Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1903)
- Date
- 1903-12-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2651289-2651340--00927-2657745- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 562 JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 52 weniger zahlreichen fremden Rasscuelemente statt. Das ist eine alte Erfahrung der TicrzUchter und nicht minder eine Lehre der Geschichte.“ ■ Die jüdische Rasse hält Ocrnandt für einen Mischtypus, ״der aber schon vor der Zerstörung Jerusalems in Palästina und den angrenzenden Distrikten entstanden sein muss. In diesen Mischungen hat sieh, vielleicht infolge der vorherrschendeii Rassenpotenz der Hethiter, namentlich in physiognomischer Hinsicht, ein guter Mischtypus hcrausgebildet, der den spezi־ fischen jüdischen Charakter so leicht erkennen lässt." Dann spricht Verfasser von der Bedeutung des Zionismus als eines ״öffentlich-politischen Faktors“, welcher sich darin zeige, dass Staatsregierungen mit den offiziellen Vertretern des Zionismus in Unterhandlungen cintreten. Die Verhandlungen Herzls mit dem russischen Minister von Plchwc und das eng- 1**che Anerbieten werden a!s Beispiele hierfür erwähnt. Die Kongressdcbattc über das Ostafrikaprojekt wird hehandelt, und namentlich die Rede Dr. Nordaus stellenweise wiedergegeben. Gernandt spricht sich i ii r Ostafrika aus. Seine Ansicht darüber als die eines Unbeteiligten dürfte von Interesse sein: ..Das Afrika-Projekt ist als eine notwendige Durchgangs* stufe zur Verwirklichung der zionistischen Ideen zu betrachten. In der Tat ist es von vornherein ausgeschlossen, fast zwöli Millionen Menschen in Palästina unterzubriugen. Die Juden werden sich au verschiedenen Stellen der Erde sammeln müssen, um von hier aus allmählich Zion aut dem einen oder anderen Wege zu erobern, sei es durch wirtschaftliche Kolwiisation oder durch Eingreifen der Stautsregiertmgen beim Zusanuncnbruch des türkischen Reiches.“ Auch das üesamturtei! Gcrnandts über den Zionismus soll utid nicht in der Verschmelzung bestehen kann, dürften Anthropologic und Geschichte hinreichend bewiesen haben.“ Diese bedeutsame Stimme eines Aussenstchcmlcn über den Zionismus, welche sichtlich die ehrliche Ucberzcugung des Vcrfassers zum Ausdruck bringt, wird hoffentlich weithin gehört werden und bei vielen Verständnis und Interesse für unsere Bewegung erwecken. Wir aber sind dem Verfasser dafür dankbar, dass er sich der Mühe unterzogen hat, dein Zionismus an kompetenter Stelle den ihm gebührenden Platz zu verschaffen und ferner dafür, dass er mit so vieler Liebe seine Aufgabe gelost hat. Dr. Bruno Blau. Das Ostafrikaprojekt des sechsten Kongresses. Das britische Schutzgebiet Uganda. Das britische Schutzgebiet Uganda umfasst diejenigen Landschaften im Herze,1 Afrikas, welche sich 1111! die Nordufer des Victoriasees iierumlegei!. im Osten an den Albert Eduard-, den Aibertsee und deren Nilabfluss heranrcichen, int Norden durch den ägyptischen Sudan und im Osten durch das Schutzgebiet Uritisch-Ostafrika begrenzt werden. Den grössere Teil des Landes ist hoch gelegen, namentlich im Osten, Norden und Siiöuesten, während die Niederungen, besonders an den Nihil!- flössen, ein ungesundes tropisches Klima haben. Das Land ist fruchtbar, und eignet sieh sowohl zur Viehzucht als auch zum Anbau von Ilaudelsgcuüchscn. von denen Erdnüsse, Hülsenfrfichte. Tabak. Kaffee, Baumwolle und cur«׳,'mische Kartoffel.1 bereits angebaut werden. Ihigcfähr ein Fünfte! des Lundes ist unverkürzt wicJergegcbea werden: ״Kein sachlich denkender mit Landolphieuancn. deren Gummi in Europa b:s zu 2.50 Mk. pro Pfund bewerte! wird, besetz!. Der Export erstreckt sich vorwiegend auf Gummi im.1 Elfenbein, wei.