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Jüdische Rundschau · 1903-12-25 · Heft 52 (25.12.1903) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 52 (25.12.1903)
Date
1903-12-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite 563 2?״.0א__ JÜDISCHE RUNDSCHAU. Elgongelrrgc sind auch Spuren vuu Kohlen entdeckt worden. Salz wird aus heissen Quellen vorwiegend am Albertsce ge- Wonnen. •׳ Hie Bevölkerung des Landes wird auf •I Millionen Seelen geschützt, wovon etwa die Hälfte auf das Königreich Uganda und die Ufer des Viktoriasccs entfallt. Die Neger kleiden sich überwiegend mit sclbstgcwebte״ Rindenstoffen, wahrend die Bewohner der Nilgegenden noch völlig unbekleidet gehen. Der Handel Ugandas liegt soweit europäische Finnen!11 Betracht kommen, in deutschen Händen; er umfasst hauptsachlich Wollstoffe, deren Umsatz einen Wert von 800 UOO bis 1000000 Mark darstcllt. In den übrigen Handelswaren machen vorwiegend die Inder, welche von ihren Stammhäusern au der Küste umfangreiche Bezüge erhalten, ein erhebliches Geschäft. . ■ Das Uganda-Protektorat ist von der Ostkiiste Afrikas aus durch die im Jahre 1901 vollendete Ugandababn erschlossen, welche Mombasn-mit dem Yictnriasec verbindet. Auf dein Victoriasee fährt ein modern eingerichtete*!12 .־•'• Fuss langer Dampfer zwischen Port Florencc, der Endstation der Ugandabahn am Victoriascc und Hntehbe. dein Sitz der Verwaltung \0!1 Uganda. Min Sehwesiersehin soll gegen linde des hüte.!- den Jahres in Port Florencc vom Stapel laufen und den Verkehr rund um den Victoriasec vermitteln. Durch das Land gehen mich allen Richtungen gute, befahrbare Strassen tn.J eine 'f ckgrapbenHnie verbindet Hntebhe mit dem Albertsce. %׳.־! wo aus deren Weiterbau am Nil entlang bis Khartum erfolgt. Daneben genicsst Uganda noch den Vorzug guter jniiiilicher Verkehrswege, welche durch die das Protektorat iimschliessende•! grossen Seen und durch deren Ni!a!־:!rt;-$e gcHUct vvdeu. Au Balmprojektcn ist noch die Verbindung von Fr.fcbbe mit de!!! Alkerisee vo;gesehen, von wo;»!,> eine Schiffsverbindung au! dem Nil bis Kairo besteht. Nach dem Albertsce ist atieli eine Hahn des Kongostaates geplant, die \<»!1 Jeu Stunleyii Hen ausgehen nnd den Aib.crtsce /.tun Endpunkt haben so!!. Durch di;* Vollendung dieser Bahn •würde Uganda als Sclmittptmkt der 11• dem Norden und Osten zu, ihm iübi ci’ Ji e natürlichen und künstlichen Verkehrsstrassen e'n weiteres Hinterland gewhmen. (Nach einem Berichte des Kaiser!. Vizekonsubitcs in Kutehhe. Wir bemerken aber zur Orientierung unserer Leser, dass Uganda n iclit der für unser Ostafrik'iprojekt in Betracht kammende Landstrich ist, sondern mir als w ichtigstes N a c h b a r- 1 a n ü von Bedeutung ist.) - Eine Erklärung. Herr U ssi schk iein Mitglied des grossen Aktions- Komitees itud des Aufsichtsrates der Jüdischen Koloniaibank. führte vor kurzem öffentlich Klage gegen unseren vorehrten Führer Dr. H c r z 1 über die Nichtausfiihrung eines Bc- Schlusses betreffend die Bank. Dass Herr Ussischkin mit dieser Anklage öffentlich auftritt, noch mehr aber, dass er diese Anklage gegen Dr. H c r z 1 und nicht gegen den ganzen Aufsichtsrat *— also zum Teil gegen sich selbst — oder das Direktorium führt, beweist wohl, dass er durchaus nach einen! Gegenstand zur öffentlichen Anklage gesucht bat und wohl schwerlich einen anderen gefundeii hat. Falls eine derartige Unterlassung, wie sie Herr U ss isc hkin vorwirft, wirklich begangen worden wäre, so wäre es tatsächlich die Schuld des Direktoriums, und als Mitglied des Direktoriums halte ich es für meine Pflicht, Herrn U s s i s c h - kin und allen, die aus obigem Vorgehen alle möglichen Kon- Sequenzen gezogen haben, eine kleine Aufklärung zu geben. Diese kommt etwas spät, weil ich die Absicht batte, diese Fr- Klärung im Namen des ganzen Direktoriums abztigeben. Leider sind ab.•er einige der Direktoren auf weiten Reisen und sic würde sich noch!:!ehr verzögern, wem! ich warten wollte, bis ihre Zustimmung kommt. ... Diese Frkiärimg wird sehr kurz sein:?1 3 unserer Sumsten i ntet seit langer Zeit wie folgt: IIf. Die Gegenstände, iiir welche die Gesellschaft gegründet wird, sind (folgt der Wortlaut des alten Statuts, dann»: Abänderung. genehmigt durch Beschluss der ausserordentlichen Gencra!versam;n!u::g von! 17. August JSv.U deren Mitteilung als Weisung an den Yerwaitungsrai nugeordnet wurde: Anstatt: ..zu iördein. zu entwickeln, zu führet: betreiben Industrie, l:ntcrm.