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Jüdische Rundschau · 1903-08-01 · Heft 31 (1.8.1903) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 31 (1.8.1903)
Date
1903-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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«Jüdiis^clie Hundscliau Seite 317. No. 31. 1 piiktisch völlig wertlos. Und auf einem solchen schwankenden Grunde soll sich die endgültige Gesamtstatistik aufbaucn! 1 In der Klcinstatistik aber kann der ״Verein für jüdische Statistik“ durch Organisation der zersplitterten Kräfte, durch { Sammlung des vorhandenen zerstreuten Materials, durch Veröffentlichung jüdisch-statistischer Arbeiten, vielleicht auch durch Ausführung kleinerer Enqueten, sehr viel leisten, und ihm erwächst hier ein Arbeitsgebiet, welches gross genug ist, auf Jahre hinaus alle.Kräfte des Vereins in Anspruch zu nehmen. Dass der Verein auch bestrebt ist, das, was er verspricht, in die Tat urnzusetzen, beweist der Grossoktavband! von *J52 Seiten, welchen er schon ein Jahr nach seiner Grünj düng unter der Redaktion Dr. Alfred Nossigs. eines Veteranen : der jüdischer^ Statistik, der Oeffcntlichkcit übergeben hat. Da sich viele ähnliche Gründungen nur eines kurzen Lebens zu erfreuen haben, wollte der ״Verein für jüdische Statistik“ offenbar sobald als möglich ein Lebenszeichen von sich geben.; Diesem Umstand;־ ist es zuziisch reiben, dass das Werk überall ׳ t die Spuren der Uebcrhastung an sich trügt. Dies gilt nameut- ־ lieh iiir denjenigen Teil, welcher der wertvollste sein sollte.! für die ״systematische Bibliographie der jüdischen Statistik."; Die Mängel der Bibliographie sind auch von der Redaktions-; kommissinn erkannt worden, und diese bittet um eine nach-! gichtige Aufnahme des Gebotenen. Doch warum konnte man 1 nicht noch mit der Veröffentlichung der Bibliographie warten? : War es denn notwendig, eine unfertige Frühgeburt in die Welt zu setzen? — Die Wichtigkeit einer Bibliographie als Grund- ־ läge für weitere Forschungen nötigt uns, hierauf näher cinzu- , gehen. Dies geschieht auch, weil uns die Sache, 11m welche; es sich handelt, sehr am Herzen liegt, und wir gerne zu ihrer i Förderung beitragen inüchten. J Der erste Fehler, welcher an der Bibliographie 741 rügen j ist und der von der Redaktionskommission selbst hervorgej hoben wird, ist die Ungleiclunässigkeit in den bibliographischen j Angaben. Dieser Mangel der Einheitlichkeit der Bibliographie ist aut die viel zu weitgehende Zersplitterung der Arbcitskräfte. welche an der Herstellung der Bibliographie beteiligt waren, zurückzufithren, und ferner darauf, dass diese Arbeitskräfte zum allergrössten Teile Dilettanten ebenso auf deiy j Gebiete der Bibliographie wie auf dem der Statistik waren. | Daher muss für die künftige Arbeit die Forderung auigestelL I werden: Konzentration der Arbeit auf möglichst wenige Fachj teute. in der Sprachwissenschaft. Denn welche ausscrordentj liehe philologische Abstraktion gehörte allein dazu,- als die ersten Konsonanten und Vokale zu unterscheiden und zu erkennen, dass den semitischen Sprachen 22 Mitlaute zu. Orunde liegen. Die Buchstabenschrift, die alle Nationen ihnen verdanken, konnten sic nur auf dem systematischen Wege streng wissenschaftlicher ־Forschung erfinden. Freilich zeugt diese grosse Geistestat zugleich auch von der grossen Divination, mit der sie gleich allen semitischen Stämmen begabt waren. Von ihrer umfangreichen Literatur ist nur weniges auf uns gekommen, so die griechische Ucbersetzung der ״Umseglung“ (ihnich,tc) des Hanno und ein Bruchstück eines agronomischen Werkes des karthagischen Suffetep M a g 0. Uns interessiert nicht zum geringsten das ethnische Verhältnis der Phönikicr zu den Juden. Infolge der verschiedenen Namen, und weil die Israeliten beinahe anderthalb Jahrtausende später.den Söhnen der Europa bekannt wurden, als die seefahrenden Sidonier, haben wir uns gewöhnt, sie als zwei Nationen zu betrachten, während man die viel verschiedeneren Dorer und Ionier als Teile des einen . hellenischen