Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1904)
- Date
- 1904-01-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 37. No• 4. ~ ־ JÜDISCHE «UNDSCHAU. geldern sofort zu beginnen. Agitieren deshalb auch 1 Sie fleissig bei Freunden und Bekannten, lassen Sie sich { den Schekelverkauf recht angelegen sein, und seien Sie sich dabei allzeit bewusst, dass Sie auf diese Weise immer wieder ein Steinchen beitragen zur Errichtung des herrlichen Baues, der als Endziel uns vorschwebt. Mit freundl. Zionsgruss: Die Schekel-Kommission. I. A. Adoli Hot mann, Aachenerstr. 66. j Aui Wunsch der Ortsgruppe Köln bringen wir hiermit dieses Zirkular zur Kenntnis, und geben damit andern Gruppen } Gelegenheit, nach Bedarf diesem Verfahren zu folgen. Berlin. M o n t a g. d e n 25. J a tt u a r. a b e n d s ®4P U h r, veranstaltet die ״Hasmonaea״ im Saale des Motel .,König von Portugal“ einen Vortragsabend. H e r r Dozent D r. 3. E1 h 0 g c n wird über ״Don Jose f von Naxos und seine Palast«- «tischen Kolonie 11“ sprechen. Gäste sind herzlieh w i 11 k oin men. Berli’ji. Nächste Versammlung der Akademischen Gruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung am Sonnabend, 23. 1. 1&0J, abends 9 Uhr. im Saale des Hotel Cassel. Burgstrasse, Vortrag des Herrn Dr. Emil Cohn: ״Die Lage der Juden in Rumänien.’• Gaste* willkommen! Berlin. ‘ Die Akademische Gruppe der Berliner zionistl- 'sehen Vereinigung ' veranstaltet Donnerstag, d. 2$. d. Mts., abends 81-־ Uhr, im Eiskeller, Chausscestr. SS. Studentenve'samrr.Iung. in '', sch-nationale Frage” spr der jv rü!־. eine öffentliche Z l o c i s t i über ..Die Danach freie Disungsgenossen die drin- D ו v küss io ח. Es ergeht an alle Ges: . gende Mahnung, in ihren Bekanntenkreisen für einen mogl chst zahlreichen Besuch der Versammlung zu wirken, besonders sind Gegner mitzubringen. Berlin. Am Dienstag, dem 12. d. Mts. fand in der Brauerei Königstadt die zweite der von der zionistischen Vereinigung in dieser Woche veranstalteten Bezirksversammlungen statt. Der an^ekündigte Vortrag ״Die Assimilation im Haushalt des nationalen Lebens“ konnte nicht stattfinden, da Herr Dr. Zlocisti am Sprechen*verhindert war. Für ihn sprang in dattkenswerter Weise Herr Dr. Sonderling ein. In blühender Sprache und mit zündender Beredtsamkeit entrollte er vor der gut besuchten Versammlung ein ar.schaulicehs Bild der historischen Entwickelung der Judenfrage. Berlin. Am Mittwoch, dem 13. d. Mts. sprach D r. J 3 cobsohn in den Oranienburger Fcstsälen IChausseestr.) über die .,Lösung der Judeufrage“. Au den Vortrag schloss sich eine sehr lebhafte Diskussion, die durch eine lange Reue des Herrn Referendars Dr. Jaffa eingeleitet wurde. Der Redner, der zu den Häuptern der Verewigung deutsch-nationaler Juden gehört, brachte die altbekannten traditionellen Emwande gegen den Zionismus vor tir.a wurde von den ziomsttsehen Redner unter dem Beifall des Publikums ad absu r dum geführt. Von unseren Gesinnungsgenossen beteiligten sich an der Diskussion die Herren Dr. Klee, Dr. Goldberg -Neuenahr und Dr. Jungmann. gefunden werden müsse, in welchem die Juden nicht unterdrückt werden könnten, wie es heute in allen Ländern der Fall sei, ein Land, in weichem sie sich entwickeln, und ausleben könnten narh ihrer geistigen Eigenart. ״Kultur", sagte Redner, bestehe in dem Ausbau des eigenen Se'bst eines Volkes!“ Nicht aus dem Antisemitismus sei der Zionismus herausgewachsen, sondern aus dem berechtigten Bestreben des jüdischen Volkes, sich seine Freiheit zu erkämpfen. Wir Juden brauchen nicht für die Völker-Hatmonie zu sorgen: unsere Aufgabe soll es Se n, dahin zu wirken, dass der Ton, auf dem wir ansenlagen werden, ein reiner und voller sein. — Dann wird er die Harmonie nicht stören, sondern erst voiitonend machen. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit waren die zahlreich erschienenen Zuhörer den interessanten Ausführungen des Redners gefolgt und reicher Beifall lohnte den durchdachten Vortrag. Cie Diskussion, die anfangs nicht recht in Gang kommen wollte, führte späterhin zu heftigen Debatten und zeitigte die verschiedenartigsten Auffassungen. Da s!c sich besonders um die Abgrenzung der Gebiete der Begriffe Nation und Gesetz bztl. Religion bewegte, so traten grössere Gegensätze hervor, als dies sonst der Fall ist. Aber es ist gut, dass man in kleinem Kreise einmal sieht, wie geiührlich es ist. das cinigcndcMoment. d. h. das politsche, in den Hintergrund und das Trennende in den Vordergrund zu stellen. Doch wegen zu stark vorgerückter Abendstunde — es war schon rach 12 Uhr — musste ich nur Versagen, derselben bis zum Schlüsse beizuwohnen. Der nächste Vortrag der ״Jüdisch-nationalen Frauer,Vereinigung“ findet am 25. Januar statt. Frau Regina Holländer wird über ״Die Juder. in Polen" sprechen. A. Duisburg. In der hiesigen Zionistischen Vereinigung wurde am 18. Januar d. J. Dlger.de Resolution gefasst: ..Gewillt, jeden A1.gr::: auf ims.-re festgefügte Organisation mit aller_Kraft zurückzuschlagcn, versichern wir unsere hochverehrten Führer unseres unerschütterlichen Vertrauens. Regensburg. Wir teilen hierdurch mit, dass in der am 5. Jan. (17. Tcbeth) stattgefundenen Generalversammlung folgende Herren in den Ausschuss gewählt wurden: Kaufmann Rudol: Weiner 1. Vorstand, Reisender Julius S t r a u s s 2. Vorstand; Prokurist Alois N a t z I e r Schriftführer; Kaufmann Leo R 0 s c n b l a 11 Kassierer; Kaufmann Meyer N'allashcimer, Prokurist Oscar G r ü n h u t und Geschäftsführer Alex Schnfirmann Ausschuss. Die Verein!- gung zählt mit den auswärtigen 63 Mitglieder. Regensburger Zionistische Vereinigung. Alois Natzler. מ 'i Rundschau. ja tn 1' A Die Gleichstellung der Juden vor dem Gesetz Ist Im Deutsehen Reiche Illusorisch, wenn die fremdländischen Regierungen die preussischen Staatsbürger deutscher und polnischer Nationalität einerseits und jüdischen Stammes andererseits unterschiedlich behandeln dürfen. Das ist dem nationalüberalen Berlin. In der am 18. d. Mts. im Königshof (Bülowstr.) abgehaltenen Distrikts Versammlung unter Vorstz des Herrn Dr. Klee erörterte Herr Dr. Citror! die F.ntstehunesgeschichte und die Bedeutung des Zionismus. Die etwa einstündigen Ausführungen des Redners waren nicht nur klar und überzeugend, sondern brachten auen zahlreiche neue Gesichtspunkte. In der sich anschliessend•»״* Diskussion erwog Herr Dr. Feitelberg die augenblickliche Opportunität für die Besitznahme Paläst’nas. Seitens eines Herrn Seratnbe (?) wurden sozialhumanitäre und ethische Bedenken gegen den Zionismus vorgebracht. Ihm traten in kurzer Erwiderung die Dres. Mühsam und Jaiowicz entgegen. In einer rhetorisch und inhaltlich gleich meisterhaften Betrachtung des Zionismus vom ethischen Standpunkte aus räumte Herr Dr. Klee die letzten Zweifel hinweg. — Es war eine wohlgelungetie und auch für den m der Bewegung ergrauten Zionisten äussert reizvolle Sitzung. BerUtu Die ״Jüdisch-nationale Prauenvereinigung“ hielt am 14. Januar im Fürstenberg-Bräu eine Versammlung ab, in welcher das Thema ״Die Lösung der Judenfrage‘* behandelt wurde. Der Vortragende wies darauf hin, dass es nicht so sehr eine Juden frage 7» h«nrwnrten. als ein Juden Problem zu lösen gäbe, das auf historischen Qesetzen beruhe. Die Lösung bestehe darin, dass ein Land Herrn Hasse klar und bekannt. Herr Hasse, der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, hat bei allen antisemitischen und konservativen und vielen andern Blättern durch einen in dem oiiizielten Organ der Alldeutschen veröffentlichten Vorschlag, der ן entsprechend dem von ihm im Jahre 1S95 im Reichstag gcj stellten Anträge die Fernhaltung der russischen Juden zum! Zweck hat, lebhaften Beifall geerntet. Die Handhabe hierzu J sollen die Handelsverträge blet.'n. Das ganze deutsche Wirt- I schaftsleben steht unter de״ Spannung der deutsch-russischen ן Handelsvertragsverhandlungen. Die Höhe des deutschen; Roggenzolles und der russischen Maschinenzölle halten die Geschäftsw׳e!t in Atem. Herr Hasse weiss etwas weit wich- I t'ge res: die jüdischen Geschäftsreisenden. Diese fallen in Russland, wenn sie deutsche Staatsangehörige sind, unter die allgemeinen polizeilichen Ausnahmegesetze, die der Zarismus gegen die Juden erlassen hat, in verschärftem Sinne, zuwider de n Gesetz, das in Russland noch mehr als in anderen Ländern ein Stück bedrucktes Papier ist. Herr Hasse wünsch» nun dieses Juwel russJscuer Staatsw*eisheit durch eine unschelnbare, redaktionelle Änderung der Vertragsbestimmungen