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Jüdische Rundschau · 1903-11-06 · Heft 45 (6.11.1903) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 45 (6.11.1903)
Date
1903-11-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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jt No. 45. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 481, wird Ober die Aufsätze diskutiert. Das Ergebnis der Diskussion ist in kurzer, prägnanter Form seitens des Gruppen- Vorstandes sofort dem zuständigen Distriktsbureau mitzuteilen. Letzteres stellt die Berichte zusammen und sendet sic zur Veröffentlichung in jener Rubrik an die Rundschau. Das muss alles, pünktlich erledigt werden, damit die Berichte aller Bureaus so rechtzeitig bei der Redaktion der J. R. eintreffen, dass ihre Veröffentlichung in der nächsten Monatsrubrik möglich ist. Dabei ist auf folgendes zu achten: Jede Gruppe, welche einen Bericht geliefert hat, ist namentlich autzuführen, und jede Gruppe, welche die Berichtc r s t a 111111 g u 111 c r I i c s s, ist auch a n z u g e b e n. Wird der Plan mit Eifer verfolgt, so liefern die Berichte soviel neues Material, dass uns für neue Aufsätze nicht bange zu sein braucht. Insbesondere, wenn man die cinlaufcnden Arbeiten nicht allzu kritisch prüft und auch einer minder gewandten Feder das Wort gibt. — — Ich will aber neben dieser Arbeit gewiss nicht die Fürderung unseren־ finanziellen Institute beeiiitrsichtigt \vis,s«1. Ja: es wird sich vielleicht zeigen, dass die materielle Unter* Stützung mit der geistigen Arbeit gleicherweise wächst. Denn nur von guten Zionisten sind materielle Opfer zu erwarten. Audi hierbei soll der Ehrgeiz der Gruppen geweckt werdui. Allmonatlich sollen die Distriktburcaus Aufstellungen veröffentlichen, worin die Ergebnisse der Sammlungen iiir den N'ationaÜond und des Verkaufs von Bankaktien mitgeteilt wer* den. Das bedeutet natürlich die Voraussetzung, dass alle Zahlungen auch durch das betr. D.-B. gehen, wie cs allein richtig ist. Auch in diesen Aufstellungen sind alle Gruppen aufzuführcu, auch die. über die nichts zu melden ist: sie erst recht. Um aber bei jeder Gruppe ihrer Arbeitsmügüehkcit gerecht zu werden, sind jeweils neben den Ergebniszu/ern prozentuale Ziffern anzugeben, also dass jene Ziffer sagt, weiche Zahl sich ergebe, wenn, statt des 'effektiven MitgUedcrbcstands der betr. Gruppe. 100 Mitglieder vorhanden seien. Ich denke mir folgendes Schema: Aber Jeder, der hierzu das Wort ergreifen will, soll's sofort tun. ־ ׳ . Denn nuu ist's Zeit, dass darin etwas Positives geschieht. Julius Simon. Aus der Bewegung. bc. Gruppe Aktien Lstrl. ־• & * fJ ־ N.-F. Atarken ’ a Bar für N.-F. a י ß A 10,-- 1 Ö I 1_ 30 j 15 B 2- ־- 4! 10!20 — 1 — Ich will hiermit nichts weiter als Vorschläge gegeben haben, die vielleicht bei anderen bessere Vorschläge zeitigen. Ich wollte nur die Diskussion dieser Frage neu anregen, um einen! Auftrag gerecht zu werden, den ich am Delegiertentag cntgegcnnahin. Berlin. Dienstag, den 10. November 1903, abends 9 Uhr, findet im Feuerstein’schcn Saale, Alte Jakobstrassc /5, die dritte Distriktsvcrsanimhmg statt. Herr Dr. Albert Gold be r g-Neuenahr wird über das Thema referieren: ״Was will der Zionismus?“ Jedermann ist herzlich willkommen. Unsere Mitglieder erhaiten keine besondere Einladung. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pig. Entree erhoben. Berlin. Montag, den 16. d. M., findet im oberen Saal des DrästTschen Etablissements, Neue Friedrich- Strasse, eine Versammlung der Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung statt. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Ernst T u c h über: ״Der Zionismus und seine Stellung zu der Frage: Ist es ratsam, einen Teil der jüdischen Bevölkerung auch in den jetzigen Wohnländern zum Ackerbau üterzuiühren?