Stammes ansieht. Ausserdem waren diese Stämme im Jordanlande gewohnt, mit ihren Stanungöttern ihren Stamm zu unterscheiden. ״Mein Gott ist dein Gott“ gebraucht die Ein weiterer Fehler Ist die Unvollständigkcit, welche wohl namentlich durch die Uebcreilung und die mangelnde Schulung der Materialsammler zu erklären ist. Nehmen wir ein Beispiel: die Kriminalstatistik. Davon, dass die Litteratur für die ״allgemeine“ Statistik, für Deutschland u. s. w. hier wie sonst durchcinandcrgewürfelt ist, wollen wir ganz absehen, es soll nur eine kleine Verlustliste aufgestellt werden: Fehl, Jüdisches Verbrechertum; Der Juden Anteil ani Verbrechen (anonym); die grossen kriminalpolitlschcn Werke von Lombroso, Ferri und Aschaffenburg; Aufsätze in der ״Zeit- Schrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft" und in ״Im deutschen Reich“ 11. s. w. Dagegen ist die Aufzählung all der regelmässig in jedem Jahre erscheinenden Bände der ״Statistik des deutschen Reichs" und deren genaue Inhaltsangabe völlig überiliissig, die Zahlen der Bünde können ohne weiteres in dem Verzeichnis der Veröffentlichungen des ״KaiscrI. Statistischcn Amts“ cingeschcn werden. Ganz besonders unvollkommen sind die Nachweise unter der Rubrik ״Politische Statistik.“ Wie wenig exakt im übrigen gearbeitet wurde, zeigt folgender Fall: Auf S. 36 ist unter ״Wirtschaftsstatistik“ angegeben: ״Buhl, die sozialen Verhältnisse der Israeliten.“ Da hat Jemand irgendwo den Titel angegeben gefunden, dieser klingt sehr schon und verspricht die Behandlung der sozialer, Lage der ganzen Judeulieit, also ein wertvoller Fund.... Nun behandelt dieses Buch aber garnicht die heutigen Verhältnisse der Juden, sondern die soziale Lage der Israeliten zur Zelt der Bibel, rekonstruiert nach Bibelstellen. Noch eins muss angeführt werden, nämlich, dass die Aufnähme aller aufiindbarea Zeitschriitenariskcl in die Bibli*.•־ graphie zwecklos ist und demjenigen, welcher Wissenschaftlieh arbeiten will, nur Zeit raubt. Denn diese Artikel sind meist nur Auszüge aus der amtlichen Statistik, welche den Zweck haben, die Ergelm׳sse dieser dem grossen Publikum mundgerecht zu machen. Ausserdem sind sic oft tendenziös gefärbt oder entstellen gar den wahren Sachverhalt. Für den Forscher sind sie wertlos, dieser, muss doch stets zu den ur- Sprunghöhen Quellen hinabsteigen, der Umweg über jene Auf- Sätze erschwert ihm nur die Arbeit. Daher muss eine sorgfaltige Auswahl unter den Artikeln getroifen werden, wozu natürlich nur tüchtige Fachleute berufen sind. Hervorzuheben ist auch, dass die Systematik, wenn sie einmal cingcführt ist, auch beobachtet werden muss. Die Vcrstössc in dieser Be- Moabitin!ganz parallel 74! ״Meine Nation ist deine Nation“ (Ruth I. 16). Wer sieh im Naeiibarstamme gleicher Zunge naturalisieren wollte, der erkannte dessen Gott als den seidigen an. Dem! eines Stammes und einer Sprache waren alle diese Phönikicr, Israeliten, Juden, Edomitcr, Ammonitcr und Söhne Moabs. Die mundartlichen Differenzen waren geringer zwischen Sidonicri! und Israeliten, als zwischen ihnen und den Phönikiern in den Kolonien. An der Spitze des karthagischen Staates standen Sehufcten (griechisch w׳#t־y»jnjr). Der Richter Israels hicss Scl1״n־t. Der Stamm C פ kommt sonst in keiner semitischen Sprache vor. Vor! panischen Eigennamen sind uns die bekanntesten: Hanno, Hamilkar Barkas, Hasdrubal und Hannibal. Ganz entsprechend dem Namen Hanno heissen mehrere Personen des biblischen Altertums aus ganz verschiedenen Perioden; Chamml (Gnadenreich), ein Prophet, Vater des Königs Jeliu, Clianän, einer der Kriegsobersten des Königs Dawid, und viele andere in späterer Zeit. CharuiAh, die Mutter Samuels, hat ihre Namensschwester in der leiblichen Schwester der sagenhaften Dido, Hamilkar Barkas schrieb seinen Namen phönikisch ״ הן סלך קב כידdie Gnade des Königs der Burg. Blitz“. Der Beiname •ביל für einen dreinschlagenden Feldherr!! ist auch in Israel bekannt. Hasdrubal(?>,r,’nrn/■ findet seine Parallele indem Sohne

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