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Jüdische Rundschau · 1903-09-18 · Heft 38 (18.9.1903) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 38 (18.9.1903)
Date
1903-09-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 404. JUdisoho Bimdschau, No. 3S. Milch und Honig fliesst, alle Vorkehrungen zu treffen, dass diese Seclenkrüfte den rechten Punkt des Angriffes finden, um luitzbare Kraft zu leisten, und die Hindernisse so weit wie!nur tunlich, zu vermindern. Wird hier etwas versäumt, so ist die Verantwortung zu schwer für menschliche Schultern: diese Hofinuiig darf nicht getauscht werden. Diese Millionen, die der Erlösung harren, müssen sie finden, soll nicht ihr Fluch zermalmend aut die Führer fallen, die guten Glaubens oder nicht, zu ihren Verführern geworden siuJ. Wie das zu geschehen hat, darüber haben wir uns heute erstmalig zu verständigen. Ich bin berufen, Urnen das Ergebnis langjähriger Studien und Gedankenarbeit a!s Grundlage einer solchen Verständigung vorzulegen, nicht etwa als. der Weisheit letzten Schluss. Des einen aber bin ich sicher, dass jeder, der zu dieser Grund- und Lebensfrage das Wort ergreifen wird, es mit dem Bewusstsein tun wird, eine furchtbare weltgeschichtliche Verantwortung zu tragen. * Das tolgciidc halte ich fiir die Ifuuptgesichtspuukte, denen die zionistische Kolonisation zuzustreben hat: I. Sie hat durchaus auf Selbsthilfe zu b c ־ ruhen. Selbsthilfe, wie sie die Theoretiker des deutsche 1 Genossenschaftswesens verstellen, d. 11. dass im regehnäss;- gen Verlauf des Wirtschaftiebens ieJer arbeitsuihige Erwachsctie sich in allen materiellen Dingen mir auf sich selbst zu ve!lassen hat. Dieses Prinzip verträgt aber ohne verletzt zu werden, viele Milderungen oder wird vielmehr erst dadurch v״!lko!:; men. Es i>t damit vereinbart erstens dasjenige, was der grosse und kluge Menschenfreund Viktor A. Huber die ..arisiokratische Hüte“ nannte: das heisst die immaterielle Unterstützung der Wirtschaft durch freien Rat der Gebildeten, der Snchverständigen, und zweitens wird das Prinzip der Selbsthilfe geradezu erst vervollkommnet, durch eine K r c d i t g c \y f! n - r u n g; die der Breite der ucugeschaffenen Kreditbasis .1!■־ entspricht. •So ist also grundsätzlich die allgemeine Aufgabe des Zioiiismtis, den Aermsten der Armen unverzinsliche Darlehen oder gar nach Massgabe der verfügbaren Mittel, gese icnkweisc Subventionen für die Uebersiedelung selbst von d * 11 bisher!- gen Stietvaterlandc in das neue Vaterland zu "»währen. dann aber bat auch er sich auf eigene Fasse zu stellen ulid ist auf die eigenen Kräitc der Seele und des Leibes zu verweisen. Aber er soll sie nicht ins Leben hinein schicken und dann schuldig werden lassen, sondern cs sollen erstens seine besten Männer den Tastenden der ersten Anfänge mit ihre in Rat und ihrem sachverständigen Urteil jeder Zeit zur iland sein; und cs sollen zweitens die Geldmittel der zionistischen Bewcgtmg'den neu geschaffenen Kolonien gegen massige Zinsen und unter weitherzigsten Bedingungen der Tilgung in dem Umfange zur Verfügung stellen, wie cs die durch die Kob»'lisutioii selbst neu geschaffene Kreditbasis erlaubt. Almosen sind streng zu verpünen, man lost mit Almosen keine soziale 1 Probleme, sie brechen das Rückgrat aller wirtschaftlichen Kraft der Scibstvcramwortuug. sie verderben die beste Saat. Mag man bei elementaren Unglücksialleu, wie Missernten und Fcucrsbrünstci! etc. mit der Mitteln der Allgemeinheit helfenJ entspringen, eine Art gegenseitiger Selbstvcrsicherusig. die in alieu Kuiturstaaten ohne Schaden geübt wird, mag man, b's die Kraft der einzelnen Kolonien genügend erstarkt, für d!e Erhaltung der Alten, Schwachen und Kranken Beisteuert: leisten: aber darüber hinaus muss mit eiserner Konseipieaz das Gesetz durchgeftilirt weiden: ,.hilf dir selbst, hilit du Gott“; und unter keinen Umständen dürfen, die Siedler d«׳u Gefühl habe1, dass hinter ihnen reiche Herren Kapitalist!!1 stellen, die ihren Karren aus jede!11 Suinpi ziehen Werden. (Schluss io!.;t.