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Jüdische Rundschau · 1903-08-01 · Heft 31 (1.8.1903) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 31 (1.8.1903)
Date
1903-08-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 318. Jüdische 3Rundscl1n.il No. 31. Ziehung sind recht zahlreich. Es darf, um ein Beispiel anzuführen, eine apologetische Schrift, welche die Beteiligung der Juden an den Kriegen dartut (״Die Juden als Soldaten“) nicht in die Rubrik ״Wirtschaftsstatistik“ kommen. Ucberhaupt muss auf den Inhalt der Littcratur mehr Rücksicht genommen werden, eine Bibliographie ist nicht eine bloss äusserlichc Znsammenstellung von scheinbar zusanimenpasscndcn Büchertiteln. — Berücksichtigt man das wenige hier Gesagte, sc sieht man, dass die Herstellung einer Bibliographie für die jüdische Statistik doch nicht eine so leichte Aufgabe ist, wie man sic!» vielleicht gedacht hat. Dieselbe in einem Jahre von Dilettanten fcrtigstelien zu lassen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Nun soll das, was bisher veröffentlicht ist, allerdings nur die erste Serie sein und es soll das ״jederzeit gesammelte Material serienweise“ gedruckt werden. Diesen Plan halte;; wir für verfehlt. Man soll mit der Veröffentlichung eben so lange warten, bis das Material in annähernder Vollständigkeit vorliegt. Der Forscher wird sich der Bibliographie kaum bedienen, wenn er sich erst alle die einzelnen Serien, die sic!! vielleicht in den verschiedensten Veröffentlichungen zerstreut finden, zusammensucheu und er alle diese einzeln einsehen soll. (Schluss folgt.) per Aus der Bewegung. l|»f sind abgeschlossen. Nach den bisherigen Mitteilungen sind die folgenden Kandidaten gewählt: 1. Reichenbach, Bankier aus Quedlinburg für Dresden-Cassel. 2. Dr. Ascher, Rechtsanwalt aus Dessau für Dessau- Göthen-Magdeburg. 3. Schwabe, Gustav, Kaufmann, aus Varel für Jever- Emden. 4. Jakobsohn, Rechtsanwalt, Memel. 5. D r. Munk, Walter, Gerichtsassessor aus Berlin für Danzig. 6. Dr. Schachtel, Hugo, Zahnarzt, Breslau. 7. Trietsch, Davis, Schriftsteller aus Berlin für Breslau. 8. W o 1 f s o h n, David, Kaufmann, Köln. 9. G o 1 d r e i c h, Max, Buchhändler, Köln. 10. Dr. Bodenheimer, Rechtsanwalt, Köln. 11. Dr. Gronemann, Sammy, Hannover. 12. Gronemann, Soma, Hannover. 13. Schnelling, Kaufmann, Hannover. 14. Dr. Moses, Julius, prakt. Arzt, Mannheim. 15. Dr. Regensburger, Markus, prakt. Arzt, Mannheim. 16. Simon, Julius, Kaufmann, Mannheim. 17. Dr. Friedemann, Adolf, Gerichtsassessor aus Wiesbaden für Mannheim. 18. Blum, Hugo, Kaufmann, Halberstadt. 19. Dr. Schauer, Rudolf, Rechtsanwalt, Mainz. 20. Lazarus, Kaufmann, Mainz. 21. Pohl, Max, Ingenieur, Strassburg. 22. Dr. F r i e d 1 ä n d e r, Professor, Strassburg. 23. Dr. Dannenberg, Chemiker aus Strassburg für Ingweiler-Biesheim. 24. Dr. Adler, prakt. Arzt, Lübeck. 25. Dr. jur. K a 11 n , Bernhard, Münden. 26. Dr. N o r w i t z k y , prakt. Arzt, aus Kissingcn für München. 27. Feiwel, Berthold aus Berlin für Heidelberg-Karlsruhe und Darmstadt. 28. Kaufmann, Emanuel, Kaufmann, Stuttgart. 29. Goitein, L., Kaufmann, Frankfurt a. M. 30. Sondheimer, Fritz, Verleger, Frankfurt a. M. 31. H. Oppen he imer, Präzeptor, Würzburg. 