Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1903)
- Date
- 1903-11-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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j Seite 506. JÜDISCHE RUNDSCHAU.__ No. 47. Vervollkommnung der Arbeitsmethoden auf allen Gebieten menschlicher Betätigung ermöglichen, in verhältnismässig kurzer Zeit Werke auszuführen, zu deren Vollendung, früher Jahrhunderte nötig waren, und Hand in Hand mit; der Vcrvollkommnung der Arbeitsmethoden geht die Kunst, grosse Massen in zweckmässiger Weise wirtschaftlich zu organisieren. Pas sind die Machtmittel, die die Verwirklichung der national-iiidischen Idee in unseren Tagen möglich machen. Um aber dieses Ziel zu erreichen, müssen die Qcister geweckt werden und daran wollen wir, der B. J. C., zu unserem bcschetuenen Teile beitragen. Wir \\־ollen wirken, dass der jüdische Gedanke im Sinne einer Zukunft des jüdischen Volks auf nationaler Grundlage, gepflegt und weitergetragen werde. Wir wissen, dass viele, die diese Gedanken zum ersten Male hören, nichts dabei empfinden, ja sog3r sich unwillig davon aliwenden werden, weil sie dem Judentnme innerlich entfremdet sind. Was sic änsserlich daran fesselt, was sie hindert, den letzten Schritt der Taufe zu tun. ist eine Art Stolz, ein Trotz, der nicht zulässt. dass sie den Schmähungen der •Hegnur weichen. Sie empfinden bitter den Zwiespalt zwischen ihrer äusseren Lage und ihrer Gesinnung, und sie suchen sich zu helfen, indem sie auf eine Entwickelung der Hinge hoffen, die sie sich nach liberalen oder sozialen öde! kosmopolitischen oder irgend welchen anderen Grundsätzen denken. Abtei das sind Träume, Spekulationen, die längst ükeru nnden sind, weil sie mit der Wirklichkeit nicht überehistimmeu. Ls gibt nur einen Weg. auf dein sic die innere Harn!t׳nic wiedergewinnen können, das ist die vollständige Rückkehr zu ihrem Volke. Hier werden sie nicht a־׳gefeiudct »:!d geschmäht werden. nur weil sie Juden sind: liier wird ihre nützliche Mitarbeit nicht kalt abgewiesen, sondern itochgescliätz.! werden, und die Anerkennung gewinnt noch an Wert in den! Bewusstsein, dass sie v״.t den eigenen Volksgenossen :umgeht, von de! grossen Gesamtheit des eigenen Volkes. Alle müssen mitv, irken au dem grossen Werke der Wiedergeburt des jiidisehen Volks. Wir wissen, dass, wenn jeder seine S c h u 1 d i gkeit tut, wir unser Ziel erreichen werden; denn nichts ist u n a 11 s i ii Urbare r, sofern cs überhaupt im Bereiche menschlicher Möglichkeit liegt, wenn es von einem nach Miüio* nett zählenden Volke einmütig, konsequent und mit zäher Euergic angestreht wird. Wir denken nach dem Satze: . M ä niicr machen die Geschieht e“, und deshalb wollen wir uns zu Männern Itera'nbildett, die fähig sind. Geschichte ztt machen: die Geschichte unseres Volkes, des jüdischen Volks. 1 I 1 1 I i i I t 1 I t rscr Aus der Bewegung. Nachruf. Kin schwerer Verlust hat unsere Bewegung betroffen. Am 8. d. M. ist in Bischof slt ei tu Herr Slegmund Selig entschlafen. Wie beklagen in dem Dahingeschie lenen einen aufrichtigen und erfolgreichen Kämpfer für unsere Sache, der nicht nur als Vorstandsmitglied der Mainzer Ortsgruppe, sondern auch weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus gewirkt und geschafft hat. Seine agitatorische und organisatorische Befähigung, vor allen! aber seine stets bew iesene selbstlose und aufopfernde Liebe zu unserem Volke und die reine Hingabe an die Idee sichern ihm in unser aller Herzen ein bleibendes Andenken. Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. I. A.: D r. Friede m a n n. An die zionistischen Dislrikishureaus. Das Wiener engere Aktionskomitee macht darauf aufmerksam, dass eine Reihe wichtiger Arbeiten bevorsteht und dass es dringend nötig sei, damit dieselben auch nicht für kurze Zeit ins Stocken geraten, sofort mit dem Einsammeln und Altliefern der Schekel zu beginnen. Wir bitten deshalb die Distriktsbitrcaus, den ihnen naehgeordnote» Ortsgruppen von diesem Schrei- Ik-11 durch Zirkular Kenntnis zu geben, und darauf zu dringen, dass überall mit der Scliekelsanmiiung sofort begonnen wi-d und dass die Summen am Schluss des November und Dezember nach Köln übermittelt werden. D i v deutschen Mitglieder des grossen Aktionskomitees. [) r. H o d e 11 h c i rn e r 1) r. Moses D r. KI c e Köln. Mannheim. Berlin. Jude: Doch wie denn eine solche Tat vollbringen? Zionismus: Hört Juden! Ihr, die ihr im Westen lebet, In Staaten, wo ihr doch, dank eures Dünkels Die Schmach der Brüder östlich kaum empfindet. Ist euch dies nicht ein Ziel? So hoch und hehr. Dass es das Blut, das durch die Adern schleichet. Das alte Heldcnblut lässt wieder fiammen Kam euch der Stolz des freien so abhanden. Fühlt ihr mit jenen andern euch nicht eins? Jude: So meinst du, sollen wir dies Land verlassen. Mit unsern Brüdern eine Heimat gründen? Zionismus: ' Mit ihnen eine Heimat gründen. Ja -- Und wenn ihr also eurer Pflicht geübet, Und selbst dann in der alten bleiben wollt.' Die euch zur Heimat wird: so bleibt. Bleibt ruhig, wenn euch feste Bande ketten*. Ich neid’s euch nicht. Nur bleibt au iii würdig da. Ihr seht grad jetzt, wie jedes Volk der Erde ] Auf seine Ahnen sich voll Stolz berufet, Ihr hättet gleiches Recht, habt gleichen Stolz, Jude: O, sag mir mehr, von dieser neuen Stute. Durch deren Tore uns das Leben w;nku Nicht frag ich, wo cs sei. Das wäre gcfrcvelt. Denn dieses führ ich: soll das \V;rk gedeih’?!. Kann Zion uns nur wieder Heimat sein. Z i o!1 i s m u s: Ja, fühlt doch, wie das alte Land der Väter. Das herrlich blühte, und nun so verödet. Fühlt doch, wie es sich sehnt nach nc««.‘n Leben. Die Erde will euch wieder fruclitb.w werden. Sie wartet nur auf euch, wie ihr cuf sie. Dort quellen wieder neue Lebenssäfte, fn! Vaterland erblüh'» euch neue Kräfte. Jude: Doch jene, sage, wird man sie nicht schmähen, Die dennoch in der alten Heimat bleiben? Zionismus: Mit!lichten, jeder geh’, wohin er will. j Denn wenn einst Palästinas öde Flächen, Ein altes Volk aufs neue froh bevölkert. In harter Arbeit sich zum Leben ringt, Und so beweisen kann die alte Stärke. : Und widerlegen all die Lügenmärchen, '; .. . .. . 1 1