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Jüdische Rundschau · 1903-08-01 · Heft 31 (1.8.1903) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 31 (1.8.1903)
Date
1903-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 316. «Jlidlsclie 3Rimclsei 1ו11ז No. 31. nen, dass er von vornherein den denkbar grössten Wert darauf legt, dass der Grund und Boden nicht in die Hände des Spekulanten übergehen soll, der das Volk von dem Lande vertreibt, auf dem cs leben könnte, sondern als unantastbares Erbe dem Gesamtvolkc den Gesamtboden des ganzen Landes lässt und dadurch die soziale Frage im jüdischen Staate löst, ehe sie überhaupt entstehen könnte. Das ist der Zweck des Nationalfonds, der bei weitem noch immer nicht so gewürdigt wird, wie cs der Fall sein müsste; denn e r ist die feste und unerschütterliche Grundlage alles zukünftigen frei- : hcitlichen und kulturellen, gesetzlichen und gesicherten i Gemeinwesens in Palästina. Darum kann uns der ' Tischah-b'Abh überhaupt keine wichtigere Mahnung ans! Herz legen, als die. alles zu tun, was in unsern Kräften stehet, um den Nationalfond zu dem zu machen, j was er erstrebt, z 11 m Hort des J u d e n t u in s i 11 I s e i 11 e!11 e i g c n e n Land e. Die Wichtigkeit des Nationalfoiids. ist so unendlich gross wie keine andere Institution des Zionismus, obwohl wir jede einzelne Einrichtung, die der Zionismus in seiner erst kurzen Geschichte geschaffen hat. in ihrer Wichtigkeit für die Wiederbelebung unseres Volkes wohl zu schätzen wissen. Möge der Tischah-b’Abh, der historische Tag unseres Unglücks, aber damit zugleich unserer unvergänglichcn Hoffnung, der mächtigste Hebel sein, um für den Nationalfond die Herzen zu erwärmen. Denn er wird cs sein, der cndgiltig die Judenfrage lösen w ird, . und dafür sorgen, dass sic nimmer wiederkehren kann. WcrdieLchren v e r s t c h t. d i c dcrTischahb ’ A b h mit seiner Trauer und seine m tiefen Weh predigt, der wird iincrm iidlieh für den N a t i 0 n a 1! o n d arbeiten. E 1 j a q i m. höchsten Grade bedauerlich und ein neuerlicher Beweis dafür, wie energisch jede Fraktionierung innerhalb der Partei zu bekämpfen ist. Wohin soll cs wohl führen, wenn Orthodoxe und Reformer, kulturelle und soziale Zionisten unter uns sich ״selbständig organisierten“. Nicht nur die Landesorganisationen fallen auseinander, nicht nur die Führer verdoppeln sich, sondern eine allgemeine Verwirrung wird unausbleiblich, weil!natürlich auch die Ortsgruppen nicht einheitlich dieselbe Anschaumig vertreten und konsequenterweise die Minderbeiten Ausscheiden werden, wenn die Ortsgruppe sieh dieser oder jener Partei anschliesst. Das wäre der Anfang vom Ende. Darum können wir nicht oft genug davor warnen, dass die Ortsgruppen — wie jüngst in Frankfurt geschehen - Sympathie für diese oder jene Richtung aussprecheu, und die verantwortlichen Leiter müssen cs als ihre vornehmste Aufgabe betrachten, dahin zu wirken, dass das Einigeiule Uervorgclioben und alles Trennende ausgeschieden w ird. I) r. A. Friede in a 1111. Jüdische Statistik. (Zur 1. Publikation des ״Vereins für jüdische Statistik“!. Y״n In. jm. Bruno Blau. 11. * Am Schlüsse des vorigen einleitenden Aufsatzes wurde dem ..Verein für jüdische Statistik” seine Stellung innerhalb der jüdischen Statistik zugewiesen. l)cr Verein selbst beansprucht allerdings eine weitergehende Bedeutung, er glaubt in der Lage zu Sein, e'ue jüdische Gesamtstatistik zu schaffen. Den Plan hicriiir stellt Nussig auf S. 19 ff. der ״Jüdischen Statistik" auf. Wer unsere heutigen ViiiLn L'omt Ein kurzar Artikel. Wiesbaden, den 23. 7. 1903. Die ״Frankfurter . Zeitung.“ berichtet in ihrer Nummer vom 22. Juli d. J., dass eine Ncw-Yorkcr Massenversammlung von mehr als 5000 Zionisten beschlossen habe, sich von der Leitung der American Zionist Federation loszusagen und selbständig zu organisieren, weil deren Leiter. Professor Gottheit, zu den ״Reformern“ gerechnet werde. Bewahrheitet sich diese Angabe, so ist die Iatsaehe im jüdische Statistik" sich gesteckt hat. zwar ״ein Ziel, aufs innigste zu wünschen" ist. dass es aber in absehbarer Zeit nicht erreicht werden kann. ־ - Möge unser Pessimismus umbegründet sein!. Da Nossig sebst die ungeheuren Schwierigkeiten des erstrebten Werks erkennt, will er zunächst eine jüdische Statistik ..in bescheideneren! Sinne", eine ״provlsorisehc“ jüdische Statistik schaffen. Line solche Statistik, bei welcher nach Nossigs Vorschlag die fehlenden - dies Ist die Mehrzahl — präzisen Angabe:! ״durch allgemein gehaltene Elaborate" ergänzt werden sollen, ist wissenschaftlich und Feuilleton 41? $ 4& I anrK־' ■.!•> * C_^7׳ Kulturelle Streifzüge im jüdischen Orient. IV. ln Phö n i k i en. (Schluss.) (Nachdruck verboten.) Von den alten phönikischen Staaten sind uns Sidun und Tyros, Byblos, Berytos und Arvad die bekanntesten. Aber auch Dör, Jaffa und besonders die Bundeskreis- Stadt ’Erckh (Tripolis, .heute Tarabulus) waren hervorragende Mittelpunkte phönizischen Lebens. Ein Land Phönikieu hat es nie gegeben. Aber diese Stadtrepubliken und lokalen Königreiche sind in ältester Zeit schon Mittelpunkte der Industrie und des Handels gewesen, und die zahlreichen Erfindungen, ohne welche wieder Gewerbe noch Welthandel existieren können, und .welche noch heute unser Staunen w aehrufen, sind ihres Geistes Taten. Sie waren ebenso die waghalsigste Entdecker, wie die kühnsten Erfinder. Zu einer Zeit, wo in Rom die letzten sagenumwobenen Könige regierten, umsegelte der karthagische Kananäcr H a n n o Afrika mit 50 Peutcreu. Aber schon wenigstens änderthalb Jahrtausende früher hatten die Phünikicr das Glas lind den Purpur erfunden, und trieben in allen Ländern des Mittelmeeres, sogar in Portugal und Brittanuien einen rationeller! Bergbau. Alle Mittelmeerländer, vor allen Hellas verdanken diesen kunaanäisehen Stäntmen ihre ersten Bildungskeime. Ihr Handel beruhte durchaus auf heimischem Gcwcrbfleissc. Aber cs wäre ein Irrtum, sie nur für praktische Arbeiter und Handelsleute zu halten. Sie waren grosse Meister in Wissenschaft und Litteratur. Schon frühzeitig war der Polar- Stern ihr Leiter auf dem Weltmeere, während die Griechen sich noch ein Jahrtausend später nach dem Sternbilde des Grossen Bären richteten. Nicht Gerim geres als auf astronomischem Gebiete leisteten sie aber

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