Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1903)
- Date
- 1903-12-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 532 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 49 stituts, Ober Babel und Bibel Er nimmt seinen Standpunkt gegen Fr. Delitzsch. Zum Schlüsse erhob sich der deutsche Konsul Dr. Schmidt, und gab der Freude Ausdruck über das Wachsen des Deutschtums und speziell der deutschen Wissenschaft im heiiigen Lande -and schloss mit einem Hoch auf deren besonderen Qönuer und Förderer, den deutschen Kaiser. Die Versammlung war glänzend. Der Herbstkursus des Instituts schliesst am 15. Januar. Folgende Vorlesungen werden in dieser Zeit gehalten: I. Palästinisch-arabische Volks- Sitte mit biblischen Parallelen, Prof. Dalmati; 2. Geographie Palästinas, Prof. Löhr; 3. Neuarabische Lektüre (Palästinischer Diwan von O. Dalman), Prof .Dalman. An den Samstagen werden in der Regel kleine Ausflüge unternommen. Wann endlich aber wird ein jüdischer Palästinaverein den AnteM an der Erforschung des Landes Israel nehmen, der der Juden Pflicht und Ehrensache sein sollte? Aber wir müssen eben in Älleii Sachen hinter den andern Nationen in weitem Abstande hir.tcrherzichcu! Und doch würde unsere Arbeit ohne theologische Voreingenommenheit der voraussetzungsiosen Wissenschaft grossen Nutzen bringen können.?*ידיגיחמ f ״.V'» * >«Hm» Ir* k. * 1״* r»jי,.»•■«״**! 15 דיי די ו r«»׳י» m fייי די י־י יי« יי י־יד* די .״ n די די דיי 4• די י& ידי די 3» י״י י׳ די די יי ry\, 1 *' •1 ■* *׳* A' A "* ** % # * /*• י\ A A < A A■ ן j A- A *, 'y•.* % ״',/'״.w. W. ,..״־.U.ÄA.'uQiÄ.UUl•־.*..W. vj גי-: ־ ־ נ־: 5->נ נילי Rundschau. "Ti- 1 «mJ jkJI Vm■ kA Wrf «».* tu# AA V V יןי * י י,״ י,׳ יי',״ י ׳ י׳ *,״ י,׳ M ' *■ »* V י.• ',״ i f I -I I * v;•ו *•!•I" I h ־: - ■> i . I b ־1 . . -י ־' V v. ״« ־• *י, .״י * ■ »4 WA W-« <׳-.* « . I1»״* «•» *>» Berlin. Am Sonnabend, d. 5. 12., iimlet die Eröiinting d. Iil. Männcr-Afctcil. des Jüdischen Turnvereins ״Bar Kochba“ in der Turnhalle Schlesw iger Uier 9 (Bahnhpi Bellevue), abends ’-9־ Uhr pr. durch ein Schauturnen statt. Die Abteilung turnt Mittwochs und Sonnabends v. S— ’11 •-־ Uhr. Gäste willkommen. Berlin. Wie alljährlich, so finden auch dieses Jahr in den nächsten Tagen an der Berliner Universität die Wahlen zum Direktorium der Akademischen Lesehalle statt. Wieder ist es der Verein Jüdischer Studenten, der mit Hilfe aller Gesinnungsgenosscn die Fahne des stolzen und bewussten Judentums gegenüber Antisemitismus und würdeloser Assimilation hochhält. Wir geben an dieser Stelle den Wortlaut des Flugblatts wieder, welches die Alten Herren des Vereins zur Vcrteilung an der Hochschule herausgegeben haben. Das Flugblatt lautet: Jüdische Kommilitonen! Die Wahlen zur akademischen Lesehalle werden in einigen Tagen alle Richtungen in der Studentenschaft auf den Kampfplatz ruien. In diesem bedeutungsvollen Augenblick darf der jüdische Student nicht fehlen. Mehr als jeder andere hat ger -. Je er Veranlassung, sich an den Waiden zu beteiligen. H iben diese doch im Laute der letzten Jahre immer deutlicher den Charakter eines Kampfes der vereinigten rcaktiouär-aniisemitischen Elemente gegen den jüdischen Studenten angenommen. Der Verein deutscher Studenten spricht es offen als sein Ziel aus. uns aus dem akademischen Leben, wenn möglich aus den Hörsüteu zu vertreiben. Fr vertritt die Richtung, die auch im bürgerlichen Leben mit allen Mitteln an unserer Vernichtung arbeitet. Demgegenüber dürfen wir nicht tatlos bei Seite stehen. Es ist unsere erste Pflicht, für unsere Exastenz für unsere Ehre zu streiten. Völlig verfehlt aber wäre es, wollten wir unsere Verteidigung der freien wissenschaftlichen Vcre i n i g u 11 g oder ähnlich gearteten Vereinen überlassen. Zwar sind äussere Eingriffe von diesen nicht zu erwarten: sie werden sich davor hüten, da sic fa selber ganz, aus Juden oder aus Exiuden sich zusatnmensetzeu. die vor dem Kampfe feig ins andere Lager ausgerissen sind, sie wünschen aber dem Judentum ein langsames Absterben, sic ersehnen die völlige Assimilation. Wir aber wollen uns weder von unsern feinden totschlaeen. noch von Verzweifelten aus der eigenen Mittö zum Selbstmord drängen lassen. Alle die, die sich bewusst und stolz als Juden fühlen, und gesonnen sind, ihre Jüdische Ehre gegen äussere und innere Feinde zu verteidigen, fordern wir auf. für