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Jüdische Rundschau · 1903-11-06 · Heft 45 (6.11.1903) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 45 (6.11.1903)
Date
1903-11-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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«MjacMtoacTuirt«*■*snc&MrtxzrtJivr.&Kgnrfr ד f״ “T #* Seite 480. JÜDISCHE RUNDSCHAU. I י No. 45. sollen die Herren Dr. Hantke, Dr. Bernfold-Berlin, H. Oppenheimer-Würzburg, Ref. Grouemann-Hannover, Dr. Kaufmann- Freiburg, Eitingon-Heidelberg. 6: Das Zentralkomitee wird beauftragt, Vortragsturnöen zu arrangieren 1. über Palästina, 2. über die Kolonialbank. 7. Es soll in Form eines kleinen Kalenders eine Agitationsbroschürc für die Jüdische Landbevölkerung hergcstellt werden. Herr Dr. Klee wir.d mit der Einleitung der nötigen Schritte betraut. 8. Es soll an dem Jahrestage des Dr. Ralf eine Oedenkfeier für denselben in allen Gruppen abgehalten werden. Das ist unser Wunschzettel. Den dringendsten Herzenswünsch freilich vermögen wir nicht geschiittsmüssig zu forniulieren. Ich habe ihn heute ausgesprochen; er geht dahin, dass wir alle uns freudig ein- und untcrordnen unserer trefflich bcwährten Organisation in dem beglückenden Bewusstsein, schon damit jenen wichtigen Baustein zu liefern zur Erstehung des Gebäudes, in dem das jüdische Volk sich wohnlich einzurichten beabsichtigt. Ein Arbeitsprogramm. Ais ich am Deicgiertentag in St. Ludwig den Mange! einer geregelten, zielbewussten Iimcnarbeit bei den deutschen Ortsgruppen beklagte, wollte ich durchaus keine neuen Wahrheiten künden. Dass hei unserer bisherigen Arbeit nicht viel für die Vertiefung unserer Idee bei den neugewonnenen Anfängern geschehen war, wussten so ziemlich alle, die die Verhältnisse kannten. Nicht alle aber hatten es bisher als Mangel empfunden. Darin erlebte ich nun eine schöne Enttäuschung. Mit voller Einmütigkeit stimmte man mir zu. Und die enragiertesten Verfechter der Agitationstätigkeit mussten cs: jetzt, da ein Stamm von 6000 Schekclzahlern vorhanden war. Wer zu der Unsumme von Arbeit und Hingabe beigetragen, die für diesen Erstüngscrfolg nötig war, der wollte um Mehr gearbeitet haben, als um 6000' Schekalhn im Jahr. Also Innenarbeit! Worin sie zu bestehen habe? Ich glaube, auch darin waren wir uns alle einig. Ich kann's übrigens in wenig Worten sagen: Vielleicht schon damit: zu verbrennen, was man angebetet; anzubeten, was man verbrannt hat. Denn für den westlichen Juden bedeutet gewöhnlich der Werdegang zum Zionismus' wirklich eine Umwälzung seiner ganzen Lebensanschauung. Erkennen muss er, dass der jetzige, so vielgerühmte Zustand absolut nicht der normale ist, sondern das gerade Gegenteil. — Dass dieser Zustand Um - an der Entfaltung des Wertvollsten hindert: seiner Persönlichkeit. — Dass ihm wahrhaftig der Zionismus fast mehr bringen werde, als vielen seiner östlichen Brüder: Dort handelt cs sich oftmals nur um Leib und Leben; bei ihm aber um seinen ganzen inneren Menschen. Bis er’s nur begriffen hat, das Wort von der jüdischen Individualitätsfragc! Also, worin die Arbeit zu leisten wäre, ist nicht allzu schwierig. Ich persönlich bin der Ansicht, dass das zuverlässigste Mittel ein systematisches Studium der jüdischen Volksseele ist, wie sie sich im Osten noch offenbart. Da werden ihm soviel verwandte Saiten klingen, dass sich sein Begriff von der jüdischen Nation verinnerlicht; da wird er soviel positiv Jüdisches finden, dass ihm noch abgeht, dass er den östlichen Juden wertschätzen lernt. Eigenkräftc wird er kennen lernen, die zu lösen wert sind. Die zu konzentriere n notwendig ist. In einer freien Heimat.