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Jüdische Rundschau · 1903-12-04 · Heft 49 (4.12.1903) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 49 (4.12.1903)
Date
1903-12-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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531 Seile_ JÜDISCHE RUNDSCHAU. _'___No• 49 ׳:__ 11... . ■ י . ■. C ־ und die bessere körperliche Ausbildung durch Sport und Turnen. Freiburg I. B. Am Sonntag, den 15. November, fand eine grosse, zahlreiche, zionistische Versammlung statt, in der Herr Dr. J aff 6 Über das Thema ״Eine nationale Erziehung und ein jüdisches Seminar" referierte. Zur Diskussion meldeten sich Herr I)r. Kaufmann, Präs, der Ortsgruppe, und Herr cand. Jur. Simon Mil liier. Herr Millner sprach nur hebräisch und rief dadurch stürmischen Beifall hervor. Nachher wurden zionistische Lieder gesungen. Ausserdem wurde eine erhebliehe Summe für den Nationalfond gesammelt. Krakau. Der Leseverein jüdisch-nationaler Mädchen ״Ruth" in Krakau veranstaltet im eigenen Lokale. Jasnagasse 6, eine Reihe von Vorträgen mit besonderer Berücksichtigung des Lehens der Juden — in nachstehender Ordnung: Am 2. 12. 19U3: Wilhelm Fcldmann: Aus dem Gebiete der Kunst. 9. 12. ״ Frau Pauliuc Baumgarten: Haus und Schule. Dr. Ludwig Goldwasser: Die Stellung der Frau nach ־dem geltenden österrcichisehen Rechte mit Berücksichtigung der jiid. Verhältnisse^ ״ Stanislaus Lack: * Pr. Rudolph Frühling: Einige Bemerkun* . gen über das Strairecht. 6. 1.!00-1: Dr. Friedrich Weinheber: Kulturelle Um* gestaltungen im Leben der Juden im 19. Jahrhundert. 13. I. Dr. Anselm Liitwak: * ., 20. I. ״ Dr. Albert Süsser: Aus dem Gebiete der jiid. Kunst. Die Expedition der ,.Jüdischen Rundschau" Berlin X. 5*1, Auguststrasse 49a, gibt folgende Broschüren ab: IG. 23. 30. 12 12. 12.!.Was will der Z i o 11 i s ni 11 s? Herausgcgehen von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Berlin 1903. 20 Pi., bei Abnahme von 100 Exempl. ä 15 Pi., bei Abnähme von 300 Expl. ii 12 Pi. 2. Elim Henry d’Avigdor: Die Entwickelung der nationalen Idee bei den Juden. Preis 10 Pibei Abnahme von 50 Stück ä 5 Pi. 3. D r. Th e o dor H c r z l: Eröffnungsrede zum V. Zionistc;!- Kongresse in Basel. Mit künstlerischem Buchscimiuck von Lilien. Preis 10 Pi., bei Abnahme von 50 Stück ä 5 Pi. 4. Neu-Judäa. 2. Auil., herausgegehat von Heinrich Loewe. GO Pi.. 10 Exemplare ä 55 Pf.. 30 Exemplare und mehr ä 45 Pf. * Das Thema wird später angegeben werden. kat’s Inkas, Kaffcrn, javanische Fiirstenfaniilicn. deutsche und französische Aristokratengeschleehter. Der den europäische 1 Völkern s<4 charakterisch erscheinend.* Judcntvnus ist dmnn gar nicht das wahre Charakteristikum der Juden. Uns will diese Theorie doch gewagt erscheinen. Demi der Verfasser, der ja eine Autorität oui dem Gebiete der Phv* sioenomik und vergleichenden Rasseästhetik ist. hat auch liier wohl den G e s i c 111 s t y ס u s zu ausschliesslich in den Vordergrund gestellt. Das bedingt gerade wegen der ausserorleut* liehen Variabilität des mimischen Ausdrucks allzugrosse Fehlerquellen. Andere anthropologische Merkmale aber zieht er nicht :וי Betracht. Auch glauben xvir nicht, dass die Schritt auch nur eine n Antisemiten bekehren wird. Denn dieser hasst nicht aus anthropologischen Gründen gerade den semitischen Tvous. sondern den lrenulnrtlcen. von seinem eigenen abweiche»־d11:׳. Und dann ist der Rnsseantiseioitisinus nur eine Teilersehcimmg eines!׳rossen Oefühlskoinplexes. Interessant ist noch, was Stratz über die kulturgeschiehtliehe Rolle der Juden sagt. Er schätzt diese atisscrordeutl'ch hoch ein. denn er erklärt die schnelle Amvissum׳ der luden an alle Völker dadurch, dass sie überall Erben ihres Cieist״« und ihrer Kultur finden. Daraus, dass die Juden sich auch körperlich noch immer erhalten haben, scliliesst er. dass ihre Mission noch lauge nicht erfüllt ist, dass sie noch lebenskräftig sind. Diese Mission aber sieht er -- in dem völligen Auieeheii der Juden in die Kulturvölker. Das erscheint uns merkwiiH•׳״ unlogisch. Grade Stratz müsste für eine Wiederherstellung des jüdischen Knlturuvlieus im Sinne des Zionismus ciatrcten, um den wertvollen elementaren jüdischen Kulturiaktor nicht verschwinden zu lassen. Eli. 5. Rechtsanwalt Dr. B o d e 1» h e i m e r: Zionismus und Judentag. 