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Jüdische Rundschau · 1904-01-15 · Heft 3 (15.1.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 3 (15.1.1904)
Date
1904-01-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. o. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 27. am frühen Morgen alte Juden entwaffnet, ihnen'die Knüppel abgenommen, die sic zur Selbstwehr bereit hielten, sic auseinandergetrieben und sich somit gegen jeden Widerstand von dieser Seite sichergestellt. Die• Schutzmänner schritten den Banden voran, als ob sie ihre Führer wäicn und zeigten den Exzedenten die jüdischen Häuser. Die Revieraufseher und Pristaws (Palizeihaup.tleute) vcranlassteu Ausschreitungen, indem sie dem Volke zuriefen: ״Schlagt tos mit die Juden, es wird euch nichts geschehen!־‘ Endlich hat die Polizei noch vor Ostern dem unwissenden Volke verkündet, cs sei ein kaiserlicher Erlass ergangen, wonach zn Ostern drei Tage lang aut die Juden losgeschlagen werden solle. Alles das zusammen, dessen Aufdeckung vor dem Uerichte den Anwälten‘nach grossen Anstrengungen gelungen ist, lässt keinen Zweifel darüber zu, dass die Kischinewer Exzesse von den Behörden organisiert worden sind und dass die Angeklagten nicht aus Beweggründen gehandelt haben, von denen der § 269 des Strafgesetzbuches spricht. Die Augeklagten werden des Ungehorsams gegen die Obrigkeit besohl!!- digt, während sich!!:rausgestellt hat, dass sie in Erfüllung der obrigkeitlichen Verfügungen tätig waren. % i r s? | Nachrichten aus Palästina. i■*VIT**42T O•»&*?׳«•*ig •<« 2*««יס (Aus ״A 11 n e u 1 a n d“ No. 1). Anglo-Palestine Company. Der Direktor der A. P. C. hat an den Verwaltungsrat des Jewish Colonial Trust in London lind an das Wiener Aktionskomitee den Vorschlag gerichtet, den Kolonisten langfristige Kredite, auf eine Dauer von 2s Jahren zu gewähren. Zur Sicherung der Anleihen sollen Grandstücke und Gebäude hypothekarisch beliehen werden. Nach .Vorangehenden Unterhandlungen mit den Kol• •:־.ist?!: beschloss ferner die A. P. C, nur mit Genossenschaften von Kolonisten in geschäftliche Verbindung zu treten. Die erste Genossenschalt, bestehend aus 25 Genossen, wurde in Pet!1neh-T!ükwah begründet. Die Genossenschaft hafte! für ihre Mitglieder. Acht Oratigcngärtenbcsitzer von Pcthach-Thikwah erhielten von der Anglo Palestinc Company auf Grund gegcnscit'ger Bürgschaft eine Anleihe von 40׳ *M Franken. Bodenankäuie fiir die Arbeiter. Der mit den Geldern des ״Arbeiterfonds“ des russischen Komitees der Cho\vc\ve-Zion von Odessa an der Grenze von Wadi-el-Chanen angekauftc Boden wurde parzelliert und unter die Arbeiter verlost. Demnächst soll auch der an uer Grenze von Pcthach-Thikwah belegene ,.Arbeiterhoden“ parze'liert worden. Nur in Galiläa s;nd noch die Vorbereitungen für eme Arheiteransiedeiung nicht petroffen worden. Jemeniten als Arbeiter In den Kolciiicen. Die neu ge- ^liaffene Organisation der palästinischen Juden in Jaffa (Wa°adjiatn-mcrkaz) gibt sich Mühe, die jemenitischen Juden in den | Kojonieen als Arbeiter an Stelle der Araber verwenden /.u : lassen. Der von den Jemeniten eingesetzte Ausschuss für Ar-! beitsnachweis erliess in der Zeitung ״Haschkafa״ einen Aufj ruf. in dem die Jemeniten vor dem Hausieren und Bettein gej warnt werden und die Allgemeinheit aufgefordert wirJ. s.׳*• , itt ihrer •gewohnten Lebensweise nicht zu unterstützen. 1 Lehrermangel, hi den letzten Monaten wird ein starker Mangel an Lehrkräften für die Kolonieschulen empfunden, ililis'^hrer, die früher ein Gehalt von 40- -50 Franken monatlich erhalten hatten, werden fetzt mit 100-120 Franken honoriert. tim auch dieser steigende Bedarf einerseits sehr-erfreulich ist, so führt er andererseits dazu, dasv ungeeignete Lehrkräfte m:t herangezogen werden Tniisscu. Gute Lehrer haben demnach Aussicht, in den Kolonieen lohnende Beschäftigung zu finden, und ein hebräisches Lehrerseminar, welches den Lehren׳ die nötige Ausbildung liefert, wird zu einem Bedürfnis. Neue Steuern. Das Rindvieh, für welches bis nun keine Abgaben geleistet wurden, soll mit 7 Piaster pro Kopf besteuert werden. Das erste Paar bleibt steuerfrei. Auch steht׳ eine Kopfsteuer bevor, richtiger Einkommensteuer, deren Höhe' zwischen 5 und 1000 Piaster, je nach dem Einkommen des Steuerpflichtige;;, sich