Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1903)
- Date
- 1903-10-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 472, JÜDISCHE RUNDSCHAU N°._44. das scheint mir auf einem Trugschluss zu beruhen. Sic sagen: Herzl hätte von Ostafrika nicht gesprochen, wenn ihm nicht Palästina aussichtslos erschienen wäre. Da Palästina politisch unerreichbar ist, soll Ostafrika ein Eratz dafür sein. Diesen Ersatz aber wollen wir nicht. Ihr Eintreten für Klcinkolonisation in Palästina ist also eine Verzweiflungstat; diesen Ein* druck hat Jeder, der dem VI. Kongress beigewohnt hat, un* zweideutig. Aber der Schluss ist falsch, denn seine Voraussetzung ist falsch. Nicht Worte des Verzichtes, sondern Worte freudiger Zuversicht für Palästina habe ich aus Herzl's Munde gehört. Sollte Herzl so lügen — nun/dann ist der Tag Nacht und ich lege mich zu Grabe. Nein, wir können unserem Führer vertrauen, denn wir verstehen und billigen das System seiner Politik. Kein Angrifi seiner Gegner und kein Ostafrika wird Führer und Bewegung voneinander trennen, bis er selbst das Baud zwischen sich und uns zerschneidet. Und das wird nicht geschehen, solange Herzl Herzl bieibt. Wer von den Jasagern meine Ansichten bekämpit bedenke, dass ich gleich ihm in dem wärmsten Vertrauen zu unserem Führer wurzele, einem Vertrauen, das nicht Mos aus IFblosigkeit und unklaren Geiühiei! geboren ist, smidcru eine Kon* Sequenz meiner ganzen Auiiasstmg der Ostafrika-F'rage und politischer Erwägungen ist. i Wer von den Neinsagern meinen Anschauungen entgegen* J treten will, der bedenke bei jedem seiner Wort••, dass ich selbst ein Neinsager bin, und f ü ז Palästina gesprochen habe. Ich begann und schloss mit Palästina, denn Palästüiu ist unser erstes und letztes Wort. zu richten sind. Die Herren Referendar Gronemann und Henry Meyer haben Hannover verlassen. Glefwltz, 24. Oktober. Ende September starb in K a 110 w 11 z O.-S. ein Mann, der unter den ersten war, die in Deutschland die Zionsidee erfassten. Es ist dies Herr Mcscs, einer der Teilnehmer an der historischen Kattowitzer Konferenz im Jahre 1884, unter Vorsitz von Leo Pinskcr. Wenn er auch nach aussen •nicht so sehr hervortrat, so war er doch überall in Oberschlcsieti, wo cs galt, für den Zionsgedanken einzutreten. Oft sah ihn die Glciwitzer Ortsgruppe, deren Ehrenmitglied er längst war, in ihrer Mitte. Sie hat beschlossen, sein Andenken durch Eintragung in das goldene Buch des Nationaltonds zu ehren. I. A. der Zionistischen Ortsgruppe Gleiwitz. Joseph Loc w y. Berlin. Oktober 1911.?. Die;111 der hiesigen Universität be* stehende ITcic Verbindung ״li •1 s m o n a e a" begeht' am Sounabend dem 7. November, in! ״Hotel zum König von Portugal" (Burestrasse 12), ihren vierten Antrittsknmmers. Im ver* gangenen Sommer-Scmotcr entfaltete die־ junge Korporation eine ultraus!ege Tät>v>ci;, indem sie mclit mir für eine griindjicbc zionistische Ausbildung ihrer Mitglieder Sorge trug 11. a. besucht«:n die Aktiven ein unter der vorzüglichen Leitung des Herrn IV. Klee siebendes zionistische?« Seminar ־ . sondern auch durch Veranstaltung wöchentliche: onentheher Vorträge, deren cs hier im Sommer sonst ja nur wenige gibt, breiteren Schichten unserer ('׳csauiurgsgenosH•״ etwas zu bieten vermochte, v as durch regen Zuspruch belohnt wurde. Im komtuenden Semester gedenkt die ..Hasmmiaea־‘ sich hauptsächlich ruf die Inncuarbeii zu beschränken. - Berlin. Am 19. d. M. sprach im Königstädtischcn Casino vor einer Schekelzahlerversammlung caml. mcd. L 1 i a s A u c r- Aas der Bs־;;et!