Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1903-08-25 · Heft 35 (25.8.1903) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 35 (25.8.1903)
Date
1903-08-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651289-2651324--00646-2657448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 35. Jüdische X£11nL<ls<311a,t1• Seite 371. Ich berichte nur Ober unsern Bezirk; aber, ohne an-!nässend zu sein, glaube ich, dass ich verallgemeinern dar!. Hin Zirkular, das vom Berliner Bureau verschickt wurde, bc• weist mir, dass ich dies darf. Dieses Zirkular geht nur* von einer nicht ganz richtigen Voraussetzung aus. Und ich fürchte, dass es nicht den gewollten Erfolg haben wird. I. deshalb, weil jetzt die Gruppenvorstände meistens vom Haus weg sind und nicht dafür das Nötige veranlassen können. 2. aber zur' Hauptsache darum, weil man nicht erwarten darf von einem Schckelzahlcr diese Hingabe zu sehen. Dazu muss man Zionist ,sein mit der ganzen Kraft seiner Seele, von innen heraus muss ein ganz neuer Jude geboren werden; erst er wird wissen, auch was seine finanziellen Pflichten sind. Aber nicht mir bezüglich des Nationalfonds, auch bezüglich der Koloutalbank wünsche ich — von einigen Opferwilligen abgesehen, deren Namen uns allen gegenwärtig sind ־ nicht die Summe kennen zu lernen, die in Deutschland für den Nationalfond zusammenkam und nicht in Aktien der Ko!״m'albat!k angel.gt wurde. Ich möchte mir und Ihnen die Beschämung ersparen, diese Summen zu hören. In meinem Bezirk haben bisher 2 Gruppen sich ins Goldene Buch ciutragen lasset!, mit anderen Worten 2'יי׳ .Mk. zusammengebracht. Audi Mannheim ist nicht darunter; aber wir konnteil in diesem Jahr wenig nach innen arbeiten und es soll bald anders werden. Unser Bureau hat sich vor kurzem als Zentrale für Shareklubs konstituiert, um dem Interesse an der Kolonialbank aufzuhelien. Sofort haben sich in 4 Gruppen Shareklubs gebildet und weitere sind im Entstehen. Wir empfahlen dies samt liehen Biireaux. Aber ich bitte auch alle dafür zu sorgen, dass jeder Zionist, dessen Verhältnisse c.$ erlauben, Aktionär wird. Die Kolonialbankaktie ist so gut verzinslich wie jeder sichere deutsche Pfandbrief. Und doch mindestens so sicher. Also das Resumc: die Aussichten in Siiddeutschland iiir die Propaganda sind gute; aber wir müssen auch sorgen, dass diese Erfolge wirkliche Erfolge werden: nur Zionisten bringen, die ein brauchbares Material abgeben, wenn wir unser Volk einst zusammeiirufcn werden zur Tat!“ Dem Redner bewies der Beifall, dass seine Worte auf fruchtbaren Boden gefallen sein dürften. Gronemann-Hannover gibt sodann Bericht über die Arbeit im Distrikt Hannover. Hier haben die Zionisten grössere Schwierigkeiten vorgefunden, als in allen anderen Distrikten. Mau!misste in Orten arbeiten, wo noch keine Zionisten vorhanden waren, und musste, um das Interesse am Zi״■ nisiuus zu entfachen, von unten an beginnen. In Mecklenburg habe mau noch gar keine Anknüpfung. Mit der Ortsgruppe Hamburg konnte eine Einigung nicht zustande kommen. 1111 übrigen funktioniere die Organisation gut, sodass man auch hier eine Verdoppelung der Schckelzahlcr konstatieren könne. Mau hätte noch viele andere Gruppen, wenn man wollte, grün den können, doch zeigte sich auch hier, dass es viel schwerer ist, Gruppen zu erhalten, als Gruppen zu bilden, deshalb sei die Schaffung eines Arbeitsplanes für die neugegründeten Gruppen dringend notwendig, um jeden einzelnen zur Mitarbeit lieranzuziehcn. Auch in Hannover habe man Shareklubs gegründet. Die Anzahl der Schckelzahlcr ist in der Provinz Hannover von 189 auf 358 gestiegen. Pilr das Bureau Elsass-Lot bringen berichtet in Abwesenheit der Herren Dr. Dannenberg und Ingenieur Pohl, der erst jm Laufe der Sitzung eintraf, Herr Picard. Strass* bürg hat 140 Mitglieder und schreitet sehr fort. Metz sogar macht Fortschritte, überall regt cs sich. Aber unsere Agitation, die grossen Ei folg hatte, hat uns Schulden bereitet. Im übrigen stehen wir auf dem Standpunkte, den wir von Gronemann gehört haben. Nur leidet unser Bureau stets noch an Geldmangel, und wenn wir unsere Pflicht tun sollen, wie w'»r cs müssen und