bewegen wird. Die Fellachen und Kolonisic•;; \\ erden, wie •*s verlautet, 5 Piaster pro Kopf zahlen, die Kauflentc im Verhältnis zu ihrem Einkommen. In Jessöd-Hama alMi kam es aus geringfügigen Gründen zu einem Gefecht zwischen den Kolonisten imd den henuchharten Arabern. Ein Jude wurde verwundet und verschied einige Stunden darauf. Es ist zu erwarten, dass die blutige Tat von den Behörden in gebührender Weise bestraft wird. 0 K.afr-SahJk, Der Bojen vo!1 Kair-Sahä, der der Jewish Coloni/.ation-Association gehört, soll an di: Kolonisten von Pcthach- Thikwüh bei• löiähriger Amortisation des Kaufpreises verkauft werden. Orangen von F:thach-1 hikwah. Der vor kurzem gegründete Verein• der ()raugegürtenbesitzer von Petkach-Thikwah soll sclion 20 6f״'j Kisten Orangen ä 4 Franken pro Kiste nav.h England a!יgesellickt haben. Bekatmtücii wurde der Verein gcgründet. 11:11 die Zwiscbenlüiudler bei dem •Vertriebe der Orangen 11׳ vermeiden. In Rechöbhötli wurde eine Winzer-Genossenschaft gegrün• det. Jeder Anteil beträgt 6C0 Franken u״d verpflichtet de» Besitzer zu einer Lieferung von 25 Kantar 3׳" kg) Traube״ in die. Kellereien der Genossenschaft. Es sind 2׳» Anteilscheine 1tusyegeken werden und demnach werden 5' 1׳־ Kn mar ver *rbeitet werden. Die Leitung liegt in den Händen von drei Direktoren. Winzerverein in Rischön-Ie-Z׳ön. Rischön-Ie-Ziön gründeten einen Verein. 30 Winzer von der den Zweck hat. einige an die Kolonie angrenzende Grundstücke 2u erwerben. Dadurch wird eine Vcrgrössenmg der lieht werden. Anpflanzungen ermög- ✓VAX I Allerlei. Eint christliche Stimme über Judenmission. Missionen P Palästina. Ich habe mich niemals so recht iiir ,.Missionen‘* 'rwärtr.en können und den Missionsberichteil. besonders den englischen gegengebracht l abe ich stets Misstrauen ent- Es werden alljährlich »> und so viele Chinese!;. au! das Heilige Land bezüglichen Wissenschaften betreiben, beweist die von ihnen herausgegebene biblische Zeitschrift Revue piblique Internationale, die bereits im!2. Jahrgänge erscheint. Die VV*röffentliclu!!gi:n stellen ganz auf der Hohe der modernen Exegese. Auf eme Reihe gediegener Abhandlungen in irtnzöbischer, hie und da auch italienischer Sprache, folgen ergebende Besprechungen der wichtigsten Erscheinungen, eine mehr sinnmansche Besprechung minder wichtiger englischer, iuiienischer, französischer und deutscher Neuheiten, seihst der Artikel in Fachzeitschriften. Dass die Archäologie, Topographie und von P. Lagrange; Das Heiligtum von Petra van P. Savignac u.:d ähnliche. Die reichhaltige Besprechung archäologischer Funde und die eiirigc praktische Mitarbeit hierbei verdient besonders hervorgehoben zu werden. Den Vorlesungen des evangeHsclicn Instituts möchte ich die des Dominikanerinstituts, welche Kt die Zeit von Oktober >963 bis Juli 1904 gelten, gegenüberstellen. I. Neutestamentiiebe Exegese. 2. Aittestameutliehe Exegese. 3. Theologie des Neuen Testaments. 4. Theologe des Alten Testaments. 5. Geographie des Heiligen Landes und Topographie Jerusalems. 6. Hebräisch. 7. Aramäisch. 8 Arabisch. 9. Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. JO. Assyrisch. Im vorjährigen Verzeichnis finden sich noch Einleitung in das Neue Testament, biblische Archäulogie und Aethiopisch. Was die Exkursionen angeht, so hat das üonün'ika-ierinstitut den Vorrang. Es findet jeden Dienstag naclunitu.g ein archäologischer Ausflug statt und monatlich einer, der ׳den ganzen lag beansprucht. Ausserdem sind noch drei vrö: sere Ro׳sen vorgesehen. Um einen Begriff von diesen sogenannten caravaues biliiques zu geben, soll eine Reise kurz skizzier' werden. Von Jericho geht es aut das Ostutc:• -•s Jordan :um Berge Ne ho, uann nach Medeba. von. hier aus siidlieh übe * Dihon, Kerak. Tasile, SclK-bck!;.ich der alte!; Handels- Stadt Petra, deren Ruinen für den Forscher noch weitgehendes!!•!eresse bieten. Von hier aus bewegt sich der Zug nordöstlich über Ledhim, Ziza in die unter Moses bereits erobe־te Hat!!)(־ Stadt Hescbon. die Residenz des Amorrhiterkönigs Slcho:!. Die Rückreise soll wieuer Petra berühren, dann durch die W uste Araba und endlich über Karuttb. Bir-es-heba JBersabee) nach Hebron ihren '.Veg uelnueif. (Köln. Nolksztg.i tiv J Ik^•׳ 'ך*««*►

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