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Jüdische Rundschau · 1903-09-11 · Heft 37 (11.9.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 37 (11.9.1903)
Date
1903-09-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 37. Seite 397. Jüdische Kundschaii. feil aufrecht, ob «eh seine Kolonlsatioiisgcscliäftc störe oder nielit 1<ul ich halie mir gestern Dr. Nossig gegenüber in dieser Theatcrszciic eine Hauptwirkmig versaut. Nachdem ich hierher gebracht habe einen Beweis, der aus dieser zcrflattertcn Unternehmung des Herni Trictsch noch übrig geblieben ist, hätte ich eine!'rage an ihn richten können. Nachdem die Frau geschildert hatte, wie die einen da und die andern dort gestorbcu sind, hätte sich fragen können: Und wo war denn Herr Trictsch?! Ich will Ihnen sagen: Herr Trictsch tauchte unter, aber nach einiger Zeit tauchte er wieder auf und tauchte auf auf der Tribüne des Zionistcnkongresscs. die wir nicht für solche Zwecke haben wollen. Die Herren Dr. Nossig und Trietsch wissen ganz gut, dass, wenn cs nicht Dinge wären, die mich persönlich angjigen. ich ihnen nie so lange Zeit zum Sprechen gegeben hätte. Nur darum habe ich ihnen so viel Raum hier cinräuinen lassen und damit glaube ich, sind wir mit diesen Herren fertig. (Tosender, langandauernder Beifall und Tiichcrschwcnken.) Hcrzl (übernimmt das Präsidium. Lange andauernder, rauschender Beifall.) Hs war in der Hand eines einzigen, den ganzen Kongress zu sprengen. So weit dürfen wir uns nicht vergessen. Ich glaube, ich habe in meinen Ausführungen nirgeuds den Ion der Höflichkeit verfehlt. Ich möchte auch, dass wir daran feslhalt.G und uns nicht zu Szenen hittreissen lassen, die eine Versammlung anderer Art interessieren. Seien wir ruhig, und führen die Sache zu Hude. Ich habe nur noch einem Redner zu antworten. Hs gilt Herrn Syrkin. Hr hat uns gezeigt, wie ein reifer, politischer Gegner in einen Augenblick von grosser Wichtigkeit das zuriicKzustcilen weiss, was nicht auf der Tagesordnung stellt. Herr Syrkin ist ein nachahmungswertes Muster für alle, die sich wesentlich von seinen Ai:־ schaumigen unterscheiden, zu denen ich selbst gehöre. Hr hat etwas getan und gezeigt, was wir uns wohl merken können. Vereinigen wir unsere Kräfte, aut das was wir als das Höchste halten, wenn cs uns gelingt, das zu erreichen, was wir in unser!! bisherigen Reden skizziert haben, eit! Volk vri! Brüdern zu werden, alter durchaus nicht einig. Ich wünsche cs mir nicht ui.״ erx.aite cs nicht. Hs werden bei uns die verschiedensten Anschauungen zur Geltung kommen: ich wünsche dass cs unter gegenseitiger Achtung geschieht. Nord au. Ich frage den Kriigress au. ob er jetzt zur Ab- Stimmung gehen oder noch vorher die drei Redner anhören will. (Abstimmung.) Hs ist Schluss der Debatte besch!nsse!1. Hs liegen noch zwei Anträge vor. Der erste Antrag geh! von Frau Prof. G 0 1111 c i l aus, Herz! das Vertrauen auszusprechen, der andere Antrag von Rechtsanwalt Rosen bau in; er lautet: Ich stelle den Antrag, dem A. C. und dem Aufsichtsrat unsere Dankbarkeit und unser Vertrauen auszudriieken. Die!־eklen Anträge decken sich nicht vollständig. (Ruf: Herzl ist auch cingeschlossen.) Herz I. Ich bitte, den Antrag R 0 s e 11 b a 11111 anzunchmen. weil die Motivierung der Hrau Prof. Gottheil miaunchmbar ist. Nordau. Hrau Prof. G o 1111 e i 1 zieht ihren Antrag zurück; es ist jetzt nur noch der Antrag Rosen ha um, der uns vorlicgt. Wer für die Annahme desselben ist, erhebe die Hand. (Hoch. Hoch.) Ich stelle fest, dass der Antrag des Herrn Dr. Rosenbaum angenommen worden ist und erteile das Wort Herrn Prof. Gottheil zu einer Anfrage. Prof. Gottheit. Hs kann keinem Zweifel unterliegen, dass von den vielen interessanten und wichtigen Punkten, die Herr Dr. Herzl in seiner Rede berührte, keiner von so grossem lutaresse ist, wie derjenige, der sich auf seine kürzlich stattgehabte Besprechung in St. Petersburg bezieht. Ich spreche hier nicht nur als Zionist, sondern auch als amerikanischer Bürger. Die hochherzige Aktion des Präsidenten Roosevclt zugunsten der notleidenden Juden, lassen es mir wünschenswert erscheinen, darauf zu bestehen, dass Dr. Herzl eine Antwort gibt auf die Interpellation, die ich oinzureichcn jetzt die Ehre habe. Er sprach von der freundlichen Haltung der russischen Regierung einer zionistischen Propaganda gegenüber, die sich in ihren Grenzen hält. Er sprach also ebenso von mehr oder weniger wohlwollenden