Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1904)
- Date
- 1904-01-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5. s«jt« 44. _JÜDISCHE RUNDSCHAU. Nachbarländern verwandt werden soll Spenden für den Nationalfond werden In jeder Höhe angenommen. Für diesen unter den Zionisten überaus populär gewordenen Fond soll in Gesellschaften, bei Festlichkeiten, bei freundschaftlichen Zusammenkünften, durch Ablösung .von Telegrammen u1!d Gelegenhcitsspenden nach Kräften gesammelt werden, , Jeder Jude, der sich zum Basler Programm bekennt, drückt diese seine Zustimmung durch alljährliche Zahlung des ״Schekels“ aus. (Schekel ist die Bezeichnung für die Münze, die in alten Zeiten jeder Israelit bei Volkszählungen zu entrichten hatte.) Ais Schekel gilt in jedem Lande die Einheilsmünze (in Deutschland 1 Mark). Seine Zahlung berechtigt! zur Ausübung des Wahlrechts zu den Kongressen. Die zionistische Organisation ist in Sonderorganisationen, in den einzelnen Ländern der Erde eingeteilt. So gibt es eine; deutsche Landsmannschaft, ebenso eine englische, russische. | amerkanische. südafrikanische etc. etc. Die Zentrale der! Zionistischen Vereinigung für Deutschland befindet sich in. Köln a. Rh״ ihr Vorsitzender, der Führer der deutschen I Zionisten, ist Herr Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer in ‘ Köln a. Rh. In den einzelnen Städten bestehen zionistische OrtszrunDe״. Der Ben rag zur hiesigen Ortsgruppe, der Breslauer Zionislsehen Vereinigung, beträgt vierteljährlich mindestens 1 Mark. f Das Zentralorgan der Partei ist die in Wien erscheinende J״s 2her ausserdem noch zahlreiche zionistische Blätter. So gibt die Zionistische Vereinigung für Deutschland die allwöchentlich in Berlin erscheinende ,.Jüdische Rundschau“ heraus, deren Abonnementspreis vierteljährlich 75 Pf. beträgt (durch die Breslauer Zionistische Vereinigung bezogen). Es wird dringend geraten, die ..Rundschau“ zu abonnieren, da s:e dem Leser ermöglicht, den Entwicklungsgang der Bewegung m grossen Zügen zu verfolgen, r!1d ihm immer neuen Stoff zur inneren Verarbeitung und zur Vertiefung seiner zioirslschen; 11:e»zeugung b etet. Wir werden uns erlauben. Ihnen während des nächsten Monats die ..Jüdische Rundschau" gratis zuzu- 1 stellen und hoffen dann eine Meldung zum Abonnement von! Ihnen zu erhalten. Wegen Einsendung von Spenden für den Nationalfond. Be- Stellung von Aktien für d:e Kolonialbank. Meldungen zum Abonnement auf die ..Jüdische Rundschau", Einsendung d״s Schekels, des Mitgliederbeitrages oder neuer Bc'triftserklarungep, ween Bestellung von zionistischen Broschüren und Kongrejss-Protokollen. oder mit Anfragen, die die zionistische Bewegung oder damit Zusammenhängendes betreffen, bitten wir Sie. sich an den Vorsitzenden der Unterzeichneten Verelnigung, Zahnarzt Hugo Schachtel, Ohlauersir. 61II, wenden zu wollen. Selbstverständlich ist es Pflicht eines jeden Einzelnen, die zionistischen Ideen in privaten Kreisen nach Möglichkeit zu propagieren, sein eigenes jüdisches und 7ionist:sches Wissen zu vertiefen und allenthalben für jüdische Wohlfahrt einzutreten. Der Verstand der ״Breslauer Zionistischen Vereinigung“. Hugo Schachtel, Dr. Arun Sandler, Zahnarzt. Arzt. Dieses Vorgehen dürfte sich in allen Ortsgruppen errmfehlen, ln denen grosse Agitationsversammlungen stattfinden, die ansehnlichen numerischen Zuwachs bringen. Nur müssten Irrtümer vermieden werden, wie das Missverständnis, als könnte und sollte der Nationalfond für irgend welche andere Länder Verwendung finden, wie etwa Cypern. Wädi-ePArlsch oder Ostafrika. Der Nationalfond ist ausschliesslich für Grund und Boden in Palästina bestimmt. Berlin. In Ostdeutschland werden Verhandlungen in allernächster Zeit stattfinden, u. a. in der Provinz Posen, in Samtcr, Schroda und W o n g r o w i t z,j wo voraussichtlich Dr. Sonderling, und;n Kempen wo wahr- Scheinlich Dr. L i 11 m a n n sprechen wird. In Westpreus.sen wird in B r i e s e n Dr. Blau, in Schwetz Dr. L e v y referieren, in T a r n 0 w i t 7. in Oberschlesien hat Dr. Kassel einen Vortrag übernommen. Berlin. Sonnabend. 23. Januar, hielt in einer Gesamt- Sitzung der Akademisch -zionistischen Grup p e. Dr. Emil Cohn einen Vertrag über die L e b e n s v e r 11 ä 11n i s se der rumänischen Juden. An der Hand des reichen Materials, für das er vortreniiehe Quellen hatte benutzen kann er.. gab der Redner ei: •ca ir.tere־santen und lehrreichen l'e'r er!'