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Jüdische Rundschau · 1903-12-18 · Heft 51 (18.12.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 51 (18.12.1903)
Date
1903-12-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 51. Seite 555. JÜDISCHE RUNDSCHAU. *äle, Cliausseestr. 9, Distriktsversammiting: Vortrag des Herrn Dr. Jacobsohn. Donnerstag, den 14. Januar. 874 Uhr. Walhalla-Festsaal, Alt-Moabit 104-105. Distrikts-Versammlung: Vortrag des Herrn E. Auerbach. Thema in den Distriktsversammlungen: ״DieLösung der J u d e n f r a g e.“ Unsere Mitglieder, denen zu den Distrikts- Versammlungen besondere Einladungen nicht zugehen, werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pfennig Entree erhoben. Berlin. Unsere Makkabäerfeie■• findet am 2. Januar 1904 in den Festräumen des Zoologischen Gartens statt. Eintrittskarten zum Preise von 1,50 Mk. pro Person (für Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung 1 Mk.) sind durch die Expedition der ״Rundschau״ zu beziehen. Das ausführliche Programm wird in der nächsten N u m m e r v e r ö f f e n 11 i c 111 werden. Die Festansprache hat Herr Dr. Klee üernommen; für den musikaliscli-dekiamatorischen' Teil haben hervorragende bewährte Kräfte ihre Mitwirkung freundlichst zugesagt. Boris»!. Am Mittwoch, dem 0. d. Mts. hielt die Akademische Gruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung ihre erste Allgemeiiisitzung in diesem Semester ab. I'r. Selik S o s k i 1! referierte über das Thema: ..U nser Wissen ti h er Da- I ä s t i!1 :!.״ Fr gab /!!nächst über die Geschichte tmd den augenblicklichen Stand der Paläsiinaforschung einen kurzen üeberhlick. ans dem ItcTVorging. dass die verschiedensten Nationen, siel! um die Erschliessung unserer alten liehnat verdient «cmacht hätten; Kar nichts getan hätten auf diesem Gebiete diejenigen, die in Palästina die grössten Interessen hätten: uie •htJen. Dem welligen bis Jetzt Geleisteten stellte er die grosse Masse dessen, was zu leisten noch übrig bleibt, gegenüber und Kah praktische Winke, wie man an die systematische Bearbeitung des ungeheuren Stoffes herangehet: .solle. Die sich anschliessende Diskussion drehte sich weniger um das in dun Vorträge seihst Gesagte, als um die gelegentlich aufgeworfene Frage, ob eine Kolonisierung und Besiedelung Palästinas in grösserem Massstabe vor der Erlangung d» s Charters mit dem Basier Programm vereinbar sei. Herr T r i e t sc h. der Ja den Gedanken der ,.I ufiltratio n“ von jeher eifrig verfochten hat. beantwortete diese Frage - ־ der Wunsch ist der Vater des Gedankens . mit einem entschiedenen: ..Ja.*' ihm traten Dr. G o Id b e r g. Dr. Q i t r o 1t, B a u m und H. A u e r h a c 11 wirksam entgegen. Z. c. Berlin. Dienstag, den 8. Dezember sprach Dr. Katz in Draescls Festsälen. Das Thema lautete: ..Hygienische Betrach tu!1 ge 1t zur Ostafrikafrag e.** Dr. Katz gab in klarer und eingehender Weise eine Schilderung der klimatischen und epidemiologischen Verhältnisse des Ostafrika־ gebletes, welches für eine Jüdische FieJctung eventuell in Frage kommen konnte. Das Klima ist ein gesundes Bergklim 1 ur.d würde insbesondere auch für Tuberkulose sehr empiehienswert sein. Das Fand sei frei von Malaria und Pest. Auch die Schlafkrankheit sei für Europäer ungefährlich. Trotzdem sei der Versuch, die Juden in Britiseh-Ostafrika anzusiedeln. ein Experiment, das leicht fehlschlagen und uns vor sehr schwierige Aufgaben stellen könne. Reicher Beifall lohnte dem Redner. In der Diskussion •sprachen die Herren Dr. Levy und Dr. Mühsam zu guusteii des Ostafrikaprojektes. Dr. Citron wies darauf hin, dass die Furcht vor der Malaria unbegründet sei. da die übertragende Miickeuart in oca Höhen des in Frage stillenden Gebietes nicht vorkomme. Sehr notwendig sei es. dass die zu entsendende Kommission vor allem auch die in Betracht kommenden Tierkrankheiteii, Rinderpest, Xsctse und afrikanisches Kiisteniicber, welche gegenwärtig in vielen Teilen Afrikas 6«! -fco Prozent Mortalität aufweisen, studiere. Dr. Waldenburg schilderte Ute Gefahren, die der jüdischen Rasse drohen, wenn sic in eine minderwertige Rassemtmgebung käme. Redner ging insbesondere näher auf die w ichtige Frage der Ernährung der Säuglinge durch Antmeit ein und fand mit seinen .41 snihrimgeu;•!!gemeine Zustintmutig, die sielt itt sehr lebhaftem Beifall kundgab. Nach dem Schlusswort von l)r. Katz machte Herr Dr. Klee noch einige geschäftliche Mitteilungen und schloss gegen II1! Uhr die interessante Versammlung. (Wir werden den interessanten Vortrag in extenso wiedergeben.) Frankfurt a. M. Sonntag, den Id. Dezember. Makkabäerfest. 