> über die Kongressvsrhar Vierttr Tag. Mittw 0ch-V0rmUfagssit7u,1g. . f |! f f p f* o i «11 t £ i I (Vors Herzl fleMian begri rüber gesprochen, den G; vereinfachen, da die Del׳.»! einiges Tatsächliches ei;1b und Gang einer AnsieJImi wird zuerst der Vortrag, Oppenheimer über ..Ansio ncralrcdnerii. die gestern einige Worte filier diesen nt ein neuer Glanz fiir die Uzender Mer/1.) u): La habe m>! de זזו A. C . daraug d׳:r T ';■ges׳׳rdm1!;g tiir heute zu •.׳!: die 11: heute Ksc ל! liänige ' . auch ira ch;־.-n. La mit wir i :her de!; 1 S:״,e ■ t eine rie' hti..,e Vorbei lu:!g eri :alte:! 'as Reic rat des Her rn Dr. |־ra;!z di! mg״ k"! nmo׳». bevor wir de .1 Ge- 1 a>ch nie sprechen konnte: 1. dis w ird sich daran scliüe׳ ssen di.־ Fortlt*; . r den je t׳i:cc!1 Gegen 1 .11 י־!:; J. Bevor eidas \Y< r! gebe. erb S; c mir. nt:׳ e!1 Me legierten zu spreche ׳*:•1; .11 (? ’ X eiten Tri i'ane ist. l>:e seine w isse'.i-;n Leis:! :;:gen kennet 1 ־ - es durfte ich ildcteu : sein - dette 11 braue! ue!eit 11 : r Opp. heinier n!c!׳; Ins zu sagei־. elf i-n als d as. was er f 1i r unser e Be- Missionsschulen droht. 1111 Zusammenhang mit der sozialcn Stellung der Juden und ihrer Besserung ist es diese Gefahr, welche uns die ganze Bedeutung jüdischer Schulen im Morgenlande begreifen und schätzen lehrt. Ausgehend von dem richtigen Gedanken, dass man den Juden in Jerusalem keinen grösseren Dienst erweisen könne, als wenn man ihnen Bildung durch eine jüdische Schule vermittle, gründete nun Frau Elise von Herz, geborene vob Lame! in Wien, durch Stiftungsurkunde vom 18. August 1S55 unter dem Schutze und Protektorat des Kaisers Franz Josef die Schulanstalt, welche bis heute unter dem Namen ״Simon Edlen von Lätr.el’s Stiftung“ segensreich in der heiligen Stadt wirkt. Die Stiftung hat ein Grundkapital von 50 000 östr. Gulden, deren 4וpCt. Zinsen (das Kapital ist in Staatsschuldversclireibungcn statutengemäss angelegt) zur Begründung und Erhaltung einer ״Kinder- Bewahranstalt“ bestimm{ wurden: ״In der Anstalt sollen zunächst die israelitischen Kinder österreichischer Untertanen Aufnahme finden/ und um ein Zeichen der unserm heiligen Glauben innewohnenden Duldsamkeit und Nächstenliebe zu geben — wenn kein Hinderniss dagegen von dor einen oder andern Seite obwaitet — auch Kinder christlicher und inuliamedanisclier Eltern Aufnahme und Schutz finden. Diesen so!! dann der Zahl nach zusammen der fünfte Teil eiugeräuim sein. Die Zahl der auf/.tmelmieiiden Kinder überhaupt wird sich nach Verhältnis der Unterhaltungskostcn zu den Zinsen des Stiftungskapitals richten. Die Kinder, die vom Morgen bis zum Abend in der Schule zu verbleiben!iahen, sollen ein einfaches, gut nährendes Mittagsmahl, und die völlig Armen die Beklcidmig erhalten. An dieser Kinder-Bcwahranstalt, welche je nach sich ergebenden Lokalbedingungen in einem eigens anzukain'enden, oder in einem gemieteten Hanse oder Garten sich befindet, soll ein Manu angestellt werden, welcher mit den nötigen speziellen Kenntnissen ausgerüstet, wenigstens der hebräischen, arabischen, deutschen und möglichst auch der italienischen Sprache kundig und ein Mann von vorzüglicher Moralität und Religiosität ist. Er muss verheiratet und seine Gattin geeignet sein, ihn als Lehrerin oder Kinderbcwalirerin zu unterstützen. Ein Arzt soll die Verpflichtung haben, in der Anstalt selbst die Sanität zu überwachen.V Da es nötig war, in Jerusalem selbst die nötigen Einleitungen zu treffen, um an Ort und Stelle den gceigneten Lehrer und den passenden Arzt anszuwählen, suchte Frau v. Merz einen Mann ihres Vertrauens, der

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