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Jüdische Rundschau · 1903-09-11 · Heft 37 (11.9.1903) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 37 (11.9.1903)
Date
1903-09-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 396. Jttdische Himdscliau No. 37, das Ist la gar keine Ausgabe, sondern eine Einnahme, steht ja auch auf einer andern Seite der Bilanz; sic stellen eine Spende vor, von Dr. Tschlcnow zum Zwecke der Palästinafahrt. Dr. Pasmanik erkundigt sich.Aber die Tätigkeit des grossen A. C. Das ist mehr eine tntimc Frage. Umsoweniger möchte ich das hier besprechen, weil ich nicht immer damit einverstanden bin. wie wenig wir von der Tätigkeit des gross'.* A. C. erfahren. Herrn Lilien antworte ich, dass wir nie Änderungen am Programm Vornahmen und auch keine beabsichtigen. Scltcinkin hat s:ch beunruhigt erkundigt, warum auf der ״Welt“ das Klischee unseres Programms fehle. Das ist ans einem rein typographischen Grtfide geschehen. Es ist auch nicht notwendig, denn wir sind ja h:cr um das Basler Programm versammelt. Ich möchte Herrn Sehc'nkin sagest, dass!er keinen Unterschied zwischen Anschauung und Arbeit machen darf, soweit cs sielt auf Palästina bezieht. Wir haben uns grosse Mühe gegeben, in den dem Kongress vorgelegten Reduit der jetzigen schwierigen politischen Situation Rechnung zu trag.11. Dr. Wcizmann •antworte ich. dass wir EI-Arisch ment leichten Herzens habt-1 fallen lassen. Die Verhandlungen über EI-Arisch sind gescheitert, wcvl (fort zu wenig Wasser vorliaaden ist. Der Standpunkt der ägyptischen Regierung zeigt uns nur. mit welchem fürsorglichen Ernst die Frage dort hehandelt worden ist. Es ist klar, dass eine Ansiedlung ohne die genügenden landwirtschaftlichen Aussichten nur dazu führet könnte, die Ansiedler in eine Notlage zu bringen. D’c Regierung hatte Furcht gehabt, dass beim Misslingen einer grosse:! Kolonisation diese gescheiterten Ansiedler dem ägyptischen Lande zur Last fallen. Man wollte auch nicht, dass eine Unternehmung, über deren gute Ab sielt t die Regierung unterrichtet war. mit c׳nern peinlichen Misserfolge cmle und darin sind wir uns voiikommd.t begegnet. W ir haben die Exnedition aufgelöst, nicht ttu? weil wir einer Forderung der beteiligten Regierung folgen mussten, sondern auch, weil wir eine Auswanderung und Ansiedelung nicht nach einem Orte dirigieren konnten, über dessen BesicJchiagsiähigkcit wir nicht vollkommen klar waren. Dr. Nossig hat mit einer gewissen äusseren Grimdlicl1ke:t. die ich in mehreren seiner Arbeiten brrcUs wahrgcnomnie»! habe, uns sachliche Ratschläge gegeben. Er meint unter audenn, dass wir durch die Ansammlung von Regc11wass«־r der Wassernot dieses Landstriches ahheifen könnten. Dies; Fraget haben wir uns auch zuerst gestellt. Wir haben jener Konimissiott ausgezeichnete Fachmänner der W'ass-rfrage beig.*- gelten. (1 hüben Sie nicht, dass wir so primitive Ratschläge brauchen. Die jährliche Wassermenge von EI-Arisch ist eine auffallend geringe, mir durch einige Stunden im Jahr gibt es dort Regeuw asser. Dennoch wäre es durch Stauung und Wasserwerke möglich gewesen mit dem W’*di-E!-Ärisch etwas zu machen. Aber cs war unmöglich dam:t anzufangen. d1־ d •* Arbeiten viel zu kompliziert gewesen wäre״. Als eine Bas:s der Ansiedelung ward daher die Peius'nische Ebene erkannt. Die eigentümliche Beschaffung dieser Ehe•’׳* hätte es aber er fordert, dass wir Nil-Wasser unter den! Su.