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Jüdische Rundschau · 1903-10-23 · Heft 43 (23.10.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 43 (23.10.1903)
Date
1903-10-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 458. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 43. a י " ' Aus der Bewegung. 0י6 - --- --- Katiowltz. Den Zionismus hat ein schwerer Verlust betroffen. Unser verehrter Gesinnungsgenosse Moses Moses, der schon an der historischen Kattowitzer Konferenz teilgenoimnen und ein Vierteljahrhundert seines Lebens der unermüdlichen und hingebungsvollen Arbeit für den Zionismus gewidmet hat, ist uns durch den Tod entrissen worden. Der Mann, der eine historisehe Persönlichkeit in unserer Bewegung geworden ist, hat bis in die letzten Tage seines Lebens ihr seine ganze Kraft gewidmet. Einer der allerersten, die die jüdischnationale Fahne entrollt haben, hielt er bis zum letzten Atemzuge bei ihr aus. Die Zionistische Partei wird nie vergessen, was M. Moses ihr gewesen. Ehre seinem Andenken! Berlin. Montag, den 26. d. M., spricht Dr. ,Citron im Cafe Gärtner. Holsteiner Ufer 17/18 (Hansa-Viertel) über ״Das Programm des Zionismus“. Jedermann ist herzlich willkommen. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pig. Entree erhoben. Mitteilung des Aktions-Komitees. Das grosse Aktions-Komitee hat einstimmig beschlossen, den Zionisten, welche Aktionäre der Jiidisehen Kolonial-Bank sind, zu empfehlen, die Dividende, welche diese Bank auszuzahlen beschlossen hat, dem Aktions-Komitee zu dem Zwecke zur Verfügung zu stellen, um die Kosten der El-Arisch-Expcdiiion, sowie etwaiger weiterer F.xpeditionen nach Palästina, dann die Kosten der Palästina-Kommission zu decken. Dr. H e r7.1. Dr. Kahn, Leon Z 010 tk of f, de Haas, Dr. Boden beirrter, G. B e I k o‘w s k v , 1. Bernstein -1< oh an, E W. Tscblertow, I. S. G o 1 d b e r ״, S. I. Rabbinowitz, Wh Temkin, M. Sc h e in k in, Dr. Klee, Dr. H. Bruck. Dr. H. Jacobsohn. Dr. 1. S a p i r, I. J a s i n 0 w s k i, Dr. Farbstein , Dr. Moses. Die Vereine werden ersucht, die Kupons im Sinne dieser Beschlüsse bei ihren Yereinsmitgliedern e'mzi!- heben und dem Aktions-Komitee in Wien abzuliefern. An die zionistischen Vereine und Vertrauensmänner. Wir sind durch einen günstigen Abschluss mit einer Fabrik in der Lage, sehr schön ausgeführte solide S a tn ־ melbüchscn für den Nationalfond — ähnlich der im Hotel Bratinschweig in Basel auigcstclltcn — zum Preis von 1,10 Mk. pro Stück zti liefern, wenn eine grössere Bestellung erfolgt. Diese Sammelbüchsen sollten vor allen Dingen in allen Jüdischen Vereinen, Hotels und Restaurationen Aufstellung finden. Wir ersuchen nun alle ßurcaux, Vereine und Vertrauensmänner, uns baldmöglichst mitzuteilcn, wieviel Satnmeldosen sie fest gegen Barzahlung übernehmen. Wir bemerken dabei, dass wir nicht in der Lage sind, unserseits diese Dosen vorrätig zu haben; wir bestellen nur das, was uns aufgegeben wird. 5. 10. 03. Distriktsburcau M a n n 11 e i m. An die Ortsgruppen und Vertrauensmänner unseres Distrikts. 1. Wir teilen mit, dass wir ein grösseres Depot von A k t i c n der j ii d I s c h c 11 K o I o n i a I b a n k übernommen haben und bitten um eifrige Bemühungen iiir deren Verkauf; 2. Verschiedene Gruppen haben noch keinen Sharc-Klub gegründet. Das soll so bald als möglieh naebgehoh werden. Näheres bei Dr. med. Regensburger, Man n 11 e i m. E. 7 . 24. 3. Demnächst findet eine Plenarsitzung des 1311 re au statt. Anträge zu derselben werde•! baldigst erbeten. Jede Gruppe ist berechtigt, zur Plenarsitzung einen Vcrnaueiisiitann zu delegieren, der ihre Interessen waiirninmu. 5. 10. 