den Verein Jüdischer Studenten zu stimmen. Seine Kandidaten sind: cand. med. Adolf Juda cand. med. Fritz Sallurfcr, cand Jur. Haus Meseritz. f j Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen dringend, spätestens I bis zum 30. November in die Lesehalle cinzutretcn. Wer später Mitglied wird, hat kein Wahlrecht. Die A.H. A.H. des Vereins Jüdfschör Studenten.!. A.: Dr. Walter Munk. Dr. Theodor Ztocisti. Dr. Max Eschelbacher. Essen. Posen macht Schuld Der Zentralverein d. St. j Ol. hatte auf den 28. November eine Versammlung cinberufen, in der Rechtsanwalt Dr. Brodnitz aus Berlin über ״Unsere Ziele und Wege“ sprach. Er legte ln längerer Rede den bekannten Standpunkt des Zcntralvercins dar und betonte, dass dessen Tätigkeit nicht einer dem Judentum als solchem drohenden, sondern einer über dem deutschen Vaterland schwebenden Gefahr gelte. Nur der Gesichtspunkt des Staatsbürgers sei cs, von dem allein aus wir auch alle jüdischen Verhältnisse und Vorgänge betrachten müssten. Was uns deshalb‘Könitz bedeute, sei die für jeden Staatsbürger wichtige Frage der j Rcformbediiritigkcit der — Strafprozessordnung. Er wies! darauf hin, wie höflich die Behörden auf die Eingaben des Z.-V. d. St. j. (II. zu antworten pflegten und in wie hochherziger Weise die leitenden Männer des Z.-V,, die doch in ihren her- | vorragenden Stellungen vom Antisemitismus selbst nicht be-; rührt würden, zum Wöhle derjenigen, bei denen dies wohl der Fall sei, sich opferten. — Als Referendar Epstein aus Duisi bürg, der, wie man wusste, ein Anhänger des Zionismus ist, vor dciii die Herren Notabein in Essen seit dem erfolgreichen : Auftreten des Herrn Elias Auerbach schon deshalb eine ge*! waltige Angst hab-en. weil auch die nicht jüdische Bevölkerung I auf diese Bewegung aufmerksam geworden ist, in der Dis- | kussion zu sprechen anfangen wollte, erhob sich am Vorstandstisch ein ohrenbetäubender minutenlanger Tumult, ohne dass; der Leiter der Versammlung die Lärmenden zur Ruhe verwies. Als es schliesslich dein Redner gelang, sich Geltung zu ver-! schaffen, wurde er von dem Vorsitzenden des Vorstands der i Synagogengemcir.de, Herrn J. S. Hirschland, durch die öfters , wiederholten Worte: ״Der Mensch soll den Mund halten, er ist i noch nicht trocken hinter den Ohren“ fortwährend unterbrochcn. Die Ausführungen des Redners bewegten sich durch- 1 aus in den Grenzen der Sachlichkeit, berührten den Zionismus i j auch nicht mit einem Wort und ernteten den lebhaften Beifall . der Versammlung. Als Redner darauf verwies, dass man sich! davor hüten müsse, die natürlichen Bande, die uns mit unsern Brüdern Jenseits der schwarz-w eiss-roten Grenzpfühle einten, 1 zu zerschneiden, entstand unter den Herren des Vorstands ein licidenmüssiger Tumult. Herr J. S. Hirschland fing das Wort Bande auf und schleuderte es ohne Unterlass dem Redner entgegen. Darauf fragte der Leiter der Versammlung den Redner, was er denn mit seinen Ausführungen wolle, er brauche nur zu sagen, ob er für die Gründung einer Ortsgruppe sei oder dagegen, und erteilte gleichzeitig dem nächsten Herrn das Wort. Der Redner protestierte gegen diese brutale Vergcwal- . tigung und wurde von der Versammlung, die ihrer- Empörung ־ über die Herrn des öfteren Ausdruck gegeben hatte, mit sol* cliein Beifall bedacht, dass der Leiter der Versammlung erklärte, wenn in dieser Beifallskundgebung zugleich ein Misstraucusvotum gegen ihn — den Leiter — Hegen solle, er sein Amt uicdcrlegen würde und einen entsprechenden Antrag erwarte. Der Antrag erfolgte selbstverständlich nicht und der I Herr ״leitete“ weiter. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen,; dass Herr Dr. Brodnitz alles tat, um die rasenden Herren zur Ruhe zu bringen, die schon die Tatsache, dass ein Zionist sprechen wollte, aus dem Häuschen gebracht hatte und die glaubten, den Redner, der dem Z.-V. mit grösstem Wohlwollen begegnete und nur die anfechtbaren Aeussetungcn des Refcren-; ten einer sachlichen Kritik unterzog, mit aller ihnen zu Gebote; stehenden Lungenkraft nicderschrcicn zu müssen. Der weitere י Verlauf des Abends ist uns unbekannt. Wenn man nüt solchen : Mitteln arbeitet, kann man cs noch weit bringen. i Die Versammlung Jüdischer GemelndemltglierRr, über die wir in voriger Nummer berichteten, hat auf Antrag des Herrn 1 B c h r einstimmig folgende Resolution augenommen: