Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1904)
- Date
- 1904-01-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 5. Seite 45. JÜDISCHE RUNDSCHAU. merksamkeit unserer Gruppenvorstände, die vielleicht ähnliche Einrichtungen treffen können, warm empfohlen sei:; Mehrfacher Anregung entsprechend haben wir uns entschlossen, jeden zweiten Montag, abends 9 Uhr. im oberen Zimmer der ״Reichskrone“ eine Zusammenkunft zu veranstalten, um unsere Mitglieder und Freunde Uber,die den Zionismus berührenden Fragen auf dein Laufenden zu erhalten. Die auch weiterhin stattfindenden monatlichen Vortragsabende bieten keinen Raum dazu, Einzelfragen mit der wünschenswerten Ausführlichkeit zu behandeln. Diese Lücke sollen die vierzehntügigen Zusammenkünfte ausfüllen. Sie sollen der [ Vertiefung unserer Idee dienen, sie sollen jedesmal eine übersicht über die jüdischen Zeitereignisse bieten, in kurzen Be- ‘ richten über jüdische Sondergebiete Aufschluss geben und ein hervorragender Platz soll der modernen jüdischen Kunst eingeräumt werden. Ober die litterarisehen Neuerscheinungen werden unsere Freunde eingehend unterrichtet werden. An Zeitschriften liegen auf: ״Die Welt“, zionistisches Zcntralorgau. ..Jüdische Rundschau“, Organ der zionistischen Vereinigung für Deutschland. ״Generalanzeiger für die gesamten Interessen des Judentums“. : ..Ost und West“, illustrierte Monatsschrift für modernes ־ Judentum.! ..Schleuder, illustriertes jüdisches Witzblatt. Zürn Gelingen unseres Planes tut aber vor allem eins not: Die tätige Teilnahme aller Mitstrebenden. Wir müssen erwarten, dass alle Freunde unserer Sache uns * eifrig in unserm Bestreben unterstützen. Der Einzelne, und , hätte er den beste״ W illen, vermag das Ziel, das wir uns gesteckt haben, r'c! t zu erreichen, w enn ihm nicht rüstige! Helfer zur Seite ste'.en. Der geringen Mühe verlohnt es sich 1 wahrlich: Denn was uns die Arbeit im Dienste der Renaissance des Judentums bietet, ist unendlich mehr, als das. was sie von uns verlangt, der uns seine Hilfe leihen will, ist uns als ein Schaffender willkommen.! y ״ י! a D •sfh? Patentanwalt, Köln/ Hohenzollernring 80 hat den Man! von XalionalfoiiJwarkeii lür Denlselihmtl übernommen. 3# o I •1 « Ci 0 0 O Mantua. Am 20. Dezember fand ■hier eine grössere Propadandaversammlung statt, in der Prof. Dr. C. L e v i von der Universität Modena referierte. Es wurde nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag ein provisorisches Komitee aus angesehenen Gemeindemitgliedern eingesetzt, das die Gründung einer Ortsgruppe in die Hand nehmen wird. Der Erfolg Ist der regen Vorarbeit unserer Freunde Colorni und Cases zu dtuiken. K. Ferrara. Uns wird geschrieben: Einige kurze Notizen: Bei uns sprach am 31. Dezember in der Generalversammlung Felice Ravenna, in Bologna am 27. Bcrnard Dessau über die Resultate des VI. Kongresses,, in Rom Dario Ascarcllt im Verein ״Arbeit und Fortschritt״. In der römischen Versammlung wurde eine Resolution gefasst, in der Dr. Nordau herzliche Glückwünsche anlässlich seiner Rettung ausgesprochen wurden, Kehrseite: Vesill׳j iraelitico pöbelt in der Dezember- Nummer HerzI, Nordau und Zangwill an. ״Manier ohne Gcwissen, treulos, deren Taten und Handlungen ln keinem Verhültnis 2u ihren Worten und Versprechungen stehen" usw. Uns rührt das nicht sehr, der Zionismus macht Fortschritte, was Wunder, dass gewisse Leute ihrem Aerger Luft machen müssen. k | Rundschau. $ Berlin. Am Sonntag, dem 31. er. findet Vc5 Uhr nachm, im Restaurant Lewy, Gontardstr. 