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Jüdische Rundschau · 1903-08-14 · Heft 33 (14.8.1903) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 33 (14.8.1903)
Date
1903-08-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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T Seite 341. JTtidisclte Rundschau. No. 33. 1 Und nun, liebe Oesinnungsfreunde, vergesst keinen Augenblick, dass der Nationalfond die wichtigste 1״atcrielle Grundlage ist^auf der allein wir unser ideales Wirken aufhaucn können, und zeigt durch die Tat, dass wir uns auch in der Opferwilligkeit für den Nationalfond nicht vor tinscru Brüdern und Freunden in Russland schämen müssen. Die Redaktion. Zur Palästina-Frage auf d. Kongresse. Der nachfolgende Artikel wurde in No. 27- 20 der ״Jfldisehen Volkszcitung" vom .3., 10. und 17. Juli 189 4, mehr als drei Jahre vor dem ersten Zionistenkongresse veröffentlicht. Pa ein von mehreren Gesinnungsgenossen Unterzeichneter Antrag an das Bureau des VI. Kongresses gerichtet wurde, der | als 2. Punkt den Vorschlag der Gründung einer landwirtschaitj liehen Versuchsstation in Palästina enthält, so halte ich cs für | zeitgemiiss. meinen untenstehenden Artikel aus dem Jahre 1891 wiederum zum Abdruck zu bringen. Die von mir in demselben damals vorausgesetzten Zustände (es war vor meiner liebersiedclimg nach Palästina) herrschen auc'11 jetzt mit einigen wouigeti Ausnahmen in Palästina vor. Somit sind meine damaligen Vorschläge auch für die Gegenwart vollständig angebracht. Pr. S. Soskin. Feber die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchs- Station in Palästina. Von Pr. pliil. Sclik Soskin. dp. Landwirt. Die Frage, welche wir zum Gegenstand unseres Artikels gewählt haben, ist zwar eine spezielle l'achfragc, die nur für diejenigen von Interesse sein könnte, welche die praktische Kolonisation Palästinas samt den mit ihr zusammenhängenden landwirtschaftlichen Verhältnissen genauer kennen und verfolgen. Und doch ist dieselbe von solcher Wichtigkeit, dass wir uns für berechtigt halten, uns au die weiteren Kreise uttscrer Gesinnungsgenossen zu wenden mit der Forderung sie in ihrer ganzen Tragsveite zu betrachten. Es handelt sich um die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina. Wir müssen leider gestehen, dass uns die mittelbare Veranlassung zur Besprechung dieser Sache von einer Seite gegeben wurde, welche ein hei weitem geringeres Interesse an seiner kulturellen Entwickelung haben muss, als wir Nationaljuden. Der deutsche Palästina-Verein, der bekanntlich sich zur Aufgabe die allseltigste Erforschung Palästinas gestellt hat. fasste in seiner letzten Gcncralvcr- Sammlung den Beschluss, eine botanisch-meteorologische Ver- Suchsstation in Palästina einzurichten, welche auch die spezicllen landwirtschaftlichen Bedürfnisse im Lande in den Bereich ihrer Tätigkeit cinschliessen soll. Es ist sogar eine Kommission zur Wahl eines geeigneten Terrains und zur eventuellen Erriclitung der Versuchsstation ernannt worden.») Wenn wir nun bedenken, wie viel mehr Interesse und Liebe wir dein Gedeihen und der Entwickelung der jüdischen Kolonisation in Palästina entgegenbringen müssten, als die Herren Mitglieder des genannten Palästinavercins solche der immerhin nur wissenschaftlichen Kreisen zugänglichen Erforschung unsc res Landes angedeihen lassen, so müssen wir noch weiter gestehen, dass der deutsche Palästina-Verein durch seinen Beschluss uns tief beschämen muss! Pie Deutschem, die in Palästina nur vier Kolonien haben, gründen dort eine latidwirtschaftliche Versuchsstation, und wir, die wir im Lande Israel über 2'׳ jüdische Dörfer besitzen und das Bestreben habeii müssten, die Zahl derselben von Jahr zu Jahr zu vergrösser!!, wir lassen uns die wichtigsten Unternehmungen, di.