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Jüdische Rundschau · 1903-12-25 · Heft 52 (25.12.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 52 (25.12.1903)
Date
1903-12-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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׳:ו No. 52 JÜDISCH!: RUNDSCHAU Seite 565!י; fl ';'#י * 1׳ .!4׳ I' ־ . יh j\ - f; ' * I ן ך4 $7' 7 i r■ r \ I wcils gewählt werden und die Orthodoxen nur zum Kongress kommen und wählen könnten, wer ihnen passe. Nachdem noch Or. Schauer seinen Standpunkt.zur Orthodoxie und zur Rcli* giou über eine Interpellation anscinandergcsctzt. wurde die Versammlung geschlossen. Rcgcnsburß. Am 24. Oktober 1903 (3. Cheschwan 5664) hielt unser 2. Vorstand, Herr Julius S t r a u s s. einen Vortrag über den sechsten Zionistenkongress in Basel. Er schilderte die Vorgänge 'während einzelner Sitzungen, besonders lebhaft derjenigen iiker das Ostafrikaprojekt und resümierte, d »ss die Tatsachen es beweisen, dass der Zionismus lebe und sich entwickele, so dass die Welt nicht mehr gleichmütig demselben gegeniihcrstelie. Der Vortrag fand den lebhaften Beifall der allerdings nicht sehr zahlreichen Zuhörer. Ungleich besser war unsere gcstrjge M a k k a b ä cr f e i c r besucht, die in sehr gelungener Weise verlief. Den Glanzpunkt des Abends bildete die Rede unseres Vorstandes. Herrn Rudolf W einer, der auf die Bedeutung des Festes hinwies und betonte, dass ebenso wie zur Zeit der Makkabäer, es auch heute unsere eigenen Statumesgenossen seien, die uns Juden in der Verteidigung unserer Rechte, in der Erstrcbung eines hohen idealen Zieles, in die Arme fallen und unsere grössten Widersacher sind. Wie aber damals die kleine Schar infolge ihrer heldenmütigen‘Ausdauer durch .Kampf zutu Sieg gelangte, so werden auch wir, die Makkabäer der Jetztzeit, sofernc wir den Mut nicht sinken lassen, unser vorgestecktes Ziel erreichen. Zuletzt ergriii noch der! mit seiner Frau Gemahlin anwesende Herr Distriktsrabbiner l)r. M eycr das Wort, um gleichfalls über die Bedeutung der Feier zu sprechen. Herr Rabbiner Meyer ist ja als guter Redner bekannt und deshalb fanden sein;• Morte, sowie der warme Appell, den er an die Zionisten richtete, treu bei der Fahne auszuhnltcu. den lebhaftesten Beifall der Anwesenden. a a׳a a׳a*av. a*a־a a a a j. a j. aa aaa a a .׳. a a a a a a a a #9 Rundschau. j-a ני-5 נ<ז* גצו Auf unseren Nordau wurde geschossen. Be! der von den Pariser Zionisten am Sonnabend, 19. XII. abends, veranstaltuen Makkabaerfeier gab ein ärmlich gekleideter junger Mann zwei Revolvcrschüsse auf Dr. Max Nordau ab. Dieser wurde nur von einer Kugel gestreift, während die andere einen de! Gäste, namens Ossowetzki, verletzte. Nach seiner Festnahme sagte der Täter, der sich Chaim Selik L u b a n nennt, aus, er sei russischer Revolutionär und durch das Los bestimmt worden, Nordau zu erschiessen. Paris, 20. Dezember. Man vermutet, das Luban geiste»- krank ist. Paris, 20. Dezember. Der .wegen des Mordversuchs afcl Dr. Max Nordau verhaftete Luban erklärte, er habe Nordau deshalb töten wollen, weil er im Widerspruch zu dem ursprfmglichen Programm der Zionisten auf dem Basler Kongress für das Anerbieten Chamberlains betreffend Gründung einer autonomen Judenkolonie in Englisch-Ostafrika eingetreten sei. Dr. Nordau ist gänzlich unversehrt. -- Es bleibt abzuwarten, was sich von den Meldungen bestätigen wird. Jedenfalls bcglückwünschcn wir die Zionistische Partei, dass Nordau der grossen Gefahr,' in der er sich befand, glücklich entronnen ist. Dr. Nordau selbst teilt der ״Voss. Ztg.** auf eine drahtliche Anfrage mit, er halte den Anschlag für das Werk eines Ge störten. ״Den Täter habe ich vorher nie gesehen und seinen Namen nie gehört. Das ihm ztigesclimbene Gerede von eine? Verschwörung russisch-jüdischer Studenten, die mich zum ToJc verurteilt und den Vollstrecker durch das Los bezeichnet hätten, halte ich für Flunkerei oder Deliiium. Da ich aus dem Abenteuer völlig heil hervorgegangen hin, lege ich ihm weiter keinerlei Bedeutung bei.