Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1903)
- Date
- 1903-11-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite *508. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 47. benachbarten Krosseren Gruppen und des Distriktsbureaus fQmton. Wrescheu. Sonntag, den 8. N’ov. sprach Dr. Albert <10 l db c r g - Neuenahr über das Thema: ״Was will der Zionismus?״ im hies. Verein f. jiid. Geschichte und Litteratur. Im Anschluss au den Instruktiven Vortrag fand eine Diskussion statt, an der der Rabbiner und der Lehrer sich mit sympathischen Ausffihrunvcn beteiligten. Nederlandsche Zionistenbond Amsterdam. Der Sekretär des Ncderlandschcn Zionistenbönds Pr. phil. E. Slljper hat sich auf seine Reise ins Ausland begeben und deshalb seine Stelle nicdergclegt. Briefe s:nd bis auf weiteres zu adressicreu: Herrn A. J. Men des da Costa. Amsterdam, Wccsperstaat 20. : Krotoschln. Im Verein f. Jfld. Geschichte u!!d Litteratur, der nach jahrelangem Widerstreben cingcscheii hat. dass auch aktuelle Fragen in den Rahmen seiner Bclchrungsarbeit gehören, sprach Dr. Albert Gold b erg - Neuenahr über ״Die Bedeutung des 6. Kongresses“, wobei er besonders das Ost* afrikaptojekt beleuchtete. An den Vortrag knüpfte sich eine recht lebhafte Diskussion. Breslau. Nachdem die zionistische Verbindung ״M a k k abäa“ sich im vergangenen Sonuncrscmcstcr ausschliesslich der ii-.-ieren Arbeit gewidmet hat, beabsichtigt sie im Winter- Semester neben dieser Tätigkeit regelmässig u. z. jeden Sonnj abenJ einen Vortragsabend zu veranstalten. Sonnabend, H. i November, sprach Herr cand. iur. Berger aus Wien über . Der jüdische Student und der Zionismus". An dm sachlichen Vortrag schloss sich eine üusserst lebhafte Diskussion, an der sich auch die (niste beteiligten. Sonnabend. 21. November, wird; Bkr. cand. tned. Lcwin-Hpstein über ..Strömungen im Zionis- , nuis“ sprechen. Gesinnungsgenossen, die sich,für das Thenn interessieren, sind als Gäste herziiehst willkommen. Lokal: 1 Pominikancr auf dem Pomiuikanerplatz.. Zeit: S1/.. Uhr abends. ־ Oie Charmertenwahl für das Wintersemester ergab: cand. tned.! .1 e r e s 1 a w 's', cand. tned. D o 1t c h i n >'׳*:. st::;*, phil. j Sil big er Xy.X. Zuscli riiten sind an cand. med. Jcresj I a w, Kirchstr. 22. zu richten. j Hamburg. Per Vorstand der hics. Ortsgruppe hatte iiir den 7. November die diesjährige Generalversammlung eitiberufen. Im geschäftlichen Teil der Sitzung gab der erste Vorsitzende. Herr Pr. med. L. Frank. Altona, ein Bild vom verfiossenen Geschäftsjahre: Pie Ortsgruppe zähle jetzt fast die doppelte Anzahl Mitglieder als im vergangen fahre, ein fester Arbeitsplan für den Winter sei in Aussicht ge״nmn:en und überall zeigt s'ch frisches Leben. Herr Samuel Cohen gab den Kassenbericht, den die Revisoren bestiftA:en. Pie Neuwahlen, die unter der I.elttimg des stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Fd. Levinson. vorgemnnmen wurden, ergeben folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Herr Pr.'F r au ’s.?. Vorsitzender Fd. Levinson, Scbrüiführer Dr. jur. Lew ׳ml :m S'ellc des bisherigen Kassierers S. Cohen wurde Herr S. N. M a rj c u 1 i c s. unser bekannter Gesinnungsgenosse gewählt Das Wahlresnltat wurde mit ־ lebhaftem Beifall bcgiüsst. Nach Schluss der Sitzung hielt Herr Gustav 0. Gohen einen intercssanten Vortrag über das Ostafrika-Projekt, das vorn Publikum mit grossem Beifall auigenommen wurde. In der Diskussion wurde allgemein i ii r das Projekt gesprochen. Die Versammlung war sehr gut besucht, beide Säle überfüllt, au! den Gängen stiess und drängte sich das Publikum. Per Erfolg : war ein guter, der Abend brachte uns mehrere neue Mitglielei. «AöSVAn,Wft kW!/« d, fck wb * •׳•V 2• W2/A »V«* J» A׳A C2j ödnvA Ij Rundschau. Ü fe׳ 5״?