstädten ist wenig erhalten. . Der •Vortragende ging sodann auf die eigentlichen archäolo- gischen ״Reste des heiligen Landes über. Wir können eine Reihe von Perioden unterscheiden. Es finden sich zunäciist die * prähistorischen Monumente. Auch Palästina hat eine Hünenzeit gehabt. Gewaltige Monumente namentlich im Ostjordanlande. Im alten Basan, erinnern hieran, Monumente, welche die alten Cyclopischen Mauern und die Bauten ln Tiryns und Mykcnac weit übertreffen. Im westlichen Teile des Landes finden sich weniger häufig derartige megalithische Monumente. Die Ausgrabungen haben ferner Tor.krüge mit Kinderleichcn zu Tage gefördert, sogenannte Erstgeburt*- opfer, von denen auch in der Bibel die Rede ist. Eine zweite Periode bilden die Ueberreste der vorisraelitischen Epoche; die Ueberreste der Kanaaniter und der Amoniter. Die Formen der alten Stätten sind die sogenannten Teils, die sich in Europa und in Hissarlik (Ilion) finden und welche die einzelnen Ansiedlungsperioden schichtenweise erkennen lassen. Von diesen Teils sind über IW vorhanden; sie sind kaum untersucht. Erst die neueren Untersuchungen Sellins haben sich ihnen zugewandt Soviel steht fest, dass die kanaanitache Kultur auf babylonischen Grundlagen ruht; die paläsenenslschen Fürsten haben unter sich babylonisch korrespondiert, wie die aufgefundenen Ton tafeln beweisen. Die deutsche Palästinageseüschaft bat, unterstützt durch Geschenke des Kaisers und der OrientgeseHschnft, die Untersuchung dieser

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