Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1904)
- Date
- 1904-01-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 2. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 17. blühen der Zionismus sich bciindet, und dass sich eine Spezia-! litüt herauszubilden bemüht ist, die es auf Zionisten und zionistf- ׳ sehe Kassen abgesehen hat.׳ Wir. Reben daher Kern einer An- ׳ regung unseres Freundes Schachtel in Breslau statt, dass die grösseren Ortsgruppen zu einer Erklärung zusanunentreten .mögen, dass keiner, der sich auf seinen Zionismus beruft, von uns eine Armenunterstützung erhält. Dr. Heinrich Loewe. | Rundschau. | Beitrag zur Gleichberechtigung der deutschen Juden in den polnischen Laudcsteiieu der preussischen Monarchie. tWird fortgesetzt.) Ein Anschlag in der Kgl. chirurgischen Klinik z u B e r I i n, Z i e g e I s t r. Schwarzenau, den usw. __ Ein evangelischer praktischer Arzt unter Bewilligung von Staats-Unterstützung gesucht. Die näheren Bedingungen durch den Herrn Landrat in Witkowo zu erfahren. Ich bitte seitr ergebenst, in geeignet erscheinender Weise diese Vakanz den jungen Herrn Medizinern bekannt zu geben und sie zu Meldungen bei dem Herrn Land rat m Witkowu anzuregen. Die Stelle bietet eine sichere Existenz. Severin usw. In energischer Weise wann die zionistische Parteileitung vor einem Versuch, in Südafrka jüdische Auswanderer als Minensklaven zu verkaufen: Ein Herr Lewisolm;11 Berlin erbietet sich der Trausvaaler Minenkammer, ihr 1'XiUJ'l russischjüdische Arbeiter zu einem Monatslüh:! von 2 i.strl. zu verschaffen. Das Anerbieten macht der Herr angeblich für eine! ,.jüdische Auswanderungsgeseüschait in Berlin". Eine der 1rtige Gesellschaft ist nicht bekannt. Eis ist auch nicht wahrscheinlich, dass eine Gesellschaft, die wirklich ernste Arbeit leistet, ein solches ungeheuerliches Anerbieten machen werde. Der Unterhändler Lewisohn, wenn der Name nicht etwa eine Deckadresse für schmutzige Geschäfte ist, hat also Dinge ar.geboten. über deren Tragweite er sich keinerlei Vorstellung gemacht haben kamt. Die Mir.cnkammer hat den Vorschlag, ohne weiter au: seine Ausnilirungsunmüglichkeit einzugehen, mit der Motivierung abgelelmt. dass sie es nicht zugeben IR iure, weissen Arbeitern einen I.nlm zu bezahlen, der sc• sicherlich in kurzer Zeit dazu bringen müsste, dem Gemeinwesen zur Last zu fallen. Wir hätten dieser bereits in ihren Anfängen gescheiterten Spekulation eines gewinnsüchtigen Konsortiums oder eines einzelnen Goldmachers kaum Erwähmmg getan, wenn nicht einige geschickt lanziertc Notizen die Gefahr gezeigt hätten, dass vielleicht viele unserer Brüder den Händlern mit Menschcmieisch ins Garn gehen. Kenner der südafrikanischen Verhältnisse erklären, dass nicht e'nmal die Kaffem mit dem angebotcue!! Löhne ihr Auskommen finden könnten, viel weniger europäische Arbeiter, die weder das Klima noch die dortigen Lebensbedingungcn kennen. Das Ge- Jährliche eines solchen Versuches würde dadurch noch erhöht, dass ein solches geradezu schwindelhaftes Unterbieten der ortsüblichen Löhne den jüdischen Arbeitern in den andern Arbeitsgenosse!! erimierie Feinde schaffen müsste. Vom Zentralkomitee der Alllar.ee Jsraölite Universelle, in Huris ־gellt uns dazu folgende Erklärung zu: Ein gewisser H. LeGnschn aus Berlin hat neulich in Hamburg die Herren V.örmami. bedeutend.• Schifisrheder dieser Stadt, aufgesucht und ihnen m.itgeteät. d.;ss er von der Alliance Israeiitc Unlvcrseile beauftragt sei. sich nach dem billigsten Uebertahrts- P׳e!Se mich Südafrika zu erkundigen, da diese Gesellschaft!.(.:Ts'üiogtc. in d.v>em Jahre ca. i י״ ״ o russische Jude:! nach. Südafrika zu schicken. Der Allianz ist d'eser H. Levinsolm völlig üii b e k a n n t und diese Gesellschaft hat sic 1; nie mit diese m E n t w u r f e b e f a s s t. Cer russische Rabbiner-Kongress, welcher ־aui initiativ•.