20 Pf., bei Abnahme von 50 Stück; 10 Pf. G. Dr. Heinrich Loewe: Der Liberalismus macht selig und der Somitagsgottcsdicnst macht liberal. 20 Pi., bei . Abnahme von 50 Stück ä 10 Pf., vo.1 100 Stück ä 5 Pf. 7. Rabbiner I. Nobel: Sind die Gebete für Zion eine Gotteslästerung•? Stuck 10 Pf., bei Abnahme von mindestens 50 Stück ä 8 Pf. 8. Theodor Z10 c i s t i: Vom Heimweg. Verse eines Juden. Broschiert 2 Mk., gebunden 3 Mk. 9. J il d i s c 11 e r A l m a n a c h. 6 Mk., nebst 50 Pf. Porto. 10. Eine Jüdische Hochschule. Preis 1 Mark. 11. Dr. Theodor H c r z 1: Altnculand, Roman, 2 Mark. 12. Dr. Leo Pinskcr: Automanzipation. Neuauflage mit Vorwort von M. S c 11 n i c r c r. 70 Pf. 13. J ii d i s c!1 c r V o 1 k s k a 1 e n d c r. II. Jahrgang. 90 Pf., hei Abnahme von 20 Stück ä 75 Pi. 14. Dr. A. Sandler: Anthropologie und Zionismus 85 Pf., bei Abnahme von 20 Stück ä 75 Pi. 15. Dr. J. B. Sapir: Der Zionismus. 2 Mark. Ferner: Stenographische V rotokolie vom I., IL HI. und V. Zionhtcukongress, ä SO Pf. Nachrichfsn aus Palästina. Aus Jerusalem kommt die Nachricht vo.1 chier wichtigen archäologischen Entdeckung. Wie nämkeh ein französischer Geistlicher, der Pater Ger m er- D urand, an die Pariser Acadeinic des i n s c r i p t i ס n s berichtet, hat er den gewaltigen Bogen der antiken V a s s e r I e i 111 n g , welche Stadt und Burg von Jerusalem von Bethlehem her mit Wasser versorgte und Ta! Hinno::: :;berbrückt. genau untersucht 11.׳:d dabei eine Reihe vo!1 römischen Inschriiteu gefunden, die über den Bau des Aquädukts berichten. Aus diesen ist nunmehr festgestellt, dass das mächtige Bauwerk nicht wie man bisher amialnn, vn;! Pontius Pilatus oder König Hemdes oder gar vom König Salomo herstammt. sondern erst im Jahre 195 n. Chr. unter Kaiser ScptiiniusScrvcrus gebaut ist auf Anordnung der Militäringenieure der zehnten Legion, die damals in Jerusalem stand.; Im inoabitisclieu Lande, in Kcrak, brach unlängst eine cl'oleraälmliehc Krankheit aus. Da viele von derselben befallen wurden, schloss d«e Regierung cbe Stadt ab. Die Be* wohner gerieten derart in Schrecken, dass sie auf das Land hinaus flohen, so dass es an Krankenpflegern und Totengräbern innpneltv. Sonntag. 15. November, fand in Jerusalem die Erönnuitgs* ie'er des Deutscher evangelischer Instittits für Altcrtumsforseliung des heiligen L a n d e s z!1 ‘.I e r u s a 1 e m statt. Neben den deutschen Protestanten waren nicht nur die!butschen Katboüken vertreten, auch di<* Franziskaner. Domiiiikaner, Assumtionistcn hatten ihre Zuhörer gesandt: ferner waren anwesend Griechen und Armenier, englische 11״d atnerikanisclie Protestanten. Mitglieder der deutschen Tcmolergeireatde und endlich auch Juden. Also fast alle Rcligionsecsellschuften und Nationen, die sich hier in Jerusalem befinden, waren zu gegen. Gegen 4 Uhr erüffnete der Direktor des In* stituts. Dr. G. D a I in a 11. Professor an der Universität Leipzig, die Versammlung. Er zeigte zunächst in seinem Vortrage, dass die nähere Veranlassung zur Gründung dieses Inst'tuts auf die Anwesenheit des Kaisers!וזו ImtJigcn Lande im Jahre 1898 zuriickzuiührcn sei. Int Jahre 19 «1 sei dann das Institut eegnindet und im folgenden Jahre (19;!|) vom Kaiser bestätigt worden. Der Vorsteher des Instituts wird vom Kaiser selbst erimnnt. Neben dem Vorsteher hat das Institut noch einen Mitarbeiter und sechs Stipendiaten. Von letzteren ist bis jetzt nur einer hier. Der Zweck und die Aufgabe des Instituts sind Forschungen im heiligen Lande. Studium der Bibel und der ori* entalisclten Soraclieu. Diese Studien seien aber nicht selbst zweck, sondern sie sollten dazu dienen, Vergleiche ־.»;!stellen zu können zwischen jetzt uad dem Altertume. ״wo wir schon die Fussstnofcn Gottes finden, und der dann endlich in der Fülle der Zeiten u,«s seinen Solm gesandt hat,“ /.wischen der Profaiilitcratur und der Bibel, ״dem Organ der göttlichen Oiieu* j barung“. Einen zweiten Vortrag hielt Dr. Max Lölir. Pro-! feffor an der Universität Breslau, der zeitige Mitarbeiter des In* %

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