Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. I Seite 3 Jü D ISCHE RUNDSCHAU. harten Qrosscerau eine Vcrsamml u 11 g abgchalten. in welcher Dr. Lcvy aus Obcringclhcitn über den VI. Kongress referierte. G r u p p e n s i t z u n g vom iS. November: Trayei־ Kundgebung für unser verewigtes Vorstandsmitglied Herrn Siegmund Selig und Referat des Dr. Le vy über zionistische und allgemein jüdische TagestTageu mit anschliessender Diskussxm. Mannheim, 21. Dezember 1903. Zionistische Ortsgruppe. In öffentlicher Versammlung sprachen bis jetzt Dr. Y riedem a n n Wiesbaden über ..Der 6. Kongress“, Dr. Moses von hier über: ״Die Gefahren des Zionismus.“ Die Makkabaerfeier am H. Dezember haben einen grandiosen Verlauf. Julius Simon hielt die meisterhafte Festrede. Für den Nationalfond wurde eine grosse Summe gespendet. Fis war ein selten schönes jüdisches Volksfest. In unserer Naehbarstadt Ludwigshaien hielt der dortige Lehrer S., Wetzler im Verein?. j. G. u. L. einen Vortrag über ״Zionismus“. Unsere Mitglieder Dr. Moses und Jul. Simon waren hierzu erschienen und konnten in der Diskussion unter grossem Beital! der zahlreichen Versammlung den zionistischen Standpunkt ausführlich klarlegcn. Freiburg I. B., den 15. Dezember. Pie Zionistische Ortsgruppe kann mit Genugtuung aui den. Verlauf des gestrig:!« Makkabäer festes zunicki'Iicken. welches in den. Haimoniesükn unter reger Beteiligung seitens der jüJischen Mitbürser, sowie der Studentenschaft abgehoben wurde. Das harmonische Zusammenklingen rein künstlerischer mit natiom!- jüdischen Momenten ■׳ab de::!• Feste einen eigenen Reiz., eine besondere Weihe und fesselte die Anwesenden. Im Mittelpunkte stand die markige Festrede Dr. D :1 n n e!:!; e r g’s aus Strassburg, der mit kräftigen Strichen die Bedeutung de: Makkabäerzeit skizzierte. Aus hervorragenden künstlerischen Leistungen bestand der erste Teil des Programms, der b s gegen 11 Uhr die Anwesenden in weihevoller und angeregte: Stimmung hielt. Darauf folgte ein Bankett von einstunJigזג Dauer, das durch verschiedene Toaste belebt war. Mit u:!!1 Bankett war eine Tombola verbunden, zu weicher von Mitgiiedern und Freunden vielerlei Gaben gespendet worden waren. Diese ergab für die Ortsgruppe ein namhaftes Resultat; sodass wir in der Lage sind, nach Abzug der nicht unbeträchtlichen Kosten dern .Nationalford 150 Mark zuzuweisen. Fine Tanz- Unterhaltung, welche eine grosse Anzahl der Teilnehmer noch einige irohe Stunden beisammenhiel.t, beendigte das wohlgelungene Fest, das als ein Volksfest im besten Sinne bezeichnet werden darf. Stuttgart. Am 2ü. Dezember feierte die Ortsgruppe eine Makkabaerfeier. Anstatt des verhinderten Herrn Julius Simon hielt Pr. Dannenberg die Festrede, ca. 200 Zuhörer, grosse Begeisterung. Guter Erfolg, 10 neue Mitglieder, über 50 Mk. für N a t i o n a 1 i o » d. E. K. Am 27. Dezember hielt die Ortsgruppe Stuttgart eine Propaganda-Versammluitg in Heilbroim. An Stelle des Herrn Dr. Moses, der in letzter Stunde abgesagt hat. hielt Dr. Dannenberg einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag, ca. ISO Anwesende. Gegner: Bankier Gumbel, Max Rosenthal und Rechtsanwalt Rosengart, die den Zionismus als Gefahr für die jüdischen Deutschen hinstellten. Auch Ffeilbronner Bürger traten ihm entgegen. Eine grossere Ortsgruppe bei eifriger Arbeit unbedingt gesichert. Vorerst 9 Mitglieder, weitere Herren wollen bestimmt bei nächster Gelegenheit beitreten. E. K. Würzburg. Am 13. Dezember veranstaltete die hiesige Zionistische Vereinigung ihre Makkabaerfeier verbunden mit einem Wohltätigkeitskonzert zu gunsten der Kischinewer Wa:- seit (Plan Ussischkin). Präzeptor Oppenheimer begriisste die Gäste, cand. jur. M e h 1 e r hielt die Fest- und TendenzrcJe. die Künstler und Künstlerinnen gestalteten das Konzert zu eine« ebenso erhebenden, als genussreichen Feier. Der Besuch׳ wie Erfolg, in materieller \Ge in ideeller Richtung, waren die denkbar. günstigsten. Die M a k k a b ä e r i e i e r, die auch von auswärtigen Juden viel besucht war, vcranlassfe letztere, mit der Zionistischen Vereinigung in Witrzburg behufs Agitation m den Landgemeinden in Verbindung zu treten. Die einleitenden Schritte sind bereits getan. Unsere Ortsgruppe entfaltet durch ihre wöchentlichen Vortrags- und Versammlung*- abend« eine rege Tätigkeit. Breslau. Donnerstag. 