-hes auch in grossen Menge;! aus dem Kongofreistaut nach Uganda kommt, ferner auf Zieguuelle, die meist nach den Vereinigten Staaten von Amerika gehandelt werden. Die Ginnmiausiuhr betrug im Jahre 190? etwa 7u(׳ÜÜ Pitti.d und dürfte im laufenden Jaitre eine erhebliche Zunahme erfahren, da inzwischen grosse Konztssio::sgjbie*u für die Gimuiiigewinuung vergeben sind. Andere Exportartikel, wie Nutzholz. Kaffee, Baumwolle, Fasern und Rohr, sind erst in der Entwickelung begriffen. A11 Bodenschätzen kommt besonders Eisen int Laude vor. das auch von den Eingeborenen verarbeitet wird, während das Land auf andere Metalle hin noch wenig erschlossen ist. Am Mensch kam! der Begeisterung, dem Eiter and Opfern:;:! der Zionisten seine Anerkennung versagen. Wenn cm Volk, wie das jüdische, sich aut sich selbst besinnt, zum nationalen Zusammen- Schluss und Handeln sich :tu!rafft, so ist das ein bedemungsvoller Moment in der Weltgeschichte. Denn die soziale Rolle, welche die Juden als wirtschaftliches und geistiges Ferment unter den anderen Völkern gespielt haben, würde damit eine Wendling erfahren, von der man zu hofhn berechtigt ist. dass sie sowohl für die jüdische, wie für die anderen Rassen zum Heil ausschlagen wird. Die Völkergeschichte tritt in das Stadium der ״Entmischung‘•, und die Staatsrcgicrtmgen sollten durch internationale Verhandlungen niitwirkeu, dem unwürdigen Zustand ein Ende zu machen, ln dem ein grosser Te l der Judensclnaft sich befindet. Dass diese Hilfe allein in der Trennung. Pensum, das Seil 1ns Frömmigkeit ihnen auferlegte, bis sie ganz schwach und atemlos wurden. Als sie eben zum fünfzehnten Male die Sura herunter geleiert hatten und eben Selim sich wieder verneigte, um von neuem zu beginnen, schrie ihn der Kädi an: ״Mensch, willst du endlieh schweigen, oder ich werde dich schlagen!“ Da erwiderte Selim: ״Herr, und was habe ich anderes getan?“ Da lächelte der weise Abdallah und sprach: ״Out, ich will nicht weiter danach forschen. Deine Frömmigkeit, Selim hat dich vor der Bastonadc gerettet. Gehe nach Hause und preise Allah. Du aber, Hamid, Sohn des Hdfiz, der du diesen Frommen grundlos verklagt hast, wirst dem Gerichte für die grundlose Bemühung sofort drei Beutel in Gold erlegen. Nimm dir ein Beispiel an der Frömmigkeit deines Bruders Selim und preise den Propheten!“ Als der Verurteilte das Gold gezahlt hatte, verliessen die Parteien das Zimmer der Gerechtigkeit. Abdaiiah aber sprach zu den Scheikhs: ״Sehet, so bewährt sich der Korän an denen, so an ihn glauben.“ Und die Scheikhs prieset! die Gerechtigkeit des weisen Kädi Allah aber welss es am besten. Wissenschaft und Kunst. J. '1' -ÄCrf5“3&־r ק .י. V M נ<־־:;־*>: גי -£-& ני־ ty-;:- Die Deutsche Orient-Gesellschaft hat vor kurzem einem jeden ihrer Mitglieder ein Kettchen aus bunten Fayenceperle״ oder ein Fayencefigiirclien aus einem altägyptischen Grabt übereignet, Gegenstände, die wenn aus keinem anderen Grunde, gewiss wegen ihrer unzxvciielhaften Echtheit überall willkommen gewesen sind. Jetzt erfreut die Gesellschaft ihre Mitglieder, deren Zahl sich binnen wenigen Monaten abermals um 160 vermehrt hat, mit zwei gleichzeitig ausgegebenen, reich illustrierten Nummern ihrer Mitteilungen. Der dem Heft Nr. 19 beigegebeue Plan des jetzigen Standes der Ausgrabungen auf dem Kasr-Hügel zu Babylon zeigt den mächtigen Fortschritt, der seit dem letzten zusammem'assenden Bericht Uber die Ercilegnng der UeUerrcstc von NcbuV.a Jnczars Palastanläge errciciit worden ist. Größere Teile der Prozessiousstras.se lind vor allem das gewaltige, mit prächtigen Stier- und Drachen-Darstellungen, teilweise in farbiger Ziegelglasur, geschmückte Tor der Göttin Istar im Zuge jene Strasse sind jetzt aufgcdeckt. Eine ausführliche Besprechung dieser Toranlage mit ihrem Tierschmuck, aus der Feder des Expeditionsleiters Dr. Koldewey. bildet den Hauptinhalt dieser Nummer. Eine Vorstellung von der imposanten Grösse dieses Tores gibt der Bericht, dass die mir noch in ihren unteren Teilen erhaltenen Ruinen nach ihrer Freilegung bis 7.u iö Mtr. Höhe aus der Tiefe der Grabung aufragen, und dass von den die Wände zierenden fast!ebensgrossen Tierabbildungen nicht weniger