- Ich empfehle aus diesem Grunde auch die Vermittlung der jüdisch-deutschen Litteratur. Ueberhaupt ein planmässiges Studium des Lebens und Webens in den östlichen Ghetti. Seine Gegenüberstellung mit unseren Anschauungen, die sich ja von selbst ergibt, birgt eine Fülle belebendsten Materials zum Meinungsaustausch. Also das ״was" scheint mir leicht gefunden. Weniger aber das: wie dieser Pinn auch durchzuführen sei. Ich iürchte, dass in den wenigsten Gruppen Initiative genug vorhanden ist und genug Verständnis, als dass man sich damit begnügen könnte, einen Arbeitsplan zu fixieren. Wer soll ihn durchführen? Wer die Kontrolle übernehmen, dass auch tatsächlich gearbeitet wird? Dazu nun habe ich folgendes vorzuschlagen; denn für das Vorstehende will icli keine Orginalität in Anspruch nehmen: Die ״Jüdische Rundschau“ soll in der ersten Nummer eines jeden Monats einen besonderen Raum für die Rubrik ״Innenarbeit“ reservieren. Dort haben Beiträge zu erscheineu. Aufsätze, in anregender Form, die stark das stets betonen müssen, w׳orauf die ganze Arbeit hinzielt: Vertiefung des Zionismus. Jede Gruppe hat allmonatlich dafür einen Vercmsabend einzurichten. Es muss der betr. Gruppe* überlassen bleiben, daiiir zu sorgen, dass die Zionisten ihres Ortes daran auch regen Aute»I nehmen. An diesen Vcrcmsabenden 15. Fluch dem Weibe, das als sein Heiligstes nicht anerkennt die Schwangerschaft und die Auferziehung der i Kinder. Ein solches Weib sei nicht gefunden unter den Töchtern Israels. 16. ' Siehe, nicht das ist xvahr, was im Kampfe der Geister obsieget heute und morgen, sondern was am Ende der Tage sein wird, das allein ist Wahr. D'rum rufe ich nochmals euch zu: Lebet und dauert! 17. Begehret nicht auf ob meiner Worte. Ein Verbrechen ist das Wort, zur Unzeit gesprochen, eine Erlösung, gesprochen zur Zeit. 18. Frei von Rachsucht begegnet dein Schlechten mit ehrlichem Hasse. Seid nicht wie die Hunde, die da lecken die Hand dessen, der sie züchtigt. 19. Scheut nicht allzu sehr die Sünde!• Denn nur die Schwachen sind es, die da zittern in Angst zu sündigen, und die da tot sind, anstatt dass sie leben. Handelt frei, aber nehmet auch auf euch die Folgen eures Tuns. 26. Nimmer vergesset Zions und Jcruschalaims. Vor- ■ wärts schaut! Und wenn im Ringkampfe erlahmen eure Hände, so holet euch Kraft in Berührung heimatlicher Erde. Schaddai wird niederwerfen eure Feinde. 27. Ich bin kein Prophet und keines Propheten Sohn Aber vorn Lesen vergilbter Bücher und aus dem Kreise der Zunftgclehrten riss mich Schaddai hinweg, Freiheit zu predigen im Lande! 55. Krieg nur ist Leben und lange Ruhe gleichet dem Tode. Todähnlichen Schlaf schliefst du, 0 Israel. — In deiner Betäubung beraubten dich Diebe, du merktest es nicht; deine Krone stahlen die Kinder der Gasse, — du bliebest betört. — Siehe, ich stach dich mit glühendem Stachel, und du wrarst munter; Wespe und Hornisse rief ich herbei, dass sie ihre Spitzen senkten j in dein Fleisch. — Auf, Israel, und greife zum Schwerte, ן lass erklirren Schild und Rüstung, besteige den Wagen! \ Auf zum Kampfe gegen die Lauen! Pfeil sende auf! Pfeil, und Geschoss auf Geschoss, Würgen Schaddais ‘ der Name der Schlacht. — Es dampfet in Blut ertränket t

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