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Jüdische Rundschau · 1903-08-25 · Heft 35 (25.8.1903) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 35 (25.8.1903)
Date
1903-08-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 35. Seite 369. «Jüdlselie ]Rundschau. Die deutsche Landmannschaft. In ihren Sitzungen vom Freitag und Sonnabend im Zunfthause zum Safran hatte die deutsche Landsmannschaft Gelegenheit, einer Anregung von weittragendster Bedeutung für die Grundlagen der gesamten Kolonisation Ausdruck zu geben. Es handelt sich um die Errichtung einer wissenschaftlichen Konimission zur Eröffnung der für uns in Betracht kommenden Territorien. Als Antragsteller figurierte Dr. Selik Soskiu, der nach siebenjähriger landwirtschaftlicher Tätigkeit in Pa- Iästina als Autorität auf dem zur Rede stehenden Gebiete zu betrachten ist. Di; völlige Einstimmigkeit sämtlicher anwesenden Delegierten in bezug auf die in den! nachstehenden Antrage als ״Zweck der Kommission“ formulierten Forderungen beweist, wie hoch die Einschätzung der Wichtigkeit c'mcr .wissenschaftlichen Vorarbeit unseres Kolonisationswcrkcs gestiegen ist. Der Antrag lautet: Die d e u t s . h e Landsmannschaft beantragt die Wahl einer P a I ä s t i n a - K' o m m i s s i o n. Zweck der K o tn in i s s i o n : 1. Die wissenschaftliche und praktische Erforsch u n g Palästinas und der für diese in Betracht kommenden Lauder in wirtschaftlicher, rechtlicher und geographischer Bc- Ziehung. 2. Die Errichtung einer Versuchsstation iür agronomische und technische Forschungen. 3. Die Errichtung eines landwirtschaftlichen und technischen A 11 s k u >1 f t s b u r c a u s. Die Errichtung einer Untersuchungsstation zwecks Studiums und Bekämpfung der endemischen und infcktiöscu Krankheiten. » 5. Herausgabe einer Zeitschrift für Palästinakünde mit Berücksichtigung der Lehens Verhältnisse der jiidischen Kolonien in Palästina und den Nachbarländern. Organisation der P.-K. 1. Die Kon! mission führt ihre Aufgaben selbständig durch und hat dem A.-C. Bericht zu erstatten. 2. Die K ommission bestellt aus drei Sachverständigen, deneu das Recht der Kooptation zustehl 3. Bei Beratung und Beschlussfassung über Angelegenbeiten der P.-K. im A.-C. sowie bei den Jahreskonferenzen sind die gewählten Mitglieder der P.-K. mit beratender Stimme zuzuziehen. t 4. Die P.-Kerhält für zwei Jahre ein Budget von jährlich mindestens 15 000 Franken, die für die landwirtschaftliche Versuchsstation und die medizinische Untersuchungsstation erforderlicbcn Fonds wird die P.-K. im Einverständnis mit dem A.-C. aufzubringen suchen. Unterstützt wurde der Antrag speziell auch durch den als Delegierten anwesenden Professor Wa r b u rg -Berlin, dessen hochherzige jüdisch-kolonisatorische Tätigkeit in Anatolien ja den weitesten Kreisen bekannt sein dürfte. Auch aus der Mitte der übrigen Delegierten heraus wurden für das Projekt Stimmen der höchsten Würdigung laut. F.inc Debatte ergab sich erst mit Bezug auf manche Punkte der zur ״Organisation der P. K•“ vorliegenden Anträge, deren Formulierung in dr.>r vorliegenden Fassung jedoch schliesslich mit starker Majorität angenommen wurde. Fs wurde beschlossen, dem A.-C. den gesamten Antrag als Wunsch lind Anregung der 5. Deutschen Landsmannschuft zu übergeben. Es ist der Wunsch der Antragsteller, dass der Kongress nicht gezwungen sein soll, sich in die E i 11ze 111 eite u des Antrages zu verlaufen. _ Ein zweiter Antrag von Dr. Friedemann, aus den Mittel״ des Nationalfonds schon jetzt Land zu kaufen und die Mittel der Kolonialbank hierzu flüssig zu machen, wird von ihm ausführlieh begründet, aber zu einer Besprechung auf Sonntag Mittag vertagt. Allerseits wird der Wunsch nach Gcgenwartsarbeit und praktischem Schaffen kund, dagegen die von aussen erfolgenden Versuche uns mit der Wohhütigkcitskolonisation anziifrcunden, ebenso entschieden zurückgewiesen. Der deutsche Delegiertentag in Sankt-Ludwig. (Donnerstag, 20. August 1903.) Versammlungsbericht. Um II Uhr vormittags eröffnet Rechtsanwalt Dr. M. .1. B 0 d e n h e I me r als Vorsitzender des C.