-z.kanal durcltgeführt, hinaufgepuinpt und von dort \v:eder i״s La״d hinabgclassen und so die Ebene gewonnen hätten. Das wäre nach dem Gutachten der ägyptischen Wasscnhaukünstler ein durchführbarer Plan gewesen. Dieses Wasser alter konnte uns von der ägyptischen Regierung nicht gegeben werde;!, weil sie so viel Wasser nicht entbehre!« konnte. Es gibt teuere und billigere. Selbstverständlich haben auch wir den Anfang im Kleinen ins Auge gefasst. Unter unser!! zahlreichen Berichten finden sich auch Vorschläge für Anfänge im Kleinen. Dr. Nossig hat gefunden, dass »eh hier ciim Theaterszene aufgeführt habe. Ich muss!*s der Versammlung überlassen zu entscheiden, wer vom uns theatralischer auftritt, Dr. Nossig oder ich. (Lebhafter Beifall.) Jedenfalls kennt m'cli dieser Kongress länger als Dr. Nossig. den wir heute zuttt ersten Mal hier sehen. Ich will nicht untersuchen, wie lange er unscrer Organisation angehört. (Zwischenrufe: Seit 3 Monaten. Seit 6 Wochen!) Es ist auch mein•* Absicht■ immer neu׳* Zionisten zu bekommen. Wenn irgend jemand hierher konimt mit Reserven aus einer andeiU Anschauung und sie in einer (ovalen Weise zur Geltung bringt war de ich ihm dankbar seht. Aber es ist ein Unterschied, wenn inan erst seit kurzer Zeit angehört und in der Weise herkommt, wie Sie, Herr Dr. Nossig. getan haben. Ich muss mich frag«!, ob Sh nicht hieritergekommen sind, um hier Einwendungen zu machen. (Unruhe, und Beifallsrufe), mehr um Einwendungen zu machen, als um sich anzusehliesscji. weil die Publizität d»־r Organe, über die Sie verfügen, Ihrem Publizitatsbedürfnis nicht genügt dass Sie aber hierliergekommcit sind. <1111* * sich uns angeschlossen zu liabett. will ich nicht als Form einer böswilligen Pole!•״'״: au.\- legen. Sie haben gesagt, was uns wichtiger ist, Ansiedluifg oder CI13tt**r. Sie sagen. Ihnen hätte die Anstellung getilgt. Daran zweifle eilt nicht. Sie hätte Ihnen genügt, eben w׳eil Sie kein politischer Zionist shid. (Beifall und Ocgcnrufc.) Ich will Ihnen auch dies zugeben. Nun sind wir durch unsere lange Diskussion darüber ganz klar geworden, dass eine AnsicdUtitg ohne Sicherheit mir soviel heisst, dass man Laute einem uttgewissen Schicksale anheimgibt. Wir haben die Versuche gesehen. Es hat eine Ausiedlung ittt Kleinen stattgcfundcn. Wir sind nun der Ansicht, nach allem, was wir gesehen haben, dass sie n:c weiterführen kann, und dass wir uns daher nie dazu!!ergeht’! wollen, die Zeit des Volkes mit solch hoffnungslosen ,Dingen zu verbrauchen. Was Sic mir gesagt haben, hat mich erinnert an ein Wort, das ich mir erlaubt halte, über Hern! Trietsch zu gebrauchen und bei dieser Gelegenheit komme ich zurück auf einen von den kleinen vergifteten Pfoilci 1. die in seiner gestrigen Rede waren. Er hat nätnliclt gesagt, ich hatte mich mit ihm eingelassen, weil ich glaubte, er hätte die .,!ca“ hinter sich.. Das war ein kleiner vergifteter Pfeil, er hat sich mit mir nur eingelassen, weil ich Gcldsäckc hinter ihn! vermutete. Das war ein Irrtum, ich wusste, dass Sie die Geldsäckc ׳’:licht hinter sich haben. Ich halte seiner Zeit über Herrn Trietsch ein Wort gebraucht, das nicht beleidigend ist: ich habe gesagt: Herr Trietsch ist ein Baron Hirsch ohne (leid. Nun habe ich eilten zweiten Baron Hirsch kennen gelernt. Die Herren wollen das. was Barm! Hirsch in i t (leid nicht m icheu konnte, ohne Geld machen. Das ist alter mit Geld überhaupt nicht zu machen, sondern nur mit der Nationalen Idee!! (Tosender Beifall.) Ich will Ihnen nunmehr auch noch etwas niittcilen. was ich in! Eröitnnm'sberichtc nicht angebracht habe. Ich bin mit der ..lea“ in Fühlung getreten uhd habe bei den Herren c׳::e saehbeh verständige Aufnahme und eine durchaus nicht ablehnende Haltung gefunden. Ich habe s! * nicht zu unscni grösser!! Ideen bekehrt und bekehren wo!!