Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1903)
- Date
- 1903-08-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 34 JVidisselie Rund»chau, Seite 359. I Schonlanke. Die Gruppe zählt Jetzt 23 Mitglieder, gegen 21 im vorigen Jahr. Der Zionismus fand bei uns Eingang durch Vorträge im Verein für indische Geschichte und Litteratur. Eine kleinere Anzahl von Sharemarken wurde abgesetzt. B. Magdeburg. Unsere vor wenigen Wochen neu begründete Ortsgruppe zahlt bisher 17 Mitglieder. Halberstadt. Die Ortsgruppe veurdc 1902 begründet. 1901 waren hier etwa 3, 1902 : 33 Zionisten vorhanden, die Gruppe zählt Jetzt 78 Mitglieder d. J. etwa 10 Prozent der jüdischen Seelen Haiberstadts. Der Sharckluh hat 10 Mitglieder, iär den Nationalfond sind etwa 100 M. gesammelt worden, ein hebräischer Sprachkurs floriert mit 15 Teilnehmern. Es wurden etwa 20 kleinere Vcreinsvcrsammlungcn abgchaltcn. The* tnata: Nationalfond, Palästina. Bank, Vorlesungen. Aus den Kongrcssprotokollen. In den 4 grossen Versammlungen spraeben Dr. Grone m a n n, Pr. Sa n d I e r, Pr. KI q e unu Lehrer Stern. Anhalt. Die drei Gruppen wurden 1903 gegründet. Dessau hat 50, Cü.then 20. Bern bürg 17 Sehckelzah* ler. In Bernburg und Göthen sprach Gronemann-Hannovcr, i:1 Dessau Dr. Ascher. In Göthen, wo unter den Besuchern des Technikums eine besondere Vereinigung bestellt, sprach ausserdem der Dozent Dr. Kaiser über ״Palästina‘*. An. Dresden. Die Gruppe ist von 37 Mitgliedern 1902 aui 52 gestiegen. Für Bank und Nationalfond wurde gearbeitet. Vorträge hielten die Herren Dr. Klee. Dr. Gronemann, Jacoby, Murwitz, Roseubcrg-Berlin; in Chemnitz ist die Zahl der Schekelzahlcr von 17 auf 39 gestiegen. Hameln. Die Ortsgruppe zählt 25 Schekelzahlcr gegen 21 im Vorjahr. H. Marburg. Wir haben 27 Mitglieder. M. Ostfriesland. Varel 1901: 7, 1902 : 9, 1903: 15. Jever 1902: 13, 1903: 16, Emden 1902: 5, 1903: 9 Mitglieder. In Varel wurde für Bank und Xationalfoud gearbeitet, in Emden, wo im W inter mit grösserer Agitationsversammlung eingesetzt werden soll, wurden einige Aktien verkauft. J. Mainz. In der gestern, 10. er., abends abgehaltcncn Ver- Sammlung der Ortsgruppe Mainz wurde folgende Resolution beschlossen: ,,Die deutsche Landsmannschaft w׳olle beschlicssen, das Aktionskomitee zu ersuchen, unverzüglich mit Landankäufen in grösserem Massstabc in Palästina vorzugehen. Die Kosten der I.andankäufe sollen aus dem Nationaltond hestritten werden ui'd soweit dieser nicht ausreicht, wird ersucht, die Kolonialhank zu ermächtigen, die zum Ankauf erforderlichen Geldsummen dem Nationalmm! gegen hypothekarisclte Beleihung der zu erwerbenden Landstrecken bis /u einem Höchstbetrage von 2 Millionen!־ranken vorzuschicssen. Die Verzinsung des so geliehenen Kapitals stille bis zur Erlangung des Charters dadurch erzielt werden, dass die zu erwerbenden Landstrecken im Farmenhetriebc bewirtschaftet w-erden.“ Diese Resolution w׳urde gefasst nach einer Darlegung der tatsächlichen Verhältnisse in Palästina durch Herrn Dr. Friedemann. Der zweite Punkt der Tagesordnung wurde durch Walil des Herrn Guggcnhcitn -Mainz und Dr. L e v y -Ober- Ingelheim für den deutschen Dclegiertentag in St. Ludwig erledigt. Pieschen. Die von Rabb. Dr. Königsberger herausgegehenc orthodoxe Wochenschrift ..Jeschurun“ stellt sich in politischer Beziehung auf zionistischen Standpunkt. In der Nö. 34. deren Aushängebogen uns vorliegt, wendet sie sich dagegen, dass man den Zionismus mit den Hoffnungen identifiziere, die im jüdischen Qcbctritual zum Ausdruck kommen. Ihren besonderen Standpunkt, den w׳lr nicht teilen, spricht sic in folgenden Sätzen aus: ״Von orthodoxer Seite hat man im Zionismus die Förderung der Religion — im traditionell-jüdischen Sinne vermisst, und deshalb sind aus unseren Reihen die meisten bislang zurückgeblieben. Und um angesichts der Neubelcbuiig des Judentums, wie sic der Zionismus geweckt hat, nicht erst als Arme nur der Nachlese teilhaftig zu w'crden, hat sich in Russlond, Deutschland und jüngst in Amerika die orthodoxe Partei der Misrachisten