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Jüdische Rundschau · 1903-11-27 · Heft 48 (27.11.1903) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 48 (27.11.1903)
Date
1903-11-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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I* / »7*h * r % l. die Not des jüdischen Volkes und d:c sich daraus ergebende Notwendigkeit der jiidisch-na;;«,aalen Erziehung, Kräitigung urd Vorbereitung iiir unser Endziel.!Mau sprach sogar davon, dass der Zionismus Rücksicht!•dunen müsse aut seine Gegner, die nach ״Taten“ schreen. Es sei mir gestattet, mich damit zuerst zu beschäftigen. Es ist wirklich eine etwas starke Zumutung, dass wir Rücksichten üben sollen aui Gegner, die, so lange der Zionismus noch keine äussern Erfolge am'zuweisen hatte, ihn und seine Bestrebungen stets mit K״t bewarfen und sogar, tun ihm zu schaden, vor Verleumdungen nicht zurückschreckten. Nein! Jetzt, wo wir der Verwirklichung unseres Zieles allmählich, langsam aber sicher, näher rücken, hat der Zionismus erst recht keinen Grund, s׳ch von dum Geschrei seiner Gegner beeinflussen zu lassen. Wirklich ernste Gründe sind daher nur die zwei ersten, und sie sind es, die eine Untersnehimg der Ostafrika-Angelegenheit rechtfertigen. Die Not des jüdischen Volkes besonders diente den Ereuuden des Ostafrikaprojektes zu seiner Befürwortung. Was sagten aber die Vertreter desjenigen Teiles der Juden, iiir die das ״Nachtasyl“ besonders berechnet ist, dazu? Die meisten Delegierten des östlichen Judentums waren gegen das Projekt, ja, sogar gegen die Untersuchungs-Kommission. Sie waren doch wohl von der Not und dem Elend der grossen jüdischen Masse unterrichtet, und doch stimmten sic gegen die Kommission, und somit gegen das Projekt. Ich glaube daher annehmen zu können, dass sie von der Stimmung des jüdischen Volkes, das trotz alle.r Not und allen Elends für nichts anderes als für Erez .!Israel zu haben ist, genügende Kenntnis gehabt haben. Was kann dann noch die verschiedenen Vertreter der westlichen Zionisten dazu hewegeu. uw das Projekt ehwutreten? Ja, sagen sie, Ostafrika könnte eine nationale Erziehungsanstalt, eine ״Kraftstation“ werden. Was das anhetriiit, so glaube ich, dass die Befürworter einer Ostairika-Kolonisation die Bedeutung derselben für die nationale Erziehung stark .überschätzen, denn wenn man diejenigen materiellen Mittel, die mau auch für Ostafrika aufwettden müsste, von dem ev. dann Erreichten abrechuet, so würde in betreff der nationalen Erziehung nicht viel mehr übrig bleiben, als was wir nicht in den bisherigen Wohnlüiident der Juden auch erreichen könnten. Ich wage sogar, einen gelinden Zweifel daran auszudriiekeu, dass Herr Cliambcrlain, resp. die englische Regierung, der wir ja trotz alledem sehr viel Dank schulden, uns allzu viele nationale Rechte zugesichcn wird. Nun wird ja von offizieller Seite zugegeben,’ dass' das Ostairikaprojekt mir eine Aushilfe sein soll. Aber seit wann ־ ist es Aufgabe des Zionismus, Aushilfen zu schaffen? Es sind genügend grosse pbilantropisehe Gesellschaften vorhanden, die iiir diesen Zweck vollauf genügen; Aufgabe des Zionismus war es jedoch, eine e n d g i 11 i g e Heimst ii t: e zu schaffe;:. Es wird mm niemand beweisen können, dass mit einer eventuellen Annahme des Ostafrikaprojektes das Baseler Pro- ־ gramm nicht durchbrochen, oder illusorisci: gemacht würde. Auf jeden Fall wäre die Annahme eine Ablenkung von demseihen, und würde eine Festlegung der zionistischen Kräfte auf . eine lange Zeit bedeuten; ganz abgesehen davon, dass, wum man Ostafrika haben, und Zion nicht lassen will, die dadurch hervorgerufene Doppelwirtscliait die Kraft des Zionismus übersteigt. Noch ein Moment kommt in Betracht: Die ganze Ostafrika-Angeiegeiiheit ist. objektiv genommen, eine Vorgehen gegen alle diejenigen, welche erst auf Grund des Basler Programms, das nur von Palästina spricht, sich uem Zionismus zugewandt haben. Wenn das Projekt angenommen wird, so körnten unsere Gegner uns mit mehr Berechtigung als bisher den Vorwurf der Mauserung machen, denn Ostafrika ist von dem wirkkehen Ziel des Zionismus weit entfernt genug. Ich bin daher der Hoffnung, dass der Zionismus ausharrt auf dem Wege, der zu seinem wahren Ziel führen wird, und sich nicht ablenken lässt f durch Angebote, die wahrlich nicht allein, ans ״Ceiühlsgrimden" erfolgt sind. Wenn die Zeit gekommen sein wird, werden wir das jüdische Volk befragen, und wir werden hören, dass cs von uns keine Durchwanderungsstation, kein Nachtasyl, son-' dern ein definitives Vaterland verlangt! •יהודה■ דד־י lwr «*■t *VW* ■י י #ו״י׳ימי׳« •Uf

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