“ Diskussion. Gäste herzlich willkommen. Besondere Einladungen werden nicht versandt. Berlin. An! Montag, den! 26. Oktober, fand im Cafe Gärt-!!er, (Bellevue). eine Bezirksversamm’img <J־׳r Zinn:■;::.;!:ei! Vereinigung statt, in der Dr. Citror! über ״Das Programm des Zionismus'* sprach. Als Mediziner verglich er die Jude!.!:זיז mit einer Krankheit, die zwar schon vielfach lokal behandelt worden sd. aber deren Ucbel man nicht auf den Grund gekommen. Der richtige Arzt sei nun der Zionismus. Er erkennt den Grund der Judennot: und zwar einzig und allein darin, das die Juden fern von den! Lande sind, in das sie gehören, fern von Palästina und dass sic sich zu allen Zeiten und allerorten in der Minderheit befunden haben und befinden. Es sind zwei Gruppen von Juden zu unterscheiden: die des Ostens und die Westeuropas und Amerikas. Erstere lud.'.n Vorzugs* weise unter Ausnahmegesetzen zu leiden. Die Judenot des Westens ergibt sich grösstenteils aus der gesellschaftlichen Lage. Wir sind empfindlicher, feinfühliger, uns kränken Werte und Anspielungen, sie lassen uns empfinden, dass wir ״eben nur ״Juden“ sind. Die westeuropäischen Juden sind emanzipiert worden, und das hatte zur Folge, dass sich in! Anfänge des vorigen Jahrlumdcrts eine Menge Juden taufen Hessen; so fass* ten sie die Gebote der Emanzipation auf. Die Juden erwarben die Erde, erstickender Rauch wallt auf gen Hinmiel. Und Schaddai thronet über den Leichen, — der nerr in seiner Herrlichkeit! — Er teilet, gelinde die blutigen Dünste — hell wird der Tag, die Sonne erstrahlt. — Da schimmert die Erde verjüngten Glanzes, die Felder wogen den goldenen Segen. In Weinbergen tanzen die Jungfrauen Judas; es schimmern die Arme, die Pauke erklirrt. Und fröhlich begleitet der Jünglinge Chor, in Byssus gekleidet die Stärke der; Glieder. Daneben sitzen die Alten des Rats, und milden Beifall lächeln die Züge. — Stimme des Bräutigams jauchzt in der Ferne, ihm fliegt entgegen die liebliche Braut. Rosen und Lilien bietet sie ihm, betäubend ^beglückt der Duft der Alraunen. — Stimme des Herrn י— ich sinke weinend nieder. Ich weiss nicht wie, versetzt mich meine Lust unter die Wagen meines edlen Volkes.-- E-L-- —. Hebräisch oder Jargon? Eine Schach-Aufgabe. Hebräisch oder Jargon? Das ist hier die Frage. Die einen meinen so, die andern so. Nichts liegt mir ferner, als etwa jetzt diese Frage, welche von beiden Littcraturcn sehüner sei, beantworten zu wollen, wie der Leser vielleicht ge* fürchtet hat. Es handelt sich nur darum: Ich las gestern je einen Artikel über Hebräisch und Jargon. Ich mache das gewöhnlich so. Denn die für den Jargon schreiben, schimpfen auf die Unzulänglichkeit des Hebräischen. und die Anwälte der Bibclsprachc wollen einem den Jargon verekeln. Deshalb lese ich immer zwei solcher Artikel gleichzeitig, dann gefällt mir beides. — Von den gestern gelesenen Aufsätzen möchte ich die markantesten Stellen mal nebeneinander gedruckt sehen. Ueber Jargon. Der Jargon ist nicht tinschön. Er ist kernig, s a rk a s t i s c h, bilderreich, knapp und charaktcr i s t i s c h.-Anfangs war diese Sprache rein deutsch. sie musste aber fremde Elemente in sich aufnehmen. Immerhin sind noch heute mindestens 80 Prozent der Sprache germanischen Ursprungs. Das Hebräisch der Gegenwart ist trotz aller Fortschritte der letzten Jahre noch immer gar zu sehr Buch Sprache und nur ein Gut der Intelligenz. Ueber Neu-Hebrälsch. Die vulgäre Sprache ist freilich das armselige Jargon, aber die edelsten Elemente dieser Sprache •־ sind hebräisch. und sie sind es, welche ihr Humor. Witz und Wohlklang verleihen. Der Reiz der ... U r - w ü c h s i g k e i t schwebt über diesen Werken (des Neu-Hebräischen). — — bedenkt man, unter

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