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Jüdische Rundschau · 1903-12-11 · Heft 50 (11.12.1903) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 50 (11.12.1903)
Date
1903-12-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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׳»#A^i״1#4> «SKT^iÄ^ ",tג. jJl* * w*&I Seite 544, JJ_JÜDISCHE hiermit öffentlich ersucht, den Betrag für die einkassierenden Boten Bereit zu legen, damit unnötige Incassospesen vermieden werden. Der Vorstand ••’־.־.־ der Berliner Zionistischen Vereinigung. Die Inhaber von Schekelblocs in Berlin werden höflichst ersucht, die Einziehung der Schekel zu beschleunigen und die eingegangenen Betrage nebst Berieht bis zum 20. Dezember spätestens an Herrn J. H. Wagner, Berlin N. 37, Prenzlauer Allee 9, einzusenden. Der Vorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung. Die Mitglieder der Berliner Zionistischen Vercinlgung haben ebenfalls den Schekel zu entrichten, da derselbe im Beitrag nicht enthalten ist. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet am Sonnabend, 2. Januar 190-1, in den Festräumen des Zoologischen Gartens eine Makkabäer-Feier. Genaueres wird später bekannt gegeben. Berlin. Die ״J iidi s chn a 110n a 1 e F raiicnvcrcinigu n g" veranstaltet am Sonntag, dem 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Hotel König von Portugal, Burgstr. 12, eine Makkabüericier für Kinder. Wie in iriiheten Jahren soll die Feier mit einer Ansprache eröffnet werden, in welcher den Kleinen die Bedeutung des Makkabüerfcsies in nationalem Sinne erklärt wird. Die Kinder sollen mit Chokolade und Kuchen bewirtet werden und auch Geschenke und Ucberraschungcn erhalten. Da sich bereits über 100 Kinder gerne!- det haben, und die Vereinigung niemand gern zuriiekweisen will, die Unkosten aber ziemlich hoch sind, so bitten die Unterzeichneten, um das Fest, das erzieherisch auf unsere Jugend wirken soll, in würdiger Weise feiern zu können, um gütige Geldspenden. Frau Lina Wagner-Tauber, Frau Regina Holländer, Prenzlauer Allee 9. Schönhauser Allee 9-9a. T. Stettin. Die Stettiner Zionistische Vereinigung hielt am 31. Oktober eine gemütliche Zusammenkunft ab, an der sicii die Mitglieder mit ihren Angehörigen zahlreich beteiligten. Nach Bcgrfissung der neueingetretenen Mitglieder erstattete Herr Referendar Cohn ein kurzes Reierat über die Hrgcbnisse der Versammlung vom 26. Oktober und der auf den Vortrag des Herrn Dr. Klee folgenden Debatte. An den sehr beifällig auf- . genommenen Bericht knüpfte sich eine längere Diskussion, in welcher allseitig der Befriedigung über den Fortschritt der Bewegeung in Stettin Ausdruck gegeben wurde. * - Am 27. November fand eine Mitgliederversammlung statt, in welcher Herr Iwan Salonton - Löcknitz über ״Das Üstafrika-Projekt des VI. Kongresses“ sprach. Referent, der als Berichterstatter dem Kongress angewohnt hatte, gab ein anschauliches Bild der Verhandlungen lind erörterte eingehend die für und gegen Ostafrika vorgebrachten Gründe. An den interessanten Vortrag schloss sich eine Aussprache, an der sich die Anwesenden lebliaft beteiligten. Von dem Wachstumc unserer Bewegung legte auch diese Versammlung ein erfreuliches Zeugnis ab, da auch diesmal nencingctretcnc Mitglieder cingcfiihrt werden konnten. Breslau. Während im gr o ss c u Sa a 1 de r 1. cs s i n g- ’ löge in einer vom ״Hilfsverein der Deutschen Juden“ einberufenen Versammlung Herr Dr. Paul Nathan aus Berlin über die Tätigkeit und Bedeutung desselben vor etwa 50 Per sonen sprach, fand sich zu gleicher Zeit im grossen Saat der Neuen Börse eine etwa 1060 Köpfe zählende!Menge zusammen, ׳ um den von der Breslauer Zionistischen Vereinigung vennstatteten grossen Vortrag unseres Gesinnungsgenossen, des Herrn Dr. Alfred KIjcc aus Berlin, beizuwohnen. Wenn auch . der Ruf unseres Redners hier vorher schon ein derartiger war, dass wir eines zahlreichen Besuches sicher waren, so wurden doch alle unsere Krwartungca bet weitem übertroffen. Der grosse Saal fasste kaum den Schwarm, so dass noch die Galcrieen zu Hilfe genommen werden mussten. Spannungsvoll wartete alles־ auf die Eröffnung der Versammlung, bis Dr. Klee endlich den Bann löste, mit seinen zündenden Worten alle Gemüter mit sich fortriss und Beifallsstürme erntete, wie sie jüdische Redner in indischen Versammlungen hier in Breslau noch nie davongetragen haben. Die Bedeutung unserer Koiigiesse beleuchtend bebt Redner gam׳ besonders - die des VJ. RUNDSCHAU. No. 50. hervor, auf welchem ganz offen gezeigt werden konnte, wie man an massgebenden Stellen, nämlich Regierungen, mit den Zionisten als einzigen Vertretern der Gesamtjudcnhcit Verbandlungen gepflogen hat, ja sogar noch mehr aus eigenem Antriebe, Landanechote mit weitgehendsten