03. Distriktsburcau Mannheim. Die ״Posener Z eit u ng“ schreibt: Die l\önTgsbir;;־,: Zk. ־•:‘.Bebe Vereinigen״ hatte auf den b. X. abends int Artus!!!•.:' •;•'•'c Versammlung e'nberricn, die sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen halte. Herr Dr. Hoppe. der i ':e!!5 der hiesigen .Z:־׳uis:j׳ chen Vereinigung zum Baseler Z:1'׳;stcnhen:cresr. delegiert worden war. sprach über das Thema: Der sechste Kongress und seine weltgeschichtliche Bedemimg. Nachdem der Reiner zunächst in kurzen Worten die Ziele der Zionistische:; Bewegung klargelegt hatte, entwarf er ein stkwntingvoHes Bild des buntbewegten Lebens. c.*״״■ידי״ -.י■ יי— .׳ ■ ״.י! יי!■ יי■ k ..-,״י.ר^-י . ■ ־»“י —■־“■־ י ־־־ ■י־יי״י Schulzieles willen auf die naturwissenschaftlichen Fächer legen. Hier muss vorzugsweise die Anschauimgsmcthode zur Geltung kommen und der Schüler möglichst früh zu schulmässiger selbstständiger Arbeit, am liebsten im Laboratoriuni, angehalten werden. Wenn unsere ganze Bewegung des Neujudaismus in engstem Zusammenhänge mit unserer historischen Vergangenheit vor sich geht, so muss der Geschichtsunterrieht für unsere Schule von der allergrössten Bedeutung werden. Um die Methode, die hierbei im Auge zu be- Jialten, von vornherein zu bestimmen, müssen wir vor• -ausschicken, dass als oberster Grundsatz das Fortschrei teil vom Leichteren zum Schwereren auch hier seine Giltigkeit bewahrt. Wenn daher heute vom Pädagogen vielfach die Forderung geltend gemacht wird, dass man mit der Neuzeit beginnen soll, so muss demgegenüber .daran festgehalten werden, dass eine solche Methode den Schüler unvorbereitet in eine Zeit versetzt, die er nicht sofort erfassen kann. Gewiss muss das Nächstliegende am ehesten dem Verständnisse .eröffnet werden, aber nicht alles, was zeitlich nahe liegt, ist auch dem geistigen Verständnis nahe. So ist das Mittelalter dem Gemüte und Geiste von uns als modernem Menschen weit entfernter als das zeitlich weit zurückliegende jüdische oder griechische Altertum. Hierzu kommt, dass das Altertum viel einfachere und deshalb leichter fassliche Verhältnissc aufweist Was natürlich örtlich nahe liegt, ist um so leichter verständlich, je mehr .der Geschichtsunterricht mit dem in der Geographie Hand in Hand geht. Daher hat der Orient eine bedeutend grössere Berücksichtigung zu verlangen, als das Abendland, ganz abgesehen davon, dass die Kunde des Landes der feste Grund ist, aui dem sielt die Geschicluskenntnis allein aufbauen kamt. Eine vorsichtige Auswahl des Stoffes vermag hier viel, ln der Unterstufe herrsche die biographische Dar- Stellung vor. wobei mehr Orientalen als Europäer -־״ in möglichster Objektivität -• dem Zögling vorgeführt werden sollen. Kultur-, d. h. üeistesgeschichte ist nur auf höherer Stufe möglich und verständlich und bleibe ihr Vorbehalten. Wenn wir uns dies alles sorgsam vor Augen halten, so kommen wir zu dem Ergebnis, dass in der Geographie der Hauptnachdruck auf Palästina und die alten orientalischen Kulturländer zu legen ist, dass aber ebenso in der Geschichte das Morgenland wieder zur Geltung kommen soll, ohne dem Okzident ungerecht zu werden. Bei der Einrichtung dieses Unterrichts wird sich dann aber die völlige Unzulänglichkeit der historischen Litterauir für semitische Knaben und Jünglinge zeigen. Jedes europäische Geschichtsbuch, und wäre es noch so ״liberal", schliesst mit Christi Kreuzestod die jüdische Geschichte ab. Ueberhaupt heisst ja den Europäern das Wort ״Weltgeschichte“ nichts weiter, als etwa die Entwickelung zu dem heutigen Staatensystem in Mitteleuropa und Nord-Amerika. Welches europäische Geschichtsbuch wüsste den alten orientalischen Völkern gerecht zu werden, welcher Historiker den Karthagern.

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