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Jüdische Rundschau · 1903-12-04 · Heft 49 (4.12.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 49 (4.12.1903)
Date
1903-12-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 530 _.׳ . JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 49 willkommen. Der Vortrag soll zugleich die Einleitung für den j von Dr. Soskln abzuhaltenden Palistinakursus bilden, j Berlin. Dienstag, den 8. Dezember, abends ' 9 Uhr, findct'in Dräsels FcstsSlcn eine Mitgliederversammlung statt, in welcher Dr. Julius Katz Ober ״Hygienische Bet rachtu ngen zum 0 s ta f r I k ap r o jek t“ sprechen wird. O ü s t e willkommen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 10 Pf. erhoben. Breslauer Zionistische Vereinigung. Am Sonnabend, dem 5. Dezember, abends 83/, Uhr, findet im grossen Saal der Neuen Börse eine öffentliche Volksversammlung statt, in der Dr. Alfred Klee über ״Die Bedeutung des sechsten /ionistenkongresses zu Base! für die ücsamtjudenheit“ sprechen wird. Frankfurt a. O. Im Jüdisch-nationalen Turnverein ״J1111 g- Juda“, der, um objektiv zu sein, auch e:nem (iegner des Zionismus einmal das Wort verstatten wollte, sprach Dr. L a n d s b c r g- Stettin über ״Die ü eia 11 re.1 des Z i ־ ״ n ismu s‘\ Es gäbe kein jüdisches Volk, keine jüdische Rasse, keinen jüdischen Typus, Palästina sei zu klein (dr. Mcebm'k S. I u. ff.). Der Generalanzeiger“ verspotte unsere heiligsten patriotischen Gefühle, indem er über den ..SeJanjtingen. der glücklich angekommen sei“ höhne, einem bayrischen nur das Notariat preussischc Methoden cinfülircn müssen etc. etc. In die Bewegung, die die .luden iiir Erctnde (!!) erkläre, unter den. Juden selbst zunchmcu würde, würde Bayern inhezug auf das letzter Stutide den Vortrag übernommen hatte entledigte er sich doch seiner Aufgabe mit ebensolcher Gewandtheit wie Klugheit, und entrollte ein fesselndes Bild von den Verbandhingen des letzten Kongresses, und dem Krvstalüsatio •smmkt desselben, der Behandlung der Ostafrika-Fragc. Ganz besonders hatten wir jedoch in der darauffolgenden lebhaften Debatte Gelegenheit, die schlagfertigen und schlagenden Argumente unseres Herrn Redners zu bewundern und zu schätzen, und wenn wir am Schluss des Abends auch nur eine relativ kleine Anzahl von neuen Schekelzahlern gewonnen haben, so gibt uns dies keinen Anlass zu Klagen, da unseren Bestrebuugeil hier von vorne herein infolge des InJifiereutismus hiesiger massgebender Persönlichkeiten und infolge der bewussten Totschweige - Politik anderer jüdischer Kreise eine gewisse natürliche Grenze und ein Dämm gezogen ist, der nur durch anhaltende und zielbewusste Arbeit beranut und eingenommen werden kann. — Es zeigt sich hier bei uns das seltene Bild, dass noch 11:entals ein Assimilationsjude in den Versammlungen aufgetreten ist. und dass v ir mit eigentlichen a.itizionistisclien Gegnern nicht zu kämpfen haben: die sich uns entgegenstellen, sind warme Freunde unserer Bewegung an sich, und bisher haben v ir uns vergebens bemüht, d׳e wirkliehen Gegner der zionistischen Bewegung in unseren Vcrsatmulangen zur offenen Aussprache zu bewegen. Sic ..vollen sich nicht ärgern“ und ziehen es v »r. tapfer fernzubleiben, und hinter dem Rücken ״fern von Madrid“ gegen dem ihnen uubeüuemen Zionismus zu agitieren. Auf diese Weise können sie dem Zionismus ondicliten. was sie nur immer wollen, und haben nicht notig, uns in ehrenvoller Redeschlacht! rage und Autwort zu stehen. Uns kann diese Politik nur der Anlass dazu sein, in unseren Bemühungen nie::! nnchzulasscn und nach wie vor unseren als riebt’g und wahr anerkannten Idealen zu iolgen. auch in unserer kleinen Stadt dienend dem Wolde des grossen und ganzen jüdischen Volkes. Eine Biicns.ns 1*1׳:n]1111g 1'iir den Natinalfcmd in der Versammlung ergab lä Mark. Katoriat preussischc Methoden einführen müssen etc. etc. In der Debatte erwiderten unsere Eremule I)r. Klee und Erich Herzberg. Das Ganze bot ästhetisch ein unerfreuliches Bild. Eine Clique, die gekommen war, nur um dem Abend der Tötung und Einsargung unserer Bewegung beizuwohnen. lärmte in unqualifizicrbarster Weise, als sie sah, dass sie sich verspekuliert hatte. Die anständigen und geistig auf höherem Niveau! stehenden Kreise fühlten sich von dem Radau angewidert un׳J 1 diskutieren seitdem unsere Bewegung ernst und lebjnit. Es j sind Samenkörner ausgestreut, -- das eine oder andere wird sicher aufgehen. Und die Jugend, die akademische und kauiinännische, der wir ein Ideal gegeben haben, ist uns dankbar. E. Halbcrstadt. Am 18. ds. hielten wir unseren ersten grossej ren Agitations-Abend ab, in welchem Dr. itied. Alb. G old-; berg aus Berlin (Neuenahr) über den sechsten Kongress und : seine Bedeutung sprach. Obwohl Dr. Goldberg erst in aller- Frankfurt am Main, h! ö-r Utzteu Versammlung der zionistischen Vcreimcimg trörur»•• Dr. Han-1״t־:r d׳c Frag•*: Gibt cs eine körperliche Entartung der Jude!!? Der Referent wies darauf hin. dass die Durchschnitts׳*rösse d**r erwachs.