■ d-.s berüchtigten Dujan aus Poitawa in der üouvtrnementstadt Grcdr.c hätte statnwuu: sollen, wurde i!n letzten Augenblicke Klmrdiich untersagt. Der Gouverneur von Gradu.o, Staatsrat Ossttrg’n. hat. wie uie ,.Sewero-Sapudnoje Siowo" meldet, di.-s Jen! Rai Inner von Grodno. H a 1 p e r 11, miirdlich mitgeteilt. Der Emberufcr Rabhiuow itsch aus Poltawa, dem auf dem 2. Kongress kein Zionist radikal genug war. •ist Seither einer der tückischsten Gegr.er des Zionismus. In das Aktionskomitee war er bekanntlich rieht gewählt worden. Wenn es ein erneutes Juden.massacrc gebe, so würden, wie die ..M׳-r*!i::g Post" aus Washington meldet, die diplonut sehen Bez ehuugen zwischen Russland und Amerika so gespannt, dass ihr Abbruch möglich sei. Die amerikanischen Juden sind fest überzeugt, dass ein neuer Angriff auf ihre Glaubtnsgeuosscii in K sebinew he vorstehe, und petitionierten bei R0<׳sc\ cb. dass er die Greuel durch \'orsteliungen zu verhütdern suche. Die amerikanischen Konsuln an den versck'eJeneu russischen Plätzen sind zur Berichterstattung aufgefordert worden. Präsident Rooscvelt bat sich bis jetzt noch nicht zu aktiven .Massnahmen veranlasst gc-selien, weil noch kein Aus- 1::uch erfolgte. Aber die Juden stellen für den F'ali jedweder Sch riftstcllcr ltrsg. von Dr. M a x J u n g in a 11 n. Jg. II No. I (Januar 190-D. Von dem prächtigen Witzbiatt ist eine neue Nummer er• schienen, die hinter ihren Vorgängern keineswegs zurückbleibt. sie sogar an Witz und feiner Beobachtung noch überbietet. Schon auf illustrativen Gebiet ist ein ungeheurer Fortschritt zu verzeichnen, und wie sich der Chanukaliieiiebter des Ziegenfeilluindlers Cohn in Pinne zum Christbaum des Kommerziellrat Con r ad in der Tiergartenstrasse (Berlin W.) entwickelte, wirkt einfach drastisch. ״Schicmiel‘• ist sich gewiss nicht b׳ewusst, wie sehr er damit auch der historischen Werdung des Weihnachtsbaumes nahe gekommen ist. Osiridor, unter dem wir wohl mit Recht den unsent Lesern wohlbekannten Dr. Emil Simon son vermuten, wirft prophetische Blicke in das neue Jahr, die mit feinem Spott jüdische Golusbliiten geisseln. Derselbe ״Politische Wochenschaute" hat es in humorvollster Weise verstanden, ein Attentat auf unsere Lachmuskchi auszuüben. Ein neuer Mitarbeiter S. G. hat in einer ״Weltchronik des Schiemici" ein würdiges Biedermayerstück geschrieben, das in so gemütlicher Weise spottet, dass die davon Bctroffenen nicht anstehen werden, herzlich mitzulachen. Es ist die Art Sammy Gronemanns, die sich hier kund giebt. Doch Konneu wir unmöglich alle Glanznummern der Zeitung besonders hervorhebcu. Sie ist eine interessante Leistung und verdient die denkbar weiteste Verbreitung. Für zionistische Feinsehmecker werden noch •ganz besondere Leckerbissen serviert. Kurzum wir empfehle» den Schleime!'* allen tmsern Lesern aufs angelegentlichste. EljSqtm . Rügenwald, Simon Josef: Humor aus deni jüdischen Leben. In Versen wiedergegeben. Zur Unterhaltung für jung utm alt. Frankfurt a. M.: J. Kauffmamt l'Mk (93 S.). 8°. Ein dummes Buch ohne Witz und Humor. Reimereien ohne Form und Inhalt. Alte abgedroschene Witze und Anekdoten mit einer guten Portion von jüdischem ״Rischus". Kurz, dis Buch hat alle Aussicht f!1 Ohrostzko und Labischin ein beliebtes Hausbuch der eingesessenen Bevölkerung zu werden. Wer viel Geld übrig hat. der kaufe es — nicht, und spende lieber iiir den NatuwalionJ. dass er es nicht zu lesen und zu rezensieren notig hat. Eljäqlm. Eine neue Zeitschrift für Orientforsehang wird zu Anfang des Jahres 19. M unter dem Ttel ״Anatole“ erscheinen. Sie wird unter Mitwirkung zahlreicher Gelehrter von Dr. Waldemar Belck w״i Ernst Lohmann heruusgegebcii werden. Den Inhalt des ersten Heftes bildet eine Abhandlung von Belck ..Die Kelischin ־ Stele und ihre chaldiscli-assyrischen Keil- Inschriften".