‘!’»r:.T.:cn und Au.vcJ’;;!';: Palästina. Syrien und in irgend einem anderem Teile d ist zu lesen: a.le iU Welt“ ״Zu fördern, zu entwickeln, zu führen und 11׳ betreibe!: Arsledluußsrfanc im Osten, vorzugsweise *יי Palästina und Syrien; ferner zu fördern, zu entwickeln, zu iuhren und zu betreiben Industrien und Unternehmungen in Pa!äs1i;!3, Syrien oder in irgend einem andern Teile der Welt etc.“ Der offizielle englische Tex« lautet: III. The ohiects for whicli tiic Company »s cst «blislied a!i•: Alteration oiithorizcd l y Resolution o! tlie Evtr.iorJiu iry als 152 wieder sichtbar geworden sind, während gewisse Au- Zeichen darauf führen, dass es ursprünglich deren etwa -195 waren. Nr. 20 der Mitteilungen bringt in der* Hauptsache Berichte über die von der D. O.-O. subventionierten Aus- Krakungen, die der Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas { in der!!bene Jez.rcel. näher in dem Ruinenhiigcl Teil el-Mutcj sellim. im Frühjahr 1903 unternommen hat. und über den .viel- ׳ verheisseuden Beginn der Ausgrabungen der I). O.-G. in Kiht!׳ SchirgAt, dem Ruiiienliügel. dmn die Überreste von Assm, ־ der ältesten Hauptstadt des assyrischen Weltreiches, birgt.; Ueber die Grabungen in Teil el-.Mutese!lim. wo wahrscheinlich j das alte Megiddo zu suchen ist, berichtet Herr Prof. Stumme ia Leipzig. Sic wurden von Herrn Dr. G. Schumacher in Hiif'1 j geleitet und haben eine Reihe sehr interessanter und sehr alter Baulichkeiten ans Licht gebracht, wie einen Torhau mit Trepj pcnanlage in der Burgmauer und mehrere Räume, in deren j einem s'ch Kriige mit Skeletten kau/ junger Kinder fanden, die , mit dem Kopf nach unten lagen. Auch . « in wohlerhalteucs j Massengrab ürwachsener aus grossen behauenen Steinen 1 wurde gefunden und in ihm Schädel, von denen mehrere starke Hieb- und Stichwunden aufwiesen. Von den Kleliifuudcn sind verschiedene ägyptischen Ursprungs. Die Ausgrabungen 111 Kalat Scliirgät. deren Vorbereitung und Inangriffnahme ein längerer Bericht Dr. Koldeweys lebendig schildert, haben au mehreren Punkten eingesetzt. Dabei wurden* allerdings nicht in ursprünglicher Lage, eine beträchtliche Anzahl beschrifteter; Ziegel sowie Steininschriften gefurden. in denen die Paläste; «)der sonstige Baulichkeiten von nicht weniger als sieben assyrischen Herrschern erwähnt werden aus der Zeit von etwa 1 1500 bis 070 v. Clir. Mehrere Zimmer emes Baues, sehr wahrschcii'Uelt eines Palastes Asurnaziroals (IX. lehrli. v. Chr.) sind lereiis freieUegb In einen! derselben fanden sich schone emaillierte Fliesen mit Pahnctten in schwarzweiss tim! gelb hemalt. Von besonderem, Interesse ht mich die Auffindung!ochre rer Alabastcreetasse, die nach der darauf hcfi.idlichcn Keilinsjiriit zur Aufnahme von heiligem (?) Del bestimmt waren und dem Schatz des Königs Abdimilkut vor S'don augehört liatti 1׳, aus dem sic (>7(י durch Asariiaddou als Kriegsbeute, nach Assvrieu' entführt worden sind. Den Beschluss dieser reichli'ltigen Nummer, in der auch Herr Andrac mit einem fri'cligeschri« heuen Bericht über seine Reise von Damaskus 1**tch Mosel zu Worte kommt, bildet ein fesselnder Aufsatz, von Prof. Delitzsch, in welchem kurz alles aüiVefiUirt ist. was Insher aus den Keilinschriitcn über dte Geschichte der St ult As«mr und ihreTempel und Paläste zu entnehmen ist. In dieser Zusammenstelluiig. der eine äusserst lehrreich•* svivöronD'Uc'te Uebersiebt über die assyrischen mul babylonischen Königreihen ungegliedert ist, interessiert besonders der Hinw<"s auf die Erwähnung der Stadt Assur in der vielcen-mntcn Gaset/.- Sammlung des babylonischen Königs Hammurabi (um 2250 v. Chr.). also.zu einer Zeit, aus der wir bisher sonst noch gar nichts über die Stadt wissen. Der Aufsatz, lehrt, wie viele und bedeutsame Aufklärungen d e Wissenschaft von den Ausar 1buueen der Deutschen Orient-Gesellschaft auf diesen! neuen vielversprechenden Feld Ihrer Tätigkeit erhofft.

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