17. Dezember, abends 9 Uhr. in: grossen Saale des Konzerthauses Makkabaerfeier unter An- Wesenheit von ca. 500 Personen. Festredner Dr. Sonder- I! n g. Es folgten musikalische und deklamatorische Vorträge (Klavier: Frau Schachtel, Herr Hermann Ccrini, Gesamt: Konzertsängerin Frl. Margarete Conrad. Rccitationcii: ..Euch‘', ״Juda Makkabis Gebet“, ״Gefunden“. ״Sturm“ — Frl. Elsheth Flafau). sowie Lichtbilder von Palästina mit Vortrag von Zahnarzt Schachtel. Während des Tanzes, der bis •4K! Uhr dauerte. Kaffeetafel. (Herzi-Toast Dr. Sandle•׳. Verhsrug von jiid. Bildern und Büchern). Wir gewannen wieder neue Mitglieder, dem N'it'onalfond fielen reichliche Spenden zu. S. T. Rundschau. f 12* di Köln a. Rh., 31. Dezember 1903. Die in der vorigen Woche stattgehabten Wahlen zum ReprüseutanteukoUegium ergaben ei.ie erfreuliche Zunahme der Konservativen, dagegen eine er*? liebliche Abnahme den liberalen Stimmen. Es wurden im ganzen abgegeben: (jetzt 1903): 715 Konservative, •HO liberale Stimmen (dagegen i. J. 1900)• <■»10 615 ״ Trotz der gewaltigen Majorität der konservativen Wähler, die ihre Kandidaten aber nur in der 3. Wählerklasse durchbringe״ konnten, wird die Verwaltung der Gemeinde, infolge des hier noch geltenden Dreiklassenwahlsystems, nach wie vor in Händen der liberalen Partei verbleiben. Leber den Morti.miall aui unser!! Nordau, über den wir in '«׳riger Nummer berichte!«;!, sind unsere Leser auch anderv' eitig bereits unterrichtet. W'üwart־-•:! ab. was die Unters!’..:!;u!!g ergeben wird, um so mehr, als wir gar keine Vorank:-.si!!.g haben, den Gegnern unserer Bewegung Handlangerdienste zu leisten, die nicht einmal davor zurückschrecken, auf unsere Führer Mörder zu hetzen, die sich daun als die ״bessereu /Twiste:';‘־ ausgebc:! n:ü.v>e!:. Lu!;:!n gibt an. einer von den ״besseren Zionisten" zu sein. Die Untersuchung wird vielleicht aber doch ergeben, in w eich e m antizionistischen Cercle die Mordtat ausgeheckt wurde. Einstweilen wird freilich über de!. Zionismus frischweg vom Leder - ־- ״ gelogen, was das Zeug halten will. Was der offizielle Antisemitismus darüber zusammensclireibt, können wir mit. Stillschweigen übergehen. Aber wir wollen wieder konstatieren, dass das freikonservative Blatt, das stets die Juden durch seine gehässigen Angriffe 1:nd \ erdüchtigungeii veranlassen will, in den polnischen Provinzen unserer Monarchie gegen die Polen zu stimmen, auch hier wieder du reit seine gemein-antisemitischen Ausfälle den Ton angibt. Die ״Post“ benutzt eben den Vorfall zu einer neuerliehen Anpöbelung der Zionisten, deren stetiges Zunehmen ihr den Beweis liefert, dass auch die Posener und westpreussisehen Juden nicht mehr lange gewillt sein werden, für die antisemitischen Deutschen Kastanien aus den: polnischen Feuer zu holen. Unschuldiger ist Kar! Schneid t in seiner ״Zeit am Montag“, in der er ganz unvcrhüllt seinem Neid Ausdruck gibt. Er ward«- gar nichts dagegen haben, wem ihn jemand durch einen unblutigen Mordanfall ״berühmt" machen. würde. Dagegen hat die ״Berliner M n r g e ח p ü s t", in deren Redaktion der gewesene Jude Conrad Alberti sitzt, einen mit C. A. gezeichneten Artikel ״Die Zionisten unter sich" gebracht, der so ziemlich alles, was von Amward* tmd Genossen geleistet wo־׳- den ist, überi'ietet. D«e ״Beiliner Morgenpost“ hat den Vorfall zu einem nichtswürdige,! Artikel benutzt, der gleicherweise am Judentum wie au Nordhü persönlich das Mütchen kühlt. Auch, die jüdischen PrivatKätte! haben sich 1!a!ür!.'ch mit dem Vorfall beschäftigt. Das Üigan der ״Adass Jisroel” in Berlin, die ״J ii d i s c!1 e Press e" leitet die bezügliche Notiz mit ioigendem für den ״Geist“, der in ihr herrscht, charakteristischen Worten ein: ״Die fanatische Verwirrung, welche der Zionism t! s :11 den Köpfen seiner Bekenner vielfach anrichtet, hat hierseihst (tu Parts — geschrieben ist ü־as freilich in Berlin NAV.) ein krasses Resultat gezeitigt, indem sie einen Zionisten zum — Verbrechen trieb“. Die ״Jüdische Presse“ hat, seitdem Dr. Hirsch Hildesheimer nicht mehr iiir den Zionismus agitatorisch auftritt, sich vielfach zum Organ zionistem'einUlichcr Tendenzen gemacht. Im allgemeinen kann es uns wenig interessieren, wie ihre drei Leser über den Zionismus unterrichtet werd•!:. Aber sie sollte sich doch gesagt sd;1 lassen, dass die Zionisten diesen endlosen Anfeindungen nicht dauernd ״stumm