2 der nächste Diskussionsabend des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba statt. Reicrent: Herr Moritz Baum: ,.Die Juden frage des Ostens". Gäste willkommen. Aus der Arbeiterbewegung bringt die ״Vossische Zeitung־־ interessante Notizen, die unserer. Lesern namentlich wertvoll sein werden, da die in Frage kommenden Arbeiter zum grossen Teil Juden und zwar vielfach gesinnungsgenössische Juden sind: ״Das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern in der Amsterdamer Diamant-Industrie droht einer Krisis zuzutreiben. Noch schwebt die Frage der von den Arbeitern verlangten Einführung des neunstündigen A r b e i t s - tages und jetzt hat die Juweliersvereinigung einen weiteren Zankapfel in den Streit geworfen, indem sie beim Vorstand des ״Allgemeinen niederländischen Diamantarbeiterbundes•‘ die Aufhebung des auf dem Antwerpener internationalen Diamantarbeiterkongress vom September 1S97 bec’nlossenen und seither unter hartnäckigen Kämpfen darchgeführten Verbots der schrankenlosen Annahme von Lehrlingen in den Werkstätten beantragt hat. Für die Arbeiter handelte es sich damals um eine Lebensfrage; an den Fingern konnten diese den Zeitpunkt berechnen, wo sämtliche Schleifer, Setzer und Versteller durch die massenhaft einströmenden Lehrlinge ersetzt oder durch den darausfolgenden Druck auf die Arbeitslöhne dem Elend preisgegeben sein würden. Die Amsterdamer Juweliersvereinigung setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um die Durchführung des Beschlusses des Kongresses zu verhindern, aber dank dem ebenso vorsichtigen wie tatkräftigen Auftreten des Präsiden- Dr. Karl Peters behauptet nun bekanntlich, wie schon damals erwähnt, dass im Innern Südostafrikas diese Orte gelegen haben. In der Zeitschrift für Ethnologie nimmt nun der mit indischen Verhältnissen durch vieljährigen Aufenthalt im Lande vertraute Professor Gustav 0 p p e r t das Wort, um seine Überzeugungen in dieser Frage kundzutun. Diese gipfeln kurz in folgendem: Tharschi sch oder Tartessus liege allerdings in Spanien, aber die Jude* haben nie in Verbindung mit diesem Orte gesunden. Wenn erzählt wird, dass sie auf ״Tharschlschschiffen" nach Ophir gefahren seien, so sei dieser Ausdruck als Sammelname aufzufassen, wie man auch zu unseren Zeiten von ״Grönlandsfahrern“ cd«>r ״Indienfahrem“ geredet habe, nur um mit diesem Worte eine bestimmte Bauart und Grösse von Schiffen zu bezeichnen. Tharschisch habe dann die Bedeutung von ״Meer“ erhalten. Das ursprüngliche Ophir habe kn südlichen Arabien etwa bei Hadramaut gelegen, in der Gegend des jetzigen Dhofar, welches Wort mit dem alten Namen des Goldlandes verwandt sei. Schon zu Davids Zeiten aber habe man die Bezeichnung Ophir auf andere goldreiche Erdstriche übertragen. Upper! meint, dass alle ostafrikanischen Ooldlände; unter diesem Namen begriffen wurden. Der phönikische König Hiram habe mit Salomo zusammen alljährlich Flotten von ״Tharschischschiffen“ nach Arabien und Afrika, also nach ״Ophir", geschickt, alle drei Jahre aber eine sol .he nach Indien, wo (ausser Gold) Elefantenzähne, Affen und Pfauen eingetauscht wurden. Die biblischen Ausdrücke für diese Waren seien urindischen Ursprungs und nicht hebräisch; auch sei Indien trotz der gegenteiligen Behauptung des Dr. Peters immer ein golderzeugendes Land gewesen. Der Haupthafen, den die jüdisch-phönikischen Schiffe angelaufen hätten, sei Musiris gewesen, das im südlichen Teil der Westküste Vorderindiens unfern dem heutigen Cochin gelegen war. Das Land Goschen von heute. Über die Geographie dieses Gebietes sind eingehende Studien angesteilt worden, und wir wissen daraus, dass wenigstens der wichtigste Teil von Goschen dem heutigen Wadi Tumilat entspricht, der sich als ein weiter Streifen von fruchtbaren Fiussablagerungen aus dem oberen Nildelta bis in die Gegend von Ismaiiia und zum Suez-Kanal binzieht. Schon seit dem Altertum wurde das Land Goschen von einem Kanal durchzogen, der von dem Peiusischen Arm des Nildelta nach dem sogenannten Bitterseen veriief und dann weiter zum Roten Meer führte. Diesem Kanal soll das Wadi Tuniiat seine ausserordentliche Fruchtbarkelt zu verdanken haben, und zwar bis in die neueste u