600 ,״>.־ Personen anwesend. Festredner: Herr Rechtsan w alt Dr. F. K p r ei! ־ Hanau. Ansprache des Herrn Assessor Dr. Ad. Fried m am! - Wiesbaden. Festspiel unseres Mit- Gliedes Max״Spcicr ..Zions Lager" fand begeisterten Beifall. Für Nation;11■ •‘!!׳J gingen ca. I0U Mk. ei.1. der Ortsgruppe traten 12 Herren neu bei. F. S. Ilalberstadt. Namens der hiesigen Ortsgruppe wird an alle Schekelzahler folgender Aufruf versandt: Ciianukah naht, das schöne Fest. an. dem sieh unsere Väter mit den Waffen in der Faust ihre Freiheit wieder- : erkämpft, dir Heiligtum wieder-erstriiten Italien. W’ir. die ' Epigone!! jener tapferen Makkabäer, kämpfen heute auch I wieder den gleichen Kampf um unser Land und um unser Volk, j gerüstet mit den Waffen jüdischen Geistes, jüdischer Opfer-; Willigkeit, jüdischer Treue und jüdischer Mannhaftigkeit.! Gerade das Chanukahfest ist wie kein anderes nationales I Fest, geeignet, zu sammeln und zu spenden für unseren jüdischen i N'atiooalfond zum Zwecke des Ankaufs von Ländereien in Paj lästina und der Hebung palästinischer Industriecn. Wir richten daher die innige Bitte an Sie. wo Sie auch immer Chanukah j weilen mögen, rastlos Spenden zu sammeln für diesen hehren i Zweck, damit es utis gehegt, eine namhafte Gabe an den Naj tionalfoud abzuftihren. Besonders bitten xvir Sie. darauf zu ׳ achten, dass, wo immer Chanukah gespielt wird, unser Fond I von dem Gewinner mit einem gewissen Teil seines Überschusses brennen die Lichter, eine leuchtende Erinnerung an die jüdische Makkabäerfanlilie, an den grossen Vater und seine grossen Söhne, die das Licht wollten, das jüdische Licht, das Licht der Freiheit — Chanukah... Litteraturbericht. Dr. titcd. Sa ad in Jaffa: Die jüdischen Kolcnicn und Niederlassungen in S y r i e n und Palast i 3 ח. Abdruck atts Dr. A. P e t e r ni a n n s Geographischen M i 11 c•i I!11! g e n 1903. H. II (5 S.) 4*. ״Der Jude betrachtet von jeher Palästina als sein Vater-!and**, so beginnt Dr. Saa d seine ilcissigc kleine Arbeit. Dabei hat er freilich Bedenken, ob nicht die ״Bibel vielleicht recht behalten wird, dass die Juden ztitu steten Umlierziehen verurteilt sind." Als Grund für diese Annahme weist er auf die Tätigkeit der ica in Palästina bin. FreUieh muss man wissen, dass ein arabischer Freigeist wie Dr. Sa‘ ad die Bibel eben nicht keimt, und sich deshalb schon einmal eine solche Beincrkung erlauben darf. 111 der Bibel steht bekanntlich genau das Gegenteil zu lesen, und zwar nicht e i n m a I. solidem bildet Jen Grundton des ganzen hebräischen Kodex. Uni so ileissiger ist die kurze Zusamtneustellung der einzelnen Daten. Die Auswanderung der Juden nach Palästina, die durch die antisemitischen Bewegung besonders in Russland und Rumä-, iiicit veranlasst und verstärkt worden ist. bestehe seit etwa zwanzig Jahren. Während aus Deutschland. Frankreich und England bisher keine jüdische Kolonisten gekommen seien, wäre neuerdings auch eine Ansiedluttg österreichischer Juden zustande gekommen. Einen kräftigen Impuls zur Kolonisierung Palästinas habe der Zionismus gegeben, der durch sein Ziel, einen jüdisch-nationalen Staat in Palästina zu errichten, die ganze Knlonisatiimsbcwcgung zustande gebracht habe; zunächst sei die Einwanderung der Juden in Palästina noch durch die türkischen Behörden wenigstens offiziell verboten, und die nach jenem gelobten Lande reisenden Juden müssen nach Ablauf von drei Monaten Palästina wieder verlassen. Sie erhalten aber für 2יי Pt. in ihrem Pass einen Polizeivermerk, dass sie überall in Palästina ungehindert reisen dürften. Dabei hat Sa'ad nicht bemerkt, dass für englische, amerikanische oder deutsche Juden irgend weiche Beschränkungen selbstverstätidheb nicht exisV.mn. \m ganzen gibt es daselbst 23 bereits begründete, zum Teil recht blühende Niederlassungen und fünf im Entstellen begriffene Ansiedlungen. 111 pekuniärer Hinsicht verdanken diese Kolonien ausserordentlich viel dem Baron Eömotid Rothschild, der grosse Summen dafür ausgegebe.1 lut und au Ort und Stelle zu diesem Zweck eine besondere Verwalttmg cinsetzte. Von den int ganzen 28 Ausiedlungen in Palästina und Syrien südöstlich von Jaffa gelegene Kolonie Rischon-l'Zion, die ursprünglich von sechs jüdischen Familien aus ויי■, ״1״יי׳״*״״,*׳״י יי' לד־ זי;־«»■•• 1f: יימיי־י יומייי

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