“ Die russische Regierung hat, einer Meldung der ״Times״ zufolge, in jüngster Zeit ein Rundschreiben an die besonders in Betracht kommenden Provinzgouverneure gelangen lassen, um ihre Gutachten bezüglich der die Juden betreffenden Gesetze und der Notwendigkeit einzuholen, diese verschiedenen Bc* Stimmungen zu kodifizieren. Die eingegangenen Berichte lauten in der Mehrzahl für die Juden höchst ungünstig. Mehrere Clouverneure beantragen unverhohlen die völlige Austreibung der Juden aus ihren Verwaltungsbezirken. Eine Minderheit spricht sich allerdings in gerade entgegengesetztem Sinne ans und möchte alle Ausnahmegesetze gegen die Juden abgeschaftt sehen. Das ist auch besonders die Ansicht des Fürsten l'russow, des neuen Gouverneurs von Bcssarabien, in dessen Vcrwaltuugsbereich Kischinew. der Schauplatz der jüngsten blutigen Judenhetze, liegt. Die Rcgierungsbeunte.i in Petersbürg, denen die Zusammenstellung und Bearbeitung der versthiedenen Berichte obliegt, sind über die Aeusserungen des Fürsten Urussow, die zu ausgiebiger Erörterung Veranlassung gegeben haben, höchst betroffen. Fürst Urussow erklärt nämlieh, wie es scheint, sehr bestimmt, es bestehe in seinem Verwaltungsbczirk kein wirklicher Gegensatz zwischen der jüdisehen und der christlichen Bevölkerung. Er schreibt den dort herrschenden Wohlstand zum grossen Teile dem Fleisse der Juden zu, die sich nicht ausschliesslich auf geschäftliche Tätigkeit beschränken, sondern auch in der Nähe der Städte Ackerbau treiben. Besondern Erfolg haben sie Jabei in der Tabakkultur erzielt. Auch haben sic sich sehr nützlich gemacht in. Vertriebe bessarabischcr Weine nach dem Auslände. Nach Ansicht des Fürsten ist cs wesentlich der Druck der Ausj'ahmegesetzgebung, der manche Juden bewogen hat, sich in die Politik zu mengen. Eine Kommission ist ernannt worden, mn, unter Berücksichtigung der eingelaufenen Berichte, die Kodiiizieruug der Judengesetze zu unternehmen. Fürst Ob(»- lersky. der frühere Gouverneur von Charkow, ist ihr Prä* sident. Judenauswelsung.cn aus Sibirien wurden vom Minister Piehwe angeordnet. Betroffen werden alle diejenigen Juden, welche sich aus dem europüicshen Russland angesiedelt haben, geduldet bleiben jene, welche schon in Sibirien geboren und in den Zählungsbogen i!1 die einheimische Bevölkerung eingereiht wurden, doch dürfen sie sich aus den Gemeinden, welchen sie argehören. nicht entfernen. Allerlei. ״Wir der Staat ein Vulkan? Bisher ist es noch nicht gelungen, die Lage des Sinai wissenschaftlich sicher zu stellen. Um so grösseres Interesse dürften die Ausführungen erwecken, die Prof. D. Hermann Gunkel (Berlin), einer der hervorragendsten Gelehrten aus der Schule Adolf Harnacks. soeben in der Deutschen Litteraturzeitung macht. Er stellt die Behauptung auf, dass der Sinai ein Vulkan gewesen sein müsse, und schreibt zu dieser Frage: Nicht ganz selten finden sich im Alten Testament Anspielungen an vulkanische Ereignisse. Die alte Sage erzählt z. B., dass Sodom und Gomorrha durch einen Regen von Schwefel und Feuer zerstört .'eien etc. Besonders aber liege den Naturerscheinungen, mit denen sich Jahve am Sinai offenbart. Vulkanisches zu Grunde. Eine schwere Wolke, so heiss! es (Ex. 19), lagerte auf dem Berge; sein Rauch stieg von ihm auf wie von einem Schmelzofen; dazu Donner und Blitze, ein starkes Geschmetter von Posaunen. Jahve fuhr im Feuer auf den Berg herab; der ganze Berg erbebte. An anderen Stellen hören wir, dass der Berg brannte (Dt. 9. 15), und dass die Lohe des Berges bis mitten i!1 den Himmel schlug hei Finsternis. Gewölk und Dunkel (Dt. 4, 11). Weiter berichtet die Mosesage voh einer ungeheuren Rauch- und Feuerwolke, die über das Land dahinzog. und in der man Jahves herrliche Erscheinung sah (Ex. 13, 27. Dt. 9, 3). Wir haben ierner eine ganze Reihe von prosaischen und poetischen Traditionen, in denen diese Er- Zahlung vom Sinai nachklingt. So hören wir. dass dem Elias der alte Gott ebenso wie dem Moses und an derselben Stätte erschienen ist; dem Gotte gingen voraus ein gewaltiger Sturmwind, ein Erdbeben und ein Feuer (I. Reg. lg, 11). Die poetisehen Ausführungen variieren dasselbe Motiv meistens in der Form der Weissagung. Nimmt man dies alles zusammen, so kann man nicht zweifeln, dass hier Naturbeobachtungcn zugründe liegen und dass die ufilaufige Erklärung, es handelte sich hier nur um Gewittcrersclieinungen, nicht genügt. Vielmehr muss Vulkanisches im Hintergründe stehen. Der Sinai i ■ויויוייי י!ד:*^4,,יי־^-י" *•* 'S״

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