Absichten gegenüber dem jüdischen Volke int allgemeinen und unserem nationalen Gefühl im hesonderen. In anbctracht des ausserordentlichen Interesses, welches man dem Ausdruck solcher Gefühle in einer solchen Art beilegen muss, möchte ich Herrn Dr. Herzl auffordern, ob es ihm möglich ist, unter Beobachtung aller nötigen Reserve hier zu sageti. in welcher Form solche Gefühle ihm gegenüber ausgedrückt worden sind, oder, um mich genauer, auszudriieken, ob ihm blos eine diesbezügliche mündliche Mitteilung geworden ist, oder ob man ihm diese Aussichten in irgend einer andern Form ausgedrückt hat, Herzl. Auf diese Frage kamt ich antworten, dass ich im Besitze eitles schriftlichen Dokumentes bin. Ob ich diese Dokumente dem Kongress vorlegen kann und werde, das scheint mir zunächst in einer Beratung des grossen A. C. erörtert werden zu sollen. Ich werde daher das grosse A. C., das wir für einen andern Zweck heute abend cinbcrufen wollten, für diese Zwischcnvcrsammlung cinbcrufen, und Ihnen morgen die Antwort geben, zu der ich vom grosse!! A. C. ermächtigt worden bin. Nordau macht noch einige geschäftliche Mitteilungen betr. Versammlung der verschiedenen Landmannschaften. 3er 3C. Aus der Bewegung. ^!■riiWi fW.U* -x>c Dr. Max Nordaus berühmte Broschüre ״Der Zionisnuis“ ist, trotzdem sie erst vor 1 Jahren in einer Aufläge von'10 000 Exemplaren erschienen ist, fast vergritfen. Die Expedition der ״Jüdischen Rundschau“ gibt den vorhandenen ganz geringen Rest zum Preise von 25 Pi. cxkl. Porto pro Exemplar ab. Dr. Leo Pinskcrs ״Autoenianzipatton“. Die erste Auflage dieser für den Zionismus grundlegenden Broschiire ist seit Jahren im Buchhandel vergriffen. Einzelne Exemplare sind mit 1־ M. bezahlt worden. Die Expedition der ״Jüdischen Rundschau“ hat jetzt durch einen Zufall den Rest der Auflage erworben. Sie gibt das wohlerhaiteile Exemplar zum Preise von 2 M. ab. Obcrsltzko (Post!!). Am Sonntag, dem 6. September sprach im hiesigen Verein 1'iir jüdisch; Geschichte und I.iteratu! Herr Dr. J e r c 11! i a s -Posen über das Thema: Die Ziele des Zionismus־. Etwa 70 Personen, also über die Hüfte der vltnielndemit;:* oder wat/.n erschienen, tun den k-ic’.f verstündlichen und interessanten Ausführungen des Redners?1: lauschen, den lauter Bei!';!'! ihr seine Mühe lohnte. Verschiedc:1e Fragen über Ausführbarkeit, Bestand usw. dל.׳ Zionismus wurden laut, die Jeremias sachlich und auü. iiriick bwritwnrkte. Hin Gegner sprach nieni, so dass es zum Bedauern vieler zu keiner ausführlichen Debatte kam. Vielfach wurde der Wunsch laut, dass recht bald wieder ein zionistischer Redner hierher komme. Bei dieser Gelegenheit wurden für den Nationalfond 13.50 Mark gesammelt, die der Sammlung des Herrn Dr. Jeremias überwiesen wurde. 1 ״«..*, 1; ן v |r4f .4 <*<4! •Ml W* M wi 1*4 *• *־* יי״־״■ •י? *־** «f ייי»?י־• 1#יי *״* *V* F «*יייו״ייי?*** י״** *r* T ןוי* «*«״׳* *f■ , -4k ״ 4־~ *4 •» * 4« V* V . ׳«4V4.4»4*4l*tf'>4 V*» Rundschau. I י.י׳יי’ו'•:׳ vr v ל י!׳■ v ׳ י:׳;* r '•,*׳, ׳ ידידי}׳t* 7 ,:י ׳ ידי*? י r דד־*•'* 4 v * % 4 ,*, *• * , '־,»# ״* V V V׳ . V י. ׳ . י» » V « , * V י*י ‘ *»«. 14 •4 1. i M 1•^ W »tf «4 M i« 4» l<t y I•* M I# W! Wi M M *4 •Wi MMWV 3:־ I ־'J >1 >3 Im Anschluss an das Schauturnen in Basel wollen wir nicht versäumen noch besonders darauf hinzuweisen, dass im Jüdischen Turnverein ״Bar Kochba“ (Berlin) auch ausländische Juden, die des Turnens völlig unkundig sind, in einer besonderen Männerabteilung ausgebildet werden. Junge Leute, auch Studenten, finden hier geselligen Anschluss. Anmeldungen montags von 8—10 Uhr abends aui dem Turnsaal Gr. Hamburger- Strasse 27. Noch ehe der Kongress geschlossen war, brachte ,Daily Mail״ einen Protest aus British Ostafrika gegen die Gründung einer autcMomcn jüdischen Provinz. Die Nachricht, dass die englische Regierung den Zionisten in Ostafrika Land angeboten habe zur Bildung einer jüdischen Kolonie unter englischer Kontrolle, hätte in Uganda grosse Erregung hervorgerufen. Das an der Ugandabahn gelegene In Aussicht genommene Land soll nämlich das beste des Protektorats sein. Von M 0 m b a s s a aus sind, wie der ״Daily Mail“-Korrespo11dent mittcilt, euergische Proteste an das Auswärtige Amt in London abgegangen. Zwar ohne Jeden Kommentar, aber an erster Stelle und in einem ganz auffallenden Druck bringt die ״Welt" in Ihrer ersten Nummer nach dem Kongresse folgende Mitteilung der X

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