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Jüdische Rundschau · 1903-07-24 · Heft 30 (24.7.1903) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 30 (24.7.1903)
Date
1903-07-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 30. i Seite 307. Jttdisclie Ru.ndscl1a,11• wird und unser Berliner Gesinnungsgenosse Dr. Franz Oppenheimer über An Siedlung sprechen wird. Berlin, den 22. Juli 1903. Herr Dr. Franz Oppenheimer ermächtigt die Unterzeichneten Mitglieder des Vorstandes der ..Berliner Zionistischen Vereinigung“ zur Veröffentlichung folgender Erklärung: ״in der Wahlversammlung vom 16. Juli d. J. hat, wie ich soeben zum ersten Male höre, Herr T r i e t s c h mich ohne mein Wissen als .Kandidaten für den Baseler Kongress gegenüber den vom Vorstände der ״Berliner Zionistischen Vereinigung“ aufgcstellten Herren nominiert. Ich erkläre, dass ich weder Hcrrti Trietsch noch jemand anders beauftragt habe, mich aufzustellen, und dass diese Nomination seitens des Herrn Trietsch weder meinem Willen noch meinen Intentionen entspricht.“ Dr. A I f r e d K l c e. Dr. E m i 1 S i in o n s o n. Berlin. Die TIschali-b’Abh-Feler der ״Berliner Zionistischen Vereinigung“ findet am Donnerstag, dem 30. Juli, abends 9 Uhr im grossen Saal von Dräscl's Fcstsälcn, Neue Fricdrichstr. 35, statt. Die Festrede hat Herr Rabbiner Dr. Anton Nobel in Leipzig giitigst übernommen. Berlin. Am 18. d. M. beging die Verbindung ״HaSmonaea“ die Feier ihres ersten Stiftungsfestes, gleichzeitig ihrer öffentliehen Semester-Tätigkeit damit einen Abschluss gebend. Trotz der ungünstigen Witterung hatten sich die Gäste in grosser Zahl eingefunden, ein Beweis dafür, dass die junge Verbindung, der bekanntlich die wichtige Aufgabe obliegt, den Zionismus unter der jüdischen Studentenschaft Berlins zu verbreiten und tüchtige Verfechter unserer Idee herauszubilden, schon heute sich viele Sympathien erworben hat. Besonders sei noch hervorgehoben, dass die Vereine jüdischer Studenten Berlin und Charlottcnburg wiederum sich die Gelegenheit nicht nehmen Hessen, durch c?1c ausserordentlich stattliche Vertretung zu bekunden, welch inniges Freundschaftsverhältnis sie mit der ״Halmonaca“ verbindet. — Nachdem ein Kommers die Feier cingelcitct, hielt der Tanz die Erschienenen bis zum frühen Morgen in fröhlichster Stimmung zusammen. u. na. Königsberg L Pr. Als Kongrcssdclcgiertc sind die Herren Dr. Hoppe und W o 1 f fss 0 h n in Königsberg, als Stellvertreter die Herren Dr. S. Soskin und Dr. Lcszynsky in Berlin gewählt worden. | Wissenschaft und Kunst. | Strassburg I. Eis. Unsere Gesinnungsgenossen Privatdezent Dr. Israel Fricdlündcr -Strassburg nd Dr. Marx- Berlin, haben einen ehrenvollen Ruf als Professoren an das ncugcgründctc Rabbiner-Seminar ».1 New-York erhalten, dem beide Gelehrten folgclcisten werden. R. Die Ausgrabungen Prof. Sellins In Palästina. (Vorläufige Mitteilung). Die Bemühungen Prof. Sellins, der seine überaus glücklichen, im Vorjahre abgebrochenen Ausgrabungen in Ta’anak (unweit voll Megiddo) im März d. J. wieder aufuahm, wurden diesmal von einem noch glücklicheren Erfolg begleitet. Neben allerlei anderen, archäologisch wichtigen Gegenständen wurden heuer auch vier KeUschriittcxte geiunden, die aus der Zeit der El-Amarna-Briefe herstammen. Es sind zwei Briefe und zwei Pcrsoiienvcrzeichnissc. Beide Briefe sind an den Fürsten von Ta’anak gerichtet; ihre Absender sind ebenfalls kananäischc Fürsten. Dieser Umstand verdient besondere Aufmerksamkeit; man w׳eiss letzt dass man In Palästina zur Zeit der El-Atnarna- Briefe (ca. 1400 v. Chr.) nicht nur mit Pharao, sondern auch untereinander babylonisch korrespondierte. Der erste Brief handelt über eÜic Geldangelegenheit und über die Aufnahme Hamburg. Zum Delegierten für den 6. Zionistenkongress Ist Herr Oustav 0. Cohen In Hamburg gewählt, zum Stell- Vertreter Herr Dr. L. F r a n c k In Altona. Dresden. Am 20. Juli d. J. wurde auf Veranlassung der Gesinnungsgenossen Zimmcring und Koppel eine zionistische Versammlung Im Betsaale, Kl. Brüderg. 