Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1904)
- Date
- 1904-01-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 25. Palästina. Nach Beendigung seines Vortrags brach ein nicht eudcnwollcr.der begeisterter Applaus Ins. In der darauf folgenden Diskussion wurden im wesentlichen von den Herren Rechtsanwalt Dr. I.urie, Hirsch und Dr. Horowitz Fragen gestellt, die der Redner in ausreichender Weise beantwortete. Nur ein Gegner stand auf, der.Rechtsanwalt Dr. Uvi aus Altona, der sich erkühnte. Herrn Dr. Friedcmanu Un- Wahrheiten vor#1 werten. Die scharfe Zurückweisung, die ihm zu teil wurde, war eine wohlverdiente. Ausser den Vorsitzenden beteiligten sich an der Diskussion.noch die Herren Estermanu und Dr. nted. ׳ ßuchholz. Estermaun führte aus. dass nach seiner und seiner Freunde Auffassung in dem erhofften Gemeinwesen völlige Gewissensfreiheit herrschen müsse. Dr. Buchholz.meinte, die zionistische Bewegung so׳, eine sozialpolitische, deren Fntwichelung im übrigen' noch nicht abgeschlossen sei. Fs traten 39 neue Mitglieder der Ortsgruppe bei und ein. namhafter Betrag für den Nationaltonds wurde gespendet. Hamburg. Resolution: Die heute «obend im Theatersaa! des Coiiventgartens zu Hamburg versammelten Zionisten Hamburgs-Altonas und Umgebung erklären, dass s;e in nnerschiittcrlichcr Treue zum Aktionskomitee und ihrem hoehverehrten Führer Dr. Herz! stellen, und dass sie enere׳sch alle diejenigen Bestrebungen verurteilen, welche dahingeheu, die mühsam geschaffene Organisation zu erschüttern. Sie fordern das Aktionskomitee aut, mit allen ihm zusiehendeii Minelu die Diszipli.1 der Bewegung zu wahren, und den Beschlüssen der Kongres'se Achtung zu verschaffen. Hambu Sammlung wurde eine scharfe Resolution gegen die bedaucrliehen Charknwer Beschlüsse einstimmig gefasst. Die Resolution ist der ״Welt‘* und der ״Jüdischen Rundschau“ mitgeteilt werden. Lübeck,!0. Januar 1904־. Die am 9. Tatiuar *1904־ zu Lübeck in überfülltem Saale vollzählig versammelte Ortsgruppe steht in micrscliütterhchcr Treue zum A.-C. und ihrem grossen Führer Dr. Herzi. Sic verurteilt entrüstet die Beschlüsse von Charkow, deren Folge nur sein kann, die mühselig getroffene Organisation und die Disziplin zu gefährden, und fordert daher das A.-C. auf. mit allen ihm zu Gebote stellenden Mitteln den Kongressbe- Schlüssen Achtung zu verschaffen und sich von der bisher bewahrten zielbewussten Richtung nicht abdrängen 7.11 lassen. Die Ortsgruppe Lübeck. . LA.: Dr. Kal tnu s. X V & Rundschau. ’,*A kaC.!# r g, 7. Januar 1910. I Eine judenfeindliclie Gesetzvorlage. Bukarest, 31. Dezetnb. Nach den orthodoxen Wcilntachtsfeiertagea wird im rumänischeu Parlament die Gesetzvorlage des Ministers des Innern Vasile Lascar betreffend die Neuorganisation der Landgemeiitucn ־zur Beratung gelangen. Lascar geht von uer Ansicht aus. Hannover. In der am 6. c־. hier abgehahettei; Agitut'ons- Versammlung fand nach Schluss der öffentlichen Versammlung.; hi der Herr Dr. Friedemarn mit Erfolg sprach, enu- Besprechung der gegenwärtigen Lage statt, als Ergebnis derselben wurJe 1׳;• ehr teilende Resoluf'on einstimmig angenommen: Die 111׳ Hotel Casino versammelten Zionisten Hannovers erklären, nach entgcgetigaiommenem Referat, über di׳* durch die Clnrkower li*'- schlösse hervorgerufene Lage, dass sie 'יי unverbrüchlicher : Treue zum Aktionskomitee und ihrem Führer Herrn Dr. Theodor; Herzi stehen, und dass sic aufs schärfste diejenigen Bestrebungen verurteilen, welche die Einheit der mühsam geschaffenen Organisation gefährde». Sie fordern das Aktionskomitee auf. mit allen ihnen zu Gebote stellenden Mitteln die Autortüt des Kongresses und seiner Beschlüsse zu wahren. Lübeck. Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft hielt tun letzten!sonnabend Dr. Adolf Friedemann. Wiesbaden, in der hiesigen Ortsgruppe einen mit grossem Beifall aufgenommeucn Vortrag über seine Erlebnisse in Palästina. Der Redner schil- ׳Jerte in anschaulicher Weise die Ursachen der te:ls günstigen, teils ungünstigen Etmvickelung der jüdischen Kolonien, lenkte die Aufmerksamkeit der Zuhörer sodann auf das höchst verdcrblichc Treiben der Chalukah-Vcrteiler und wies zum Schluss darauf hin, dass nur eine Grosskolonisation nu: zionistischer Grundlage eine dauernde Errettung unseres armen jüdischen Volkes bringen könnte. An diese interessanten Ausführungen schloss sich eine längere Debatte. \or Beendigung der Verdass es heute allzu zahlreiche Landgemeinden gibt, die sehr kleine Einnahmen haben und infolgedessen den Anforderu ngen au eine gute Verwaltung nicht zu entsprechen vermögen. Da cs rum gänzlich unmöglich ist. die Steuerlast der bäuerlichen Bevölkerung noch mehr zu erhöhen, so wurde zu dem Ausknnftsniittel gegriffen, mehrere kleinere Dörfer zu einem Verwrdtuagsganzen z.u vereinigen, das eine einzige Gemeinde darstellt. In dieser Weise wird die Zahl der heutigen 2905 Landgemeinden auf J313 herabgesetzt und damit nicht bloss eine Verbilligung der Verwaltung, sondern auch eine strengere Aufsicht und Kontrolle über die einzelnen Gemeinden ermöglicht. Besonders wichtig in dem neuen Gesetz sind die Bestimmungen, d e sich aut das Aufenthaitsrecht der Fremden in den Landgemeinden beziehen. Der Fremde, der sich in einer Laudgcmeinde niederlasscn will, muss zuvor die Erlaubnis der Ortsbchörden einholen lind muss zu diesem Zweck ausser einem Sittenzeugnis von seiten der Behörden des Ortes, an dem er hl;• dahin ansässig war, auch noch den Nachweis erbringen, dass er den Vorschriften des Rekrutierungsgesetzes nachgekonuneu. dass er gerichtlich unbescholten ist. dass er ein Gewerbe verstellt oder 1090 Franken besitzt. Die Ermächtigung der Geu e u 1 a n d bat reichlich gehalten, was der Prospekt versnrochcn hatte. Wir kommen in einer weiteren Besprechung aui den reichen sachlichen Inhalt zurück. (Das Blatt ist zu beziehen durch die Redaktion: Dr. S. boskin. Berlin W. 50. Regensb 11 r g e r s t r,?9.) . Ausgrabungen ln Saida, lieber die ergebiüsrexhen Aus- »rabungen an der Stätte der ulten phönizischen Stadt Sidou im vergangenen Frühjahr gibt Privatdozent Dr. Hugo \V i n k I e r, der an diesen Grabungen hervorragend beteiligt war, ui d»*r ..Orientalist. Litera uirztg.“ einen umfassenden Rechcnschattsbericht über die in Saida gemachten Funde und deren ßcdeutung. Es heisst dort: Die Ausgrabungen in Saida (Sidou) sind vom Otumiaiiiseheu Museum mit Unterstützung des Baron Dr. von Landau unter Leitung von Th. Macridy-bey im Mai und Juni 1903 ausgeführt wurden. Die Ausgrabuugsstelle hefindet sich in einer etwa eine Stunde nördlich von Saida gelegenen Plantage, jetzt Bostan-cl-sd! genannt. Sie liegt am linken Ufer des Nähr el au li i Bostreims b ungefähr ein Kilometer oberhalb der Miinduu״. Die Stätte war bereits von Renan besucht worden, der aber die Reste des Mauerw erks für einen alten D imm angesehen hatte. Hier waren beim Steinebrechen mehrere inschritten gefunden worden, wotreh Bod-astar», Enkel Esmuiiazars. dort den Tempel des Fsn.an ssr kodes ,gebaut habe. Eine Nachforschung durch Maciitiy-nev im Jahre 1901 hatte wehere Inschriften derselben Art und eine Anzahl von Bruchstücken geliefert, welche mit dieser Angabe in Einklang standen. Die Ruincnstättc zeigt folgendes Aussehen: Fm Stück vorn jetzigen Flusstifer und naturgenuiss über d-m Flussmveau erheb׳: s:ch ein Ma1k*r\verk aus Steinblöcken von mehr als 1 Meter Länge und ertsmeehender Breite und Dicke. Es besteht aus vier Reihen dieser Blocke und lehnt sich nach hülfen a» de’׳ Bergabiiang. Es hat als Unterbau eines terrassenartigen Hauses gedient, da unmittelbar dahinter der gewachsene Boden oder Fels beginnt Hier wurden die Inscliriiie'n Bod-astaMS gefunden und in zwar auffälligster Lage. Einmal nämlich m dt-r dritten Schicht und daun auf denjenigen Seiten der Steine, welche einander zugekehr» waren, sodass s׳e also stets nrsich'ltar w aren. Die erstere Erscheinung. die Anbringung in der dritten Schicht, erklärt sich bei der Untersuchung des Mnucrwcrks. Die Schichten 3 und -4 zeigen nämlich eine ganz andere Ausführung als 1 und 2. Die Steine sind sehr sorgfältig aneinander gepasst, teilweise mit Zeichen in roter Farbe für die Bauleute versehen und so genau zusammetigdiigt, dass n׳au kein Federmesser ind־.• Fugen einiiigeu kann. Die beiden äusseren zeigen eine viel weniger" feine Ansiiilmmg. die Steine;mgenschciitlich schon irühcr benutzt 4