־j:;:5. \ß Berlin. Die zweite Distriktsvcrsarunilimg findet Donnerstag, den 5. November, abends S * Uhr, in Habereehts Festsä 1 e n, 0., Grosse Frankfurterstr. 30, stau. Herr Dr. Max Jung man 11 wird über ״W e s e n und Bedeutung der zionistischen Bewegung" sprechen. Unsere Mitglieder erhaben keine besondere Einladungen. Distrikfsbureau Hannover. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, dass sämtliche Zuschriften an Herrn Inspektor Meyer in Hannover, M ft!1 z s t r. 4, hach über ״Das Ostairikaproickt und der Paläsiiuazionismus.“ Das Referat wurde Seinbciidlng :u!fge!t״mmen und ist ia d:e,sc.־ Nummer imseivs. Hiatus ausführlich wiedergegeben. t Die Diskuss׳• m stand. das muss ehrlich gesagt werden, nicht auf der Buhe ein• der Ernst der Sache erford rt hatte•. Mit wenigen Ausnahmen folgten de Diskussionsredner nicht dem Bemühen des Referenten, die Tatsachen so zu nehmen, wie sie wirklich liege!', sonder!! konstruierten die Ostairik 1* frage,nach ihren vorgefassten Meinungen und fällten ihr Biiiigungs- oder Vcrdamiiiungsurtei!. ohne es allzusehr mit suchliehen Gründen zu stütze!!. - - Dr. Krctsehmar sprach me!! einem fertig mngehrnchten Manuskript, war also nicht in de! Lage, «auf die- Gründe des Referenten Rücksicht zu nehmen. Herr Radler fährt•• aus dass Herzl früher immer so getan habe, als hätte er den Charter für Palästina schon in de! lasche. Jetzt verzweifeln unsere Führer an der Erlangung von Palästina und wollen, dass wir uns mit Uganda begnügen. liches. Vielleicht wird er uns im nächsten Jahre etwas derartiges bieten. Gronemann hat natürlich zur Organisation einen trefflichen Beitrag geleistet, und ebenso selbstverständlich ist. dass Heinrich Loewe über Ocgcnwartsarbeit in Palästina im allgemeinen und über die Nationalbibliothek und die Missbrauche in der Chalukah im besonderen schwellt. Ein von vielen ver* gessener Aufsatz von Oraetz wird von Zlocisti ans Licht ge* zogen und cs ist für die zunftmässige ״Wissenschaft des Juden* tums" bezeichnend genug, dass der Herausgeber ihr gegenüber erst ausdrücklich feststellen muss, dass Graetz Nationaljude war. Für die Leser seiner Geschichte der Juden ist das freilich nicht nötig erst zu sagen. Ohne dieses Werk hätte die Judeimot nicht in der zionistischen Bewegung geendet. Wir können nicht noch alle die vortrefflichen Arbeiten von Elias, EscUclbacher, Joseph, Barth usw. hsw. einzeln aufzählen, es möge genügen, dass ein ausgezeichnetes jüdisches Volksbuch vor uns liegt, das wir nach Möglichkeit zu verbreiten suchen sollen. E1 j ft q i m. ähnlichen Sphären. Sic sind nicht geringer an Wert als die übrigen und das ganze Buch ist eine gute Leistung. E 1 j ft q 1 m. Meyers grosses Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste gänzlich ncubearb. und venu. Aufl. Band III. Bismarck-Archipel bis Chemnitz. Leipzig und Wien. Bibliographisches Institut 1903. 924 S. 8 Auch der neue Band dieser sechsten Auflage steht auf de! Hohe der früheren. Lobende Worte hinznizufiigen ist überflüssig. ־ Audi das Gebiet jüdischen und allgemein-semitischen Wissens ist in weitem Rahmen'berücksichtigt. Bei dem Artikel ״Blutabcrglaubc" ist der Schlusssatz insofern 7,11 verwerfen, als andere' Völker besonders germanische, niemals aber gerade die Juden durch de״ Blutabcrglauben zu Morden verführt worden sind. Aber wir täten Unrecht um solcher Ungeschicklichkciten willen das Werk herabzusetzen. un. Junge Harfen. Eine Sammlung jungjüdischer Gedichte. Hrsg, von Berthold Feiwel. Berlin: Jüdischer Verlag (1903). 74 S. 4\ Der grösste Teil der Gedichte ist aus dem Jüdischen Alma nach bekannt. Die hinzugekommenen bewegen sich גוו * * - .