17 von osteuropäischen Juden abgehalten, ln der Versammlung sprach ufiscr Gesinnungsgnosse S c h nc l lin g aus Hannover über die augenblickliehe Lage des Judentums und des Zionistischen Programms. In der Versammlung entstand eine heftige Debatte, in der sich Herr Scharf in einer ins Religiöse streifenden Debatte besonders hervortrat. Die Versammlung zog sich bis 12M• Uhr nachts hin. Es wurde sodann ein Zweigvercm hier gegründet und folgende Herren in den Vorstand gew'ählt: Scharf, Zimmer in g, Wein sieder , Bernstein und 01 fl c k. Frankfurt a. M., 14. Juli 1903. Gestern abend fanden hier die Wahlen zum Baseler Kongress statt. Frankfurt hat 262 Schckclzahlcr aufgebracht (gegen 90 im Vorjahr) und mithin das Recht, zwei Vertreter zum Kongress zu delegieren. Die Wahlversammlung war nur massig besucht, der Verlauf aber ein überaus stürmischer. Besonders die Anhänger der religiosen Richtung Jm Zionismus, der sogen. ״Misrachi-Gruppe“ suchten die Ortsgruppe gegen die ״demokratische Fraktion“ scharf zu machen. Der Versuch gelang nur halb, denn ein Vermittlungsvorschlag des Herrn Assessor Dr. Friedemann, der Mitglied der hicsigdi Ortsgruppe ist, gelangte zur Annahme: ״Die Ve rsa m.m! u n g beschlicsst, nur solche Kandidaten zu wählen, die auf dem Boden des Baseler Programms ohne Verändcrung irgend welcher Art stehen und jede F r a ktionicrung innerhalb der Partei verwerfe n.“ Eine zweite Resolution des genannten Herr*.: betr. Landankauf in Palästina mit den Mitteln des Nationalfonds resp. der Kolonialbank wird die Ortsgruppe in einer demnächst stattfindendea Versammlung beschäftigen. Auch der Wahlakt rief erregtere Szenen hervor, daein vorgeschlagcner Delegierter (Sondheimer) sich nicht der Misrachi-Gruppe verschreiben wollte, sondern erklärte, voll und ganz auf dem Boden des Mannheimer Beschluss zu stehen, der jede Fraktion innerhalb des Zionismus ablehnt, er also nicht in der Lage sei, irgend welche Erklärung zu gunsten einer Gruppe abgeben zu können. Der darauf vorgcnommche Wahlakt hatte folgendes Ergebnis. 1-1-*"וי1״*״-"-"*""™״^***"*1-"**""*״*-"*-* einer Tochter des Fürsten von Ta’anak in den Harem Pharaos. Das Hauptinteresse des Briefes Hegt jedoch in der Erwähnung eines Omens der Aschirat-Aschcra. Der zweite Brief ist ohne Zweifel der wertvollste der vier von Prof. Sellin gefundenen Texte. Der Name des Absenders dieses stark kanaanisierenden Briefes Ahi-.la-w'i(mi) scheint den Namen Jahves zu enthalten. Interessant ist, dass Ahi-Jawi seinen Gott allgemein böl ilftni, ״der Herr der Götter“ nennt; die leider nicht ganz intakte Stelle, in der er von Ihm spricht, erinnert stark an die alttestamentlichc Ausdrucksweise und Hisst vicliach vermuten, dass der Gott Achi-Jawis einige charakteristische Merkmale des alttestamenticheb Jahve trug. Aus dem weiteren Inhalt dieses Briefes ging hervor, dass der Fürst von Ta’anak von Feinden stark bedrängt wurde. Diese haben sieb seiner Städte bemächtigt, ״es gab Weinen“ in seinem kleinen Reiche. Von Interesse sind auch die beiden, allerdings nicht ganz erhaltenen Personenvcrzeiclmissc. Das erste von ihJicn dürfte eine Liste von Personen sein, die eine gewisse Anzahl von Soldaten zu stellen hatten, das andere eine solche von ausgehobenen Sol« daten selbst. Dieser letztere Text stellt überdies die zusammengestellten Personen in eine vor der Hand nicht ganz klare Bc- Ziehung zu einigen Göttern. Der eine der tetzteren ist aber — Ammon (A-mu-na). Alles nähere in der Edition selbst. Wien. ׳ Friedrich Hrozny. (Aus: Deutsche Litteraturztg.)

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