!ick über die G; esc! rvr.te unserer r:: mär: sehen Stamm es ״er. oss en und ihre gegen!wa rüge Lage. Fr 7. ״r -f •o - ' K k w « , (lass die durch dr is i lausi ererz esetz 1:1 :J! h־‘׳sf)*' J»*r$ K״ ::dwi :rk ergesetz gcsc han :ene L* ki c der r um un.scn01 ז JüuCP * ״.och weit trauriger ist. als die der russischen. 1 sinnumrsgenosse aus Rumänien bestätigte 1 anwesender־.: Geten Dr. Cohns und fügte noch weitere Am: Posen. Die verdirb Re da!־ bitte ich, in nächste: Namir. veröffentlichen, welche ohne gefasst wurde: ״Die Ziomstis; dass ic in unerschütterlicher 1:!ben ie Atisfiihr!:: hinzu. tioti der ..Jüdischen Rundschau'• .־r folger.de Resolution zu D e b a 11 e und einstimmig :he Ortsgruppe Posen erklärt. zum A.-K. und ihrem rgebenheit hochverehrten Führer Dr. Herz! hält. Sie protestiert energisch gegen alle Versuche, unsere Organisation zu erschüttern. Sie fordert das A.-K. auf, rnit aller Kraft die Di$zi״i;:1 der Bewegung aufrecht zu halten und den Majoritätsbeschlüssen der Kongresse Respekt zu schaffen.“ I. A.t Der Vorsitzende. Dr. Jeremias. Gross-StrehÜtz 0. S. Sonntag, den 20. Dezember 1903: Makkabäerfest. Fast die ganze Gemeinde anwesend. Festredner Dr. Littmann-Berlin. Festspiel Dav. Markus von (VJ.Ster) Dr. Cohn, Singspiel humor. Vorträge und Counletis. Viel Apolaus. Reiche Einnahme und Ueberschuss, Nationalfond. (Verspätet) Frankfurt a. M. In der letzten Mitgliederversammlung wurde folgende Resolution gefasst: ..Die •Frankfurter Zionistische Vereinigung bedauert im Hinblick auf die Charkower Beschlüsse eine derartige dem Kongressbeschiuss zuwiderlaufende Insubordination und spricht dem Aktionskomitee ihr besonderes Vertrauen aus. Berlin. Die überaus rührige Ortsgrtr״e Duisburg a. Rh. versandte an ihre Mitglieder folgendes Zirkulär, das der Auf- Staatsbibliothek gelangt ist fällt insbesondere durch die An- ( läge auf, da jedem Verse die hebräischen Anfanesworte . vorausgesch-ckt sind, sei es, dass demjenigen, für den sie ’ bestimmt war, der hebrä:sche Text r.ur amzedeutet zu werden ‘ brauchte, oder dass die Entstehur.eswcise und der Zweck i der Arbeit dies mit $ich brachte. Die Varianten steilen zwar j im allgemeinen nur verschiedene Schreibarten dar, es s״d aber darunter auch einige bedeutendere Lesarten, die das Fragment als einen Zeuger, den übrigen wenigen Textzeugen beiordnen. * Die älteste •persische Prosahandschrift, die man bis jetzt kannte, stammt aus dein II. Jahrhundert; es ist eine Abhandlung des Muwaffäq Ibn 'AH von He rät und befindet sich in Wien. Nun hat Dr. A. Stein auf einer archäologischen Reise in Chinesisch-Turkestan ein persisches Schriftstück entdeckt und erworben, das In hebräischen Lettern geschrieben Ist und dem frühen 8. Jahrhundert angehört, also über 200, Jahre älter ist. als das bisher älteste jüdisch-persische Dokument in der Bodleiana zu Oxford. Da es zugleich das einzige Beispiel früh- ■ hebräischer Schrift dieser Gegend ist. so verdient es doppelte j Beachtung, trotz seines geringen Umfanges. Infolge dieser seiner Wichtigkeit wird das merkwürdige Stück in dem letzten Hefte des Journal of the Royal Asiat ie Society mitgeteilt und ,eingehend besprochen. . Es ist ein Bittschreiben, das ein ge* wisser Jaztd an den Ispahbud, Fürsten von Tabaristän, sandte, zugleich mit einem Lederriemen als Geschenk, um seine Sühne zu bekunden. Dass die beiden Juden — denn um solche hande!t es sich — mit einander persisch korrespondierten, hat nichts Auffallendes, wenn man bedenkt, dass auch arabische Schriftsteller ihren Personen persische Worte in den Mund legen. Selbst die Gottheit wird in dem vorliegender. Schreiben mit persischen Namen bezeichnet, ein Beweis für die führende Stellung, die diese Sprache damals im vordem Orient einnahm. Das Schreiben selbst ist leider zu stark verstümmelt, als dass es einen zusammenhängenden Sinn ergäbe. Der grössere Teil des Briefes beschäftigt sich mit Einzelheiten des Verkaufes von Schafen, worin sich der Schreiber, offenbar selbst ein Schafhändler, Aber unredliche Behandlung zu beschweren scheint. Ton, in dem er schreibt lässt erkennen, dass er sich an eine über ihm stehende Persönlichkeit wendet an einen neuen Regierungsvertreter, den er bittet einige ihm übriggebliebene Schafe zu verkaufen. In einem Hinweis auf Ophlr und Tarscblsch hatten wir kürzlich einer Arbeit gedacht in der die hinter'mdische Halbinsei Malakka für das alttcstamentlichc Ophir und die Insel Ceylon für die Stätte des OVtes Tfiarschisch erklärt wird.