׳!•׳. Sie haben alt;־־ gefunden, dass sie. wenn cs bis gelingt, das zu sc'hnücn. mit uns gehen werden in einen! noch zu bestimmenden Ausmasse. (Bravo.) Ich mache dem Kongress ein Vergnügen, indem teil das mitteilc. (Stürmischer Beifall.) Es macht mir keine Verlcgenlicit. cs zu sag«!. Herr Dr. Nossig hat sich ferner als Genosse des Herrn Trietsch darüber pufgehalten. dass ich von dieser unglückliche!! Frau gestern liier gesprochen halu. .!:!. alle sind eben picht gestorhe*!! Es waren auch nicht mehr alle zu finden, dem! das ist ein wanderndes Elend und seit dieser Frau waren 1!«•ch andere da. Nicht nur in diesem Jahre, sondern d:e smd in einer Zeit gekommen, wo seine Angriffe bereits i.1׳ der Öifentiiehkeit stattgcfundcn haben. Die Frau ist zufällig in diese Gegend gekommen, und da habe ich gesagt: Nun wollen wir sie festhaltcn. Dr. Nossig findet, dass man nur vrn den Opfern rede, die ich gebracht bähe, aber nicht von denen, die ich gemacht habe. Es existiert ein Briet des A. C.. der so oft geschrieben werde!׳ muss, dass wir eine stellende Form dafür haben: dass wir niemand ermutige!׳ oder auch nur irgendwie unterstützen kenren. der sich zu einer verfrühten Auswanderung cntscliliessf. Es werden v<l ו uns nur Erklärungen ge־ geben, aus denen hervorgeht, dass wir arbeiten; aber wir verleiten die Leute nicht zu verfrühter Auswanderung. In meiner Rede steht auch, dass wir selbst auf dieses a utononic G e b i c t nie I! t d i *.* A t! s w a n d e r u!1 g an regen werden, dass wir selbst, wenn wir eine ׳ Charter in Ostafrika haben, selbst dann keine Bewegung herverrufen woll־.*!!. nun kommen Leut: hierher und sagen d־״s es Opfer gibt .... (Pfui! Pfui!) Das ist eine geschickte rednerische W.fiduug. wenn sie uiiaWewclirt bleibt. Aber lassen Sic doch nicht verdunkeln, um was es sich gehandelt hat. Ich habe Herrn Trietsch auf das schwerste provoziert. Ich habe ihn. sagt er. niit Vorwürfen überfallen, die er!׳,iclit verdient habe. Ich habe nicht einmal die Ehrenhaftigkeit des Herrn Trietsch .angegriffen. Er hat heute gewünscht, dass ich ihm eine solche Erklärung gebe: die habe ich ihm rundweg abgeschlagen. Herr Prof. Mandel* stamm ist zu mir gekommen tiMd hat die Erklärung gewünscht, dass ich an der Ehrenhaftigkeit des Herrn Trietsch nichts auszusetzen habe. Ich habe gesagt ich gebe keine Erklärung ab. Aber ohne Verpfiiehtun«׳. WVl ich mit ihm nicht Frieden haben will, gehe ich die Erklärung hier ah. dass ich weder gestern noch heute, noch irgendwann an der persönlichen Ehrenhaftigkeit ües Herrn Trietsch gezweifelt habe uhd was ich hier wiederhole: etwas anderes ist es: Trietsch kommt hierher und hält uns Vorlesungen Jiber die Art. wie 111a:1 eine Besiedlung machen müsse und darauf habe ich Herrn Trietsch mit Beweisen, die die Kommission untersuche!! wird, gcautwertet, dass hei ihm ein Mangel an Verantwortliclikeitsgefmil vorhanden ist und dass jemand, der nicht die Verantwortlichkeit fühlt, nicht eine solche Riescnbewegwig beeinflussen darf, sondern dass er sieh nicht einmal um die Ortsvcründerum: einer einzelnen Familie bekümmern darf. (Stürmischer Beifall. Verem/.eiter Widerspruch.) Das habe ich gesagt und das halte

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