entfaltet, die sich der Führung des würdigen Rabbiners Reines in Lyd (Russland) anvertraut und deren Sache bald dclegatorisch, bald privat auch auf •dem Kongress von würdigen Männern — ich nenne unter diesen Rabbiner Dr. Nobel-Leipzig und Dr. med. Adler, den hochangesehenen Lübecker Delegierten und Vorsteher der dortigen Synagogcngemcindc — geführt werden wird. Aber man missverstehe mich nicht, wem! ich einem pronon* zierten Auftreten der Misrachistcn auf dem Kongress widerrate. Ich habe mich nach reiflicher Erwägung zu dieser Ansicht, die praeter propter jüngst an andrer Stelle (״Jiid. Rundschau“) von Rechtsanwalt Dr. Bodenhcimcr-Köln vertrete»! worden ist, durchgcrtingen. So gern ich für die Stärkung des konservativen Judentums einzutreten bereit bin. so verträgt sich schlechterdings die soziale Idee des Zionismus damit nicht, und es würib eine Zersplitterung der itir den Zionismus veriiiglpr gewordenen Einzelkräfte herheiführen. wenn nicht gar denselben allmählich ganz lahmlegcn, wem! man die religiose Seite in der Neubclcbung des Judentums allzusehr betonte. Ich möchte meinen Gesinnungsfreunden den Zusammen- Schluss der orthodoxen Elemente im Zionismus . . . empfehlen und einen Aufruf hierfür anregen, in welchen! gleichzeitig zu einer Besprechung vor (oder nach) den! Kongresse ckigchden w ürde, und für den Kongress selbst eine Resolution in Vorschlag bringen in welcher der Kongress als Vereinigung aller Zionisten lediglich von der Existenz einer orthodoxen Gruppe, die natürlich auf dem Boden des söge::. Baseler Programms steht. Kenntnis nimmt.“ Wenn im weiteren ״Jeschurun“ fordert, vom Kongress die statutarische Genehmigung festlegen zu lassen, dass die Mussnahmen, welche der Zionismus in Palästina oder sonstwo regeneratorisch, trifft, stets mit clen! altüberlieferten Religionsgesetz in Einklang bleiben, so raten wir dringend, ״quieta non movere I“ Man soll doch nicht die grosse Masse gebildeter und intelligenter Zionisten durchaus z!! etwas verpflichten wolien, was sie in ihrem Gewisse(! bedrücken könnte. Gegenstitige Duldung ist das erste Erfordernis zionistischer Arbeit. Fas Gegenw artsprogramm, das ..Jeschurun“ im weiteren vor.’dvhMCt und ♦'?sonders auch in! Hin! lick auf die Stellung der Juden ui der Provinz Posen verlangt, können w ir im grossen und ganzen unterschreiben. Der Redakteur schliesst seinen Artikel mit den Worten: ״So rutc ich denn meinen Glaubensgenossen zu: Werdet Zionisten; d׳e materielle Leistung ist sehr gering. Ihr ״liberalen“ Juden könnt cs werden, ihr ״konservativen“ müsst cs werden. Ich bin es seit langem. Dem Kongress meinen Segen und Ziorisgruss!“ *p *י*י r % v, v ■ f*** <| JHj * Rundschau. V V 1 f X, V ' 1 b u w m m % ä y u ü« J נ- ני־ ׳«*>!«!!; «י V ■V , v .׳י■ # , V » i JmS H-td Ihutf hl *W W W md Von der Familie tmseres Altmeisters Dr. J. J. Hüll ist uns eine von unserm uns entrissenen Freunde hinterlassene Arbeit ״Der grosse Ungenannte“ zur Verfügung gestellt worden, mit deren Veröffentlichung wir demnächst beginnen werden. Einen jüdischen Turntag gedenken die schon zahlreich bestehenden jüdischen Turnvereine in der Zeit vom 21.—23. August 111 Basel abzuhalten. Einberufer des Delegiertentagcs ist der über 500 aktive Mitglieder starke Jüdische Turnverein ״Bar Kochba“-BerIi11. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten wird der Turntag von einer grösseren Anzahl von Vereinen, insbesondere Oesterreichs und Deutschlands beschickt werden und zu der schon lange angestrebten Vereinigung der vertretenen Turnvereine in eine ״Jüdische Turnerschaft“ führen.. Die letztere soll namentlieh mit mehr Kraft als bisher den örtlich beschränkten Einzelvereinen möglich war, für die Verbreitung des T11 r n e n s unter den Juden im Sinne einer nationalj ü d i s c 11 e n Aufgabe Propaganda machen, daneben auch einen starken ideellen und materiellen Stützpunkt für die angeschlossenen Vereine bieten. Die Allen Immigration Commission, die Kommission., zur Beratung der Fremdenein Wanderung hat vor elnigen Tagen ihren Bericht dem Parlamente überreicht.