wünschen, so müssen wir unterstützt werden, und haben wir Geld, so werde« wir unsere Pflicht ln reichern Masse weiter entwickeln. Ucbcr Rheinland -Westfalen berichtet Dr. Bo- d c 11 h c i ni e r, der *uerst die Grunde erörtert, die zu! Vcrlegung des*Distriktsbureaux nach Bonn (Dr. Edelstein) geführt haben. In Duisburg habe der Einbruch Klees zur Gründung einer Ortsgruppe geführt, die sich prächtig entwickle. Audi in Düsseldorf und Mülheim sind neue Ortsgruppen gegründet worden. Sodann stellt Bodenheimer die Berichte zur Genera Id isk uss ion. Für Hamburg ergreift Gustav Cohen das Wort, um den Standpunkt der Ortsgruppe gegenüber den! Hannoverschen Distriktsbureau zu rechtfertigen. Sond hei iner erinnert an den Mannheimer Beschluss 3 Flugblätter herauszugebeu. Wo sind sic? Bodenheimer erwidert, dass die 3 Flugblätter nicht erschienen seien, dass aber darum ein altes neugedruckt sei. S o 11 d 11 e i 111 c r fragt sodann nach den Sammelbüchsen, die für den Nationalfond bischlossen seien. Bo d e 1111 e i m e r erwidert, aus praktischen Gründen solle jede Ortsgruppe selbständig darin vorgehe;!. B e r 11 f c I d will als Neuling an der Organisation nicht rütteln. Man wende sich zu wenig an die Volksmengen. ,.Mir ist ein Mann lieber aus dem Volke als fünf Professoren!‘' Dr. Adler- Lübeck schlugt die Form der ״Cha'.iahbiichseu iür die Hausstände als Sammelbüchse iür den N'atioiutlfoud vor. Dr. Heinrieh Loewc-Berlin stellt fest, dass die Sammelbüchsen durch ungenügende Kontrole und durch einen entgegengesotzten Beschluss des Aktionskomitees ausgeschlossen seien. I lausbuchsen möge haben, wer es wolle. Ein B.-sclili.ss hierüber sei unzulässig. Prüceptor O p p e n h c i m e r ־ Würzburg weist darauf hin, dass die Agitation nicht die Erfolge haben soll, wie zu wünschen, ln Wiirzburg h be sich gezeigt, dass die meisten Redner sich immer im gleichen Kreise bewegt hätten. Dadurch lasse das Interesse allmählich nach, wendig! Antrag: Der Ausschuss einen Arbeitsplan vorlegen. Dazu Also Arbeitsplan sehr n״tmöge dem Delegiertentag geht Antrag S i m o n du. erstlich ein siebcngliedriges Komitee aus Vertretern verschiedener Anschauungen cinzusetzcn, um diesen Arbeitsplan zu entwerfen, und dann für die Vertiefung in den Zionismus zu sorgen. T rictsch-Berlin hat im Aufträge Breslau, das er vertritt, den Antrag zu stellen, Schlesien als besondern Distrikt mit dem Vorort Breslau zu schaffen. Trietsch stellt diesen Antrag. Bodenheimer konstatiert, das sei Sache des Zentralkomitees, der Dclegicrtentag könnte höchstens darüber eine Resolution fassen. Der D.-T. heschliesst die Erörterung dieser Frage. Dr. Klee ersucht den Antrag Breslau abzulehnen. Ein Zentrum sei dort zu schatten, wo eine Ortsgruppe organisatorisches Geschick gezeigt habe. Die Breslauer Ortsgruppe hat keine einzige Ortsgruppe gegründet. Wir müssten zuerst wissen, wie die Oberschiesischcn Ortgruppen dazu stehen. Diese als besondern Distrikt zusammcnzuschlicssen. sei eher möglich. Ein Bureau heute hinzulegen, hicssc einer Gruppe eine Autorität zu geben, die ihr nicht zukommt. Soiulheim er sagt, dass den Jüngern Kräften in Breslau die Arbeitsgclcgenheit fehle. Schlesische Studenten hätten die Ortsgruppen in O.-Sclil. organisiert. Er wendet sich gegen den Polizeistaat im Zionismus. Man solle Breslau das schlesische Distriktbureau geben. Trietsch erwidert, dass andere Distriktsbureaus auch nicht mehr legitimiert waren, ln Breslau sind die Schckelzahlcr von 90 auf 200 gestiegen. Dort sei einzig der Ort, wo man den Wert der Vertieiung des Ziouismus begreift. Man rede der Dezentralisation das Wort und opponiere iin einzelnen Falle. Hat man auf dem vorigen D.-T. die Ortsgruppen gefragt, wem sie zugeteilt werden wollen? Im Gegenteil confer. ״Hamburg“. Bodenheimer stellt fest, dass nicht die Person des Breslauer Vorsitzenden, sondern dass die ganze Konfiguration die Antwort geben müsse, ob man dort ein D.-B. errichten solle oder nicht. F r i e d c ni a n n sagt, dass die Breslauer Ortsgruppe nichts geleistet habe, er weist dafau: hin, dass die Zahl der Schekelzahler gerade 200 beträgt, also

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.