•q ׳ יו׳m׳WTv-v-v ״Zu diesen loyalen Gegnern gehört auch Ingenieur Ussischkin, bekanntlich einer der aufrichtigsten und überzeugungstreuesten Zionisten der Welt. Kr ist seit Jahren Mitglied des zionistischen A k t i o 11 s - K o in i - tees und wurde als solches w i ed e r g c w ä h 11, trotzdem er mit aller H 11 c r g i c gegen das beschlossene Ostafrika• Projekt Stellung nahm.*‘ So schreibt die ״U 11 g a r i s c h e Wochenschrift“ in ihrem letzten Leitartikel gegen die zionistische Parteileitung. Pas Blatt«, das sich zur Ahlagerungs- Stätte alles autizionistiselicu Hasses in zionistischem Sehcingewände inacht, weiss nicht einmal, dass Ussischkin gar nicht zum Kongress in Base! war. sondern inzwischen in Palästina weilte, 'während es ihn auf dem Kongress mit aller Energie gegen das Ostafrika-Projckt Stellung nehhiui lässt. Fs geht doch nichts über eine von Sachkenntnis nicht getrübte Vorurteilslosigkeit. Fine feine Zeitung - die ״Ungarische Wochenschrift“! — Es gibt auch Juden, die von der ״Slaalshürger-Zcuuirg“ gelobt werden. Sie sind auch danach. Wir entnehmen der Stbg.-Ztg. vom 15. November folgende Notiz: 1111״ Gebrüder Ilcrrnfcld-Theater“ bleibt der köstlichen Lachkomödie ״Papa Noa“ der Erfolg auch nach der 50. Aufführung treu. Die .lubelaufiiihrimghat in der gesamten Presse eine hervorragende Kritik gefunden, besonders fand die Par- Stellung durch Anion und Douat Herrnfeld und deren geschultes Ensemble ungeteiltes I.oh. Durch diesen Frtolg verjüngt dürfte sich ..Papa Noa“ noch lange au! dem Spieiplanc behaupten, umso mehr, als gerade die JiibehunTilming aut den Theaterbesuch den günstigsten Einfluss ausgeubt hat. Zu den ständigen Gästen bei ״Herrittelds" gehören übrigens auch die zahlreichen hier weilenden Fremden aus der Provinz, das Theater ist durch diesen Frcindcnzustrom meist schon vor Beginn der Vor- - - — - - -- — -- (Kr greift an sein Herz und sinkt plötzlich zusammen: mit brechender Stimme): Das ist zuviel ... (Der Zionismus hat ihn in seinen Armen auigefangen und lässt ihn sanft am Tisch nieder.) Freiheit (über den toten Juden gebeugt): Er starb. Die Freude war zu gross, Sie brach sein Herz, das dies nicht tragen konnte. Und morgen wird man ihn hier iinden, wie er sanft Beim Lesen alter Hasntonäertaten starb. Ein Schöner Tod. Ein",Hoffnungsstrahl verklärte ihn, Und liess ihn ruhig sterben. — — — (zum Zionismus): Du aber bist die Uofftutttg und das Ziel! Du stehst im Leben drin, das er vcrliess. Und das heist kämpfen. Huldreich bin ich dir Nun heut’ genaht. Ich will auch weiter vor dir ׳ schweben. Nun streit für die Idee. Begeist’re die. Die noch für Schönes, Edles sich begeistern. Tritt ein in die Arena! Adler flieg, Und kämpf mit Mut, uitd streit mit Kraft ־ Zion i sm tt s: ... Und Sieg! ' (Sie stellen Hand in Hand. Die Bühne erstrahlt plötzlich 1 in hellstem Licht. Hinter der Bühne ertönt, wie aus der! Ferne, im Chorgesang das jüdische * Freiheitslied.) . Bei der Aufführung in Mannheim wurde zum Chorgesang j עוך י*א אבדה״“ verwendet. Vorhang. Litteraturbericht. j ״Sclilcmlel“, Illustriertes Jüdisches Witzblatt. Herausgeber Dr. ■ Max Jungnianu, Berlin. Frscheint einmal monatlich, kostet! jährlich 2,50 Mk. Keine Probcnummern. Zu beziehen durch | die Expedition der ״Jüdischen Rundschau*', Berlin N. 54,! Aucuststrassc 4Pa. Einzelheit 20 Pfennig. \ Walter Scott beschreibt in seinem Quentin Dur ward zwei Scharfrichter Ludwig XII. von Frankreich, die beide stets zusammcnarbeiteii. doch grundverschiedener Natur sind. Per eine befördert die Verbrecher unter ernsten Ermahnungen und Bibelsprüchen ins Jenseits, der andere überschüttet sie mit Schwänken und ruft ihnen heitere Worte zu. während er an ihren' Füssen zieht, damit sie schneller ersticken. Pie Vcrhrecher au jüdischer Ehre, in der jüdischen Politik am jüdischen Freilieitsgcdauken, wurden bis jetzt nur unter ernsthaften Argurnenten in der, blauweissen presse kaltgcmacht: nun hat sich zu diesen» Geschäft auch der heitere Sozius gen'ideti und wir bögrässen ihn als Kamei aden, wiewohl er seinen heillosen Schnabel auch an ehrsamen Bürgern wetzt.