*•!;*»! Juden nur lf-3 Zentimeter beträfe und d״»ss die Jndci den engsten Brustkorb unter der c!1!vp;:isc’!e!׳ Bevölkert!׳!■! bähen s d len. Die allgemeine K׳.׳(׳.sts*.uu<u k:״־n als schwächlich bezeichnet werden. Der kleine Wuchs de•*!rd *!» ist wohl nicht erworben, sondern ererbte StatPn»eseigei:tr.ml!ehkeit. Pie übrigen Degcneratümseisclieimim-n hängen aber iedenf'dls mit der 1 eidensecsclnclite des Judentums zusammen. Dazu kommt, dass die Juden auch heute noch!!׳ehr Koofals HrnJari e'ter sind, was die Neigung zu Nervenkrankheiten erklärt. Trotz ihrer schwächlichen Konstitution pflegen aber die Juden ein ho'-es Lebensalter zu erreiche:׳, u 1 sie massig leben und sich allen Verhältnissen anzutvssen verstehen. S<t> linden wir eine phvsische Minderwertigkeit J.־r Ju ’cn, die aber aus.׳^•'licKm wird i'ureh eine Reihe von körperlichen und geistigen Vom! ׳.■!!. Ein Uittel der Degeneration zu steuern, ist. w:e der Redner meinte, die Ergreifung anderer Berufsarten durch die Juden Soeben ist die z w e 11 e Nu!111 זו e r des ״Schlenilel“ er- 1 schienen, die wiederum reich ist an vortrefflichem Humor und sich vor der ersten Nummer durch die M a n n I g fa 11 i g ־ k e i t des Stoffes auszeichnet. An der Spitze steht ein | ironisches Siegeslied zur Feier der sechs jüdischen Landtagsabgeordneten. Ein anderer Beitrag in gebundener Rede gibt die'Begründung des I.ucgcrschcn Kampfes gegen die Vivisektion und ein drittes Gedicht beschäftigt sich mit dem .,Ende des Zionismus“. Auch Mbwapwa Jumbo, der Häuptling a. D. von Uganda, hat wieder eine ergötzliche Korrespondenz geschickt, und unser Freund Chajiiti Jossel erzählt natürlich seine amüsanten Anekdoten. Von den übrigen Beiträgen sei hier nur noch der famose ״Politische Wochenschaute“ erwähnt, der eine beständige Figur Im ״Schlctniel“ zu werden verdient. Eine eingehende Besprechung des durchweg gediegenen In- ן halts wollen wir uns für die nächste Nummer Vorbehalten. 1 Heute möchten wir nur unserer Freude darüber Ausdruck verj leihen, dass der ״Schlemiel“ schon jetzt eine Vermehrung! der Seitenzahl erfahren hat und bedeutend mehr vorzllg• liehe Illustrationen enthält, als in der Novemberausgabc. Was sind Juden? Eine ethnographisch-anthropologische Stu lie von Dr. C. H. Strati:. 1903. Wie». F. Tempsky. Leipzig. G. Freytag. 30 S. Lex. 8״. Von Herzen gut iimint es 3er Verfasser mit den Juden. Wenn er auch säet, dass der /weck seiner Schritt, die eine wissenschaftliche sein will, nicht ehie Verteidigung der Juden ist, so klirgt doch der To.1 der Aoologetik überall van״ *hircli. Verf. will die Juden von 2 GeswMsiumkten aus betrachtot wissen. Vom kulturhistorisch - ethnologischen und vom authrologischeu. Vom ersten, dem historischen, aus. sieht er in den Juden eine ehemalige Volksgemeinschaft, für die se:t ihrer Auflösung pur noch der Monotheismus churakterstisch ist. Heute gibts in .diesem Sinne keine Juden mehr, sondern Deutsche, Franzosen usv. Jüdischer Konfession. Doch gibt der Verf. zu. d׳»ss damit die Definition des Juden nicht erschöpft ist und zieht die anthropologische Betrachtung hinzu. Hier versucht er dar/uleven. dass der als . jüdisch“ hezeichnete und gebrandtrarkte Tvnus durchaus kein ,.jüdischer“ itn Sinne von ..semitisch“ ist. Die Juden seien ihrer Abst ווייmung nach ein Zweig der mittelländisch ־ nordMnkamschen Rasse, welche die südlichste Gruppe der mütcUämljschen (indogermanischen) Rasse darstellt. Darum findet man in den Ländern, in denen diese Rasse heute sitzt, zahlreiche Tvpen. die dem jüdischen nabe stehen, andererseits Juden, die den Habitus der umwohnenden Völker zeigen. Der ״jüdische“ Typus aber ist gar kein Rassentvo. sondern ein Inzuchttvnus, der überall da entstellt, wo eine Rasse lange Zeit kein neues Blut aufiiimmt. Stratz will ihn. wenigstens in einzelnen Exemplaren, überall finden, wo ähnliche Verhältnisse vorliegen, und .bringt dafür eine Anzahl sehr hübscher Abbildungen. Es seien 11׳er ge- , iiaunt die Japaner, Indonesier, Pamias (N. B. das betreffende i Bild zeigt eine frappierende Aehnlichkeit mit Zangwill), Bt-

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