32. Strauss, Julius, Kaufmann, Regensburg. 33. Dr. Lewy, Rechtsanwalt, Hagenau, auch für Schieltstadt u. Zabern. 34. Dr. Hoppe, prakt. Arzt, Königsberg. 35. W o 1 f s o h n , M., Kaufmann, Königsberg. 36. Dr. Elias, prakt. Arzt, Freiburg i. B: 37. Dr. M. Kaufmann, prakt. Arzt, Freiburg i. B. 38. H. Bochner, Kaufmann, Schönlanke, auch für , Posen und Filehne. 39. Dr. L i 11 m a n n, Gleiwitz, auch für Beutlien und Gross-Strehlitz. 40. Dr. N. Nobel, Rabbiner, Leipzig. 41. Cohen, Gustav, G., Rentner, Hamburg. des Serubabel, Chasadjah (הסריה), nur dass dieser ״die; Huld des Ja 11“, jener ״die Huld des Ha *a I" heisst. ' Auch haben wir den Namen des Hannibal (הנבער) in drei , verschiedenen Formen bei den Juden. Freilich heissen diese nicht ״die Gunst des Baal“, sondern ״die Ginnst des Ewigen" und ״die Gunst Gottes“, also הגגיה ,הנגאל und הנניהו. Die hebräische Sprache heisst somit in der Bibel שפר־בנען, die Sprache Pliönikiens oder des Niederlandes. Nur an zwei Stellen wird sic יהודית genannt, beide Male so aus besonderem Grunde. Denn das eine Mal soll der scharfe Gegensatz gegen den aramäischen Dialekt hervorgehoben werden, und ,Jehudith“ bezeichnet also luer (II. Kon. 18,26) die Mundart des judäischen Stammes, das andere Mat wird in gleichem Sinne (Nelt. 13,24) der nationale Dialekt dem etwas unterschiedenen ׳ Moabitisch etc. innerhalb des Hebräischen entgegengestellt. Nur so können wir es verstehen, wenn Jesajah die Judaisierung von fünf ägyptischen Städten dadurch verkündigt, dass er voraussagt, sie würden die kauanäisehe Sprache annchtncn, (Jes. 19,18), und in dieser den Adonai-Zebaoth au rufen. Erst in dem ersten christlichen Jahrhundert finden wir die Bezeichnungen lß(!afa1l, y).mta und לשין עברי. End wie die Sprache, so war auch die Schrift bei Juden und Phönikiern die gleiche. Seit wir; die Müschah- und die erwähnte Siloahinschrift kennen. ׳ wissen wir, dass sich alle hebräischen Dialekte auch ( einer einzigen Schrift und Orthographie bedienten.’1') Die Juden, die ethnisch und sprachlich eine Nation mit den Sidoniern und ihren Angehörigen bildeten, fühlten sich ihnen durchaus fremd durch den Kultus. Sie waren fremd gewordene Brüder. Dies erhellt am deutlichsten, wenn wir hören, wie der jüdische Redner drohend nach Tyrus und Sidoif hinüberruft: ״Die ihr die Söhne Jehudahs und die Söhe Jerusalems verkauft habt an die Söhne der Jonier, euch werden sie verkaufen an die fernen Schebaim.“ Sklavenhändler w aren ja die Phönikier in weitestem Umfange, aber ihre Stammesgeiiossen zu verkaufen, galt als der grösste Frevel. Dieses Gefühl des betrogenen Bruders veranlasste den .luden, zu betonen, dass nicht Sems Söhne in Sidon wohnten, sondern die des sittenlosen Ham. Und Noah flucht nicht dem Ham für seinen Frevel, sondem direkt dem Keiuian, d. h. den Phönikiern. Eine gemeinsame Kultur von bedeutendem Umfange erstreckte sich über das ganze hebräische Gebiet. Nur *) In der Schrift sind nur die accessorischen Unterschiede im Ductus zu bemerken, die ganz von des Schreibers Ilaud herrühren. Die Buchstaben ו und י werden, wo sic quiesciercu. I hier wie dort meist ausgelassen.

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