-C. den Delegierten• tag, indem er die Delegierten begriisst und zugleich den grossen Fortgang des Zionismus in Deutschland auf die neue in Mannheim beschlossene Organisierung nach Distriktsbureaus zu* rückführt. Die Zahl der Schekelzahler habe sich seit der Mannheimer Tagung verdoppelt. Sodann gibt W o l f f - Köln über die Zeit vom 1. Mai 1902—1. August 1903 den Kassenbericht, der mit einem Saldo von 981,04 Mark schlicsst. Die L>czcntralisation, die für die Gcsamtcntwickelung von ungcheurem Werte war, war für die Kasse weniger vorteilhaft. Trotzdem wird man neue Distriktsbureaus einriehten müssen. Ueber die Abrechnung der Schekclblocks wird endgiltig bcschlossen werden müssen, um dauernde Ordnung zu schaffen. Auch aus dem Kassenbericht gehe ein ungeheurer Aufschwung des Zionismus in Lkutschland hervor, wofür den Distriktsluircatis das Verdienst zukommt. Folgender Kassenbericht wird vorgclcgt und genehmigt: 1. 5. 1902—1. 8. 1903. Einnahme: 1. Kasscnbestand . 301,64 Mk. 2. Hannover . 10.— *♦ 3. Berlin (Hamburg) .... >1 1 t «I 4. Strassburg .... ... 15,— tt 5. Mannheim . 36,— •t 6. 00!n 23<k— 7. Schekelkasse . 8. Material Nadeln. Brnchcu 128.8S *• 9. Batreimiahmc . 35.— «• 10. Eingang von Debitoren . . 70. - *♦ ti. Eingang für die Rundschau 295,50 ♦» 2724,62 Ml:. 1. 5. 1902-1. S. 1903. Ausgabe: 1. Porto Dcpcschcn-Bureatt 418,24 Mk. 2. Alte Schulden und Drucksachen 610,44 י* 3. Drucks, v. der Rundschau 95,40 M 4. Beitrag zur Rundschau . . 465,50 5. für Rumänien . 15,— 6. Reise Wien . 25,— ft 7. Miete . 10,— 8. Sekretär . 25,— •* 9. Nachruf . % 27,- *t 10. Dclcgiertentag Mannheim . . 80,— •t 11. Brochen, Nadeln . 32,- tt Kassenbestand . 981.0*1 M 2724,62 Mk. Der Kasscniiberschuss von 980 Mark ist nach Bericht des Kassenwarts hauptsächlich darauf zurückzuiiilireie dass man vom Wiener Aktionskomitee die Erlaubnis erhalten habe, 25 Prozent der Scliekclgelder z.urückzubehalten. Im übrigen seien die Einnahmen der Centrale zuriiekgegangen, da die Einrichtung der Dezentralisation grosse Kosten verursacht hätte. Bei der Schekelzahlung seien diesmal ausserordentlich günstige Erfolge erzielt worden. Berlin, Hannover und andere Distrikte hätten besonders viel zn diesem Erfolge beigetragen. Vielleicht wird man dazu kommen, noch mehr Distriktsbure aus cinzurichtcn. Sodann gibt Rechtsanwalt Dr. A. H a n t k e - Berlin einen kurzen, gcschäftsmässigcn Bericht über das Berliner D i s t r i k t s b u r e a 11. In diesem Distrikte seien 18 Ortsgruppen und ungefähr ebensoviele Vertrauensmänner vorhanden. LandcsbeUrag betrug 725 Mark, ungefähr die Hälfte, der gesammelten Schckctgetdcr. ln Danzig und besonders Stettin der Geburtsstätte des Rabbinerprotestes, seien neue Ortsgruppen gegründet worden, desgleichen in der Provinz Posen in Schönlanke und Filchne. '111 Oberschlesien sei bedauerlicherwcisc ein Rückgang der alten ״historischen“ Ortsgruppe Kattowitz zu verzeichnen, dagegen seien in anderen Orten Oberschlcsicns neue Ortsgruppen entstanden, auch habe die Breslauer Zionistische Vereinigung jetzt 200 Schckclzahler. Der Broschilrcnvcrtrieb werde von Berlin aus eifrig betrieben; so seien von der Broschüre ״Was will der Zionismus?“ schon

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