autonomen Konzessionen gemacht haben, während verschiedene jüdische Gemeindcvcrtrcter ״mit den Leuten nichts zu tun haben wollen“, diese also als quantitl neglfgable betrachten. ־— Die Organisation umfasse jetzt so viel Zionisten, dass man *11t auf 1 Million Anhfiiigcr der Bewegung rechnen kann. Unser Programm sei derart gefestigt, und auf einer Basis aufgebaut, auf der alle Richtungen, welcher Religions- und welcher Weltanschauung man auch immer angehörc, Zusammenarbeiten können. Bevor Redner auf das Laudangebot Englands zu sprechen kommt, legt er noch an Hand recht treffender Gleichnisse dar, wie sich der Zionismus sehr wohl mit Patriotismus vereinigen könne, und schliesslich doch der Patriotismus nur wenige 100 Jahre alt ist, die Liehe zu unserem Volksstamm doch über 5600 Jahre. Redner warnt davor, die in letzter Zeit so sehr in den Vordergrund tretenden Kolonisationsbestrebungcn als Ersatz für den Zionismus anzusehen; mc und nimmermehr wären sie das; unser Ziel sei und bleibe stets die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina. Auch Ostafrika kann uns das, wenn es noch so viele Vorzüge hätte, nicht ersetzen. Das bedeutendste an den! Projekt war. dass eine Macht wie England mit dem jüdischen Volke resp. dem Zionistenkongress ais Vertreter desseihen, als öffentlich-rechtliche Nation verhandelt und somit als solche anerkannt hat. Dies sein ein Verdienst des Zionismus, dos nie hoch genug abgerechnet werden kann. Stürmischer Applaus folgte begreiflicherweise diesen Ausführungen, so dass von Jen anwesenden Gegnern nur einer cs wagte, in der Diskussion das Wort zu ergreifen. Herr 7, e p 1 c r will dem Vorschlage Chamberlains nicht recht trauen und glaubt, dass er nur im eigensten luteresse Englands gemacht wäre. Was die Lage der Juden anbetrifft, so verspricht er sich eine Bessermtg derselben durch den allgemeinen Kulturfortschritt, nach dem alle streben; Allerdings gun es mit diese!;!.nicht immer so. wie es zu wünschen wäre fortwährend vorwäits. manchmal wieder ein paar Schritte zurück, um jedoch da׳ n mit grösserer Schnelligkeit vorzuschreitei». In seinem Schlusswort widerlegt noch Dr. Klee »":!!erzeugend die Ausführungen des Herrn Zepler. wir müssten jeden Vorteil, der sich uns bietet, gleichviel in welcher Absicht der Vorschlag gemacht wird, ergreife::: wir dürfen nicht erst auf die allgemeine Kulturentwickelung י arten, sondern müssen selbst Hand a nie gen um die Jttdenfragc endlich zu lösen. Der Abend brachte der hiesigen Vereinig:!;75 :.:׳ neue Mitglieder, dein Nationalfond über 80 Mark ein, ein Erfolg, den wir jeder Vereinigung wünschen können. Tr Königsberg I. Pr. Am Sonntag, dem 13. er., wird die Königsberger Zionistische Vereinigung in der Bürger-Ressource die Makkabüericier veranstalten. Die Festrede hat Rechtsanwalt Dr. Jacobi übernommen. Ausser der musikalischen und liticraHSch.cn Veranstaltung (altes celit-jüdisch) wird noch ein Buffet von den Damen bergeseilt. Ertrag zu gunsten des Jüdischen Nationalfonds. Kosntanz. Am 29. November wurde auf Veranlassung des Herrn Rechtsanwalt Bloch- Konstanz von der Freiburger Ortsgruppe eine Zionistische Versammlung zwecks Gründung einer Zionistischen Ortsgruppe Konstanz einberufen. Rechtsanwalt Bloch sprach über die Entwickelung der zionistischen Bewegung, deren Ursache und Notwendigkeit. Besonders schilderte er die antisemitischen Strömun״cn inuerhaib der deutschen Universitätsjugend, aus denen sich später die geistigen Führer des deutschen Volkes rekrutieren würden. Als zweiter Redner des Abends sprach Dr. I) a n n c n b erg- Strassburg über das Wesen und die Ziele des Zionismus. Er schilderte die traurige Lage unserer Brüder in Rumänien mul Galizien, beleuchtete die Tendenzen der Frcmdeugcsctze 1:11glands und Amerikas und zeigte vor allem, dass sich der Zimiistmts sehr wohl mit deutschem Patriotismus in Einklang bringen lasse. In der Diskussion erhob Herr .1 a k o b i ־ Konstanz Hin- Spruch gegen die zionistische Bewegung, die eine ernste Gefahr für die deutschen Juden bedeute. Der Gegner legte in seinen Ausführungen eine solche Unkenntnis über das Wesen des Zionismus an den Tag. dass seine Ausführung ohne grosse Schwierigkeiten von Dr. Dannenberg widerlegt werden konnten. Als letzter Redner sprach Herr Dr. M c i 11 r a t h - Miinstcrlingen über den Begriff des jüdischen Volkes vom psychologischen und anthropologischen Standpunkt. Die Ausfiihrungen sämtlicher zionistischen Redner klangen in einem warmen Appell an die aufmerksamen Zuhörer aus. die Sache des Zionismus materiell und moralisch zu unterstützen. Die einzelnen Referate wurden mit lautem Beifall aufgeuommen. Von den mehr als lOtj Anwesenden, unter denen namentlich *tf« W*#“***•

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