־ i für die Entwickelung Palästinas von so grosser Bedeutung sind, j von anderen vorwegnehmen. I Dass eine solche landwirtschaftliche Versuchsstation in } Palästina notwendig ist. wird jedermann duschen, der mit den j Anfängen der jüdischen Kolonisation im heiligen Lande, mit dem 1 ziellosen Herumtappen auf einem ganz unbekannten, in agri- 1 kultureller Beziehung unerforschten Gebiete und mit den sich j daran anknüpfenden Fehlgriffen bekannt ist, welche sich n׳»ch; jetzt rächen und nur mit Schwierigkeiten wieder wett zu machen s!11J. Ein grosser Teil , .־: .Misserfolge, ueiche ir.-ilieh nicht allein auf die Unkenntnis der laudwi!twI־־iii!L11en und klimatischen Verhältnisse' zu setzen sind, man denke an die fremde Sprache und Sitte, an •die Hindernisse seitens der Regierung ctc. ־—. würde erspart geblieben sein, hätte man schon damals eine landwirtschaftliche Versuchsstation im Lande vorgefunden. Bei den Landankiiutcn würde die Ver- Suchsstation dasjenige Institut gewesen sein, welches di: Makler und Spekulanten mit Recht und Nutzen ersetzt hätte. Es sind ja nicht wenig I'älle bekannt, wo den Kautern schlcch* *) F.inc landwirtschaftliche Versuchsstation wurde vom P. P. V. nicht gegründet, wohl wurden aber an verschiedenen Punkten meteorologische Bcobachtungsstatioueu eingerichtet. Verf. #;#ג#ג .Feuilleton #: HS■ ‘**1 "י► -Mi1» Kulturelle Streifzuge im jüdischen Orient. v. Palästina. (Fortsetzung). Denn ebenso wie das Land selbst nur unter jüdisehen Händen zu neuem Leben und neuer Kultur erwachen kann, so kann auch der Jude nur hier wieder dem Landbau sich zuwenden. Während in allen anderen Ländern, wo man mit grossem Eifer und kolossalen Millionen versucht hat, einen jüdischen Bauernstand zu schaffen, dieses Experiment völlig misslungen ist und misslingen musste, hat die bisherige Kolonisation trotz der verhältnismässig geringen Mittel, trotz des Mangels an ״Schutz" und trotz jahrelanger Misswirtschaft einer beinahe feindlichen Verwaltung einen solchen ungeahnten Erfolg zu verzeichnen, dass es jeden Wunder nehmen muss, dem cs vergönnt ist, unser Land zu schauen. Es ist das erste und einzige Beispiel in der Weltgeschichte, dass ein handeltreibendes Stadtvoik aus freiem Antriebe lediglich aus idealen Motiven sich in ackerbautreibendes Landvolk verwandelte. Hier sieht man jüdische Bauern, Jünglinge und Mädchen, Knaben und Greise, die im Sehweissc ihres Angesichts die Furchen durch die Accker ziehen und die Saat streuen, aus der eine herrliche Ernte für unser Volk erblühen soll. Dann liegt schon an und für sich eine so grosse moralische Bedeutung für unser Volk, dass hier ein jüdischer Bauernstand entsteht, der allein dazu int Stande ist, physich und moralisch der ganzen Nation stets neue Kräfte zuzuführen. So ist cs denn kein Wunder, sondern nur der natürliehe Lauf der Dinge, wenn schon heute die Entwicklung der Kolonien dahin drängt, im engsten historischen Zusammenhange mit unserer urältesten Kultur und ihren jüngsten Fortbildungen, eine neue echtjüdische Kultur horvorzubringen, die sich in ihrem ersten Kinde, der

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